1. bookTom 74 (2016): Zeszyt 4 (August 2016)
Informacje o czasopiśmie
License
Format
Czasopismo
eISSN
1869-4179
Pierwsze wydanie
30 Jan 1936
Częstotliwość wydawania
6 razy w roku
Języki
Niemiecki, Angielski
Otwarty dostęp

Editorial

Data publikacji: 31 Aug 2016
Tom & Zeszyt: Tom 74 (2016) - Zeszyt 4 (August 2016)
Zakres stron: 291 - 292
Informacje o czasopiśmie
License
Format
Czasopismo
eISSN
1869-4179
Pierwsze wydanie
30 Jan 1936
Częstotliwość wydawania
6 razy w roku
Języki
Niemiecki, Angielski

Liebe Leserinnen und Leser,

mit dem vierten Heft des Jahrgangs 2016 stellen wir Ihnen einen Querschnitt aktueller raumbezogener Forschungen in Deutschland vor. Den Auftakt machen dabei Jan Balke und Mario Reimer mit ihrem Beitrag „Regionsbildung im Schatten des Metropolendiskurses. Das Fallbeispiel der Region Südwestfalen“. Sie zeigen, in welcher Weise und mit welchen politischen Mitteln derzeit eine Raumeinheit „Südwestfalen“ diskursiv aufgeladen wird. Mit der Wahl dieses Fallbeispiels ‘im Schatten des Metropolendiskurses’, das sich auf eine Region bezieht, die im Allgemeinen nicht im wissenschaftlichen Fokus steht, ergänzt der Beitrag sinnvoll die überwiegende Orientierung auf metropolitane Räume in der Forschung zu Regionalisierungspolitiken. Das Ergebnis von Balke und Reimer ist zum einen wenig überraschend. Dass die Regionalisierung eines eigenständigen „Südwestfalens“ vor allem den Versuch darstellt, endogene Potentiale zu wecken und zu stärken und zugleich die Verantwortungsverlagerung in die Region beinhaltet, entspricht durchaus einer dezentral angelegten Steuerung. Ihre Analyse legt zum anderen offen, wie dominante regionalökonomische Rationalitäten, Handlungslogiken interkommunaler Kooperation und fördermittelpolitische Zwänge den Regionsbildungsprozess

auf der diskursiven Ebene rahmen. Somit ordnet sich der Beitrag gut in aktuelle Debatten um die diskursive Konstitution von Räumen ein.

Der Beitrag „Pkw-Nutzung im Wandel des Geschlechterverhältnisses – Trends über drei Jahrzehnte“ von Kathrin Konrad, Christian Holz-Rau und Joachim Scheiner widmet sich dem Thema geschlechtsspezifische Unterschiede in der Pkw-Nutzung. Hierzu haben die Autoren eine umfangreiche Aufbereitung von mobilitätsbezogenen Daten aus den Jahren 1976, 1982, 1989, 2002 und 2008 auf Basis von KONTIV-Erhebungen („kontinuierliche Erhebung zum Verkehrsverhalten“) und der Studie „Mobilität in Deutschland“ vorgenommen. Auf diese Weise ist ein Vergleich über einen sehr langen Zeitraum möglich. Die Autoren können zeigen, dass sich das Mobilitätsverhalten von Frauen und Männern im Laufe der Jahre angenähert hat, dass dies zu einem guten Teil auch auf einen gesellschaftlichen Wandel und damit auf ein anderes geschlechterspezifisches Rollenverständnis zurückzuführen ist. Mit diesen Ergebnissen verweisen die Autoren aber auch darauf, bei künftigen Mobilitätsstudien die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, Werte und Normen stärker als bisher zu berücksichtigen.

Florian Weber und Olaf Kühne fragen in ihrem Beitrag „Räume unter Strom – Eine diskurstheoretische Analyse zu Aushandlungsprozessen im Zuge des Stromnetzausbaus“, in welcher Weise der Ausbau der Stromnetze und die damit verbundenen Proteste „verhandelt“ werden. Es geht ihnen dabei besonders um die Analyse, mit welchen Argumenten und Argumentationsmustern die vom Netzausbau betroffenen Akteure arbeiten. In ihrem Beitrag stellen Weber und Kühne heraus, welche Deutungsmuster sich derzeit zum Stromnetzausbau in Aushandlung befinden, sich in Teilen verfestigen und damit alternative Möglichkeiten in den Hintergrund drängen. Den durchgeführten Analysen liegen quantitative und qualitative Methoden zugrunde, um sowohl zentrale Bezugnahmen auszudifferenzieren als auch Einzelaspekte detaillierter zu betrachten. Die Autoren fügen der derzeit wissenschaftlich intensiv geführten Debatte um die „Energiewende“, gerade auch in der Zeitschrift „Raumforschung und Raumordnung“, eine weitere ergiebige Perspektive hinzu.

Der Beitrag „Regional distribution of ambulant nursing services in Germany. A GIS accessibility analysis“ von Stefan Neumeier setzt sich mit aktuellen Fragen der räumlichen Verteilung von medizinischer Versorgung im weitesten Sinne auseinander. Ausgehend von dem Ziel gleichwertiger Lebensverhältnisse untersucht er die wohnortnahe Verteilung ambulanter Pflegedienste mithilfe einer GIS-basierten Erreichbarkeitsanalyse. Mit einem auf 250 × 250 m Gitterzellen fußenden Vorgehen kann Neumeier nachweisen, dass durchschnittlich etwa fünf bis sieben Minuten Fahrzeit benötigt werden, einen entsprechenden Pflegedienst zu erreichen. Erwartungsgemäß zeigen sich aber auch in dieser Analyse starke räumliche Disparitäten: Während in urban geprägten Regionen diese Fahrzeiten realisiert werden können, existieren ländlich-periphere Regionen, in denen die Erreichbarkeitswerte auf das fünf- bis sechsfache des Durchschnitts ansteigen. Entsprechend fällt die Schlussfolgerung des Autors aus, wonach die regionalen Disparitäten – insbesondere vor dem Hintergrund des demographischen Wandels – einer intensiven politischen wie auch wissenschaftlichen Debatte um den Umgang sowie Möglichkeiten der Verringerung bedürfen.

Schließlich analysiert Birgit Glorius in ihrem Beitrag „Gekommen, um zu bleiben? Der Verbleib internationaler Studierender in Deutschland aus einer Lebenslaufperspektive“ die Einstellungen, Erfahrungen und Zukunftsvisionen von internationalen Studierenden in Deutschland unter der Perspektive eines möglichen Verbleibs in Deutschland nach dem Studienabschluss. Besondere Bedeutung nimmt die Frage ein, wie sich die Verbleibs- oder Wanderungsentscheidung der Studierenden als Teil einer biographischen Statuspassage konstituiert, die am Übergang zwischen Studium und Beruf auftritt. Die Ergebnisse der Autorin bleiben ambivalent: Einerseits wird ein großes Interesse am Verbleib geäußert, andererseits wird diese Intention nur in geringem Umfang in die Tat umgesetzt. Denn hinsichtlich längerfristiger Bleibeentscheidungen spielen nicht nur die beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten eine Rolle, sondern auch die soziale Integration im Alltag.

Abgerundet wird das Heft mit der Rezension ausgewählter Bücher aus unterschiedlichen Bereichen raumwissenschaftlicher Forschung. Im vorliegenden Heft stellen wir Ihnen vier Werke vor, die thematisch in der Raum- und Identitätsforschung verortet sind, sich Fragen der kulturellen Imagination widmen, organisationale Grundlagen von Kreativität und Innovation adressieren oder sich kritisch mit dem Bereich der Elektromobilität auseinandersetzen.

Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern eine gewinnbringende Lektüre.

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