1. bookVolume 67 (2009): Edizione 3 (May 2009)
Dettagli della rivista
License
Formato
Rivista
eISSN
1869-4179
Prima pubblicazione
30 Jan 1936
Frequenza di pubblicazione
6 volte all'anno
Lingue
Tedesco, Inglese
Accesso libero

Wissensregionen - ein neuer Modebegriff?

Pubblicato online: 30 Jun 2009
Volume & Edizione: Volume 67 (2009) - Edizione 3 (May 2009)
Pagine: I - I
Dettagli della rivista
License
Formato
Rivista
eISSN
1869-4179
Prima pubblicazione
30 Jan 1936
Frequenza di pubblicazione
6 volte all'anno
Lingue
Tedesco, Inglese

Wissensregionen haben Konjunktur. Man möge einmal den Begriff der Wissensregion in eine der Suchmaschinen im Internet eingeben - man erntet Erstaunen über die weite Verbreitung und Verwendung. Zu diesem Befund passt der in dieser Ausgabe von RuR veröffentlichte Wissenschaftliche Beitrag von Martina Fromhold-Eisebith, RWTH Aachen, zum Thema „Die ,Wissensregion' als Chance der Neukonzeption eines zukunftsfahigen Leitbilds der Regionalentwicklung". Was ist dran an dieser Chance?

Die Akzentuierung von Wissen, aber auch von Innovation und Kreativität, in stadt- und regionalpolitischen Positionierungen und Handlungsstrategien verwundert nicht. Bereits in der Lissabon-Strategie 2005 wird „Wissen und Innovation" als ein zentraler MaBnahmenbereich genannt. Eines der drei neuen Leitbilder und Handlungsstrategien, die von der Ministerkonferenz für Raumordnung 2006 verabschiedet wurden, widmet sich dezidiert dem Begrifspaar „Wachstum und Innovation". Zur Förderung von beidem ist Wissen eine zentrale Voraussetzung. Einerseits geht es darum, deutlich zu machen, dass wir uns zu einer Wissensgesellschaft im Sinne des lebenslangen Lernens entwickeln müssen, andererseits die Wissensgesellschaft auch als Wissensökonomie verstehen müssen.

In diesem Sinne wird Wissen heute starker denn je als strategischer Faktor für die Stadt- und Regionalentwicklung angesehen. Denn Humankapital und <las damit verbundene Wissen werden als entscheidende EinflussgröBen für Wachstum und Entwicklung erachtet. Städte und Regionen haben das erkannt und versuchen, Bedingungen zu schaffen, unter denen aus Wissen Innovationen und Investitionen werden können. Dies zeigen ja auch prominente Beispiele aus dem In- und Ausland: Silicon Valley in Kalifornien, das „Biotechnologie-Dorf' Martinsried bei München oder der Wissenschaftspark Berlin-Adlershof. In der Wirtschaftsgeographie spricht man seit Längerem von der „wissensbasierten Regionalentwicklung", um deutlich zu machen, <lass der Ressource „Wissen" und den damit verbundenen Lernprozessen heute eine entscheidende Bedeutung bei der weiteren Entwicklung von Städten und Regionen sowie deren Positionierung im weltweiten Wettbewerb um hochqualifizierte Personen, Ideen und wirtschaftliche Prosperität zukommt.

Die Zahl der Regionen, die sich als Wissensregionen sehen, wachst unaufhaltsam. Martina FromholdEisebith kann das eindrucksvoll an einer Karte zeigen. Die Frage, die man sich hier stellen kann und muss, ist, was hinter dieser Bezeichnung steckt. Sind etwa alle Metropolregionen - denen ja eine groBe Innovations- und Wettbewerbsfunktion zukommt - ,,per se" Wissensregionen? Machen Hochschulen, auBeruniversitäre Forschungseinrichtungen, Technologie- und Gründerzentren und ein „Kümmerer" für Innovationen und Inventionen schon eine Wissensregion aus? Der Begriff ist derzeit nach diffus. Im Beitrag von Martina FromholdEisebith wird ein konzeptioneller Zugang aufgezeigt, der auch für regionalpolitische Strategien verwendet werden kann. Es wird aber auch klar, dass viele Städte und Regionen den Begriff als Element des Standortmarketings „verkaufen". Wer die oben vorgeschlagene Internet-Recherche etwas ausweitet, wird dies sicherlich bestätigen können.

Wissen, Wissensregionen, wissensbasierte Stadtund Regionalentwicklung sind Themen, an denen zurzeit viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, aber auch in der Praxis Tätige arbeiten. In den nächsten Heften von RuR werden wir Sie mit weiteren Aufsätzen zu diesem Thema auf dem Laufenden halten.

In diesem Heft von RuR finden Sie weitere aktuelle Beitrage. Robert Knippschild befasst sich mit Nutzen und Erfolgsfaktoren grenzüberschreitender Kooperation in der Stadt- und Regionalentwicklung. Dorothea Hokema greift die derzeitige Diskussion um die Begriffe Landschaft und Kulturlandschaft auf und zeigt Möglichkeiten der Weiterentwicklung des Landschaftsbegriffs. In zwei „Berichten aus Forschung und Praxis" geht es schlieBlich um Lösungsmodelle zur Organisation der Stadt-Umland-Raume in Mecklenburg-Vorpommern (Stefan Greiving und Rainer Winkel) sowie um die Diskussion von Städtewettbewerben als Instrument der Stadtentwicklung am Beispiel des Wettbewerbs T-City (Michael Lobeck, Wolfgang Müller und Claus-Christian Wiegandt).

Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern wie immer eine anregende Lektüre.

Ihre

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