1. bookVolumen 72 (2014): Edición 1 (February 2014)
Detalles de la revista
License
Formato
Revista
eISSN
1869-4179
Primera edición
30 Jan 1936
Calendario de la edición
6 veces al año
Idiomas
Alemán, Inglés
Acceso abierto

MetropolRegionalPlanung. Chancen und Risiken einer Zusammenführung von Metropolregionen und Raumplanung

Publicado en línea: 28 Feb 2014
Volumen & Edición: Volumen 72 (2014) - Edición 1 (February 2014)
Páginas: 73 - 74
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Revista
eISSN
1869-4179
Primera edición
30 Jan 1936
Calendario de la edición
6 veces al año
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Alemán, Inglés

Preising, Tobias (2013): MetropolRegionalPlanung. Chancen und Risiken einer Zusammenführung von Metropolregionen und Raumplanung

Detmold – Verlag Dorothea Rohn. 69 Abb., 251 S.

Mit den in den 1990er Jahren einsetzenden neoliberalen Globalisierungs-, Metropolen- und Standortdiskursen sind die deutschen Städte und Stadtregionen verstärkt in den Fokus der bundesdeutschen Raumordnung gerückt. Das daraufhin entwickelte Konzept der Metropolregionen hatte zum Ziel, den interregionalen Wettbewerb zu stimulieren, die Leistungs- und Konkurrenzfähigkeit Deutschlands zu erhalten sowie zur Beschleunigung des europäischen Integrationsprozesses beizutragen. Obwohl in der Folgezeit zahlreiche Metropolregionen gegründet und wichtige Entwicklungsimpulse (beispielsweise durch die Erprobung regionaler Governance oder die Initiierung regionaler Wettbewerbe) gesetzt werden konnten, mehren sich die kritischen Stimmen hinsichtlich der „Metropolisierung“ von Städten und Stadtregionen. Dies hat auch etwas damit zu tun, dass bis heute weder das Rollenverständnis der Metropolregionen noch deren Verhältnis zur räumlichen (regulativen und auf Ausgleich bedachten) Planung abschließend geklärt werden konnten.

In seiner Dissertation setzt sich Tobias Preising nicht nur mit dem Rollenverständnis der Metropolregionen auseinander, sondern fragt vor allem nach dem Verhältnis der zumeist wirtschaftsorientierten Metropolregionen zur räumlichen Planung. Damit wendet er sich wichtigen Forschungsfragen zu, welche zum einen die verschiedenen Handlungslogiken von Metropolregionen und Raumplanung und zum zweiten die Möglichkeiten der institutionellen und thematischen Einbindung räumlicher Planung in die Metropolregionen in den Blick nehmen. Zur Beantwortung dieser Fragen betrachtet Tobias Preising die historischen Hintergründe und die theoretischen Konzepte von Metropolregionen und räumlicher Planung gleichermaßen. Darüber hinaus analysiert er die raumbezogenen Praktiken in den Metropolregionen Rhein-Neckar und Hamburg und leitet hieraus Handlungsempfehlungen für eine Zusammenführung von Metropolregionen und Raumplanung ab.

Konkret: Im ersten Schritt (Kap. 2) setzt sich Tobias Preising mit dem Konzept der Europäischen Metropolregionen in Deutschland auseinander und bettet dieses in die europäische Raumentwicklungspolitik sowie die Bundesraumordnung ein. In diesem Zusammenhang erfolgt eine Betrachtung des primär wirtschaftsgetriebenen Rollenverständnisses der Metropolregionen, wobei auch die kritischen Stimmen zum deutschen Metropolisierungsprozess reflektiert werden. Im zweiten Schritt (Kap. 3) erfolgt eine Einordnung der Metropolregionen in die bestehenden Raumentwicklungstheorien (insbesondere Wachstumspoltheorie und Theorie der endogenen Entwicklung) und der Raumplanung in die bestehenden Raumplanungstheorien (Dezentrale Konzentration, Punkt-axiale Entwicklung, ausgeglichene Funktionsräume). Damit wird beabsichtigt, den Blick für die verschiedenen Handlungslogiken von Metropolregionen und Raumplanung zu schärfen.

Im dritten Schritt (Kap. 4) werden die elf Metropolregionen in Deutschland hinsichtlich ihrer Genese, Governance und Aktivität beschrieben und die aktuellen Verknüpfungen der jeweiligen Metropolregionen zur räumlichen Planung überblicksartig aufgezeigt. Auf dieser Basis werden Argumente für und gegen eine Zusammenführung von Metropolregionen und klassischer Raumplanung entwickelt. Im darauffolgenden Schritt (Kap. 5 und 6) erfolgt eine dezidierte Analyse der Metropolregionen Rhein-Neckar und Hamburg, die sich nicht nur bezüglich ihrer Geschichte, Ausdehnung, Organisation und Tätigkeitsfelder maßgeblich voneinander unterscheiden. Vielmehr wird in den Regionen auch das Verhältnis zwischen Metropolregionen und räumlicher Planung unterschiedlich interpretiert (gemeinsame Regionalplanung in Rhein-Neckar; lose Kooperation in Hamburg), was unmittelbare Auswirkungen auf das Kooperationsgeschehen in den jeweiligen Metropolregionen hat.

Ausgehend von den historischen, theoretischen und empirischen Ausführungen werden im fünften Schritt (Kap. 7) die Chancen einer Zusammenführung von Metropolregionen und Raumplanung aufgezeigt. Hierzu gehört beispielsweise, dass gemeinsame Strukturen (wie in der Metropolregion Rhein-Neckar) die Zusammenarbeit erleichtern oder ein gemeinsames Agieren eine nicht zu unterschätzende identitätsstiftende Wirkung entfalten kann. Analog dazu macht Tobias Preising auch Aussagen zu den Risiken einer Zusammenführung von Metropolregionen und Raumplanung. In diesem Zusammenhang nennt er beispielsweise die Gefahr einer weiteren Verlagerung der Aufmerksamkeit in Richtung der dominierenden Metropole, die mangelnde Praktikabilität räumlicher Planung in großen Metropolregionen oder die Verkomplizierung der Zusammenarbeit zwischen den involvierten Akteuren aus den unterschiedlichsten Handlungsebenen.

Den Abschluss der Dissertation bilden Handlungsempfehlungen, welche die Chancen und Risiken einer Zusammenführung der wirtschaftsorientierten Metropolregionen und der ausgleichorientierten Raumplanung widerspiegeln (ebenfalls Kap. 7). So empfiehlt Tobias Preising unter anderem, die Rolle der jeweiligen Metropolregion und deren Aufgaben zu klären sowie die planerischen und nicht-planerischen Aufgaben in Abgrenzung zu über- und untergeordneten Planungsebenen genau zu definieren. Darüber hinaus regt er an, dass die mit den hoheitlichen Aufgaben der Regionalplanung betrauten Metropolregionen eine eigenständige und demokratisch legitimierte Organisation sowie weithin akzeptierte Verfahren zur Entscheidungsfindung entwickeln sollten. Mit Hilfe dieser (und weiterer) Maßnahmen könnte es durchaus gelingen, die beiden Handlungslogiken der Metropolregionen und räumlichen Planung zusammenzuführen und die Synergien beider Ansätze auszuschöpfen.

Im Ergebnis leistet die Dissertation von Tobias Preising konzeptionell fundierte und empirisch informierte Einsichten in das nicht immer unproblematische Verhältnis von Metropolregionen und räumlicher Planung. Mit seiner reflektierten Betrachtung der historischen Hintergründe und theoretischen Konzepte von Metropolregionen und räumlicher Planung sowie seiner empirischen Analyse der Metropolregionen Rhein-Neckar und Hamburg ergänzt er sogar die kritischen Stimmen zum deutschen Metropolisierungsprozess auf konstruktive Weise. Somit stellt die Arbeit auch einen guten Ausgangspunkt für weitere Überlegungen in der Tradition der sozialwissenschaftlichen Aufklärung dar. Diese erfordern jedoch eine noch stärkere Einbindung der Argumente in die sozialwissenschaftliche Gesellschaftsdiagnose und Sozialtheorie, an der sich zunehmend auch die geographische Forschung beteiligt.

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