1. bookVolumen 6 (2021): Heft 1 (January 2021)
Zeitschriftendaten
License
Format
Zeitschrift
eISSN
2451-1765
Erstveröffentlichung
15 Dec 2016
Erscheinungsweise
1 Hefte pro Jahr
Sprachen
Deutsch, Englisch
access type Uneingeschränkter Zugang

Framing in den innerevangelischen Kontroversen (1548–1580). Die Verwendung von Schimpfworten im Kampf um die Deutungshoheit innerhalb der reformatorischen Lehre in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts

Online veröffentlicht: 31 Dec 2021
Volumen & Heft: Volumen 6 (2021) - Heft 1 (January 2021)
Seitenbereich: 146 - 162
Zeitschriftendaten
License
Format
Zeitschrift
eISSN
2451-1765
Erstveröffentlichung
15 Dec 2016
Erscheinungsweise
1 Hefte pro Jahr
Sprachen
Deutsch, Englisch
Abstract

The inner Protestant controversies after 1548 represent a public battle for the sovereign interpretation of Reformation doctrine. In the process, expletives were used in the sense of a political-theological framing. The terms used in the various controversies and their respective interpretations were intended to generate images and emotions in the minds of the recipients in order to influence the understanding of the texts and the classification of the events; or the recipients could feel confirmed in their already existing perception of the world and of events by the terms used and interpreted in the publications. Since words, taken from various contexts, were functionalised as expletives, an expansion of German can be observed, which made it necessary to improve the recipient’s education.

Einleitung

„Gleichwie die Biene ein Tierlein ist, das zum Honigsammeln geschaffen ist, aber doch einen Stachel hat, so ist auch kein Prediger eines so gütigen Geistes, der nicht bisweilen wegen der Bosheit und Undankbarkeit der Welt auch zürnen und stechen müsste“, formulierte Martin Luther in einer seiner Tischreden.

Luther (1533) Tischreden (WA TR), Nr. 3293a, S. 254: „Sicut apis animal natum ad colligendum mel habet tamen stimulum, ita non est tam benigno animo praedicator, quem propter malitiam et ingratitudinem mundi non oporteat quandoque irasci et pungere.“ Die deutsche Übersetzung findet sich in: Luther deutsch (1960), Nr. 307, S. 138.

Die Bosheit der Welt zeigte sich für den Reformator nicht zuletzt in den unterschiedlichen Auslegungsvarianten zu den biblischen Büchern, die während der Reformationszeit in zahlreichen Kontroversen gegeneinander in Stellung gebracht wurden. Klarheit und Eindeutigkeit mussten demgegenüber wiederhergestellt werden. Um dieses Ziel zu erreichen, genüge es jedoch nicht, so hob der Wittenberger Professor in seinem ‚Bekenntnis vom Abendmahl‘ 1528 hervor, eine andere Lehre als Lüge zu bezeichnen, sondern gleichzeitig gelte es, die Wahrheit anzuzeigen.

Luther machte Zwingli und seinen Anhängern den Vorwurf, angeblich keine klare, eindeutige Auffassung von den Einsetzungsworten zu besitzen. Vgl. Luther (1528) Vom Abendmahl. Bekenntnis, S. 266, 8–25.

Die Kontroversen der Reformationszeit verlangten folglich nach Zuspitzung.

In der Reformation war es ein wesentliches Ziel von Streitbeteiligten, die eigene Position den Rezipienten möglichst klar, das heißt, bildlich einprägsam zu vermitteln. Gleichzeitig sollten die Standpunkte des Opponenten ebenso eindeutig als unsinnig, widersprüchlich, irrig, falsch usw. kategorisiert werden. Die Bildung und die bestimmte Verwendung von Ausdrücken und Worten mit Signalwirkung war somit ein Grundcharakteristikum von Streit. Invektiven, Parolen und Slogans erwiesen sich dabei als besonders geeignet, um argumentative Verdichtungen vorzunehmen und komplexe Streitgegenstände oder Problemlagen griffig zuzuspitzen und für die Rezipienten anschaulich zu illustrieren. Durch die Einprägsamkeit konnte das invektive Potenzial in Schlagworten, Schlüsselbegriffen und schimpflichen Bezeichnungen seine volle Wirkung entfalten. Es wurden auf diese Weise Frames entwickelt und verbreitet, die Deutungen im Streit – über Ursprung, Verlauf, Gegenstand, die jeweiligen Opponenten – vorgaben und die den Rezipienten in den unterschiedlichen Streitbeiträgen (in Flugschriften, Liedern, Predigten, Disputationsthesen usw.) wiederkehrend vermittelt wurden. Damit sollten die Rezipienten beeinflusst und emotionalisiert werden, um daraufhin eine Entscheidung für eine der jeweiligen Deutungen und damit für eine der durch die Reformation entstandenen verschiedenen theologischen Lehrpositionen zu fällen.

Dingel hat zur Erforschung der nachinterimistischen innerevangelischen Kontroversen des 16. Jahrhunderts den Terminus der ‚Streit- bzw. Kontroverskultur‘ als wissenschaftlich-heuristischen Begriff in die Forschungsdebatte eingebracht.

Vgl. z.B. Dingel (2007) Streitkultur und Kontroversschrifttum; Dingel (2013) Zwischen Disputation und Polemik.

Darunter wird nicht die Form eines gesitteten Umgangs der Kontrahenten miteinander oder die Suche nach Konsens verstanden. Vielmehr dient der Begriff zur Beschreibung der Art und Weise, wie die Streitbeteiligten vielfältige literarische Genres sowie verschiedene kommunikative Formen und Strukturen nutzten, um den jeweiligen Gegner des Irrtums zu überführen und möglichst für die eigene Meinung zu gewinnen sowie die Leserschaft zu überzeugen.

Vor dem Hintergrund solcher medien- und kommunikationstheoretischen Überlegungen sowie um unseren Forschungsgegenstand auf eine neue Weise zu präsentieren und zu veranschaulichen, haben Hans-Otto Schneider und ich im Jahr 2015 die Internetplattform unseres Projekts Controversia et Confessio. Forschungs- und Editionsprojekt zur Bekenntnisbildung und Konfessionalisierung 1548–1580 um die Rubrik: „Schimpfwort des Monats“ erweitert.

Vgl. www.controversia-et-confessio.de (letzter Zugriff: 28.11.2020). Vgl. auch Lies/Schneider (2021): 95 Schimpfwörter

Ausgehend von den dort zusammengetragenen Worten wird im Folgenden zunächst die Verwendung unterschiedlicher Wortgattungen unter dem Oberbegriff ‚Schimpfwort‘ thematisiert, um den im 16. Jahrhundert ‚öffentlich‘ ausgetragenen Kampf um Deutungshoheit über die biblischen Interpretationsvarianten zu analysieren. Es wird die These vertreten, dass die Streitbeteiligen durch die gezielte Verwendung von ‚Schimpfworten‘ ein politisch-theologisches Framing verwendeten, um ihre jeweilige Deutung im Streit und damit eine Konstruktion von Wirklichkeit in den Auseinandersetzungen vornahmen. Um dies zu verdeutlichen, wird in einem zweiten Schritt die Kommunikationsstrategie des Framings umrissen. Danach wird – drittens – die Frage erörtert, ob und, wenn ja, wie diese Strategie im 16. Jahrhundert sinnvoll nachgewiesen werden könnte. Dies erfolgt bespielhaft anhand von Wörtern, die in den innerevangelischen Kontroversen Verwendung fanden. Darauf folgen viertens einige Bemerkungen zu den Innovationspotenzialen für Bildung und die deutsche Sprache. Dabei wird der Blick auf die Herkunft der ‚Schimpfworte‘ aus unterschiedlichen Wissensbereichen gerichtet und vor dem Hintergrund der reformatorischen Forderung nach größeren Bildungsanstrengungen verdeutlicht. Eine kurze Zusammenfassung beschließt fünftens die Ausführungen.

Die pejorative Verwendung verschiedener Wortgattungen

In der germanistischen Forschung wurde bereits vor Jahrzehnten darauf verwiesen, welch eminente Bedeutung die Reformation für die Entwicklung des Deutschen besessen hat, denn „Bibelzitat und reformatorisches ‚Schlagwort‘ werden zum kulturellen Schibboleth

Unter Rückgriff auf die alttestamentliche Erzählung im Buch der Richter (Ri 12,5f.), dass Gilead alle diejenigen von seinen Truppen niedermachen ließ, die das Wort Shibboleth nicht korrekt aussprechen konnten, wird Shibboleth heute im Sinne von ‚Kennwort‘ oder ‚Codewort‘ verstanden, mit dem sich der Sprecher als einer speziellen sozialen Gruppe oder aus einer spezifischen Region gebürtig zu erkennen gibt.

im weitesten Sinne.“

Schmidt (1968) Drucksprache, S. 394.

Und nicht nur das Bibelzitat und das Schlagwort wurden in ihrer Bedeutung für die Entwicklung der deutschen Sprache vonseiten der Germanistik wahrgenommen, sondern auch die Verwendung von Sprichworten wurde analysiert, um dem sich wandelnden Gebrauch von Sprache im 16. Jahrhundert nachzuspüren.

Vgl. z.B. Nelson (1992) Sprichwörtliches in der antilutherischen Polemik; Cornette (1997) Proverbs and Proverbial Expressions.

An der Kategorie ‚Schlagwort‘

In der Linguistik wird damit ein Ausdruck, ein Spruch oder auch ein Wort bezeichnet, der/das dazu dient, spezifische Sachverhalte zu verdichten und damit knapp, prägnant und überzeugend dem Publikum (Leserschaft, Hörerschaft) zu präsentieren.

entwickelte sich in der Germanistik seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein besonderes Interesse.

Vgl. dazu Niehr (2007) Art. Schlagwort; Kaempfert (1990) Schlagwörter.

Ein Ergebnis dessen sind vor allem die Arbeiten Ladendorfs

Ladendorf (1906) Historisches Schlagwörterbuch.

und Meyers,

Meyer (1900) Vierhundert Schlagworte.

die um die Jahrhundertwende publiziert wurden. Beiden Autoren ging es dabei um die Auflistung zeitgenössischer Schlagworte und deren sprachwissenschaftliche Analyse. Doch wurde das Anliegen nach einem Verständnis der Entwicklung und Bedeutung von Schlagworten der eigenen Zeit rasch ausgeweitet auf historische Epochen, insbesondere der Reformationszeit. So legte Lepp schon im Jahr 1908 mit seiner Dissertation Schlagwörter des Reformationszeitalters eine erste Studie dazu vor, in der er das Reformationszeitalter als die „klassische Zeit“ des Schlagwortes bezeichnete.

Lepp (1908) Schlagwörter des Reformationszeitalters, S. 1.

In der Folge erschienen bis in die Gegenwart hinein diverse Arbeiten, in denen die Entstehung und Verwendung von Schlagworten ausgeleuchtet wurde, die in unterschiedlichen politischen, sozialen und religiösen Kontexten im Laufe der Frühen Neuzeit in den jeweiligen Debatten und Kontroversen zur Anwendung gelangten.

Vgl. Guchmann (1974) Sprache; Diekmannshenke (1992) Schlagwörter der Radikalen; Wolter (2000) Schlagwörter; Honecker (2002) Vorreformatorische Schlagwörter.

Mit Blick auf die Arbeit von Lepp kritisierte Diekmannshenke, dass darin nicht nur Schlagworte, sondern auch Schimpfworte zusammen aufgelistet würden.

Vgl. Diekmannshenke (1992) Schlagwörter der Radikalen, S. 10.

Aus einer sprachwissenschaftlichen Perspektive mag die Vermischung beider Gattungen

Zur Definition der beiden Wortgattungen vgl. Baur (2012) Art. Beleidigung; Niehr (2007) Art. Schlagwort; Kaempfert (1990) Schlagwörter.

problematisch sein, wenn man zu klaren Definitionen gelangen möchte. Aus historischer, insbesondere einer kommunikationshistorischen Sicht erweist sich aber eine Zusammenstellung von Worten unterschiedlicher Gattungen als hilfreich. So ist es nämlich möglich, sowohl für klassische Schimpfworte wie ‚Zungendrescher‘ als auch für Schlagworte wie ‚Adiaphorist‘ oder für Schlüsselbegriffe wie ‚Interim‘ gleichermaßen festzuhalten, dass sie bewusst Wertungen transportierten, Deutungen anboten und, dass sie durch häufige Verwendung in den Texten bzw. ihrem Einsatz an ganz spezifischen Textstellen für das Verständnis der Intentionen des Autors von zentraler Bedeutung waren.

Vgl. dazu Baur (2012) Art. Beleidigung; Schneider (1992) Art. Begriff: Antike, Mittelalter; Majetschak (1992) Art. Begriff III. Neuzeit.

Darum können Worte (z.B. ‚Papist‘, ‚Interim‘, ‚Bube‘, ‚Rottengeist‘ usw.) je nach Benutzung in einem spezifischen kommunikativen Kontext in den Schriften gleichzeitig als Schimpfworte, Schlagworte und Schlüsselbegriffe fungieren. Das bedeutet, sie können zugleich als Beleidigungen im klassischen Sinne, als die Debatte fokussierende und die Rezipienten zur Handlung aufrufende Begrifflichkeiten und als für das Verständnis der intendierten Argumentation zentrale Textbestandteile verwendet werden. Beispielhaft hierfür seien zwei zur Gruppencharakterisierung geformte Schlagworte – ‚Adiaphorist‘ und ‚Flacianer‘ – angeführt.

Nach Erlass des kaiserlichen Religionsgesetzes (Augsburger Interim) 1548, das den Protestanten gebot, keine weiteren Veränderungen in Lehre und Kultus vorzunehmen, sondern ihnen allein Priesterehe und das Abendmahl unter beiderlei Gestalt (Nießung von Leib und Blut Christi durch Reichung von Brot und Wein) zugestand,

Vgl. Mehlhausen (1970) Augsburger Interim.

unternahmen die kursächsischen Theologen unter Führung Philipp Melanchthons den Versuch, das Gesetz umzusetzen und gleichzeitig den Grundbestand evangelischer Lehre zu sichern. Sie entwickelten dazu die Lehre von den Adiaphora, den freigelassenen Mitteldingen, deren Befolgung oder Ablehnung nicht heilsrelevant sei. Flacius und seine Mitstreiter lehnten diese Lehre jedoch kategorisch ab, da sie unter Zwang entstanden sei, und bezeichneten alle Theologen, die sich den Kursachsen anschlossen als ‚Adiaphoristen‘, um sie aufgrund ihrer Bemühungen um diplomatischen Ausgleich mit dem Kaiser als Lehrverfälscher zu diskreditieren.

Vgl. Dingel (2012) Der Adiaphoristische Streit.

Entstand diese Bezeichnung somit in der spezifischen historischen Situation nach 1548, so wurde die Bezeichnung in den nach 1548/49 ausbrechenden innerevangelischen Kontroversen zunehmend als darin universell anwendbare Beleidigung verwendet. Überdeutlich wurde dies an Flacius’ Schrift Die vornehmlichsten adiaphoristischen Irrtümer aus dem Jahr 1558.

Flacius (1558) Die vornehmlichsten adiaphoristischen Irrtümer.

Bereits der Titel machte deutlich, dass hier keineswegs allein um die Lehre von den Adiaphora gestritten wurde. Die Verwendung des Plurals „adiaphoristische Irrtümer“ zeigte vielmehr, dass der historische Entstehungskontext der Gruppenbezeichnung keine wesentliche Rolle mehr spielte. Flacius thematisierte in seiner Schrift darum auch die Kontroversen um die Frage der Notwendigkeit guter Werke zur Seligkeit, den Streit um den freien Willen, die Auseinandersetzung um die Bedeutung und Zuordnung von Evangeliums- und Gesetzespredigt (Antinomismus) usw. Das Wort ‚Adiaphorist/adiphoristisch‘ wurde von Flacius nun für Lehrverfälschung, für Häresie schlechthin verwendet, da er in der Lehre von den Adiaphora den Ausgangspunkt aller weiteren Kontroversen erkannte. Ihm diente das Wort nun einzig in einem beleidigenden Zweck, der darin bestand, seine Gegner als Ketzer zu verunglimpfen, die diverse Irrlehren vertraten. Die so gescholtenen antworteten ihrerseits mit der Verwendung der Gruppenbezeichnung ‚Flacianer‘, mit deren Einsatz von vornherein der negative und abwertende Topos einer Rotte von Kirchenspaltern verbreitet werden sollte. So klagte z.B. Justus Menius im Jahr 1557, „die Flacianer Rotte“ hätte ohne sein Wissen eine Disputation zwischen ihm und Erhard Schnepf verbreitet, was zu Missverständnissen und zu Unfrieden in der Kirche geführt habe.

Menius (1557) Kurzer Bescheid, F 2v.

Gerade das sei eben das ureigenste Ziel der ‚Flacianer‘. Durch ihre unablässigen Beschuldigungen, Lügen und Anfeindungen zerstörten sie die Kirche, wie auch Georg Major in der Vorrede zum ersten Band seiner Sonn- und Festtagspredigten nicht müde wurde zu betonen. Bereits auf dem Titelblatt der Veröffentlichung kündigte er der Leserschaft daher an, „der Flacianer falsche vnd erdichte aufflagen, calumnien vnd verleumbdung“ zu widerlegen.

Major (1562) Widmungsvorrede. Prima par homeliarum.

Im Verlauf der Streitigkeiten wurde ‚Flacianer‘ gelegentlich durch ein Wortspiel zu ‚Filcianer‘ umgeformt, um damit den bereits vorhandenen pejorativen Topos noch um die Bedeutung des klassischen Schimpfwortes ‚Filz‘, also bäuerisch, ungehobelter Grobian, zu erweitern. Vor diesem Hintergrund erschließt sich, weshalb im Austausch zwischen der Geschichtswissenschaft und der Germanistik die Trennlinie zwischen Schlagwort, Schlüsselbegriff und Schimpfwort gelegentlich verwischte.

So sieht z.B. Diekmannshenke die Rede vom ‚gemeinen Nutzen‘ als Beispiel für die Verwendung eines ‚Schlagwortes‘, während Seresse die Wendung ‚gemeiner Nutzen‘ als Schlüsselbegriff wertet. Vgl. Diekmannshenke (1992) Schlagwörter der Radikalen, S. 219–224; Seresse (2008) Einführung, S. 7.

Denn für die historische Forschung eröffnet sich durch eine Zusammenstellung von Worten unterschiedlicher Gattungen die Möglichkeit, den Kampf um Deutungshoheit der Varianten biblischer Hermeneutik in der Reformationszeit anhand eines polit-theologischen Framings

Vgl. dazu Matthes (2007) Framing-Effekte; ders. (2014) Framing; Dahinden (2018) Framing.

der Akteure klarer zu veranschaulichen.

Framing als Kommunikationsstrategie

To frame is to select some aspects of a perceived reality and make them more salient in communicating text, in such way as to promote a particular problem definition, causal interpretation, moral evaluation, and/or treatment recommendation for the item described,

so lautet eine weit verbreitete Definition Entmans,

Entman (1993) Framing, S. 52.

die hier Verwendung finden soll. Folgt man Entman, so handelt es sich bei Frames um Deutungsmuster, mit deren Hilfe Informationen in einem Kommunikationsprozess strukturiert und/oder selektiert werden. Die Bedeutung der Selektion und das Filtern von Informationen wurde während der Reformationszeit durch die Menge an publizierten Büchern und der darin enthaltenen und vermittelten Wissensbestände immer wichtiger.

Vgl. Schneider (2005) Das Buch als Wissensvermittler, S. 71.

Dies gilt gerade für die Zeit der innerevangelischen Kontroversen, die vornehmlich mittels typographischer Druckerzeugnisse ausgetragen wurden.

Vgl. die Veröffentlichungen des Mainzer Forschungs- und Editionsprojekts Controversia et Confessio: Dingel (Hg.) (2008) Wittenberger Abendmahlslehre und Christologie; dies. (Hg.) (2010) Reaktionen auf das Augsburger Interim; dies (Hg.) (2012) Der Adiaphoristische Streit; dies. (Hg.) (2014) Der Majoristische Streit; dies. (Hg.) (2016) Der Antinomistische Streit; dies. (Hg.) (2019) Der Synergistische Streit. Die Datenbank des Projekts Controversia et Confessio verzeichnet über 2.000 Titel, vgl. http://www.controversia-et-confessio.de/cc-digital/quellen.html (letzter Zugriff: 28.11.2020).

Da Politiker und Theologen zwischen 1548 und 1580 unter Zuhilfenahme medialer Ressourcen um das theologische Erbe Martin Luthers stritten, wird hier in der Folge unter Framing ein strategisches Framing verstanden.

Vgl. z.B. Fröhlich/Rüdiger (2006) Framing.

Freilich muss von einer Vorform des strategischen Framings gesprochen werden, da moderne Vorstellungen von einem Mediensystem, auf das Kommunikatoren durch den gezielten Einsatz von Frames Einfluss zu gewinnen trachten,

Habermas (2006) Political communication, S. 417.

für das 16. Jahrhundert anachronistisch wäre. Denn obwohl in der Forschung der Begriff ‚Massenmedium‘ zur Charakterisierung der ‚Flugschrift‘ und ihrer Wirksamkeit verwendet wurde,

Vgl. Köhler (Hg.) (1981) Flugschriften als Massenmedium.

so kann doch für das 16. Jahrhundert nicht von einer ‚Massenkommunikation‘ gesprochen werden. Gleichwohl bestand das strategische Ziel der Streitbeteiligten des 16. Jahrhunderts ebenso darin, die eigenen Deutungen und Narrative in den unterschiedlichen Streitfragen zu vermitteln und durchzusetzen. Die Streitigkeiten der Reformationszeit und der nachinterimistischen Kontroversen wurden zwar häufig in der Form einer Anwesenheitskommunikation (z.B. bei Disputationen, Predigten, Religionsgesprächen usw.) geführt, jedoch durch die Möglichkeit des Buchdrucks in zunehmenden Maße medial ausgetragen.

Dabei wurden Formen und Methoden von Anwesenheitskommunikation in eine durch Druckerzeugnisse geführte Distanzkommunikation aufgenommen. So wurde z.B. das in der Disputation angewendete Prinzip von Rede und Gegenrede in das Kontroversschriftum übertragen. Vgl. Dingel (2007) Streitkultur und Kontroversschrifttum; dies. (2013) Zwischen Disputation und Polemik. Zur Vorbildfunktion der Methodik von und der rhetorischen Techniken in Disputationen für die Streitigkeiten des 16. Jahrhunderts vgl. auch dies. (2018) Disputation.

Darum wird die Reformation und der Bekenntnisbildungsprozess im Luthertum nach 1548 in der historischen Forschung als „Medienereignis“ bezeichnet.

Vgl. Lies/Schneider (2016) Medienereignis und Bekenntnisbildung; Sandl (2011) Medialität und Ereignis.

Aufgrund dessen bestand in den Kontroversen die Notwendigkeit, neben rhetorischen Stilmitteln und Strategien in den Schriften (Verwendung von Metaphern, Gleichnissen, Anspielungen usw.) auch eine mediale Strategie zur Durchsetzung der eigenen Deutungen im Streit zu verwenden. Zur Analyse dessen bieten sich die gegenwärtig diskutierten Vorstellungen von Framing im Rahmen der Forschungen zur „public relations“-Arbeit

Vgl. dazu Matthes (2007) Framing-Effekte, besonders S. 35–38; Dahinden (2018) Framing, S. 61–67.

sinnvoll an. Denn dort wird „Framing nicht als Theorie, sondern als Technik und Argument verstanden, mit dem PR-Inhalte gestaltet werden.“

Dahinden (2018) Framing, S. 65.

Dies geschieht, indem Selbst- und Fremdwahrnehmung unablässig beobachtet und reflektiert werden, um dann in Konflikten ein Frame erstellen zu können. Dafür werden eine Problemdefinition ausformuliert, Schlussfolgerungen daraus gezogen, Bewertungen vorgenommen, manche Informationen/Meinungen besonders hervorgehoben oder weggelassen sowie Schlagwörter, Metaphern usw. kreiert.

Vgl. Matthes (2007) Framing-Effekte, S. 36.

Die Verwendung schimpflicher Bezeichnungen in den nachinterimistischen Kontroversen war zu diesem Zweck geeignet. Gelang es doch mithilfe nur eines gezielt eingesetzten Wortes (‚Flacianer‘, ‚Adiaphorist‘) bzw. eines Ausdrucks (‚Flacianer Rotte‘, ‚adiaphoristische Irrtümer‘) Probleme klar zu benennen, Wertungen vorzugeben, Meinungen hervorzuheben usw. Auf das 16. Jahrhundert angewendet, ließe sich darum „der Grundgedanke, dass durch das strategische Streuen und Pushen von Informationen gute Öffentlichkeitsarbeit betrieben werden kann“,

Matthes (2007) Framing-Effekte, S. 35.

mit einer Vorstellung von Framing vereinbaren. Denn der „Kern des Framings“ bei der PR-Arbeit „ist damit das Durchsetzen des Frames, also letztlich Persuasion.“

Matthes (2007) Framing-Effekte, S. 36.

Die Überzeugung des Gegners bzw. die Überzeugung der Rezipienten stellte ein wesentliches Ziel der Akteure in den innerevangelischen Kontroversen im Rahmen der reformatorischen Streit- und Kontroverskultur dar. Ähnlich dem PR-Management von sozialen Bewegungen heute versuchten die Streitbeteiligten des 16. Jahrhunderts Themen zu interpretieren, Zuspruch bzw. Unterstützung zu erhalten und ihre Gegner zu schwächen. Sie befanden sich somit „in einem ständigen Kampf um die Konstruktion von Wirklichkeit“, wie dies in der Forschung zu modernen Formen des Framings von sozialen Bewegungen ausgeführt wird.

Matthes (2007) Framing-Effekte, S. 39 mit weiterführender Literatur.

Nach Dahinden lassen sich drei wesentliche Grundelemente von Framing aufzeigen. Dies ist zum einen eine Themenunabhängigkeit und Transferierbarkeit des Grundmusters, zum anderen die parteiische Darstellung von Konflikten, die Bewertungen provoziert und impliziert, zum dritten, dass die Frames jeweils selbst zum Streitgegenstand werden.

Vgl. Dahinden (2018) Framing, S. 19.

Mit Blick auf die innerevangelischen Kontroversen des 16. Jahrhunderts lässt sich festhalten, dass die beiden letztgenannten Grundelemente ohne jeden Zweifel darin aufgefunden werden können. Zur Frage der Themenunabhängigkeit muss die Einschränkung gemacht werden, dass hier eine Anwendung ausschließlich in den Bereichen der Theologie sowie der Verhältnisbestimmung zwischen Politik und Religion erfolgte.

Es ist unbestreitbar, dass klassische Invektiven der Zeit wie ‚Fuchsschwänzer‘, ‚Ohrenkrauer‘, ‚Pflaumenstreicher‘ und ‚Diltap‘ universell anwendbar waren. Sie dienten losgelöst vom Streitgegenstand zur Diskreditierung des Gegners als Opportunist oder Dummkopf, wobei durch die antagonistische Kommunikationssituation die Kommunikatoren sich selbst als aufrechte, standhafte, ehrliche, redliche Verteidiger der Wahrheit präsentierten, ohne dies ausdrücklich sagen zu müssen. Ebenso unabhängig vom Streitthema ließen sich Neologismen wie ‚Fladenweiher‘, ‚Akzidenzschmierer‘, ‚Saucerdos‘, ‚Drecktätlein‘, ‚Papagei-Theologe‘ usw. jederzeit verwenden, um Deutungen anzubieten, mit deren Hilfe die Behauptung einer objektiven Wahrheit auf der eigenen Seite sowie die Assoziation des Gegners mit Irrlehren, sogar dem Bösen schlechthin erfolgte.

Im Folgenden wird nach Übertragungen von pejorativ verwendeten Schlüsselbegriffen und Schlagworten und nach der Funktionsweise von Frames in den innerevangelischen Kontroversen gefragt, um die strategischen Ziele in der Verwendung von Schimpf- und Schlagworten in den Kontroversen zu veranschaulichen. Eigentlich wurden in den theologischen Streitigkeiten der Reformationszeit differenziert zu betrachtende Fragestellungen verhandelt. Mittels einer bildhaften Sprache sollte zum einen die je eigene Deutung des Streits gesteuert werden. Zum anderen erfüllten die von den Kontrahenten teils unterschiedlich verwendeten Worte im Streit die Funktion von konfessionellen‘ Markern,

Vgl. Jörgensen (2014) Konfessionelle Selbst- und Fremdbezeichnungen.

die dem Rezipienten ‚erlaubte, den Autor einer Schrift rasch und verlässlich in einen an sich komplexen Streitzusammenhang einzuordnen und damit die inhaltliche Positionierung des Verfassers allein anhand der Nutzung von bestimmten schimpflichen Bezeichnungen zu erkennen.

Frames in den innerevangelischen Kontroversen nach 1548

In seiner Definition nennt Entman vier Elemente, die zu einer Konkretisierung des Begriffs Framing beitragen sollen. Es handelt sich dabei um eine Problemdefinition, eine Ursachenzuschreibung, eine moralische Bewertung und eine Handlungsempfehlung.

Vgl. Entman (1993) Framing, S. 52; siehe auch Dahinden (2018) Framing, S. 14.

Unter Rückgriff auf die Entman’sche Definition lässt sich aufzeigen, dass mit dem von Matthias Flacius und seinen Gesinnungsgenossen gebrauchten Schlagwort ‚Adiaphorist, adiaphoristisch‘ folgendes Narrativ und Deutungsmuster verbreitet werden sollte: Die Lehre von den Adiaphora (den freigelassenen, nicht heilsrelevanten Mitteldingen) [Problemdefinition] wird als widergöttlicher Versuch, Christus mit Belial zu versöhnen, verurteilt [moralische Bewertung] und als Grund für einen dezidierten Widerspruch [Handlungsempfehlung] gegen die Kompromissbereitschaft der so handelnden Wittenberger Professoren und ihrer Theologie [Ursachenbeschreibung] angesehen. Ganz ähnlich kann mit anderen Schlagworten wie ‚Synergist, synergistisch‘, ‚Antinomer, antinomistisch‘, ‚Papist, papistisch‘ usw. verfahren werden.

Allerdings wäre mit Blick auf die Umstände des 16. Jahrhunderts zu konkretisieren, dass die Zeitgenossen keineswegs nur eine moralische, sondern zusätzlich eine theologische Bewertung vornahmen. Das heißt, dass z.B. Flacius und seine Anhänger die Anwendung der Lehre von den Adiaphora nicht allein als ethisch verwerflich ansahen, sondern vor dem Hintergrund der damaligen apokalyptischen Zeit- und Weltdeutung

Vgl. dazu Leppin (1998) Antichrist und Jüngster Tag.

als im wahrsten Sinn des Wortes verdammungswürdig klassifizierten. Eben diese ‚theologische Bewertung‘ ließ die Verwendung von schimpflichen Bezeichnungen innerhalb der Kontroversen zu einer Notwendigkeit werden.

Doch nicht nur Wortschöpfungen, um die Gegner in Gruppen zu fassen und damit zu kategorisieren und zu charakterisieren, lassen sich zum Nachweis von Framing in der Reformationszeit heranziehen. Auch zentrale theologische und politische Schlüsselbegriffe wurden im Sinne der jeweils eigenen Deutung interpretiert. Hierfür sei insbesondere auf das Wort ‚Interim‘ verwiesen. Zunächst ließe sich unter Rückgriff auf die Entman’sche Definition das Narrativ herausarbeiten: Die Bestimmungen des Augsburger Interims [Problemdefinition] werden von den Evangelischen als unzulässiger politischer Eingriff in die geistliche Sphäre und damit als menschliche Verfälschung und Verdrehung der wahren, göttlichen Lehre entschieden verworfen [moralische/theologische Bewertung] und als Grund für einen dezidierten Widerspruch [Handlungsempfehlung] gegen die Intentionen und Maßnahmen der kaiserlichen Religionspolitik [Ursachendefinition] angesehen. Das Deutungsmuster des Wortes ‚Interim‘ erlebte in den 1550er Jahren überdies eine Wandlung, indem die moralische/theologische Bewertung als Ausgangspunkt für die Übertragung des Wortes in andere Kommunikationssituationen diente.

Die Evangelischen im Reich verbanden seit dem Erlass des kaiserlichen Religionsgesetzes im Jahr 1548, dem Augsburger Interim, die Vorstellung von Zwang, Bedrohung, politischer Anmaßung, Verrat am evangelischen Bekenntnis und Opferung der göttlichen Wahrheit.

Vgl. dazu Dingel (Hg.) (2010) Reaktionen auf das Augsburger Interim.

Flacius und Nikolaus Gallus nutzten diesen Deutungsgehalt geschickt und übertrugen ihn auf jenes Dokument, die Leipziger Landtagsvorlage, das von den Wittenberger Theologen in langwierigen Verhandlungen in der zweiten Hälfte des Jahres 1548 mit den kursächsischen Räten erstellt worden war,

Vgl. dazu Herrmann (1962) Augsburg – Leipzig – Passau.

um gegenüber dem Kaiser Kompromissbereitschaft erkennen zu lassen. Denn Flacius und Gallus bezeichneten die Leipziger Landtagsvorlage schlicht als ‚Leipziger Interim‘.

Vgl. dazu Dingel (Hg.) (2012) Der Adiaphoristische Streit, besonders Nr. 4, S. 357–440.

Ihre Botschaft war damit allein durch die Verwendung des Wortes ‚Interim‘ klar: Der sächsische Kurfürst überschritt mit dem „Leipziger Interim“ ebenso illegitim die Grenze zwischen Politik und Religion, wie der Kaiser dies mit dem Augsburger Interim getan hatte. In der Folge wurde das Wort ‚Interim‘ in unterschiedlichen Kontexten eingesetzt, um gegenüber den Rezipienten ein als widerrechtlich, ärgerlich und kirchenspalterisch empfundenes Verhalten anzuprangern, ohne sich mit langen Argumentationen aufzuhalten: So wendete sich Flacius mit der ungedruckt gebliebenen Schrift Refutatio Samaritani Interim gegen die innerevangelischen Einigungsbemühungen Philipp Melanchthons im Frankfurter Rezess 1558.

Vgl. Preger (1964) Matthias Flacius II, S. 74; Dingel (2000) Flacius als Schüler Luthers und Melanchthons, S. 88.

Schließlich lässt sich Framing anhand von schimpflichen Bezeichnungen wie ‚Ekelheiliger‘ nachweisen. Ein nicht näher bestimmbares Autorenkollektiv, das sich „Wittenberger Studenten“ nannte, bezeichnete Flacius auf diese Weise.

Wittenberger Studenten (1560) Summa und kurzer Auszug, S. 934,18f.

Die anonymen Autoren wollten im Verwendungskontext folgendes Narrativ durchsetzen: Die Attacken von Flacius, die den bereits verstorbenen Fürsten Georg III. von Anhalt „verechtlich“ machen sollen [Ursachenzuschreibung] werden als Versuch eines „Sanctissimus“ verurteilt [moralische/theologische Bewertung] und als Grund für harschen Widerspruch [Handlungsempfehlung] gegen Flacius und seiner angeblich notwendigen Verteidigung der reinen Lehre Luthers gegen den Anhaltiner Fürsten und dessen Einsatz für die Lehre von den Adiaphora [Problemdefinition] angesehen.

Die in den verschiedenen Kontroversen verwendeten Bezeichnungen und ihre jeweilige Deutung sollten mithin dazu dienen, in der Gedankenwelt der Rezipienten Bilder und Emotionen zu erzeugen, um so das Verständnis der Texte und die Einordnung der Geschehnisse zu beeinflussen; bzw. konnten die Rezipienten sich durch die in den Publikationen verwendeten und gedeuteten Bezeichnungen in ihrer bereits vorhandenen Wahrnehmung von Welt und von Ereignissen bestätigt fühlen. So kam es unter den Streitbeteiligten zu erheblichen und durchaus gewollten Differenzen in den Bereichen der Semantik und der Pragmatik. Matthias Flacius verwendete z.B. das an sich zunächst unauffällige Wort ‚Dompropst‘ als Epitheton für seinen Kontrahenten Johann Pfeffinger. Er tat dies aber nicht, um den Lebenslauf Pfeffingers kenntnisreich darzulegen, und er intendierte damit ebenso wenig, die bekannte Funktion eines Propstes, als des Leiters der äußeren Geschäfte und Angelegenheiten eines Domkapitels, zu benennen. Vielmehr war es in der konkreten Kommunikationssituation

Im Jahr 1550 befand sich der Streit um die Adiaphora auf einem Höhepunkt. Vgl. Matthias Flacius (1550) Widder die newe Reformation D. Pfeffingers.

seine Absicht, den Gegner mit der Charakterisierung als ‚Dompropst‘ als käuflich zu diskreditieren, da Pfeffinger, aus Flacius’ Sicht, falsche und widergöttliche Lehren vornehmlich deshalb vertrete, weil man ihm angeblich eine gut dotierte Stelle, eine Pfründe, habe zukommen lassen.

Im Zuge der Vorgabe eines Deutungsmusters fungierte dann z.B. ein Wort wie ‚Fladenweiher‘ im Sinne einer Entsakralisierung, da die liturgischen Zeremonien der Gegner der Lächerlichkeit preisgegeben werden sollten. Ähnliches geschah, wenn Personen mit Epitheta belegt, in Verbindung mit negativ erinnerten Persönlichkeiten der Vergangenheit gebracht oder mit Charakteren aus der Mythologie und der Literatur parallelisiert wurden. Worte wie ‚Mameluck‘, ‚Ahitophel‘, ‚Gnatho‘, ‚Proteus‘ usw. sind hierfür beispielhaft. Denn die so bezeichneten Kontrahenten wurden der Leserschaft als Glaubensabtrünnige oder als schlechte, verschlagene Ratgeber vorgeführt und damit als unglaubwürdig denunziert. Ihre Meinungsäußerungen wurden somit nicht nur zurückgewiesen, sondern den Rezipienten wurde vermittelt, dass man die vergangenen sowie die zukünftig zu erwartenden Streitbeiträge der so angegriffenen Personen schlicht als unglaubwürdig und daher als irrelevant ansehen solle. Eben in dieses Deutungsraster fielen auch Bezeichnungen wie ‚Dr. Geitz‘ für Georg Major oder ‚Dr. Interim‘, wahrscheinlich für Joachim Camerarius d.Ä., die als Angriffe ad personam fungierten. Auf diese Weise sollte die gezielte Identifizierung einer speziellen Person mit negativen Attributen – bei ‚Dr. Interim‘ die Verbindung zu einer als widergöttlich angesehenen Machtpolitik, bei ‚Dr. Geitz‘ oder ‚Geldnarr‘ mit einem behaupteten korrupten Opportunismus – erfolgen und so der jeweilige Gegner verächtlich gemacht und als moralisch verwerflich diskreditiert werden. Streitschriften der so titulierten Gegner sollten demnach nicht als Produkte einer Wahrheitssuche, sondern als Erzeugnisse eines genuin weltlichen Machtstrebens bzw. der Korruption verstanden werden.

Besonders auffällig ist, dass für die Herabsetzung der Person des Flacius von seinen Gegnern immer wieder Tiermetaphern eingesetzt wurden. Damit ist nicht an ein eher klassisches Schimpfwort wie ‚Sauschwein‘ gedacht, dass sich an den biblischen Kontext des wilden Ebers anlehnt, der den Weinberg des Herrn verwüstet.

Vgl. Ps 80,13f.

Vielmehr geht es um die ausdrückliche Übertragung negativer Eigenschaften von und Assoziation von Flacius mit Tieren oder Fabeltieren wie ‚Kuckuck‘, ‚Hyäne‘ oder ‚Harpyie‘. Es scheint hier eine besonders tief empfundene Gegnerschaft, ja geradezu ein Hass auf die Person des Flacius der Anlass für die Verwendung dieser Worte gewesen zu sein, die eine Entmenschlichung des Gegners bewirken konnte und vermutlich auch sollte. Denn der Kuckuck galt in abergläubischen Vorstellungen als Vogel des Teufels und die Harpyie als Schreckgestalt schlechthin. Dies ging gelegentlich noch mit fremdenfeindlichen Ausfällen gegen Flacius einher,

Vgl. dazu z.B. die Angriffe des Justus Menius auf Flacius, abgedruckt in: Dingel (Hg.) (2014) Der Majoristische Streit, S. 393–438.

da dieser aus Labin (heute Albona, Kroatien) stammte.

Innovationspotenziale für Sprache und Bildung

Für eine Betrachtung der verwendeten Kommunikationsstrategien der Streitbeteiligten im 16. Jahrhundert erweist sich die Zusammenstellung von Worten unterschiedlicher Gattungen unter dem Oberbegriff ‚Schimpfwort‘ somit als nützlich. Dies erscheint auch für eine Beschäftigung mit der Entwicklung der deutschen Sprache sinnvoll. Denn unter diesem Gesichtspunkt lässt sich die Erweiterung des Deutschen durch einen Wissenstransfer zwischen unterschiedlichen Wissensbereichen aufzeigen. In den theologischen Kontroversen der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts war die Verwendung von biblischen Personen oder Worten aus der Bibel zur pejorativen Charakterisierung des jeweiligen Opponenten (z.B. ‚Mückensieber‘, ‚Kamelverschlinger‘, ‚Galater‘, ‚Perserfürst‘ usw.) selbstverständlich. Ebenso einleuchtend war die Übertragung von abwertenden Begriffen, vor allem Bezeichnungen von Ketzergruppen, aus der Kirchengeschichte auf die eigene Zeit (‚Pelagianer‘, ‚Katherer‘ usw.). Dieser theologisch und historisch motivierten Wahl von Worten und Gruppenbezeichnungen entsprach es, wenn in der Erinnerung negativ konnotierte Personen aus der antiken Philosophie oder der antiken Literatur bemüht wurden, um damit die eigenen Gegner zu attackieren (‚Epikur‘, ‚Sophisten‘, ‚Thraso‘ usw.). Gefährliche oder negativ dargestellte Gestalten der antiken Mythologie wurden aufgerufen (‚Proteus‘, ‚Empusa‘, ‚Centaurus‘) und auf die eigenen Gegner angewendet. Worte aus der griechischen Sprache (‚Pragmosiner‘) und aus volkstümlichen Erzählungen wie Schwankromanen wurden entlehnt, um Widersacher entweder als entscheidungslos und in ihren Ansichten schwankend (‚Markolf‘, der keinen Baum findet, um daran erhängt zu werden) oder als durch unsinnige Geschäftigkeit anderen nur ärgerliche Arbeit verursachend zu attackieren (‚Pragmosiner‘).

Zudem reflektierten die in den Streitigkeiten verwendeten Worte auch die Ereignisse und Prozesse der Reformation. Der unmittelbare, zeithistorische Kontext wurde somit in die Streitigkeiten einbezogen und es wurden Frames zum Umgang mit der Reformation und so mit der eigenen, erlebten Vergangenheit und Gegenwart gebildet. Dies gilt zum einen für die Verwendung von Gruppenbezeichnungen und den hinter deren Verwendung auffindbaren Intentionen (s.o. ‚Adiaphorist‘, ‚Flacianer‘). Zum anderen wurden Ereignisse aus der eigenen Zeitgeschichte aufgerufen, um den Gegner in negative Kontinuitätslinien zu rücken, z.B. ‚Schneiderkönig‘, womit auf Jan van Leiden, den ‚König der letzten Tage‘ in Münster 1534/35 angespielt wurde.

Damit wurden in der Reformationszeit Neologismen gebildet, für deren Verstehen es notwendig war, Hintergründe zu vermitteln, die zuvor eher in gelehrten Kreisen vorhanden waren. Die Sprache der Streitschriften,

Vgl. Geisberg (Hg.) (1974) The German Single-Leaf Woodcut 1500–1550; Strauss (Hg.) (1975) The German Single-Leaf Woodcut 1550–1600.

Pasquille,

Vgl. Schade (1966) Satiren und Pasquille.

Spottlieder,

Vgl. Liliencron (1966) Die historischen Volkslieder, hier besonders Bd. 4.

Flugschriften

Vgl. dazu die Veröffentlichungen von Controversia et Confessio in Anm. 26. Vgl. ferner z.B. die maßgeblich von Laube seit den 1980er Jahren herausgegebenen diversen Publikationen von Flugschriften der frühen Reformation 1518–1524, Flugschriften des Bauernkriegs, Flugschriften gegen die Reformation 1525–1530, Flugschriften vom Bauernkrieg zum Täuferreich.

usw. erforderte somit, Bildung zu verbreitern und zu verbessern, um eine Rezeption der Texte bei Personengruppen zu erleichtern, bzw. überhaupt erst zu ermöglichen, die zuvor in derlei Kontroversen nicht sprachfähig gewesen waren.

Vgl. Lies (2018) Autoritätenkonflikt und Identitätssuche.

Mit Blick auf die nachinterimistischen Streitigkeiten kann festgehalten werden, dass es ausschließlich Gelehrte waren, die Frames entwickelten und mit ihnen Deutungen vorzugeben trachteten. Darin liegt der Grund für die Entlehnung und (Um)nutzung von Gruppenbezeichnungen und Worten mit invektivem Potenzial aus unterschiedlichen Wissensbereichen. Wenn sich die Wahrheit in Gottes Wort mittels Bibellektüre mitteilte, wie die Reformatoren betonten, so musste man die Kinder „lesen und ander kͤunst“ lehren.

Luther (1524) An die Ratsherrn aller Städte deutschen Lands, S. 46, 12. Zur Bildungsfunktion des Buchs bei Luther vgl. Flachmann (1996) Martin Luther und das Buch, S. 119–174.

Darum führte z.B. Valentin Ickelshamer im Vorwort zu seiner Grammatik des Deutschen Die rechte weis aufs kürtzist lesen zu lernen aus: „Lesen können hat ynn langer zeyt nie so wol seinen nůtz gefunden / als itzo / dweyls seer ein yeder darumb lernet / das er Gottes wort vnd etlicher Gotgelertē menner außlegung / darͤuber selbs lesen / vnd desto bas darȳn vrteilen mͤoge“

Ickelsamer (1527) Die rechte weis aufs kürtzist lesen zu lernen, A 2r. Superskripte, Verkürzungen u.Ä. werden aufgelöst.

.

Doch der Erwerb der Schreib-, besonders aber der Lesekompetenz war auch für die Verwendung von Frames, die unter Rückbezug auf biblische, kirchenhistorische, mythologische Kontexte gebildet wurden, unerlässlich. Außerdem kam den Autoren der Streitbeiträge die Aufgabe zu, ‚Schimpfworte‘ so gezielt in ihren Texten einzusetzen, dass gegebenenfalls notwendige Verstehenshintergründe von den Rezipienten erschlossen werden konnten, oder die Verfasser mussten Erklärungen mitliefern. Dies geschah bei Schlagworten und Gruppenbezeichnungen (‚Adiaphorist‘, ‚Flacianer‘, ‚Synergist‘, ‚Interim‘ usw.) in allen Streitbeiträgen ohnehin, da die konkreten theologischen und politischen Streitgegenstände untrennbar mit solchen Worten verbunden waren. Sie bezeichneten den eigentlichen Streitgegenstand, ja stellten ihn in gewisser Weise dar. So wurde in den theologischen und politischen Kontroversen zum einem eine inhaltliche, thematische Auseinandersetzung und zum anderen ein davon nicht trennbarer medialer Kampf um Deutungshoheit über Begrifflichkeiten, Lehraussagen usw. sowie um Wirklichkeitskonstruktionen im Streit gerungen. Es wurden allerdings auch im Verwendungskontext explizit Erklärungen geliefert. So bezifferte Flacius z.B. die Höhe der Geldsumme auf 300 Gulden jährlich, die Pfeffinger für seine angebliche Willfährigkeit in der Frage der Adiaphora erhalten haben sollte, wenn er ihm Käuflichkeit unterstellte und ihn einen „Domprobst“ schalt.

Vgl. Flacius (1550) Widder die newe Reformation D. Pfeffingers, E 3r.

Die Verständlichkeit der ‚Schimpfworte‘ wurde dadurch gewährleistet, dass sie und die mit ihnen gelieferten Frames immer wiederkehrend in Publikationen angewendet wurden. Besaßen die ‚Schimpfwörter‘ aufgrund ihrer Einprägsamkeit per se einen hohen Wiedererkennungswert, so wurde dieser durch stete Wiederholung zusätzlich vergrößert. Dies geschah, indem bestimmte Worte (vor allem Schlagworte und Gruppenbezeichnungen) in einer Schrift mehrfach verwendet wurden. Außerdem wurden die Worte von den Autoren keineswegs allein in einer ihrer Veröffentlichungen benutzt, sondern in jeder neuen Schrift abermals eingestreut. Dieses unablässige Repetieren hatte zur Folge, dass die ‚Schimpfworte‘ den Rhythmus, die Intensität der Kontroversen bestimmten. Überdies wirkten die Wiederholungen dahingehend, dass die vermittelten Frames in das Bewusstsein der Rezipienten eindrangen. Durch ihre Stellung als konfessionelle Marker, die ‚Schimpfworte‘ erhielten, wurde eine erfolgreiche Verwendung möglich, auch wenn die Worte aus verschiedenen Wissensbereichen entstammten und ein Verständnis zunächst Transferleistungen erforderte.

Die Streitigkeiten der Reformationszeit wie der nachinterimistischen Phase zeichnen sich durch den bewussten Einbezug der Rezipienten aus, da ihnen die Rolle einer Entscheidungsinstanz zugesprochen wurde. So publizierte Andreas Bodenstein, genannt Karlstadt, bereits 1518 seine Defensio gegen die Angriffe Johannes Ecks und machte schon auf dem Titelblatt deutlich, dass er ein Urteil in seinem Streit mit Eck nicht allein den Universitäten von Rom, Paris und Köln, „sed etiam singulorum et omnium“ anheimstellte

Karlstadt (1518) Defensio.

. Mit diesem Schritt wurde die Leserschaft, mithin eine laikale ‚Öffentlichkeit‘

Vgl. Hölscher (1978/2004) Art. Öffentlichkeit; speziell zur Reformationszeit vgl. Wohlfeil (1984) Reformatorische Öffentlichkeit; Talkenberger (1994) Kommunikation und Öffentlichkeit; vgl. zum Thema Öffentlichkeit und Nutzung von Medien im Zeitalter der Reformation: Sandl (2011) Medialität und Ereignis; Nieden (2012) Die Wittenberger Reformation als Medienereignis. Für die Etablierung einer „reformatorischen Öffentlichkeit“ war freilich nicht allein der Buchdruck sondern z.B. auch eine Beschleunigung im Nachrichtenaustausch maßgeblich mitverantwortlich. Vgl. dazu Behringer (2003) Im Zeichen des Merkur; ders. (2005) „Von der Gutenberg-Galaxis zur Taxis-Galaxis“.

in den Rang einer Autorität erhoben

Forderten die Wittenberger zunächst eine ‚öffentliche‘ Begutachtung ihrer Lehren gegenüber den Romtreuen, so wurde diese Forderung wenig später von Thomas Müntzer gegen sie selbst erhoben. Vgl. Müntzer (1524) Protestation und Entbietung, besonders S. 286, 15–17; S. 286, 19–287, 2; S. 287, 12–14.

.

Nicht zuletzt daher leitete Martin Luther ab, dass

man mus nicht die buchstaben inn der lateinischen sprachen fragen, wie man sol Deutsch reden, wie diese esel thun, sondern, man mus die mutter jhm hause, die kinder auff der gassen, den gemeinen man auff dem markt drumb fragen, und den selbigen auff das maul sehen, wie sie reden, und darnach dolmetzschen, so verstehen sie es den und mercken, das man Deutsch mit in redet.

Luther (1530) Sendbrief vom Dolmetschen, S. 637, 17–23.

Es ging also darum, die eigenen Kommunikations- und Sprechakte an den Rezipienten zu orientieren. Dieser Hinweis galt keineswegs nur in Bezug auf die Bibelübersetzung, wie Luther hier anmahnte. Vielmehr stellte die Verwendung einfacher grammatikalischer Strukturen und von ‚Schimpfworten‘ einen allgemein zu beobachtenden Ausdruck von Popularisierung und damit der Einbeziehung der Rezipienten in Veröffentlichungsstrategien dar. Diese verfingen, denn gerade Publikationen mit einer an Invektiven reichen Sprache besaßen, unabhängig von der jeweiligen Textsorte, ein erhebliches Mobilisierungspotenzial und stießen offenbar auf ein großes Interesse, was Eberlin von Günzburg zu einer Kritik an den Druckern veranlasste:

Sihe zu, wie vnbedacht fallen die Drucker auff die Bͤucher oder exemplar, vngeacht ob ein ding bͤoß oder gut sey, gut oder besser, zimlich oder ergerlich, sie nehmen an schantbͤucher, bulbucher, ihufflieder [derbe Spottgesänge, J.M.L.] vnd was fur die hand kompt vnd scheinet zutreglich dem seckel […].

Eberlin von Günzburg (1524) Mich wundert das kein gelt ihm land ist, B 4v.

Abseits der topischen Kritik an Buchdruckern, dass sie einzig auf ihre finanziellen Vorteile bedacht seien,

Vgl. Kaufmann (2019) Die Mitte der Reformation, S. 73–75.

lässt sich aus dieser kritischen Bemerkung herauslesen, dass sich „schantbͤucher, bulbucher, ihufflieder“ offensichtlich gut verkauften. Boten diese Formate mit der in ihnen angewendeten Strategie des Framings doch Laien Entscheidungshilfen in komplexen theologischen, politischen und juristischen Fragen. Gerade die Verdeutlichung schwieriger Verhandlungs- und Streitgegenstände mittels schimpflicher Bezeichnungen in diversen Veröffentlichungsformen strukturierte die Kontroversen für die Rezipienten, motivierte und erleichterte die Parteinahme für eine Seite. Denn neben einer, auch in Kontroversen der Gegenwart zu beobachtenden Tendenz, dass Provokationen aufmerksam beobachtet werden und Beleidigungen Neugier entfachen, wurden in den Streitbeiträgen des 16. Jahrhunderts mittels ‚Schimpfworten‘ Frames entwickelt, die gerade durch ihre Invektivität in der ohnehin bereits agonalen Kommunikationssituation den vorhandenen Antagonismus zwischen den konkurrierenden theologischen Lehraussagen noch deutlicher hervorhoben. Die existenzielle Notwendigkeit zur Entscheidung zwischen ‚wahr‘ und ‚falsch‘, damit zwischen ‚Seligkeit‘ oder ‚Verdammnis‘, wurde den Rezipienten durch invektive Frames in großer Dramatik vor Augen gestellt. Dementsprechend war die Entstehung einer Form von ‚Öffentlichkeit‘ nur folgerichtig, da die Sorge um die eigene Seligkeit jeden anging und sich daher auch Laien – z.B. Bauern

Vgl. die Forderungen der Bauern während des sogenannten Bauernkrieges, dazu: Blickle (1988) Der Bauernkrieg.

, Handwerker

Vgl. Arnold (1990) Handwerker als theologische Schriftsteller.

, adlige Laien

Vgl. z.B. Ronner (1989) Hartmut XII. von Kronberg; Müller (2015) Hartmuth von Cronberg.

und Frauen

Vgl. Kommer (2016) Flugschriftenautorinnen der frühen Reformationszeit.

– zunehmend in die Kontroversen mit eigenen Beiträgen einmischten. Dies konnte durch eigene Publikationen geschehen oder durch eine klare Positionierung zu unterschiedlichen Streitfragen bzw. zu konkreten Ereignissen in alltäglichen Situationen. Zu denken wäre dabei z.B. an die polemischen antihabsburgischen und antirömischen Gesänge in Elsässer Wirtshäusern nach dem militärischen Triumph des Landgrafen von Hessen in Württemberg 1534

Vgl. Lies (2013) Zwischen Krieg und Frieden, S. 174f., mit Anm. 228.

oder an die Auseinandersetzungen in der Reichsstadt Nordhausen im Zuge der Kontroversen über die Notwendigkeit guter Werke zur Seligkeit und den Antinomismus in den 1550er und 1560er Jahren.

Vgl. Dingel (Hg.) (2016) Der Antinomistische Streit, S. 111–113, 303f., 323f., 351.

In diesem Zusammenhang wären weitere Forschungen wünschenswert, um einerseits die Aufnahme und Weiterverwendung – somit den Erfolg – von Frames der Gelehrten durch die Laien zu beleuchten sowie andererseits nach Frames zu suchen, die dezidiert von bzw. für Laien entwickelt wurden, und ihre Weiterverbreitung – mithin ihren Erfolg – zu analysieren, um dann nach möglichen Unterschieden zwischen einem ‚gelehrten‘ und einem ‚laikalen‘ Framing zu fragen. Hier könnte sich z.B. eine Untersuchung der Wissensbereiche lohnen, auf die ‚laikale‘ Frames rekurrierten.

Es darf nämlich nicht vergessen werden, dass keineswegs nur der literate Teil der damaligen Bevölkerung Zugang zu diesen Formen von Öffentlichkeit besaß, sondern auch der illiterate Teil durch Vorlesen und Hören von Flugschriften, Liedern und Predigten sowie Betrachten publizistisch verbreiteter Bilder, Holzschnitte und Kupferstiche. Aufgrund des Einbezugs der Rezipienten durch Verbreiterung von Bildung und durch Vorlesen usw. entstand ein „Gered“, wie es Friedrich Myconius ausdrückte,

Myconius (1542) Historia reformationis, S. 23.

über die reformatorischen Ideen und Streitigkeiten unter den Menschen in alltäglichen Lebenssituationen, was die Nachfrage nach unterschiedlichen Genera von Druckerzeugnissen und den darin verwendeten Worten mit den von ihnen geschaffenen Sprachbildern und Deutungsmustern nur weiter erhöhte, da sich die Zeitgenossen über den Inhalt des „Gereds“ informieren wollten, um anschließend selbst (weiter) mitreden/mitstreiten zu können.

Diese so von Myconius geschilderte Situation in der Frühzeit der Reformation wurde zu einem Charakteristikum der Kontroversen im 16. Jahrhundert. Auch in die innerevangelischen Kontroversen zwischen 1548 und 1580 wurden die Rezipienten bewusst einbezogen. Dies geschah durch die Verwendung intermedialer Formate (z.B. Flugblätter, die sich durch die Verbindung von Wort und Bild auszeichneten)

Vgl. Oelke (1992) Konfessionsbildung.

und durch eine dialogische Struktur der Schriften. Deutlich wird dies zum einen an der Veröffentlichung von Dialogschriften klassischen Zuschnitts,

Vgl. Alber (1548) Dialogus.

zum anderen an direkter Ansprache („lieber Leser“, „christlicher Leser“ usw.) der Rezipienten in Paratexten (z.B. Marginalien, Vorreden, Epilogen usw.). Hier wurden die Rezipienten konkret zu Wertungen aufgerufen bzw. es wurden Argumente vorgebracht, die aus Sicht des Verfassers keine andere Möglichkeit zuließen, als sich seiner Meinung anzuschließen. Georg Major z.B. wandte sich am Schluss seiner langen Predigt von S. Pauli … Bekehrung in einem Epilog an den „Christlichen Leser“, um seine Argumente gebündelt zu präsentieren. Er bat die Rezipienten darin, allein ihm und nicht seinen Gegnern Glauben zu schenken. Deren Absichten bestünden nämlich einzig in Denunziation und Spaltung, wohingegen sein Handeln stets darauf gerichtet sei, die „wahre Lehre“ zu erhalten und das Beste für die Kirche zu suchen.

Vgl. Major (1553) Ein Sermon von S. Pauli … Bekehrung, S. 137–279.

Ebenso argumentierten Flacius und Gallus in der bereits erwähnten Veröffentlichung der Leipziger Landtagsvorlage der kursächsischen Theologen. Es darf als eines der bemerkenswertesten Beispiele für ein politisch-theologisches Framing in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts angesehen werden. Denn Flacius und Gallus veröffentlichten den Text vollständig, wie er ihnen zugespielt worden war. Sie rahmten ihn aber durch eine einleitende Vorrede, Marginalien und einen Epilog und teilten den Rezipienten ihre Wertungen zu dem Dokument der kursächsischen Theologen ausschließlich in Paratexten mit.

Vgl. zur Bedeutung und Verwendung von invektiven Paratexten speziell in den protestantischen Lügenden den Beitrag von Sablotny in diesem Sonderheft.

Dabei wandten sie sich stets direkt an die Leser, um ihnen die in ihren Augen von den Kursachsen aus verbreitete Irrlehre der Adiaphora zu verdeutlichen und sie zu entschiedenem Widerspruch anzuhalten.

Vgl. dazu Dingel (Hg.) (2012) Der Adiaphoristische Streit, besonders Nr. 4, S. 357–440.

Vor diesem Hintergrund erscheint für die Analyse eines politisch-theologischen Framings in der Reformationszeit nicht allein die Verwendung von Worten unterschiedlicher Gattungen unter der Rubrik ‚Schimpfwort‘ sinnvoll, sondern auch die Zusammenstellung von Worten aus verschiedenen Textsorten günstig. Denn keineswegs boten nur auf Zeichenverknappung zielende und damit Zuspitzung begünstigende Formate – Flugblätter, Flugschriften, und vor allem auch der für die Reformationszeit so wichtig werdende Druck von Liedern in Gesangbüchern – invektive Potenziale. Auch längere Formate, Predigten und Traktate, wurden genutzt, um die eigene Position als ‚wahre Lehre‘ zu erweisen und die Gegner unter Einsatz von ‚Schimpfworten‘ zu denunzieren, ihre Absichten zu diskreditieren und sie damit ins Unrecht zu setzen. Besonders eindrücklich sind hierfür die Berichte Johann Pfeffingers aus den Jahren 1550 und 1559 und Georg Majors Sermon von S. Pauli … Bekehrung aus dem Jahr 1553. Pfeffinger verteidigte sich, die Lehre von den Adiaphora sowie die Existenz eines freien Willens, wobei er vor allem Flacius heftig attackiert und die Leserschaft zwar in eine Entscheidungssituation über die wahre Lehre versetzte, doch ihnen letztlich nur eine Entscheidungsmöglichkeit zugestand, wie es durch die Formulierung der Titel Gründlicher und wahrhaftiger Bericht (1550) bzw. Nochmals gründlicher und wahrhaftiger Bericht (1559) bereits deutlich wurde.

Vgl. Pfeffinger (1550) Gründlicher und wahrhaftiger Bericht, S. 655–730; Pfeffinger (1559) Nochmals gründlicher und wahrhaftiger Bericht, S. 221–265.

Georg Major wiederum verteidigte seine Ansicht, dass gute Werke zur Seligkeit notwendig seien, in einer langen (sie umfasst ohne Epilog 138 Seiten in unserer Edition) Predigt, die im Januar 1552 gehalten und ein Jahr später veröffentlicht wurde.

Vgl. Alber (1548) Dialogus.

Zusammenfassung

Die innerevangelischen Kontroversen nach 1548 können als ein öffentlich ausgetragener Kampf um Deutungshoheit über die reformatorische Lehre verstanden werden. Dabei gelangten Schimpfworte im Sinne eines politisch-theologischen Framings zum Einsatz. Die in den verschiedenen Kontroversen verwendeten schimpflichen Bezeichnungen und ihre jeweilige Deutung sollten dazu dienen, in der Gedankenwelt der Rezipienten Bilder und Emotionen zu erzeugen, um so das Verständnis der Texte und die Einordnung der Geschehnisse zu beeinflussen. Umgekehrt konnten die Rezipienten sich durch die in den Publikationen verwendeten und gedeuteten Bezeichnungen in ihrer bereits vorhandenen Wahrnehmung von Welt und von Ereignissen bestätigt fühlen. Die Verwendung von Schimpfworten aus diversen Kontexten besaß zugleich Innovationspotenziale für Sprache und Bildung, indem eine Erweiterung des Deutschen durch einen Wissenstransfer aus unterschiedlichen Wissensbereichen stattfand. Insofern fügte sich der für das Verständnis der Frames notwendige Wissenstransfer in die allgemeine Forderung der Reformatoren nach verbesserter Bildung ein und befeuerte diese zusätzlich. Denn Luther und andere Reformatoren drangen von Beginn der Reformation an auf eine Verbesserung der Bildung, um allen Menschen den Zugang zum Wort Gottes zu eröffnen, das sich in den biblischen Büchern mitteilte. Sie wollten daher die Bibel übersetzen und auch ihre, in diversen Schriften verbreitete Auslegung der biblischen Botschaft allen Menschen zugänglich machen, damit es jedermann möglich würde, sich entsprechend des im Wort ausgedrückten göttlichen Willens zu verhalten. In reformatorischem Verständnis bestand daher eine enge Verwobenheit von eigenen Lektüreerfahrungen (Bibel und reformatorisches Schrifttum) und Glaubenserfahrungen. Die aus solchen Überlegungen resultierenden Bildungsverbesserungen während der Reformationszeit und die sich wiederholenden Argumentationsgänge in den unterschiedlichen Veröffentlichungen eröffneten dann die Möglichkeit zum Verständnis der in den Kontroversen häufig verwendeten Frames, die mittels ‚Schimpfworten‘ verbreitet wurden. Die ‚Schimpfworte‘ avancierten damit zu Taktgebern, zu konfessionellen Markern im Streit und mit ihnen etablierte sich ein medial geführter Kampf um Deutungshoheit über die unterschiedlichen Lehraussagen neben und in den konkreten theologischen und politischen Kontroversen.

Alber, Erasmus (1548): Ein Dialogus vom Interim. In: Dingel, Irene (Hg.) (2010): Reaktionen auf das Augsburger Interim. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, S. 559–692. Alber Erasmus 1548 Ein Dialogus vom Interim In: Dingel Irene (Hg.) (2010): Reaktionen auf das Augsburger Interim Göttingen Vandenhoeck & Ruprecht 559 692 Search in Google Scholar

Dingel, Irene (Hg.) (2008): Die Debatten um die Wittenberger Abendmahlslehre und Christologie. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht. Dingel Irene (Hg.) 2008 Die Debatten um die Wittenberger Abendmahlslehre und Christologie Göttingen Vandenhoeck & Ruprecht Search in Google Scholar

Dingel, Irene (Hg.) (2010): Reaktionen auf das Augsburger Interim. Der Interimistische Streit (1548–1549). Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht. Dingel Irene (Hg.) 2010 Reaktionen auf das Augsburger Interim. Der Interimistische Streit (1548–1549) Göttingen Vandenhoeck & Ruprecht 10.13109/9783666560088 Search in Google Scholar

Dingel, Irene (Hg.) (2012): Der Adiaphoristische Streit (1548–1560). Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht. Dingel Irene (Hg.) 2012 Der Adiaphoristische Streit (1548–1560) Göttingen Vandenhoeck & Ruprecht 10.13109/9783666560101 Search in Google Scholar

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Dingel, Irene (Hg.) (2016): Der Antinomistische Streit (1556–1571). Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht. Dingel Irene (Hg.) 2016 Der Antinomistische Streit (1556–1571) Göttingen Vandenhoeck & Ruprecht 10.13109/9783666560316 Search in Google Scholar

Dingel, Irene (Hg.) (2019): Der Synergistische Streit (1555–1564). Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht. Dingel Irene (Hg.) 2019 Der Synergistische Streit (1555–1564) Göttingen Vandenhoeck & Ruprecht Search in Google Scholar

Eberlin von Günzburg, Johann (1524): Mich wundert das || kein gelt ihm || land ist. || Ein schimpflich doch vnschedlich geͤo || sprech dreyer Landtfarer / vber yetz geͤo || melten tyttel. || Leße das buchlin so wirdstu dich furo || hyn verwundern / das ein pfennig ihm || landt blieben ist. ||. Eilenburg: Nikolaus Widemar . In: Laube, Adolf/Looß, Sigrid (Hgg.) (1983): Flugschriften der frühen Reformationsbewegung (1518–1524), Bd. 2. Berlin: Topos-Verlag, S. 1123–1148 (VD16 E135). Eberlin von Günzburg Johann 1524 Mich wundert das || kein gelt ihm || land ist. || Ein schimpflich doch vnschedlich geͤo || sprech dreyer Landtfarer / vber yetz geͤo || melten tyttel. || Leße das buchlin so wirdstu dich furo || hyn verwundern / das ein pfennig ihm || landt blieben ist. ||. Eilenburg: Nikolaus Widemar In: Laube Adolf Looß Sigrid (Hgg.) (1983): Flugschriften der frühen Reformationsbewegung (1518–1524), Bd. 2. Berlin Topos-Verlag 1123 1148 (VD16 E135). Search in Google Scholar

Flacius, Matthias (1550): Widder die newe Reformation D. Pfeffingers, des Meisnischen Thumbherrn […]. Magdeburg: Christian Rödinger d.Ä. (VD16 F 1562). Flacius Matthias 1550 Widder die newe Reformation D. Pfeffingers, des Meisnischen Thumbherrn […] Magdeburg Christian Rödinger d.Ä (VD16 F 1562). Search in Google Scholar

Flacius, Matthias (1558): Die vornehmlichsten adiaphoristischen Irrtümer. In: Dingel, Irene (Hg.) (2012): Der Adiaphoristische Streit. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, S. 789–837. Flacius Matthias 1558 Die vornehmlichsten adiaphoristischen Irrtümer In: Dingel Irene (Hg.) (2012): Der Adiaphoristische Streit Göttingen Vandenhoeck & Ruprecht 789 837 Search in Google Scholar

Geisberg, Max (Hg.) (1974): The German Single-Leaf Woodcut 1500–1550. Revised and edited by Walter L. Strauss, 4. Bde. New York: Hacker. Geisberg Max (Hg.) 1974 The German Single-Leaf Woodcut 1500–1550 Revised and edited by Strauss Walter L. 4. Bde. New York Hacker Search in Google Scholar

Ickelsamer, Valentin (1527): Die rechte weis aufs kürtzist lesen zu lernen. Erfurt: Johannes Loersfeld (VD16 I 33). Ickelsamer Valentin 1527 Die rechte weis aufs kürtzist lesen zu lernen Erfurt Johannes Loersfeld (VD16 I 33). Search in Google Scholar

Karlstadt, Andreas (1518): DEFENSIO || Andreę Carolstadii || aduersus || Eximii. D. Ioannis Eckii theologę || doctoris & ordinarii Ing:|| Monomaciā || Patitur Carolostadius non modo Se: || Ap: studiiq. Ro: in Italia || Parisiēn. in Gallia / aut || Coloniesis in Ger= || mania iudiciū / || sed etiā sin= || gulorū || et || omniū || … ||. Wittenberg: Johann Rhau-Grunenberg (VD16 B 6138). Karlstadt Andreas 1518 DEFENSIO || Andreę Carolstadii || aduersus || Eximii. D. Ioannis Eckii theologę || doctoris & ordinarii Ing:|| Monomaciā || Patitur Carolostadius non modo Se: || Ap: studiiq. Ro: in Italia || Parisiēn. in Gallia / aut || Coloniesis in Ger= || mania iudiciū / || sed etiā sin= || gulorū || et || omniū || … || Wittenberg Johann Rhau-Grunenberg (VD16 B 6138). Search in Google Scholar

Liliencron, Rochus von (1966): Die historischen Volkslieder der Deutschen vom 13. bis 16. Jahrhundert, 4 Bde. Leipzig 1869. ND Hildesheim: Olms. Liliencron Rochus von 1966 Die historischen Volkslieder der Deutschen vom 13. bis 16. Jahrhundert, 4 Bde. Leipzig 1869 ND Hildesheim Olms Search in Google Scholar

Luther, Martin (1960): Tischreden. In: Aland, Kurt (Hg.): Die Werke Martin Luthers in neuer Auswahl für die Gegenwart, Band 9. Stuttgart: Hiersemann. Luther Martin 1960 Tischreden In: Aland Kurt (Hg.): Die Werke Martin Luthers in neuer Auswahl für die Gegenwart Band 9. Stuttgart Hiersemann Search in Google Scholar

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