1. bookVolume 56 (1998): Edizione 5-6 (September 1998)
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Rivista
eISSN
1869-4179
Prima pubblicazione
30 Jan 1936
Frequenza di pubblicazione
6 volte all'anno
Lingue
Tedesco, Inglese
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Chancen und Risiken der Europäischen Währungsunion

Pubblicato online: 30 Sep 1998
Volume & Edizione: Volume 56 (1998) - Edizione 5-6 (September 1998)
Pagine: 379 - 388
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1869-4179
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30 Jan 1936
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Anfang Mai 1998 sind die endgültigen Entscheidungen über den Beginn und den Teilnehmerkreis der Europäischen Währungsunion (EWU) gefallen. Unter dem Aspekt der Einflußnahme auf die Entscheidungen ist es demnach zu spät, um über die Chancen und Risiken einer Europäischen Währungsunion aus regionaler Perspektive nachzudenken. Die Beschreibung möglicher Konsequenzen der EWU für eine ausgewählte Region erscheint dennoch sinnvoll, da sie eine Beurteilung der zukünftigen regionalwirtschaftlichen Entwicklungen gestattet und außerdem regional- und kommunalpolitischen Handlungsbedarf aufzuzeigen vermag. Ziel der folgenden Überlegungen ist es, einen systematischen Überblick darüber zu geben, welche (realwirtschaftlichen) Konsequenzen die EWU mit sich bringen wird (Kap. 1). Darüber hinaus wird der Versuch unternommen, die Relevanz dieser Wirkungen für eine ausgewählte Region – den „Mittleren Niederrhein“ – zu prüfen (Kap. 2). Zentrale Frage dabei ist, ob die möglichen regionalwirtschaftlichen Effekte der EWU den Wirtschaftsraum am Mittleren Niederrhein tendenziell begünstigen oder ob die Risiken überwiegen.

Wirkungen der Europäischen Währungsunion

Zu den folgenden Ausführungen vgl. insbesondere Ochel, Wolfgang: Die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion – Chancen und Risiken. In: Ifo-Schnelldienst, München (1996) 9, S. 21–34; Feldsieper, Manfred: Währungsunion II. Zielsetzungen und Probleme. In: Albers, Willi u.a.: (Hrsg.): Handwörterbuch der Wirtschaftswissenschaft, 22. Lfg. – Stuttgart u.a. 1979, S. 546 ff.; Bofinger, Peter: Die Vorteile der Europäischen Währungsunion aus deutscher Sicht. In: Wirtschaftsdienst, Hamburg, 71. Jg. (1991), S. 219 ff.; Gretschmann, Klaus u.a.: Auswirkungen der WWU auf das Land NRW: Analyse und Handlungsempfehlungen. Gutachten im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft und Mittelstand, Technologie und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen.-Aachen 1997, S. 24 ff

Die Chancen und Risiken der EWU können an den Kriterien

makroökonomische Stabilität und

mikroökonomische Effizienz,

Verteilung der Wirkungen (u.a. auch auf Teilgebiete)

gemessen werden. Die mit der makroökonomischen Stabilität in Verbindung stehenden Fragen sollen in der vorliegenden Arbeit ausgeklammert werden, weil eine regional unterschiedliche Betroffenheit bei diesen Wirkungen gar nicht oder kaum zu erwarten ist. Im Mittelpunkt sollen vielmehr mikroökonomische Effizienzwirkungen und deren Verteilung auf Teilräume stehen; die Betonung soll also auf realwirtschaftlichen Effekten liegen. Da die Effekte der EWU denen des Binnenmarktes ähneln,

Vgl. Jochimsen, Reimut: Perspektiven für eine neue Rolle der Regionen in der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion. In: Jahrbuch für Regionalwissenschaft, Heidelberg, 18. Jg. (1997/98), S. 15

lehnt sich die folgende Darstellung an eine im „Cecchini-Bericht“

Vgl. Commission of the European Communities (Ed.): The Economies of 1992. – Brüssel 1988. = European Economy, No. 35, S. 38 und S. 152

zum EG-Binnen- markt gewählte Systematik an. Nach dieser Systematik (vgl. Abb.) sind statische und dynamische Integrationseffekte zu unterscheiden.

Statische Effekte

Von statischen Effekten wird dann gesprochen, wenn Liberalisierungsmaßnahmen zwar das gesamtwirtschaftliche Aktivitätsniveau einmalig erhöhen, aber nicht die Entwicklungsdynamik dauerhaft verändern:

Wegfall von Transaktionskosten:

Als Transaktionskosten bezeichnet man die Kosten, die im Zusammenhang mit ökonomischen Transaktionen (Käufen, Verkäufen) entstehen.

Vorrangig sind die Kosten des Währungstauschs zu erwähnen. Wollen Haushalte oder Unternehmen Währungen für Auslandstransaktionen tauschen, so müssen sie Abschläge zwischen An- und Verkaufskurs und Bankgebühren hinnehmen.

Darüber hinaus müssen Unternehmen Personal und Einrichtungen zur Abwicklung von Devisengeschäften Vorhalten.

Mit der Einführung einer einheitlichen Währung würden diese Transaktionskosten wegfallen. Einen Eindruck ihrer (volkswirtschaftlichen) Bedeutung liefern Berechnungen der EU-Kommission:

Vgl. Kommission der Europäischen Gemeinschaften (Hrsg.): Ein Markt, eine Währung. Potentielle Nutzen und Kosten der Errichtung einer Wirtschafts- und Währungsunion – eine Bewertung. – Brüssel 1990. = Europäische Wirtschaft, Nr. 44

Sie hat die Summe der Transaktionskosten, die bei Haushalten (Urlaubsreisen), aber auch bei Unternehmen (je nach Fakturierung der Aus- und Einfuhren) anfallen, auf etwa 8 bis B Mrd. ECU geschlitzt; diese Summe entspricht ungefähr 0,2 bis 0,3 % des Bruttoinlandsprodukts der Europäischen Union. Weiter argumentiert die Kommission, daß durch die Existenz verschiedener Wahrungen das unternehmerische Rechnungswesen komplizierter wird, daß die Kontroll- und Bewertungsaufgaben schwerer wahrzunehmen sind und daß die Fragmentierung der Barmittel zu einer schlechteren Verzinsung fuhrt. Diese unternehmensintemen Kosten des Währungstauschs werden auf etwa 4-5 Mrd. ECU geschätzt; dies waren weitere 0,1 % des Bruttoinlandsprodukts. Die Transaktionskostenersparnis bei einer einheitlichen Währung macht demnach fast ein halbes Prozent des Bruttoinlandsprodukts der Europäischen Gemeinschaft aus.

Kosten der Umstellung auf den Euro:

Vgl. Kruschwitz, Lutz: Die D-Mark geht, der Euro kommt. In: WiSt (1997) 10, S. 528

In der Übergangsphase von den nationalstaatlichen Wlihrungen zum Euro treten für die Unternehmen Probleme auf, die mit Kosten verbunden sind: Alle Unternehmen müssen ihre Buchhaltung, ihr Controlling sowie ihre Lohn- und Gehaltsabrechnungen umstellen, unzählige Formulare und Preislisten müssen neu gestaltet werden, EDY-Programme müssen überarbeitet werden, die EDV in den Unternehmen muß umgestellt werden. Starker als die Unternehmen anderer Branchen dürften hiervon der Einzelhandel und das Kreditgewerbe betroffen sein. Auf der anderen Seite stehen einigen der geschilderten Kosten auch Ertrüge in anderen Branchen gegenüber; so können die Hersteller und Aufsteller von Automaten durch die Umrüstungen eine vorübergehende Steigerung ihres Aktivitätsniveaus erwarten.

Systematische Übersicht über die Effekte der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion

Dynamische Effekte

Zu den angesprochenen statischen Effekten kommen Wirkungen hinzu, die nicht allein das Aktivitätsniveau, sondern auch die Entwicklungsdynamik beeinflussen werden:

Verringerung der Wechselkursrisiken (teil statisch, teils dynamisch):

Ein weiterer Vorteil der EWU wird im Wegfall der Wechselkursvariabilit ät und -Unsicherheiten gesehen. Er ist unter drei Aspekten von Interesse:

Ersparnis von Kurssicherungskosten

Hierbei handelt es sich um einen statischen Effekt, der mit der Verringerung von Wechselkursrisiken in Verbindung steht und aus Gründen der Systematik an dieser Stelle aufgeführt wird.

: Da in einer Währungsunion Kursausschläge nicht mehr auftieten können, entfallen die Kosten der Sicherung gegen das Wechselkursrisiko. Einer lfo-Untersuchung zufolge sind die Kurssicherungskosten selbst bei einer ausschließlichen Betrachtung der „Hartwlihrungslander“ Deutschland, bsterreich, Frankreich und den BeneluxLlindem nicht zu unterschätzen; demnach sind die Absicherungskosten gegenüber Frankreich genauso hoch wie z.B. gegenüber Großbritannien oder Italien.

Vgl. Ochel, Wolfgang: Die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion, a.a.O. [siehe Anm. (1)], S. 21

Wachstumseffekte durch verringerte Unsicherheit: Nach den Vorstellungen der volkswirtschaftlichen Theorie führt die Unsicherheit der Ökonomisch Handelnden generell zu einer höheren Variabilität der Untemehmensgewinne und hierüber zu einer Verringerung der Investitions-, Export- und Produktionstätigkeit.

Vgl. Belke, Ansgar: Variabilität der Intra-EWS-Wechselkurse: Realwirtschaftliche Effekte der EWU? – Baden-Baden 1997. In: List Forum, Bd. 23, S. 409 ff.

Demnach würde sich durch die Verringerung der Wechselkursunsicherheit die Kalkulationsgrundlage der Unternehmen, die Außenhandel treiben bzw. Direktinvestitionen im Ausland tätigen, verbessern. Bestätigt werden diese Überlegungen durch empirische Ergebnisse,

Vgl. die ebenda S. 402 f. zitierten Arbeiten

nach denen die Verringerung der Wechselkursvariabilität zu einem verstärkten Wachstum der industriellen Produktion, zu einer Erhöhung der Beschäftigung im Verarbeitenden Gewerbe, zu einer Verringerung der Arbeitslosemate und zu erhöhter Investitionstätigkeit fuhrt: In dem Ausmaß, wie eine EWU die mittelfristige nominale Intra-EWS-Wechselkursvariabilität verringert (und letztere zu gewissen Teilen exogen, also nicht durch asymmetrische Schocks

Hier wird zwischen der Wechselkursvariabilität, die durch spekulative Kapitalbewegungen verursacht wird, und der Wechselkursvariabilität, die sich aufgrund von Anpassungen an realwirtschaftliche Störungen einstellt, unterschieden.

verursacht ist), ist ceteris paribus ein Anstieg der Investitionen, des Outputwachstums und schließlich auch der Beschäftigung zu erwarten. Was auch immer eine EWU in beschäftigungspolitischer Hinsicht „kosten“ wird: sie bewirkt durch die Unterdrückung von Wechselkursvariabilität auch einen signifikanten partiellen Nutzen.

Belke, Ansgar: Variabilität der Intra-EWS-Wechselkurse, a.a.O. [siehe Anm. (8)], S. 412

Verringerter Außvertungsdruck, Lohnkosten und internationale Wettbewerbsfähigkeit: Wiederum sind zwei Teilaspekte zu erwähnen:

Wirkungen eines verringerten DM-Aufwertungs drucks auf Auj3enhandel und Direktinvestitionen: Die DM hat in der Vergangenheit häufig unter Aufwertungsdruck gestanden, und die deutsche Wirtschaft mußte die daraus resultierenden realwirtschaftlichen Effekte verarbeiten – einerseits die Verteuerung der Exporte und die Verbilligung der Importe und somit eine Verstärkung der Importkonkurrenz, andererseits eine Verlagerung von Investitionen ins Ausland, um aufwertungsbedingte Standortnachteile zu kompensieren.

Münzer, Christoph: Europäische Währungs-union – Auswirkungen auf die Regionen. In: Der Arbeitgeber, 48. Jg. (1996), S. 788

Dieser Aspekt gewinnt aus bundesdeutscher Sicht noch dadurch an Gewicht, daß sich gerade gegenüber der DM während der letzten Jahre Kursaus schlage zeigten, die eher durch die Erwartungen internationaler Kapitalanleger als durch die real- wirtschaftlichen Gegebenheiten bestimmt waren. Eine Fixierung des Wechselkurses innerhalb Europas würde diesen Aufwertungsdruck erheblich verringern und die Export-, Import- und Investitionsentscheidungen von verzerrenden spekulativen Einflüssen befreien.

Wirkungen eines verringerten DM-Aufwertungsdrucks auf die internationalen Lohnkostenrelationen: Der in der Vergangenheit zumeist zu beobachtende DM- Aufwertungsdmck ist auch in Verbindung mit internationalen Lohnkostenvergleichen und der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft bedeutsam. Eine Umrechnung der aktuell ausgewiesenen Arbeitskosten je Stunde mit den Wechselkursen des Jahres 1970 ergibt, daß die Lohnkosten vieler Lander deutlich über dem bundesdeutschen Niveau liegen würden, wenn deren Wahrungen nicht zwi- schenzeitäch abgewertet worden waren. Nicht die Durchsetzung hoher oder überhöhter Lohnforderungen, sondern die Wechselkursveränderungen der letzten 25 Jahre haben damit wesentächen Anteil daran, daß Deutschland bei der Lohnhöhe eine Spitzenposition einnimmt. Derartige Wechselkursbewegungen müssen insbesondere dann als problematisch angesehen werden, wenn sie durch Portfoliodispositionen auf den internationalen Kapitalmärkten ausgelost werden. Uber die Kaufkraftparitat hinausgehende spekulative DM- Aufwertungen erhöhen demnach die relativen Lohnkosten in Deutschland und verringern die Konkurrenzfähigkeit der deutschen Wirtschaft. Eine einheitliche Wahrung in Europa setzt den spekulativen DM-Aufwertungen jedoch ein Ende,

„Dies ist der unmittelbare Vorteil des Euro für die Deutschen: Sie müssen nicht mehr fürchten, daß der Ertrag einer maßvollen Lohnpolitik durch die Aufwertung der D-Mark zunichte gemacht wird.“ Pieper, Nikolaus in: Süddeutsche Zeitung, Januar 1998

Verstärkung der europäischen Integration, Intensivierung der innergemeinschaftlichen Arbeitsteilung und Steigerung der Wettbewerbsintensität:

Aus der Theorie des internationalen Handels sind die wohlfahrtserhohenden Effekte einer AuBenhandelslibera- lisienmg bekannt. Dieser Grundgedanke hat bereits bei den Überlegungen zur Realisierung eines einheitlichen europäischen Binnenmarktes Pate gestanden, er ist aber auch im Zusammenhang mit der EWU von Relevanz: Durch die Summe der bereits durchgefährten oder noch zu realisierenden Schritte auf dem Weg zur europäischen Integration soil – über die Intensivierung des internationalen Wettbewerbs und über die Ausnutzung von Wachstumsspielraumen – die Wohlfahrt der Menschen in den Landern der Europäischen Union erhöht werden. Die Einführung einer einheitlichen Wahrung in Europa hat eine Verbesserung der europaweiten Markt- und Preistransparenz zur Folge und fordert die innergemeinschaftäche Arbeitsteilung. Die hiermit angesprochenen Effekte sind somit denen des europäischen Binnenmarkt-Programms sehr ähnlich,

Zu den Wirkungen von Integrationsprozessen vgl. Döhrn, Roland; Hamm, Rüdiger: Die Wirkungen des EG-Binnenmarktes auf Regionen mit spezifischer Charakteristik – Altindustrielle Regionen mit zentraler Lage: Das Beispiel Ruhrgebiet. In: Franzmeyer, F. (Hrsg.): Die Auswirkungen des Binnenmarktes auf die Entwicklung der Regionen in der Europäischen Gemeinschaft. – Berlin 1991. = DIW-Sonder-hefte, Nr. 146, S. 88 ff. und die dort angegebene Literatur

wenn auch ihre Intensität zumeist geringer eingeschatzt wird:

Economics-of-scale “-Effekte: Eine erhöhte Markt- und Preistransparenz eröffnet den Unternehmen die Möglichkeit, zukünftig auf größeren Markten operieren zu können. Dies wiedemm erlaubt es den Unternehmen, GroBenvorteile (eco- nomics of scale) zu nutzen.

Intensivierung des Wettbewerbs: Dynamische Effekte erhofft man sich auch von der mit der weitergehenden Marktoffnung verbundenen Intensivierung des Wettbewerbs. Der verschärfte Wettbewerb zwingt zum Abbau von Ineffizienzen und fordert die Weitergabe erzielter Vorteile an die Konsumenten. Die Weitergabe von Vorteilen an die Konsumenten erhöht zwar die Wohlfahrt, von den durch die Wettbewerbsintensivierung ausgelosten Umstrukturierungs- und Reallokationsprozessen können jedoch leistungsschwache Unternehmen (und Regionen) durchaus negativ betroffen sein. Bezogen auf Wirtschafts bereiche, Staaten und Regionen sind die Gewinner unterschiedlich verteilt bzw. ihnen werden auch Verlierer gegentiberstehen.

Steigerung der (räumlichen) alloka- tiven Effizienz: Auch die Dispositionen der Kapitalanleger werden nach Einführung der EWU nicht mehr durch die Existenz verschiedener Wahrungen behindert. Güter und Dienstleistungen, Kapital und Arbeitskräfte werden mobiler, und die Integration wird sich auch auf regionaler Ebene vertiefen. Der Wettbewerb der Standorte bzw. Regionen wird sich in europaweiter Dimension weiter verschärfen.

Vgl. Jochimsen, Reimut: Perspektiven für eine neue Rolle der Regionen . . ., a.a.O. [siehe Anm. (2)], S. 15

Die Folgen dieses Standortwettbewerbs können den Konsumenten in Form einer besseren Marktversorgung zugute kommen. Auch in ihnen kann sich jedoch die Ambivalenz des Wettbewerbsprozesses widerspiegeln, bei dem den Gewinnerregionen auch Verliererregionen gegentiberstehen.

Realeinkommenseffekte: Schließ lich ist von den bislang beschriebenen Integrationseffekten ausgehend mit Realeinkommenssteigerungen zu rechnen, die – wenn sie Verschiebungen in der Nachfragestruktur zur Folge haben – die regionalen und sektoralen Reallokationsprozesse verstärken können.

Anpassung an asymmetrische Schocks ohne Wechselkurs:

Wechselkurse sind einer von mehreren Anpassungs mechanismen zur Abfederung asymmetrischer realwirtschaftächer Schocks bzw. unterschiedlicher Entwicklungen in den einzelnen Staaten Europas. Beispiele für solche unterschiedlichen Entwicklungen können unterschiedlich rasch steigende Lohne, unterschiedliche Produktivitatssteige- mngsraten, aber auch unterschiedliche Entwicklungen der Nachfragerprafe- renzen sein. Mit der Einführung einer einheitlichen Wahrung geht die Wechselkursflexibilitat als Anpas- sungsmechanismus zur Abfederung unterschiedlicher realwirtschaftlicher Entwicklungen verloren.

Vgl. zum folgenden auch Löhr, Dirk: Chancen und Risiken der Europäischen Währungsunion unter besonderer Berücksichtigung des Arbeitsmarktes. In: WSI-Mitteilungen, Düsseldorf (1997) 5, S. 322

Wie sehen die möglichen Anpassungsreaktionen aus, wenn es nur noch eine einheitliche Wahrung gibt? Dies ist in der Theorie der optimalen Wahrungsraume untersucht worden. Ein Wahrungsraum kann dann als optimal bezeichnet werden, wenn trotz der Aufgabe der Wechselkursflexibilitat die Absorption wirtschaftilcher Schocks gelingen kann. Folgenden Anpassungsmechanismen “wird dabei besondere Bedeutung beigemessen:

Die Wirkungen asymmetrischer Schocks konnten durch Wanderungen der Produktionsfaktoren verringert werden. Solche Faktorwanderungen sind derzeit kaum zu erwarten; denn zum ersten sind Faktorwanderungen (Realkapital und Arbeitskräfte) mit erheblichen Kosten verbunden und lohnen sich nur bei dauerhaften realwirtschaftlichen Divergenzen. Zum zweiten zeigt ein Vergleich mit den USA,

Zum folgenden vgl. Kommission der Europäischen Gemeinschaften (Hrsg.): Ein Markt, eine Währung, a.a.O. [siehe Anm. (4)]

daß die regionale Nettowanderungsquote in Europa erheblich unter der US-amerikanischen hegt; die Relation hat sich in den 80er Jahren sogar verschlechtert. Arbeitskraftewandemngen tragen in Europa bislang kaum zum Abbau regionaler Arbeitsmarktdivergenzen bei; die Gründe für die relativ geringe Mobilität der Europäer liegen in Sprachbarrieren, Kulturschranken und unterschiedlichen Sozialsystemen und -leistungen.

Einen weiteren Anpassungsmechanismus stellt die Flexibilität von Lohnen und Preisen dar. Ein dauerhaftes Zurückbleiben der Produktivitatsentwicklung in einem Land hat keinen Beschäftigungsrückgang zur Folge, wenn es duich die Reallohnentwicklung kompensiert wird. Sind die Lohne in der EU in der erwarteten Weise flexibel? Auch dies ist bislang nicht zu erkennen; denn die Reagibilitat der Nominallöhne in bezug auf die Arbeitslosenquote ist in den europäischen Staaten ebenfalls deutlich geringer als in den USA.

Die Leistungsfähigkeit der „Ersatzanpassungsparameter“ ist nach den derzeitigen Gegebenheiten also nicht in vollem Umfang gewährleistet. Die Vorteile einer europäischen Wah- mngsunion werden deshalb um so starker zu Buche schlagen, je geringer die Gefahr asymmetrischer Storungen ist. Die Gefahr asymmetrischer Stomngen wiederum ist um so geringer, je hoher die realwirtschaftäche Konvergenz der EWU-Mitgliedslander ist. Ansonsten kann der Verlust des Wechselkurses als Anpassungsparameter bei asymmetrischen Schocks wachsende nationale und regionale Divergenzen zur Folge haben. Dies wiederum ist mit der Gefahr verbunden, daß den Forderungen der betroffenen Staaten und Regionen nachgegeben wird, fiskalische Maßnahmen zur Verringerung der regionalen Disparitäten einzusetzen, da andernfalls die Gefahr besteht, daß die EWU wegen regionaler Ungleichgewichte wieder auseinanderbricht.

Vgl. Berthold, Norbert: Europa nach Maastrichtsind – sind die währungspolitischen Fragen gelöst? In: Wirtschaftsdienst, Hamburg, 72. Jg. (1991), S. 227 f.; die Zusammenhänge mit ihren möglichen politischen Konsequenzen sind plastisch dargestellt bei Joffe, Josef: Den Karren vor das Pferd gespannt. In: Süddeutsche Zeitung v. 10./11. Januar 1998.

Stabilisierung der europäischen Auj3enwirtschaftsbeziehungen, Stärkung der Verhandlungsmacht gegenüber Dritten:

Neben den bislang diskutierten werden weitere Effekte in der Literatur erörtert.

Vgl. Ochel, Wolfgang: Die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion, a.a.O. [siehe Anm. (1)], S. 22

Der Vollständigkeit halber seien einige dieser Effekte hier erwähnt, auch wenn sie für unsicherer bzw. weniger bedeutsam als die bislang ausführlicher behandelten Aspekte gehalten werden müssen:

Durch das mit Beginn der EWU größere Währungsgebiet können Kursschwankungen eher gedampft werden.

Auch die Abhängigkeit von den US- Zinsen dürfte durch den größeren Wahrungsraum sinken.

Schließlich wird die Europäische Union in internationalen Gremien geschlossener auftieten; ihr weltpolitischer Einfluß wird steigen.

Konsequenzen für den „Mittleren Niederrhein“

Nach der Darstellung der möglichen realwirtschaftächen Effekte der EWU wird im folgenden versucht, deren Relevanz für die Region „Mittlerer Niederrhein“ (kreisfreie Städte Krefeld und Mkinchengladbach sowie Kreise Neuss und Viersen) herauszuarbeiten. Die bislang vorgetragenen -Überlegungen lassen erwarten, daß die Chancen für eine Region, von den Effekten der EWU in besonderem Maße zu profitieren, um so hi:iher sind,

je preis- bzw. wechselkurssensibler die in der Region dominierenden Sektoren in der Vergangenheit reagiert haben; denn um so starker werden die Sektoren und damit die Region durch die verringerte Wah- mngsvolatilitat und den verringerten Aufwertungsdruck der EWU begünstigt.

je starker die Region Uber den Außenhandel in die internationale Arbeitsteilung eingebunden ist; denn um so grrißer werden die Ersparnisse der regionalen Wirtschaft im Bereich der Transaktions- und Kurssicherungskosten sein, um so starker kktimen die positiven Wirkungen einer verringerten Unsicherheit ausfallen, und um so wichtiger ist der Erhalt bzw. eine Steigemng der internationalen Wettbewerbsfähigkeit durch eine Verringerung des DM-Aufwertungsdrucks.

je leistungsfähiger und innovativer die Unternehmen der Region sind und je günstiger die regionalen Standortbedingungen einzuschat- zen sind; denn je hi:iher die unternehmerische Leistungs- und Inno- vationsfahigkeit der regionalen Wirtschaft ist, um so besser ist ihre Chance, in einem intensivierten Wettbewerbsprozeß zu den Gewinnern zu gehküen, und je besser die regionalen Standortvoraussetzungen einzustufen sind, um so hoher ist die Chance der Region, sich in einem intensivierten regionalen Standortwettbewerb behaupten zu krinnen.

Zu diesen drei Themenfeldem sollen im folgenden – teils duich Rückgriff auf vorliegende empirische Arbeiten, teils durch eigene Berechnungen – Hinweise zusammengetragen werden.

Die Wechselkurssensibilitat der regionalen Wirtschaft

Auf die regionalen Effekte der verringerten Wechselkursabhangigkeit und des verminderten Aufwertungsdrucks soll hier nur indirekt, Uber vorliegende empirische Untersuchungen für Westdeutschland und Nordrhein-Westfalen eingegangen werden:

Der wechselkursabhangige AuBen- handelsanteil am Bruttoinlandsproduktbetrug 1996 auf Basis des Warenhandels 20,8 %: er wUrde im Fall einer Wahrungsunion, an der alle EU-Lander teilnehmen, auf 9 %zurückgehen. Eine ähnlich starke Verringerung ergäbe sich bei Einbeziehung der grenzüberschreitenden Dienstleistungen. Mit Einführung der EWU wUide sich demnach der Anteil des wechselkursabhangigen Außenhandels spürbar verringern.

Vgl. Deutsche Bundesbank (Hrsg.): Wechselkursabhängigkeit des deutschen Außenhandels – Perspektiven unter den Bedingungen der Europäischen Währungsunion. In: Deutsche Bundesbank Monatsbericht, Frankfurt, 50. Jg. (1998) 1, S. 50

Okonometrische Schatzungen bestätigen dieses Resultat. Nach den Schatzungen der Deutschen Bundesbank fü`hrt eine reale Aufwertung der DM (gegenüber den Wahrungen von 18 Industrieländern) um 1 % zu einem Rückgang der Exporte um 0,7 % und zu einem Anstieg der Importe um 0,25 %, so daß sich die Handelsbilanz um fast 1 % verschlechtert. Betrachtet man lediglich die Folgen einer Aufwertung der DM gegenüber Nicht-EULandern, so sinken die Exporte bei einer einprozentigen Aufwertung nur noch um 0,3 % die Importe reagieren so gut wie gar nicht mehr, und die Handelsbilanzeffekte reduzieren sich auf ein Drittel ihres ursprünglichen Wertes. Nach diesen Resultaten wUrde die Wechselkursabhangigkeit des deutschen Außenhandels durch die EWU erheblich verringert.

Vgl. ebenda, S. 52 f.

Die Deutsche Bundesbank weist allerdings darauf hin, daß ihre kikonometrischen Schatzresultate mit Vorsicht interpretiert werden sollten: Unterschiedliche Elastizitäten für die EU- und NichtEULander sagen nur bedingt etwas Uber die Bedeutung von Wechselkursschwankungen unter den Be dingungen einer EWU aus. Das „Stitirpotential“ einzelner Wahrungen ist nämlich unterschiedlich hoch und hangt außer von den diskutierten Elastizitäten auch von der Wechselkursvolatilitat (Schwankungsintensitat) ab. Anders ausge- drilckt: Geringe Wechselkurseiastizitaten krinnen bei einer hohen Volatilität der Wahrung mit einem höheren Stkirpotential verbunden sein als hohe Elastizitäten bei niedriger Volatilität. Tatsächlich ist die Variabilität des realen AuBenwerts der DM gegenüber den EU-Wahmngen in den letzten 20 Jahren erheblich geringer gewesen als gegenüber den außereuropäischen Wahrungen; dies laßt jedoch den Vorteil einer geringeren Wechselkursabhangigkeit nicht in einen Nachteil Umschlägen.

Soweit es die regionalen Aspekte anbelangt, soll hier lediglich auf vorhandene Schatzungen für das Land Nordrhein-Westfalen hingewiesen werden. Diese ökonometrische Schatzungen zeigen eine signifikante Wechselkursabhangigkeit der nordrhein-westfalischen Exporte.

Vgl. Gretschmann, Klaus u.a.: Auswirkungen der WWU auf das Land NRW, a.a.O. [siehe Anm. (1)], S. 132 f.

Sie deuten außerdem darauf hin,

Vgl. Milton, Antoine-Richard: Zur Wechselkursempfindlichkeit der Ausfuhren Nordrhein-Westfalens und Baden-Württembergs. In: RWI-Mitteilungen, Berlin, 43. Jg. (1994), S. 28 ff.

daß die Wechselkursreagibili- tat der exportstarken Industriezweige (Straßenfahrzeugbau, Maschinenbau, Elektrotechnische Industrie und Chemische Industrie) erheblich Uber den beschriebenen Durchschnittswerten hegt, d.h. die Effekte von Wechselkursschwankungen durften sich auf wenige Industriezweige (und diejenigen Regionen mit einer hohen Präsenz dieser Industriezweige) konzentrieren. Darüber hinaus zeigen die Schatzungen, daß diese Industriezweige in Nordrhein-Westfalen starker als im Bundesdurchschnitt oder in BadenWürttemberg auf Schwankungen der Wechselkurse reagieren.

Dies bestätigt die „alte“ These des Rheinisch-Westfälischen Instituts fur Wirtschaftsforschung, daß die nordrhein-westfälische Wirtschaft in hohem MaBe preissensible Produkte herstellt. Vgl. Brune, Rolf; Koppel, Matthias: Wachstumssensibilitat und Preisempfindlichkeit – Zur wirtschaftlichen Konstitution Nordrhein-Westfalens. In: RWI-Mitteilungen, Berlin, 33. Jg. (1982), S. 239 ff.

Da außerdem der Anteil von Exporten aus Nordrhein-Westfalen in die EU- Mitgliedstaaten Uber dem Bundesdurchschnitt liegt,

Vgl. Kapitel 2.2 dieses Beitrags

deutet dies darauf bin, daß das Land Überdurchschnittlich stark von den mit einer geringeren Wechselkursvariabilität verbundenen Vorteilen profitieren konnte. Dies wiederum kann jedoch nur mit allergrößter Vorsicht als ein Hinweis auf eine überdurchschnittliche Wechselkursreagibilitat der Exporte vom Mittleren Niederrhein interpretiert werden.

Die Auslandsabhangigkeit der regionalen Wirtschaft

Mit den – regional und sektoral disaggregiert verfügbaren – Auslandsumsätzen hegt zumindest für den industriellen Bereich eine statistische Quelle vor, die Aussagen zu diesem Themenbereich zulaBt. Die Daten belegen, daß die Wirtschaft am Mittleren Niederrhein traditionell eine höhere Exportquote aufzuweisen hat als die übergeordneten Vergleichsraume: Bereits 1980 wurde mehr als ein Drittel der industriellen Umsätze im Handel mit dem Ausland erwirtschaftet; die Vergleichswerte für Nordrhein-Westfalen und Westdeutschland lagen lediglich bei gut 24 %. Im Zeitablauf sind die Exportquoten und mit ihnen die Auslandsabhangigkeit der deutschen Industrie tendenziell gestiegen. Im Jahre 1996 ist die Exportquote am Mittleren Niederrhein mit fast 43 % aber immer noch hoher als im Land (29,5 %) und im Bund (30,9 % für die alten Länder). Auffällig dabei sind die hohen Exportquoten des regionalen Maschinenbaus – mehr als 60 % der Umsätze dieses Industriezweiges werden im Ausland erzielt -, der Chemischen Industrie (fastöO %)undderEBM-Waren-Indu- strie (55,5 %). In allen drei Sektoren hegen die Exportquoten der Wirtschaft am Niederrhein deutlich über dem Bundesdurchschnitt; gemeinsam erzielen diese drei Industriezweige fast 70 % der gesamten industriellen Auslandsumsätze am Mittleren Niederrhein. Eine Shift-share-Analyse der Auslandsaktivitäten der regionalen Industrie laßt den Schluß zu, daß die regionale Exportquote 1996 um rund 40 % über dem bundesdeutschen Wert liegt (Regionalfaktor > 1). Hierfür sind offenbar weniger die sektoralen Strukturen verantwortlich, d.h. es liegt nur zum kleinen Teil daran, daß die bundesweit besonders exportstarken Branchen am Mittleren Niederrhein ein überdurchschnittlich hohes Gewicht besitzen (Strukturfaktor nur wenig >1). Die Ursache ist vielmehr darin zu sehen, daß es den einzelnen Wirtschaftszweigen in der Region gelingt, überdurchschnittlich hohe Anteile ihrer Produktion im Ausland abzusetzen (Standortfaktor deutlich >1).

Die vorgetragenen Resultate belegen, daß die Wirtschaft am Mittleren Niederrhein eine überdurchschnittlich hohe Auslandsabhangigkeit aufweist. Allerdings spielten in den bisherigen Oberlegungen die Zielländer der Ausfuhren keine Rolle. Die Wirtschaft wird von den Vorteilen einer EWU aber nur insoweit profitieren, als sie Außenhandelsbeziehungen zu anderen EWU-Staaten unterhalt. Unterstellt man nun, daß die EU-Onentierung der der einzelnen Industriezweige am Mittleren Niederrhein dem nordrhein- westfalischen Durchschnitt ent- spücht,

Angaben zu den Auslandsumsätzen nach Zielländem existieren für kleinere Gebietseinheiten nicht. Die EU-Orientierung dürfte wegen der immittelbaren räumlichen Nachbarschaft der Region zu den Niederlanden jedoch eher hoher als im nordrhein-westfälischen Durchschnitt ausfallen.

so lassen sich die Auslandsumsätze der regionalen Wirtschaft mit den EU-Ländero abschätzen. Die Berechnungen ergeben, daß der Anteil der EU-Auslandsumsätze an den gesamten Umsätzen am Mittleren Niederrhein 21,5 % betiagt. Der Vergleichswert für Westdeutschland hegt mit 15,6 % hingegen deutlich darunter. Die Wirtschaft am Mittleren Niederrhein ist demnach überdurchschnittlich stark von den Exporten in die EU-Staa- ten abhängig.

Auch unter Beschafügungsaspekten wird die These der hohen Abhängigkeit der regionalen [ndustüe von den Exporten ins europäische Ausland untermauert. Am Mittieren Niederrhein arbeiten rund 70 % der Industnebe- schafügten in Sektoren, die gemessen am Bundesdurchschnitt überdurchschnittlich viel in EU-Staaten exportieren; jeweils etwa die Hälfte dieser Beschäftigten ist in Industriezweigen tätig, die eine überdurchschnittliche bzw. unterdurchschnittliche Exportquote aufweisen. Ganz anderes sehen die Strukturen für Westdeutschland und Nordrhein-Westfalen

Die Angaben für Nordrhein-Westfalen entstammen der Darstellung bei Gretschmann, Klaus u.a.: Auswirkungen der WWU auf das Land NRW, a.a.O. [siehe Anm. (1)], S. 115

aus. [n Nordrhein-Westfalen sind zwar sogar fast 80 % aller Industriebeschaftigten in Sektoren mit überdurchschnittlich hohem EU-Exportanteil tätig, allerdings weniger von ihnen in Sektoren mit überdurchschnittlich hoher Exportquote. In Westdeutschland betragt der vergleichbare Anteil dagegen nur 63,5 % von denen die meisten (42,4 %) in Sektoren mit unterdurchschnittlicher Exportquote tätig sind.

Die Wettbewerbsfähigkeit der regionalen Wirtschaft

Was unter Wettbewerbsfähigkeit einer Volkswirtschaft – oder einer Region – zu verstehen ist, ist in der Fachliteratur keinesfalls eindeutig erklart.

Zur Diskussion des Begriffs vgl. z.B. Gries, Thomas; Hentschel, Claudia: Internationale Wettbewerbsfähigkeit – was ist das? In: Wirtschaftsdienst, Hamburg, 74 Jg. (1994), S. 416 ff.; Straubhaar, Thomas: Internationale Wettbewerbsfähigkeit einer Volkswirtschaft – was ist das? In: ebenda, S. 534 ff.

Definiert man die unternehmerische Wettbewerbsfähigkeit als die Fähigkeit, ein Güterangebot unter Konkurrenzbedingungen am Markt abzusetzen, so konnte man in Analogie hierzu die Wettbewerbsfähigkeit einer Volkswirtschaft als die aggregierte Wettbewerbsfähigkeit ihrer Unternehmen definieren.

Vgl. Gries, Thomas; Hentschel, Claudia: Internationale Wettbewerbsfähigkeit – was ist das?, a.a.O. [siehe Anm. (28)], S. 416

Diese Interpretation der Wettbewerbsfähigkeit wird jedoch nicht allen Facetten des Begriffs gerecht. Die „Standortwettbewerbsfahigkeit” einer Region kann als deren Vermögen definiert werden, knappe und mobile Produktionsfaktoren anzuziehen bzw. zu binden, die als Komplemente zu den in der Region vorhandenen immobilen Produktionsfaktoren benötigt werden.

Vgl. Giersch, Herbert: Aspects of Growth, Structural Change and Employment. A Schumpeterian Perspective. – Tübingen 1979. In: Weltwirtschaftliches Archiv, Bd. 115, S. 629 ff.

Will man diesen Aspekt in der „regionalen Wettbewerbsfähigkeit“ mitberticksichtigen, so scheint es sinnvoll, die internationale Wettbewerbsfähigkeit einer Volkswirtschaft (Region) aus dem Zusammenwirken des unternehmerischen Erfolgs auf der Mikro- oder betriebswirtschaftlichen Ebene und der relativen Standort- attraktivitat auf der Makro- oder gesamtwirtschaftlichen Ebene

Vgl. Straubhaar, Thomas: Internationale Wettbewerbsfähigkeit . . ., a.a.O. [siehe Anm. (28)], S. 535 ff.

zu definieren. Die ordnungs- und gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen (Standortfaktoren) geben den Handlungsspielraum der Unternehmen vor; inwieweit er von den Unternehmen in betriebliche Erfolge umgesetzt werden kann, hangt von den unternehmerischen Fähigkeiten (betriebliche Wettbewerbsfähigkeit) ab. Die Betrachtung der Untemehmensergebnis- se muß deshalb durch eine Analyse der regionalen Standortattraktivität ergänzt werden.

Die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen

Aussagen zur unternehmerischen Wettbewerbsfähigkeit lassen sich nur schwer treffen, weil man die Wettbewerbsfähigkeit zum einen nicht direkt, sondern nur mit Hilfe von Indikatoren beschreiben kann, und weil zum anderen eigentlich zukünftige Wettbewerbsfähigkeit interessiert, Informa- üonen jedoch im wesentlichen für die Vergangenheit vorliegen. In Anbe- üacht dieser generellen Einwande werden im folgenden zwei Indikatoren be- üachtet:

die Entwicklung der regionalen Inlands- und Auslandsumsätze in der Vergangenheit und

das regionale Innovationspotential, das eine wichüge Voraussetzung für die zukünftige Chancenwahmeh- mung im WettbewerbsprozeB darstellt.

Die Veränderung der Anteile der regionalen Industrie an den westdeutschen Inlands- und Auslandsumsätzen zwischen 1980 und 1994

Aufgrund einer Angleichung der Statistiken an europäische Normen wurden beginnend mit dem Jahr 1995 die Sektorabgrenzungen und die Erfassungsgrenzen geändert, so daß die Daten seit 1995 nur eingeschränkt mit denen der Vorjahre vergleichbar sind.

soll Hinweise auf die Frage liefern, ob die regionale Wirtschaft ihre nationale und internationale Marktstellung – jeweils in Relation zu anderen deutschen Anbietern – hat behaupten können oder nicht. Der Vergleich zeigt, daß sowohl der Anteil der regionalen Wirtschaft an den Inlandsumsatzen als auch ihr Anteil an den Auslandsumsätzen im betrachteten Zeitraum (kontinuierlich) gesunken ist – der Auslandsanteil ging von 3,26 auf 2,87 %, der Inlandsanteil von 1,99 auf 1,72 % zurück. Die für 1996 auf veränderter staüstischer Basis verfügbaren Werte scheinen zwar auf eine gewisse Stabilisierung hinzudeuten; der noch kurze Zeitraum zwischen 1994 und 1996 sowie die Änderung der Datenbasis lassen hier aber noch keine gesicherten Schlußfolgerungen zu.

Eine nach Industriezweigen differenzierte Beüachtung erlaubt Aussagen darüber, welche Sektoren für die Anteilsverluste verantwortlich sind. Bei den Anteilen an den Inlandsumsatzen mußten insbesondere die Elektrotechnische Industrie, die Chemische Industrie, das Textil- und Bekleidungsgewerbe sowie das Nahrungsmittelgewerbe gegenüber 1980 Anteilsverluste hinnehmen. Bis auf das Nahrungsmittelgewerbe und das Bekleidungsgewerbe haben diese Industriezweige auch Anteile am Auslandsumsatz eingebüBt. Der Maschinenbau konnte dagegen seine Anteile am bundesdeutschen In- und Auslandsumsatz im Verlauf der Jahre stabil halten. Der Stahl- und Leichtmetallbau – auf den Inlands- und Auslandsmärkten – und die EBM-Waren-Industrie – auf den Auslandsmärkten – konnten Anteilsgewinne verbuchen.

Gemessen an dem hier gewählten Indikator muß in der Summe hinter die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie am Müderen Niederrhein zumindest ein Fragezeichen gesetzt werden; denn in den vergangenen 15 Jahren ist es ihr nicht gelungen, ihren Anteil auf den naüonalen und intemaüonalen Markten zu behaupten.

Das unternehmerische Anpassungsund Innovaüonspotential gehört zu den angebotsseitigen Bestimmungsgnin- den der regionalen Wirtschaftsentwicklung. Technologische Durchbrüche erhöhen die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und ermöglichen das Aufholen bzw. Vorpreschen einzelner Wirtschaftsraume, technologische Rückstände stellen dagegen für die Unternehmen einen Nachteil im WettbewerbsprozeB dar und können zum Zuräckfallen von Regionen bei- üagen. Das „Regionale Innovationspotential“ ist keine exakt definierte Große, sondern wird in der Regel durch eine Reihe von Indikatoren zu erfassen versucht. In der Arbeit,

Vgl. Feldotto, Petra: Regionale Innovationsunterschiede in Nordrhein-Westfalen. In: RWI-Mitteilungen, Berlin, 47 Jg. (1996), S. 151 ff.

deren Resultate diesem Kapitel zugrundeliegen, werden acht Indikatoren verwendet, um Innovationsunterschiede zwischen den nordrhein-westfalischen Kreisen herauszuarbeiten: Die Patentintensitat, die F&E-Intensitat, die BMBF-Zuwendungsintensitat und die TPWffPZ-Zuwendungsintensitat

Mit diesem Indikator wird der Umfang der Zuwendungen aus den Technologieprogrammen des Landes Nordrhein-Westfalen erfaßt.

sollen das Innovaüonsverhalten der Unternehmen charakterisieren; die Präsenz F&E-intensiver Sektoren, die Versorgung mit produktionsorientier- ten DiensÜeistungen, die Gnindungs- intensitat und die Ausstattung mit wissenschaftlichem Personal sollen die strukturellen Voraussetzungen der Region für unternehmerische Innovati- onsaküvitaten erfassen.

Auf Grundlage der genannten Indikatoren können für den Mittleren Niederrhein deuüich erkennbare Schwachen des innovativen Potentials festgehalten werden.

Die Klassifikation erfolgte mittels einer mehrstufigen Clusteranalyse, durch die Regionen mit ähnlichen Innovationsbedingungen zu Gruppen zusammengefaßt werden. Vgl. Feldotto, Petra: Regionale Innovationsunterschiede in Nordrhein-Westfalen, aa.O. [siehe Anm. (33)), S. 153

Zwar wird die Stadt Monchengladbach als überdurchschnittlich innovativ klassifiziert- sie gehört zum untemehmensbasierten Standorttyp, d.h. die Patent-, Forschungs- und Gründungsintensitat sowie das Gewicht der F&E-intensiven Branchen liegen in Monchengladbach über dem Durchschnitt Nordrhein-Westfalens, die Ausstattung mit produktionsorientierten Diensten und wissenschaftlichem Personal ist nur unterdurchschnittlich hoch. Die Stadt Krefeld und der Kreis Neuss werden jedoch als innovationsschwach bei durchschnittlicher unternehmerischer Forschungs- intensitat eingestuft – d.h. beide Teilregionen erreichen bei fast allen Innovationsindikatoren nur unterdurchschnittliche Werte. Besonders ungünstig schneidet der Kreis Viersen im Vergleich der Innovationspotentiale ab; er gilt als außerordentlich innovationsschwach, d.h. er weist bei allen Indikatoren unterdurchschnittliche bis stark unterdurchschnittliche Werte auf und ist durch einen besonders ausgeprägten, nur durch besondere Anstrengungen autholbaren Rückstand beim Innovationspotential gekennzeichnet.

In der Summe können für den Mittleren Niederrhein deutlich erkennbare Schwachen des innovativen Potentials festgehalten werden. Auch wenn die vorher diskutierten Umsatzkennziffem und Exportquoten auf eine derzeit hohe Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in der Region hinweisen, so lassen diese Innovationsschwachen für die Zukunft ein Zurückbleiben der Region befürchten.

Die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts

Auch zu der Frage nach der Qualität der Standortbedingungen am Mittleren Niederrhein liegen neuere Untersuchungen

Für die gesamte Region „Mittlerer Niederrhein“ vgl. Glebe, Günther unter Mitarbeit von Dehling, Claudia: Struktur und Dynamik der regionalen Standortrahmenbedingungen im IHK-Bezirk Mittlerer Niederrhein. = Schriftenreihe der IHK Mittlerer Niederrhein 1997. Darüber hinaus wurden an der Fachhochschule Niederrhein eine Reihe vergleichbarer Untersuchungen für einzelne Kommunen der Region erstellt, die ähnliche Ergebnisse erbrachten.

vor. In einer von Glebe für den Mittleren Niederrhein durchge- fi.ihrten Untersuchung wurden die Unternehmen der Region gefragt, welche Standortfaktoren für ihre unternehmerischen Entscheidungen besonders bedeutsam seien und wie sie die Qualitlit dieser Faktoren an ihrem Untemeh- menssitz bewerten. Die Bedeutungseinschlitzung der Standortfaktoren weist auf die aus den betriebsspezifischen Anforderungen resultierenden Ansprüche an die regionalen Standortbedingungen hin. Die Qualitlitsbewertung der einzelnen Standortfaktoren gibt Auskunft darüber, ob und inwieweit die Anforderungen der Betriebe von dem jeweiligen Standort erfüllt werden. Je großer die positive Differenz zwischen der Qualitlitsbenotung und der Bedeutungsbewertung, um so großer ist die Unzufriedenheit mit diesem Standortfaktor und um so eher kann von ihm eine entwicklungshemmende Wirkung

Vgl. Glebe, Günther unter Mitarbeit von Dehling, Claudia: Struktur und Dynamik der regionalen Standortrahmenbedingungen . . ., a.a.O. [siehe Anm. (36)], S. 3

ausgehen.

Die Ergebnisse der skizzierten Vorgehensweise können für den „Mittleren Niederrhein“ wie folgt zusammenge- faBt werden:

Standortschwächen bei der kommunalen fiskalischen Belastung: Die vier Faktoren mit den höchsten Abweichungen zwischen Qualitlit und Bedeutung (Gewerbesteuerhebesatz, Rohe der öffentlichen Gebühren, Grundsteuerhebesatz und Kosten der Abfallbeseitigung) bringen allesamt zum Ausdruck, daß die Unternehmen die Belastung mit kommunalen Steuern, Abgaben und Gebühren als zu hoch empfinden. Dieses ungünstige Bild bedarf jedoch einer gewissen Relativierung: Deckungsgleich mit der Untersuchung von Glebe zeigen auch die an der Fachhochschule Niederrhein im Rahmen kleinrliumhcher Strukturanalysen durchgeführten Unter- nehmensbefragungen

Vgl. Hamm, Rüdiger unter Mitarbeit von Altin, S. u.a.: Wirtschaftliche Struktur und Entwicklungen in der Stadt Dormagen. – Krefeld u.a. 1998. = Schriftenreihe der Industrie- und Handelskammer Mittlerer Niederrhein, Ausgabe Nr. 43, sowie die vergleichbaren Arbeiten in derselben Schriftenreihe für die Gemeinden Grevenbroich, Kaarst und Kempen sowie die nicht veröffentlichten Untersuchungen für die Gemeinden Korschenbroich und Nettetal.

stets die hohe Bedeutung und die ungünstige Bewertung von kommunalen Steuern und Abgaben, obwohl sich die Steuer- und Gebilhrenbelastungen in diesen Kommunen spürbar voneinander unterscheiden. Dies spricht eher dafür, daß die Belastung mit Steuern und Gebühren von den Unternehmen generell (ver- mutäch bundesweit) als zu hoch empfunden wird. Es handelt sich mithin weniger um eine regionale als um eine nationale Standort- schwliche.

Standortschw ächen bei anderen Kostenfaktoren: Auch die Lohnkosten, die Energiekosten, das Miet- und Pachtpreisniveau und die Grundstilckspreise gehören in der Region am Mittieren Niederrhein zu den Defizitfaktoren; der Umfang der Defizite ist in allen Fallen aber deutlich geringer als die feststellbaren Schwachpunkte bei der kommunalen fiskalischen Belastung.

Standortschw ächen bei der kommunalen Verwaltung: Schließlich sind Schwachen bei anderen durch das Verhalten von Kommunalpolitik und -Verwaltung beeinflußbaren Faktoren (behördlichen Regelungen, Effektivität der kommunalen Verwaltung, Verfügbarkeit öffentlicher Finanzhilfen) auszumachen.

Standortstärken bei der Attraktivität des Lebensraums: Ein positives Bild ergibt sich am Mittleren Niederrhein bei den „weichen“ Standortfaktoren (Naherholungs-, Freizeit-, Bildungs- und Kulturangebot sowie das Stadtbild und das regionale Image) und bei den haushaltsorientierten Infrastrukturelementen (Einkaufsmoglichkeiten, Wohnungsangebot, konsumbezogene Dienstleistungsangebote).

Standortstärken bei der Ausstattung mit wirtschaftsnaher Infrastruktur: Abgesehen von einigen noch zu schließenden Lucken, gehört die Verkehrsinfrastruktur (nebst Flughafennahe, Gleisanschluß und innerstlidtischen Verkehrsverhlilt- nissen) zu den regionalen Standortvorteilen. Auch die Informationsund Kommunikationsinfrastruktur der Region wird von den Unternehmen positiv beurteilt. Die Ver- und Entsorgungsinfrastruktur wird trotz der hohen Kosten positiv einge- schatzt. Auch die Forschungsinfrastruktur erhlilt von den Unternehmen gute Noten. Schließlich wird die Verfügbarkeit mit produktionsorientierten Diensten als zufriedenstellend angesehen. Der Mittlere Niederrhein kann folglich als eine Region mit günstigen infrastrukturellen Voraussetzungen angesehen werden.

Fazit

Die Chancen des Mittleren Niederrheins, an den statischen Effekten der EWU überdurchschnittlich zu partizipieren, können nahezu uneinge- schrlinkt als gut bezeichnet werden. Anders sieht das Bild bei den dynamischen Effekten aus: Zwar laßt die für die nordrhein-westfalische Wirtschaft ermittelte überdurchschnittliche Wechselkursreagibilitat wichtiger Exportindustrien auch für die Region Wachstumseffekte durch eine Verringerung von Unsicherheiten und Aufwertungsdruck erwarten. Die Startbedingungen der Region und ihrer Unternehmen in einen intensivierten Wettbewerbsprozeß müssen jedoch kritisch gesehen werden; denn die Industriebetriebe der Region konnten in der Vergangenheit weder ihren Anteil an den bundesdeutschen Inlands-, noch an den Auslandsumslitzen halten. Außerdem weist das regionale Innovationspotential erkennbare Schwachen auf. Die Standortbedingungen der Region schließlich zeigen Starken, aber auch Schwachen; sie ergeben in der Summe allerdings noch ein positives Bild, da der schwerwiegendste Standortnachteil – die Steuer- und Abgabenbelastung – weniger ein regional, als ein national zu losendes Problem darstellt.

Bleibt abschließend die Frage, wie die Startchancen des „Mittleren Niederrheins“ in die Europäische Wahrungsunion verbessert werden konnten. Mit Blick auf die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit müssen dabei in erster Linie die am „Mittleren Niederrhein“ vorhandenen Innovationspotentiale (z.B. die Fachhochschule Niederrhein) flir einen effektiven Wissenstransfer genutzt werden; darüber hinaus sollte aber auch versucht werden, die Innovationspotentiale angrenzender Regionen zu erschließen. Ziel muB es sein, hiervon ausgehend eine Stärkung des regionalen Innovationspotentials zu erreichen. Im Bereich der regionalen Standortbedingungen müssen die vorhandenen Vorteile erhalten bzw. ausgebaut werden und offensiv nach außen dargestellt werden. Der Infrastrukturausstattung und der Attraktivität des Mittleren Niederrheins als Wohnstandort und Lebensraum sollte in diesem Rahmen besonderes Augenmerk geschenkt werden. Die Defizite des Standorts müssen hingegen verringert werden. Auf Ebene der regionalen und kommunalen Handlungsträger bestehen hier offenbar Möglichkeiten, um z.B. durch eine verbesserte Abstimmung der handelnden Ämter, durch eine Verringerung des bürokratischen Aufwands, durch eine intensivere Pflege des vorhandenen Untemehmensbestands und durch die Schaffung eines wirtschaftsfreundlichen Klimas zur Steigerung der regionalen Standortattraktivitat beizutragen. Die Senkung der Steuer- und Abgabenbelastung ist zwar insbesondere ein auf nationaler Ebene zu losendes Problem; entsprechende Maßnahmen auf seiten der Kommunen konnten jedoch nationalstaaüiches Handeln untersüitzen und kamen der Region zugute.

Systematische Übersicht über die Effekte der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion
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