1. bookVolume 7 (2022): Issue 1 (July 2022)
Journal Details
License
Format
Journal
eISSN
2451-1765
First Published
15 Dec 2016
Publication timeframe
1 time per year
Languages
German, English
access type Open Access

Zukunftspolitik im Technozän. Der Technikfolgendiskurs in den 1970er Jahren

Published Online: 13 Jul 2022
Volume & Issue: Volume 7 (2022) - Issue 1 (July 2022)
Page range: 88 - 106
Journal Details
License
Format
Journal
eISSN
2451-1765
First Published
15 Dec 2016
Publication timeframe
1 time per year
Languages
German, English
Abstract

At the end of the post-war economic boom in the late 1960s, a new paradigm of futures studies emerged in “western” nations and institutions. Following an era which saw a broad, albeit ambivalent, influx of cybernetic planning discourses and a euphoria for growth and science, undesired and unplanned consequences of scientific and economic expansion were now chiefly problematized. This article traces the discourse of Technology Assessment (TA), a political and scientific process in development to “foresee” harmful effects on environments, societies, and economies. It soon proved to be a field of action for both politicians who valued it as a means of technology control, and for experts of futurology to reappraise their methods under new auspices. TA and its scientific and institutional legacy in the present relate to the ongoing debate about the Anthropocene. While TA is in its essence oriented towards a progressive and positivistic outlook on the future and knowledge thereof, the Anthropocene discourse has similar origins in futures semantics found in the 1970s. Both concepts should be historicized in regard to their scientific and political contexts.

Keywords

Einleitung

Andrew Yang, einer von rund 20 Demokratischen Vorwahlkandidaten zur US-Wahl 2020, wird der Nachwelt vor allem dadurch in Erinnerung bleiben, dass er eine Art bedingungsloses Grundeinkommen für alle amerikanischen Bürger*innen versprach. Viel eher paradigmatisch für sein „post-ideologisches“ und technokratisches Politikmodell war aber eine fast randständige, von den Medien kaum beachtete Forderung, eine alte Forschungseinrichtung am Kongress wiedereinzuführen.

Chan 2019.

Das Office of Technology Assessment hatte seit 1973 den Kongress beraten und dafür Technikfolgenstudien durchgeführt, die die zu erwartenden Auswirkungen bestimmter Technologien abschätzen sollten.

Bimber 1996; Gibbons/Gwin 1986

Mitte der 1990er Jahre im Zuge der Entstaatlichungspolitik der republikanischen Mehrheit aufgelöst, müsse das Büro im Zeitalter von „automation“ und „cybersecurity“ wieder Expertise liefern, so Yang, um nicht nur den technischen Fortschritt, sondern auch die übergreifende Exekutive zu überwachen. Diese Forderung nimmt nicht nur konkret Bezug auf eine bestimmte Wissenskultur und Politikpraxis, die in der Zeit der Strukturbrüche der 1970er Jahre reüssiert hat, sondern steht auch ganz im Zeichen einer Hintergrundideologie, die im Kontext der Anthropozändebatte zwar an Plausibilität verloren, aber in gewisser Weise auch an Dringlichkeit gewonnen hat. Es geht um die Kontrolle und Steuerung der technologischen Welt und der durch sie hervorgebrachten Zukünfte.

Diesen Diskurs der Technikkontrolle und seine Brüche als Hintergrundideologie der „Zweiten Moderne“ (Ulrich Beck) im Spiegel des Anthropozäns zu betrachten, ist hilfreich, um die Kontexte zu historisieren, in denen sich wirkmächtige Institutionen der Wissens- und Zukunftspolitik sowie eine wissenschaftliche Kultur etabliert haben, die Zukunftsdiskurse bis heute informieren.

Zur „Zweiten Moderne“: Beck 1996b; Beck 1996a; vgl. zur „Hintergrundideologie“: van Laak 2012.

Technikfolgen gehörten neben anderen „Reizthemen“ wie Umwelt oder Wachstumsgrenzen zu einem Diskursfeld der 1960er und 1970er Jahre, in dem sich neue Formen des Zukunftsbezugs etabliert haben, die man auch als Vorgeschichte des Anthropozändiskurses lesen kann.

Haumann 2019; Horn/Bergthaller 2019; Chakrabarty 2018.

Zuletzt sind Wortneuschöpfungen wie „technosphere“ (v.a. Peter K. Haff) und „technocene“ (Alf Hornborg) in diese Debatte eingebracht worden, die – mit unterschiedlichen Stoßrichtungen – das Verhältnis von Technologie und Anthropozän problematisieren. Während Haff die Technosphäre als eine materielle Schicht der Erde auffasst, die eigenen Zwecken folgt, sich zunehmend jeder Steuerbarkeit entzieht und den Menschen ihrer Eigenlogik unterordnet, ist das Technozän für Hornborg vielmehr eine Zeitschicht in Konkurrenz zum Anthropozän, die die zentrale soziale Funktion des Technologischen (in einer breiten, aber materiellen Begriffsreichweite) im Ausgang des Holozäns unterstreicht.

Haff 2014; Hornborg 2015; Zur Debatte und Kritik dieser Konzepte: Trischler/Will 2017.

Der Technozänbegriff verweist darüber hinaus stärker auf die geschichtlichen Kontexte der Industrialisierung im 19. Jahrhundert und der „Great Acceleration“ ab den 1950er Jahren und ihre Leitsemantiken des Fortschritts, des Wachstums und der Planung und ist in diesem Sinne als historische Folie interessant.

Vgl. McNeill 2016.

Die 1960er und 1970er Jahre können hierin als Transformations- und Verdichtungsphase betrachtet werden. Nicht nur lassen sich Brüche und Umordnungen dieser Semantiken beobachten, auch neue politische Projekte wurden diskutiert und institutionalisiert, die eine zukunfts- und wissenspolitische Reflexivität vorwegnahmen, die John Dryzek und Jonathan Pickering als zentrale Handlungsmaxime der „Politik des Anthropozäns“ betrachten.

Dryzek/Pickering 2019, 36; ähnlich Ulrich Beck Mitte der 1990er Jahre: Beck 1996c.

Dazu gehören dezidiert zukunftspolitische Vorhaben wie die Technikfolgenabschätzung. Im Fokus des Beitrages stehen der wissenschaftliche Diskurs und die Versuche einer politischen Institutionalisierung der frühen Technikfolgenabschätzung (Technology Assessment, TA) in den USA, der OECD und der Bundesrepublik Deutschland in den 1970er Jahren. Dabei handelt es sich um ein bisher kaum geschichtlich untersuchtes, hybrides Wissens- und Politikfeld, das als Prisma diese längere Transformationsgeschichte von Wissen, Zeitlichkeit und Politik sichtbar macht.

Lutz Raphael und Anselm Doering-Manteuffel heben etwa die „bisweilen in chiliastische Dimensionen vorstoßende Diskussion über Technikfolgen und Umweltbelastung“ als Signatur der Ära „nach dem Boom“ hervor, ohne dass zu Letzterem seither eine historiografische Studie entstanden ist: Doering-Manteuffel/Raphael 2010, 85; Technikfolgen als Analysegegenstand spielen eine (untergeordnete) Rolle in: Uekötter 2003; Hünemörder 2004; Brinckmann 2006; Schmidt-Gernig 2002.

Technology Assessment steht damit exemplarisch für eine bestimmte Kultur der Wissens- und Zukunftspolitik, die seit den 1970er Jahren an Bedeutung gewonnen hat.

Vgl. Stehr 2003; Kaiser 2013.

Es stehen weniger konkrete Technikfolgenstudien zur Disposition als eine Art Denkstil und sein historischer Ort sowie dessen wissenschaftliche und politische Etablierung, Begründungen und Tradierungen. „Wissen“ und „Zeit“ werden dabei nicht als statisch oder vor-sozial vorausgesetzt, sondern als Produkte diskursiver Praktiken untersucht.

Vgl. Lässig 2016; Landwehr 2019; Landwehr 2014; Geppert/Kössler 2015; Esposito 2017.

Wie wurden Zeitkonstruktionen in diesen Debatten eingesetzt und wie wurde die Zukunft als Objekt von Wissenschaft und Politik dabei umrissen? Der Beitrag fragt also nach der Konstruktion von vergangenen Zukünften, womit der Blick auf das „wie“ – neben dem „was“ – der Zukunft gerichtet wird. Zur Analyse werden im Anschluss an Rüdiger Graf und Benjamin Herzog vier Typen der Zukunftsgenerierung unterschieden, die als „Erhaltungszukunft“, „Erwartungszukunft“, „Gestaltungszukunft“ und „Risikozukunft“ in verschiedenen historischen Kontexten ihre Wirkungen entfaltet haben.

Graf/Herzog 2016, S. 504–513.

Unmittelbarer Kontext sind Gesellschafts- und Zukunftsdebatten „westlicher“ Industriegesellschaften am Ende der 1960er Jahre und die Neuformierung der Zukunftsforschung angesichts politischer, wissenschaftlicher und semantischer Brüche.

Grundlegend zur Zukunftsforschung und darüber hinaus: Seefried 2015; Andersson 2018.

Im ersten Abschnitt wird das Projekt der Folgenabschätzung in diese Geschichte der Zukunftsdiskurse der Boom-Ära und deren Transformationen eingeordnet. Im zweiten Teil werden mit Blick auf drei Diskursorte an den Grenzen von Politik und Wissenschaft – den US-Kongress, die OECD und den Deutschen Bundestag – die Entstehung und der Transfer von Technikfolgenabschätzung als Politik- und Expertenmodell untersucht. Zeitlichkeit und Wissen stehen dabei als Objekte und Legitimationsressourcen des Politischen im Blickfeld.

Von der Zukunftsplanung zur Folgenabschätzung

Wachstum und technischer Fortschritt galten (und gelten) vor allem für die Zeit zwischen 1950 und 1970 als Grundüberzeugungen westlicher Gesellschaften, die in öffentlichen Debatten, in politischen Projekten oder als lebensweltliche Erfahrungen ihre Wirkung entfaltet haben. Das Narrativ der Entwicklung zu stetigem Wachstum und technischem Fortschritt war etwa in der Systemkonkurrenz des Kalten Krieges durch seine integrative Funktion hochgradig gesellschaftsstabilisierend.

Dazu für das Beispiel Bundesrepublik: Herbert 2017, S. 619–635, S. 806.

Beide Vorstellungen bezogen ihre Anziehungskraft aus einer hochmodernen Vorstellung der Erwartungszukunft, die zunehmend den Modus des Gestaltens in sich aufnahm.

Zur Erwartungszukunft siehe: Graf/Herzog 2016, S. 504–508; zur „Hochmoderne“ siehe: Herbert 2007.

Zukunft zu gestalten, hieß ab Ende der 1950er Jahre zunehmend, Gesellschaft zu planen. Planung folgte dabei institutionellen Logiken und war – trotz zeitgenössischer Beteuerungen, man verwalte bloß rationale Sachzwecke – letztlich konfliktgeladen und dezisionistisch.

Vgl. zur Gestaltungszukunft: Graf/Herzog 2016, S. 508–510.

Aufbauend auf Erfahrungen der Zwischenkriegszeit und des Weltkrieges verdichteten sich Vorstellungen der Zukunftsgestaltung nicht nur in spätkolonialen, infrastrukturellen und wohlfahrstaatlichen Entwicklungsplanungen, sondern auch in neuen Wissenschaftssprachen und -disziplinen wie der Kybernetik.

Vgl. van Laak 2008, S. 308–319.

Planung avancierte dabei nicht nur zu einer Sozialtechnik, der die Fähigkeit zur Steuerung komplexer, arbeitsteiliger Ökonomien und Gesellschaften zugeschrieben wurde, sondern damit einhergehend auch zu einer Projektionsfläche für utopische, modern-ambivalente Ordnungsvorstellungen.

Vgl. Seefried/Hoffmann 2018, S. 9.

Grundiert wurden diese Visionen, neuen Praktiken und politischen Projekte durch die Entstehung informationstheoretischer Wissenschaften. Norbert Wiener, der Begründer der Kybernetik, und andere Systemtheoretiker und Organisationswissenschaftler wie Olaf Helmer oder Stafford Beer brachten hierzu Begriffe und Konzepte ein, die als Modeworte fortan Debatten mit dem Odium hochmoderner Wissenschaftlichkeit umgaben. Begriffe wie Information, Kommunikation, Selbststeuerung, System oder Regelkreis machten in der Folge eine beachtenswerte Karriere in den Wissenschaften und der Öffentlichkeit.

Vgl. Aumann 2009.

Die ersten Computer, deren (noch überschaubare) Rechenleistungen zum technischen Medium des Steuerungsdenkens wurden, verliehen dem Steuerungsgedanken ihre eigene, auch durch die Technikfaszination begleitete Evidenz. Durch Rückkopplung, Informationsaustausch und Vernetzungen schienen nun selbst komplexe soziale Phänomene rational steuerbar und, was nun immer wichtiger wurde, vorhersagbar.

Die Erfahrungen und Euphorie der Gesellschaftsgestaltung machten, so Jenny Andersson, daher zunehmend die Zukunft zur „sphere of intervention“.

Vgl. Andersson 2012, S. 1414f.

Die von den USA ausgehende Zukunftsplanung war angetrieben und eingebettet in den Systemkonflikt des Kalten Krieges und dessen institutionelle und wissenschaftliche Räume. Für die finanzielle und organisatorische Expansion der „forecasting industry“ und deren Integration in die wohlfahrtsstaatliche Verwaltung und Planungseinrichtungen der Nachkriegszeit waren Institutionen der Modernisierungstheorie und „large multinational Cold War corporations“ verantwortlich.

Ebd., 1416f; Andersson 2019, S. 129. Darunter fallen die Ford Foundation, der Congress for Cultural Freedom und etwa IBM, Bell oder Siemens mit ihren angeschlossenen Forschungseinrichtungen, aber auch militärisch-industrielle think tanks wie die RAND Corporation.

Teils aus diesen Infrastrukturen der Großforschung heraus, teils in schroffer Ablehnung dieser entstand ab Ende der 1950er Jahre das Feld der Zukunftsforschung.

Zu den Vertreter*innen des Feldes siehe: Seefried 2015, S. 96ff.; Schmidt-Gernig 2004, S. 159f.; Krauch/Coenen/Simon 2011.

Die mediale Berichterstattung trug in den 1960er Jahren entschieden zur Popularisierung der Zukunftsforschung bei, beschränkte sich aber oft auf deren Fortschrittsoptimismus und unerhörte Prognosen.

Zur medialen Konstruktion der Zukunftsforschung siehe: Eberspächer 2014, S. 165ff.; Seefried 2015, S. 159ff.

Die zumindest bei den kritischen Vertreter*innen wichtigen wachstums- und auch technikkritischen Komponenten spielten selten eine Rolle, bis sich die mediale Stimmung im Nachgang der Ölpreiskrise 1973/74 gegen die Zukunftsforschung wandte.

Vgl. Eberspächer 2014, S. 297–299, S. 344.

Die zeitgenössische Krisenwahrnehmung im Nachgang des „Ölpreisschocks“ im Herbst 1973 wird oft als Wegscheide angeführt, die längerfristige Strukturbrüche ins Bewusstsein der Zeitgenossen rückte.

Doering-Manteuffel 2007, S. 565; vgl. Kupper 2003.

Zudem schienen die 1972 veröffentlichen Ergebnisse des „Grenzen des Wachstums“-Berichts, der selbst ein Produkt prognostischer Weltmodelle war, mit der beginnenden Energiekrise eindeutig an Evidenz zu gewinnen. Mit der Veröffentlichung des Berichts des Club of Rome distanzierten sich viele Kommentator*innen von der Zukunftsforschung. Diese galt nun entweder in Gestalt der Vertreter*innen pessimistischer Weltmodelle als Disziplin des Katastrophismus oder umgekehrt als nun nicht mehr zeitgemäß, weil einem naiven Fortschrittsoptimismus verpflichtet. Auch diese Wahrnehmung war nicht gänzlich neu. Die Wucht der „Grenzen des Wachstums“ und der folgenden Ölkrise war durch eine nicht zu unterschätzende Zahl an pessimistischen, aber zukunftsaffinen Veröffentlichungen wie zur „Bevölkerungsexplosion“, dem „future shock“, Umweltzerstörungen oder den planetaren Grenzen vorbereitet worden. Die Krise der Zukunft hatte weder nur die „Ölkrise“ zur Ursache noch teilten breite Schichten und politische Gruppen daraus folgende Überlegungen.

Vgl. Graf 2014, S. 379–301; Graf 2008, S. 209.

Kritische Vertreter um Robert Jungk und Ossip Flechtheim riefen etwa eine „zweite Phase“ der Futurologie aus, um „globale existenzielle Bedrohungen abzuwenden“.

Vgl. Pforte/Schwencke 1973; Jungk 1973; Flechtheim 1974.

Was sich hier veränderte, war der Modus des Zukunftsbezugs und zwar vom Modus des Gestaltens der Zukunft zur Thematisierung von Risiken.

Vgl. zur Risikozukunft Graf/Herzog 2016, S. 510–512; vgl. zu dieser Verlaufskurve in kulturwissenschaftlicher Perspektive: Horn 2014.

Zu der bereits zu Beginn der 1970er Jahre kaum zu überblickenden Literatur zur Planungsthematik gesellte sich nun – neben der ohnehin vorhanden Kritik von links und rechts – eine wachsende Zahl an Veröffentlichungen, die meist unter dem Topos der „Ernüchterung“ das Scheitern großer Planungsprojekte und das Ausmaß falscher Prognosen vermaßen.

Vgl. Brinckmann 2006, S.158f.; Schanetzky 2007.

Ältere Debatten über die Belastbarkeit politischer und wirtschaftlicher Prognosen spitzten sich in der Bundesrepublik nach 1973 deutlich zu, angetrieben von kritischen Medienberichten. Elke Seefried weist darauf hin, dass zeitgenössische Krisennarrative hierbei semantische Übergänge zu neuen Konzepten wie „Vorsorge“ verbergen. Planung verschwand zwar weitestgehend aus der politischen Sprache der Exekutive, blieb aber, in zeitlicher und sozialer Reichweite verkleinert und methodisch reflektierter, präsent.

Vgl. Seefried/Hoffmann 2018, S. 14f.

Die „Planungs- und Prognoseeuphorie“, so Lucian Hölscher, sei nach 1970 „etwa in der Technikfolgenabschätzung, der Katastrophenvorsorge und Präventionsforschung einer skeptischen, ja oft geradezu defensiven Bewahrungsphilosophie gewichen.“

Vgl. Hölscher 2016a, S. 88.

Im folgenden Abschnitt wird diese These in zwei Richtungen konkretisiert. Nicht nur war Technikfolgenabschätzung ein konkretes Produkt der „Planungs- und Prognoseeuphorie“, ihre Genese verlief parallel zu den Höhenpunkten dieser Euphorie und trug zu ihrer Ambivalenz bei. Auf einer Achse zwischen Zukunftsbewahrung, Zukunftsgestaltung und Risikozukunft entstanden neue Wissens- und Politikfelder. Die in der Forschung unterstrichene Bruchlinie um 1973 war, so zeigt Jenny Andersson stattdessen, daher vielmehr eine Wegmarke im take-off: Der Handlungsmodus der futurologischen Expertenberatung nahm trotz Fehlprognosen nicht ab, sondern verfestigte sich in Marktanalysen, Entwicklungsszenarien und Erwartungsmanagement, nicht zuletzt, weil mit nun diskutierten Vorstellungen von Interdependenz und Risiko neue Dringlichkeiten konstruiert wurden.

Vgl. Andersson 2018, S. 220f.

Zukunftsforschung konnte unter neuen Vorzeichen als Folgenabschätzung fortgeführt werden.

„Technology Assessment“ als Zukunftspolitik in den USA, der OECD und der Bundesrepublik

Die Geschichte von Technology Assessment – zumindest die des Begriffes – beginnt in den Vereinigten Staaten der 1960er Jahre. Nicht in den Forschungseinrichtungen der Ivy League oder den Planungsbehörden der Cold War Science, sondern, und das bestimmte die Verlaufskurve dieses Konzeptes enorm, im Parlament. Der US-Kongress der 1960er Jahre war in einem Maße mit technologischen Fragen beschäftigt, das bis dahin beispiellos war. 1972 hatte sich der Etat für Wissenschaft, Forschung und Entwicklung im Vergleich zu 1952 – drei Jahre vor dem „Sputnikschock“ – auf 18 Milliarden US-Dollar versechsfacht, während im Kongress selbst kaum Wissenschaftler*innen tätig waren.

Gibbons/Gwin 1986, S. 239ff; vgl. Casper 1981, S.

Debatten in den 1960ern über Aufrüstungspläne oder den ständig medial präsenten Überschallflug (SST) markierten die technikpolitische Inexpertise des Parlaments als auch eine gewisse Form der politischen Hybris, als sich herausstellte, dass milliardenschwere, avisierte Projekte unrealisierbar waren, aber der Kongress bereits große Summen bereitgestellt hatte.

Vgl. Bimber 1996, S. 40–43.

In den Augen Harvey Brooks, der als eigentlicher Autor des späteren Technology Assessment Act gilt, fehlte es an einem staatlichen Mechanismus, der die negativen Folgen der technischen Entwicklung für Gesellschaft und Umwelt kontrollieren könne. Dieses „Vakuum“ werde nur teilweise durch zivilgesellschaftliche Aktivisten wie „Ralph Nader and Rachel Carson as well as by conservation organizations“ besetzt, verdiene aber höchste wissenschaftliche und politische Aufmerksamkeit.

Brooks/Bowers 1977 [1972], S. 233.

Zu Beginn der 1960er Jahre hatte der Harvard-Dekan Brooks zu den führenden Wissenschaftsberatern in Washington gehört. Gemeinsam mit anderen Koryphäen der Ivy-League-Universitäten und großen Forschungsinstituten war er Teil des President‘s Science Advisory Committee, das unter Eisenhower und vor allem Kennedy einen enormen Einfluss auf die US-Sicherheitspolitik ausübte.

Wang 2008, S. 174.

Die Idee, den Kongress mit einem „Frühwarnsystem“ – eine für die frühe Geschichte der Technikfolgenforschung geradezu paradigmatische Vorstellung – auszustatten, lancierte offenbar MIT-Dekan Jerome Wiesner beim ambitionierten Vorsitzenden des Subcommittees on Science, Research and Development, Emilio Daddario.

Vgl. Chedd 1973, S. 490; Geschka 1975, S. 19.

Die erste veröffentlichte Begriffsbenutzung lässt sich jedenfalls in einem Bericht des Daddario-Komitees von 1966 nachweisen.

US House of Representatives 1966.

Ein halbes Jahr später, im März 1967, stellte das Subcommittee einen tentativen Gesetzesantrag zur Einrichtung eines „Technology Assessment Boards“, der nicht als ausgereifter Gesetzesvorschlag, sondern vielmehr als Anregung zur Diskussion eingebracht wurde.

US House of Representatives 1967a, S. 3; US House of Representatives 1967b.

Das TA Board sollte mit ausgewiesenen Wissenschaftler*innen bestückt werden, die hierfür aus Universitäten abberufen werden sollten. Ziel müsse es sein, „undesirable byproducts of such research and technology, in advance“ zu identifizieren, um deren Wirkung zu minimieren oder auszuschalten.

Daddario 1970, S. 8f.

Im Juli desselben Jahres konkretisierte Daddario sein Vorhaben in einem Statement für das Komitee für Wissenschaft und Astronautik. Bei der Arbeit des Subcommittee sei der „impact of science and technology on modern societies“ zunehmend in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Diese Diagnose ordnete Daddario geschickt in eine Modernisierungserzählung der Vereinigten Staaten ein. Nicht die Furcht vor Risiken, sondern der „Mut“, Risiken einzugehen, um die „fruits of science“ zu ernten, sei die Grundlage des Aufstieges der USA zu materiellem Reichtum und ihrer hegemonialen Stellung. Die fortschreitende Technisierung der Gesellschaft sei heute weder zu leugnen noch zu bekämpfen, wenn ökonomisches Wachstum weiterhin ein nationales Ziel bleiben solle. Vielmehr gelte es, „a redefinition of progress“ anzugehen, um den technischen Fortschritt mit der wachsenden Weltbevölkerung und der „balance of the natural world“ zu harmonisieren. Die Immensität der Folgen und die „irreversible nature of many technological changes“ mache es unumgänglich, dass die Tendenz zum Eingehen von Risiken an eine tiefere Abschätzung ihrer Folgen gekoppelt werden müsse.

US House of Representatives 1967a, S. 1–4.

Gebraucht sei eine institutionelle Erneuerung, um die Politik mit Instrumenten auszustatten, um eine „ever more complex future“ zu bewältigen.

ebd., S.5f.

Damit machte sich Daddario an eine grundsätzliche Definition seines Vorhabens, das dem Kongress technologiepolitische Expertise bereitstellen könne, ohne „radikalen Wandel“ zu veranlassen:

I take this view because, simply stated, Technology Assessment is a form of policy research which provides a balanced appraisal to the policymaker. Ideally it is a system to ask the right questions and obtain correct and timely answers. It identifies policy issues, assesses the impact of alternative courses of action and presents findings. […] Technology Assessment is designed to uncover three types of consequences – desirable, undesirable and uncertain.

ebd., S.12f.

Das neue Amt wurde als ein Instrument einer den Repräsentanten bekannten Praxis gerahmt: als policy research. Als „scope“ solcher Technology Assessments sah Daddario in räumlicher Reichweite primär die USA, obwohl, wie er zu bedenken gab, „the entire world, and even outer space“ von den Folgen moderner Technologie betroffen seien. Nukleare Explosionen, das Klima und die Ozeane, Hungersnöte und selbst Epidemien beträfen schließlich mehr als nur die Vereinigten Staaten. Diese Fragen spielten sich nicht zuletzt im Gegensatz der „rich nations“ der „Western world“ zu den „emerging countries“ – also im Zeichen einer beginnenden Globalisierung – ab. In zeitlichem Hinblick grenzte Daddario die Vorausschau weniger ein, war sich aber sicher, dass die Suche nach indirekten Konsequenzen weite Zeitverläufe umfassen müsse, schließlich seien beispielsweise die Folgen von Verhütungsmitteln wie etwa „changes in sexual behaviour, morals, and perhaps even religious beliefs“ erst in Jahrzehnten wirklich nachweisbar. Daddarios Subcommittee hatte offenkundig Zukunfts-, Umwelt- und Technikdiskurse der 1960er Jahre rezipiert. Trotz dieser Ausrichtung auf den „long term“ sei TA aber kein „technological forecasting or program planning“, sondern – so unterstrich Daddario – Politikberatung.

US House of Representatives 1967a, S.12f., zu technological forecasting siehe Seefried 2015, S. 238f.

Ähnlich argumentierten Brooks und Wiesner in Kongressanhörungen. Wirtschaftswachstum und technischer Fortschritt seien sakrosankt, produzierten aber eine Vielzahl unerwünschter Nebeneffekte, die die Stabilität des sozialen und politischen Systems gefährdeten. Diese könnten öffentliche Gegenwehr gegen den technischen Fortschritt und eine Krise heraufbeschwören, „which will make the environmental crisis look tame in comparison“. Technology Assessment sei deshalb „essential to the continued progress which in turn I regard as essential to the survival of human civilization.“

Vgl. ebd. S. 78f.

Nicht nur seien durch Technikfolgen die Bedingungen des „Lebens auf dem Planeten“ in Frage gestellt, auch die Lebensqualität werde zerstört, was zur Dehumanisierung der Gesellschaft führe.

Vgl. ebd., S. 215f.

Futurologen, die auch als Berater des Subcommittees auftraten, trugen das Konzept noch Ende der 1960er Jahre in die disziplinäre Öffentlichkeit der US-Zukunftsforschung. Der Blick staatlicher Planer habe sich bisher auf ökonomische und zuletzt ökologische Folgen verengt, ohne dass nicht-intendierte, indirekte oder verspätete Folgen fokussiert worden wären. Hier bestehe also Handlungsbedarf für Zukunftsforscher, schließlich seien „in the long run“ die indirekten Folgen bedeutsamer, aber durch „proper planning“ in Form diverser kybernetischer Methodenbausteine kontrollierbar.

Vgl. Coates 1971, S. 225.

Nach mehreren Vorstudien und Anhörungen stellte Emilio Daddario im Juli 1970 den finalen Gesetzesantrag. Der „Technology Assessment Act of 1970“ avisierte die Gründung eines „Office of Technology Assessment“, das von einem Direktor geleitet, aus Wissenschaftler*innen zusammengesetzt und von einem aus Kongressabgeordneten und „especially qualified members of the general public“ bestehenden TA Board beauftragt und kontrolliert werden sollte, was später zugunsten einer reinen Kontrolle durch das Parlament abgeändert wurde.

US House of Representatives 1970.

Erst am 13.10.1972 wurde der Technology Assessment Act in beiden Kammern des Kongresses angenommen.

Zu den Konflikten um das Gesetz Berg 1975, S. 24, S. 32; US Congress 1972.

Bis ins folgende Jahr versuchten einzelne Republikaner noch, die Mittelzuweisung des Büros im dafür zuständigen Komitee zu verhindern. Im Zentrum des Konflikts stand die Patronage durch Ted Kennedy, der verdächtigt wurde, das OTA als technokratisches „shadow government“ – so das Wall Street Journal – für eine künftige Präsidentschaftskandidatur aufzubauen.

Vgl. Bimber 1996, S. 9; Wannisky 1973.

Das OTA geriet damit früh unter Druck, worauf Daddario, der inzwischen die Direktorenstelle des Büros angetreten hatte, mit einer Neutralitätsstrategie antwortete. Die damit einhergehende Besetzung vieler Posten mit „congressional staff“ und der Ausschluss sensibler Themen, wie etwa Rüstungsprojekte und Energiesicherheit, führte vor allem in der sich längst formierten akademischen TA-Community zu Kritik und Enttäuschung. In der Praxis wurde der selbstformulierte Anspruch, als Frühwarnsystem zu fungieren, zugunsten klassischer policy research aufgegeben, die die jeweiligen Auftraggeber im Kongress strategisch einzusetzen wussten. Die radikale futurologische Rhetorik wurde ebenso wie die Flexibilität und Selbstmobilisierung der Expert*innen in den folgenden Jahren kaltgestellt, nicht zuletzt deshalb aber etablierte sich das Büro nach einer Krise Ende der 1970er Jahre unter dem neuen Direktor John Gibbons, als das OTA nachwies, dass sich die umfangreichen Studien des Hauses auch von einem republikanischen Kongress nutzen lassen konnten.

Vgl. Bimber 1996, S. 50–55, S. 57f; Casper 1978, S. 28ff.; Coates 1999, S. 54.

Während in den Vereinigten Staaten Machbarkeitsstudien angefertigt und parlamentarische Anhörungen abgehalten wurden, zog das ambitionierte Konzept die Aufmerksamkeit transatlantischer Expertenkreise auf sich. Hierin zeigt sich deutlich die transnationale Dimension des Konzeptes, das aus den speziellen Verhältnissen der amerikanischen Wissenspolitik und Großforschung entstanden war, danach aber eine beachtliche Karriere in den europäischen OECD-Staaten hinlegte. Dabei spielten nicht nur die Transfers von Wissen und die Verflechtungen der Expert*innen eine Rolle, sondern zunehmend auch die Einbettung des TA-Diskurses in Zukunftsvorstellungen des „Westens“.

Zum globalen Selbstverständnis der Zukunftsforschung siehe: Schmidt-Gernig 2002, S. 414–416; Seefried 2015, S. 492, 495.

Das Science Departement der OECD konnte auf eine längere Beschäftigung mit diesen Themen zurückblicken, die unter Alexander Kings Vorsitz als Director-General for Scientific Affairs einen zentralen Platz im Kosmos der OECD einnahm. Im Zentrum dieser Wachstums- und Modernisierungsdiskurse stand die Frage, wie die OECD-Staaten auch in Zukunft ökonomisch und politisch stabil bleiben konnten. Dabei brachen sich ausgerechnet in dieser Agentur des westlichen „Wachstumsparadigmas“ (Matthias Schmelzer) wachstums- und modernisierungskritische Debatten Bahn.

Wie durch Studien der letzten Jahre bekannt ist, ging die Gründung des Club of Rome direkt auf die Netzwerke der OECD-Wissenschaftsabteilung zurück.

Vgl. Schmelzer 2012, S. 1004f; Schmelzer 2016, S. 245–250; Schmelzer 2017.

Zum Gründungsdokument und mission statement des Clubs wurde das Manifest „The Predicament of Mankind“, das eine interdependente Krise diagnostizierte und dem „extraordinary technological capital“ und den „all-pervasive analytic and positivistic methodologies“ gleichzeitig eine Mitschuld an der Lage als auch eine Verantwortung zur Gestaltung einer Welt im Gleichgewicht zuwies.

Vgl. Club of Rome 1970, S. 5.

Überbevölkerung, Ressourcenausbeutung, Umwelt- und Technikfolgen wurden dabei nicht als Mangel an Wachstum, sondern als dessen negative Folgen („diseases of prosperity“) und als Probleme moderner Gesellschaften zusammengeführt. Nicht nur diese systemische Verkettung bezog sich massiv auf kybernetische Diskurse, sondern auch das erklärte Ziel, ein „Weltmodell“ zu entwickeln, dass diese Symptome abbilden und beschreiben könne.

Vgl. Schmelzer 2012, S. 1007.

Weniger bekannt ist der Zusammenhang dieser Netzwerke mit dem Technikfolgendiskurs. King ließ 1969 eine Kommission unter Harvey Brooks einsetzen, die dem Ministerrat der OECD Vorschläge zu einer neuen Wissenschaftspolitik vorlegen sollte, die den Problemen moderner Gesellschaften gerecht werden könne. Der im März 1971 schließlich vorgelegte Brooks-Report hatte – so Harvey Brooks an den Generalsekretär – „gegenwärtige Tendenzen extrapoliert“ und dabei den Schwerpunkt von Verteidigung und Wirtschaftswachstum hin zu einem „more rational management of both growth and new technologies in the interest of newly perceived social needs“ verschoben.

Vgl. OECD 1971, S. 7.

Wissenschaft und Technik produzierten nämlich neben immensen Vorteilen auch immer deutlicher negative Folgen und „byproducts of growth“.

Vgl. ebd., S. 15, S. 29f.

Die Politik des „laissezinnover“ der letzten Dekade zähle ebenso wie die Forschungsplanung von oben zu den vielen „illusions and overstatements“ der Forschungspolitik. Stattdessen sei ein Kontrollmechanismus einzurichten, „to forecast the range of possible effects of technology on society and the natural environment, so as to illuminate society’s choices before options are foreclosed by default.“

Vgl. ebd., S. 77f.

Prognosen möglicher Folgen sollten also Zukünfte für Entscheidungen in der Gegenwart offenhalten, bevor diese Zukünfte quasi technikdeterministisch geschlossen würden. Solch ein „systemic forecasting“ könne das jüngst in den USA besprochene Technology Assessment liefern. Nach einem Rückblick auf die SST- und Umweltdebatten kam der Report zu dem Schluss, dass es für TA bereits administrative Vorläufer gebe, schließlich seien „some forms of technology assessment“ bereits bei Arznei- und Lebensmitteln die Norm. Denke man das Prinzip der Folgenabschätzung „beyond technology“ weiter, stellten sich „some very fundamental questions“ über das politische und industrielle System. Der Bericht machte damit kurz vor einer systematischen Kapitalismuskritik Halt, stellte aber unumwunden fest, dass ökonomisches Wachstum nicht mehr per se ein hinreichendes Ziel der „entwickelten“ Länder sein könne. Rhetorisch offen blieb die Frage, ob die marktwirtschaftliche Ordnung und der globale Kapitalismus zum rationalen Einsatz von Wissen und Technik beitrugen oder vielmehr ungewollte Nebeneffekte begünstigten.

Vgl. ebd., S. 83f.

In jedem Fall sah die Kommission dringenden Bedarf für TA und die Vertiefung dieser „scholarship […] in its infancy“. Der OECD wurde empfohlen, Verantwortung zu übernehmen und weitere Forschungen in diesem Feld zu fördern.

Vgl. ebd., S. 98.

Der Selbstverpflichtung, bei der Weiterentwicklung dieses emerging field beizutragen, kam das Wissenschaftsdirektorat der OECD bereits Anfang 1972 nach. Im Hauptquartier in Paris veranstaltete die Abteilung um King vom 26. bis 28. Januar die erste internationale Tagung zu Technology Assessment, an der rund 30 Zukunftsforscher*innen und Technologieexpert*innen der OECD-Mitgliedsstaaten teilnahmen. Die Moderation des Seminars übernahm Emilio Daddario. Aus der Bundesrepublik waren Vertreter der System- und Umweltforschung zugegen.

Siehe Annex „Seminar on Technology Assessment“, in: Hetman 1973, S. 415–420.

Alexander King hielt einen Einführungsvortrag, aus dem wohl das Vorwort zum ersten OECD-Report zu TA im folgenden Jahr hervorging:

The last few decades have seen a tremendous expansion in research and development activity in all industrialised countries […] and the expansion period has been one of somewhat unquestioning euphoria for science. This has now come to an end […]. We [OECD] recognised that it was a major task for science policy to assess both the beneficial and adverse consequences of technological development and to foresee scientific and technological trends. Technology assessment is thus conceived as a tool of technology management, as a necessary link between research and development and the need of society.

Vgl. King 1973, S. 5.

Deutlich wird hier nicht nur die spezifisch temporale Sprache, mit der nicht nur eine Brucherfahrung in der Gegenwart diagnostiziert, sondern ein konsequenter Zukunftsbezug artikuliert wurde. Zudem fallen Semantiken der Entwicklung und Weltordnung und Kontrolle ins Auge. Technology Assessment wurde so sprachlich in die Sphären temporalen Ordnungsdenkens – paradigmatisch durch den Club of Rome repräsentiert – eingeordnet. Bis Mitte der 1980er Jahre gab die OECD sechs, teils voluminöse Publikationen zu Technology Assessment heraus.

Hetman 1973; OECD 1975; OECD 1978; OECD 1981; OECD 1983.

Einflussreich für die weitere Konzeptentwicklung war vor allem der im Nachgang der ersten OECD-Tagung angefertigte Einführungsband in das Thema. Auf knapp 420 Seiten besprach François Hetman, selbst Futurologe und Mitarbeiter des Wissenschaftsdirektorats, die Debatten am US-Kongress, exemplarische Studien, Berichte und analytische Methoden. Diskutiert wurden temporale und politische Probleme der Folgenabschätzung. Etwa müsse man zukünftige Problemlagen vor dem Hintergrund moralischer „future values“ bewerten, die aber wesentlich schwerer zu prognostizieren seien. Hinzu kämen die Zeitkosten des Wissenserwerbs über Technikfolgen und die eigenen Zeitverläufe der Studien, bis man feststellen könne, ob eingeschlagene Wege zum Ziel führten. Wie ließen sich solche Entscheidungen demokratisch legitimieren, zumal die „political decision“ als finale Entscheidungssituation ohnehin eigenen Sachlogiken folge?

Vgl. Hetman 1973, S. 334f.

Hinzu komme das Verhältnis von Expert*innen und Entscheidenden: Wie autonom können Auftragsforschende wirklich sein und wie bedingt die politische und ökonomische Abhängigkeit die „intellectual independence and objectivity of the analyst“? Ein solches Verhältnis müsse daher möglichst reziprok als ständige Kommunikation zwischen politischen und wissenschaftlichen Akteur*innen organisiert werden.

Vgl. Hetman 1973, S. 355–358.

Während dieser Arbeiten zu TA in der OECD hatte sich herauskristallisiert, dass eine Art Grundsatzprogramm fehlte, das sowohl in der OECD als auch innerhalb der Mitgliedsstaaten für die Etablierung einer Technikfolgenpolitik und die Durchführung von Studien dienen könnte. Zu diesem Zweck wurde beim OECD-Sekretariat eine „Advisory Group on Control and Management of Technology“ eingesetzt, die im September 1973 ein Expertengremium einberief und eine Empfehlung ausarbeitete.

OECD 1975, S. 7.

Ende 1974 erbat das Sekretariat die Bereitstellung von Technologiestudien von den Mitgliedsstaaten, um eine Vergleichsstudie von bisherigen TA-ähnlichen Studien in verschiedenen Bereichen wie „communications and computer technologies“, „transportation“, „energy“ oder „urban development“ durchzuführen.

OECD 1978, S. 5.

Zur Evaluation dieser Forschungen legten die Mitarbeiter*innen der OECD auf Grundlage der zuvor erarbeiteten Empfehlungen für Technology Assessments ein Leitbild aus 36 Arbeitsschritten vor, das die Verwaltung und Anbindung der Forschungsarbeit, die untersuchte Technologie, die dafür angewandte Methodik und die Ergebnisse und Einsätze aufschlüsselte.

Ebd., S. 6–37.

Die 1978 veröffentlichten Ergebnisse der vergleichenden Analyse gaben allerdings Grund zur Sorge: Nur sehr wenige Studien hatten überhaupt systematisch mögliche Auswirkungen identifiziert und diese evaluiert, noch weniger hatten alternative Handlungsoptionen oder Technologien und betroffene Gruppen untersucht.

Ebd., S. 37f.

Dies habe vor allem mit methodischen Schwächen zu tun, da viele Instrumente lediglich aus anderen Disziplinen, vorzugsweise den Wirtschaftswissenschaften und der Systemanalyse, entliehen worden seien, ohne dass es zu methodologischen Innovationen gekommen sei. Auch hatte die positivistische Methodik der Zukunftsforschung im Verlauf des Jahrzehnts an Überzeugungskraft eingebüßt. „Uncertainty“ nahm nun eine wesentlich zentralere Rolle in den Reflexionen über Zukunftserschließung ein. Statt großer Prognosen und langfristiger Zeitverläufe ohne Rückbindungen an die Gegenwart, könne die Disziplin sich nur noch auf bedingte Möglichkeiten und Wahrscheinlichkeiten im Konjunktiv stützen, nicht mehr auf die vermeintliche Konstruktion von „Gewissheit“ und belastbarem Wissen. Zur neuen Modemethode stiegen damit die konditionalen Zukunftsszenarien auf, die mit der Überlegung operierten, dass möglicherweise eintreffende Verläufe bestimmte Szenarien produzierten.

Vgl. Ayres 1979, VI, S. 351ff.

Implikationen für zukunftspolitische Ansprüche zog der Soziologe David Collingridge ein Jahr später. In der politischen Realität müsse man aufgrund des Scheiterns und der Unsicherheit politikberatender Prognosen eigentlich von „choices under ignorance“ ausgehen.

Vgl. Collingridge 1980.

Zudem bestehe ein spezifisches „dilemma of control“: Um viele negative Auswirkungen zu kennen, müsse man in der Regel eine Technologie erst einführen und anwenden. Im Stadium vor der Einführung sei die Möglichkeit zu Kontrolle hoch, das Wissen über Folgen aber niedrig. Wenn die Technikfolgen aber bereits eingetreten und erforschbar seien, werde die Kontrolle komplizierter und teurer.

Vgl. ebd., S. 13–22; siehe dazu auch Horn 2011.

Schon ab 1975 hatte der Ministerrat der OECD damit begonnen, die Thesen des Club of Rome zurückzuweisen und das Wachstumsparadigma, das seit der Gründung die politische DNA der Organisation definiert hatte, wieder zu stabilisieren. Die Phase wachstumskritischer Diskurse innerhalb der OECD endete mit Alexander Kings Amtsende 1974 und der Einsetzung einer neuen futurologischen Kommission. „Interfutures“ sollte die globale Interdependenz mit Szenarien des „strategic management“ verbinden. Dieses Zukunftsmanagement globaler Märkte kam nun dezidiert ohne das Postulat planetarer Wachstumsgrenzen aus und war vielmehr der Beginn des „official endorsement“ (Matthias Schmelzer) von neoliberalen Wirtschaftsgrundsätzen in der OECD.

Vgl. Andersson 2019, S. 126–128, S. 136; Schmelzer 2012, S. 1011; vgl. dazu den Bericht OECD 1979.

Dennoch blieb TA auf der Agenda der Organisation, nicht zuletzt, weil mehrere Mitgliedsstaaten (darunter Deutschland und Frankreich) die Einführung eigener Programme diskutierten.

Vgl. Baron 1995, S. 21; Seefried 2017, S. 53.

Dies ging einher mit einer deutlichen Neuorientierung des TA-Konzeptes. Das Forschungsfeld habe noch immer nicht nachgewiesen, effektiv in den Politikprozess eingebunden worden zu sein. Problematisch seien vor allem uneingelöste Ansprüche, die sich aus der Idee der „Prävention“ negativer Folgen durch ein Frühwarnsystem gespeist hätten. Ohnehin ruhe die Zukunftsforschung auf dem wackeligen Fundament von „fragmentary evidence, scarce data, and many judgmental elements“. Ziel könne und müsse es also sein, mögliche Zukünfte zu erkunden und als „usable information“ der Politik verfügbar zu machen, statt die Zukunft zu prognostizieren.

OECD 1983, S. 20f, S. 23.

Auch im Deutschen Bundestag hatte sich die Debatte über Technikfolgenpolitik verfangen. Am 16.04.1973 stellte die Unionsfraktion aus der Opposition einen Antrag zur Einrichtung eines „Amtes zur Bewertung technologischer Entwicklungen beim Deutschen Bundestag“, um die „voraussichtlichen Folgen der naturwissenschaftlichen und technischen Entwicklungen“ als auch die „Exekutive im Bereich der Forschungs- und Technologiepolitik“ zu kontrollieren. Analog zu den Legitimationsnarrativen in der OTA-Debatte – das natürlich ebenfalls in dem Antrag erwähnt wurde – umriss die Fraktion unter der Federführung des technologiepolitischen Sprechers Christian Lenzer die „weltweite Diskussion um den Begriff der Qualität des Lebens, Wirtschaftswachstum und Energieprobleme“, die die Untersuchung von „Auswirkungen technologischer Projekte“ unter den Auspizien „systemanalytischer Methoden“ notwendig mache.

Deutscher Bundestag 1973b.

In einer Plenumsdebatte am 18.05.1973 präzisierte Lenzer den Antrag seiner Fraktion:

Was bedeutet der Begriff der Bewertung technologischer Entwicklungen oder, wie der amerikanische Fachausdruck lautet, technology assessment? […] Neben den traditionellen Risiken innerhalb der Grenzen der Beeinflußbarkeit und Prognose des Forschungs- und Entwicklungsprozesses treten immer mehr Risiken auf, die sich aus den Veränderungen der sozialen, der ökologischen und politischen Umwelt ergeben. […] Man könnte diesen Begriff definieren als den integrierten und systematischen Prozeß der Abschätzung und Voraussage sämtlicher positiver, negativer, direkter oder indirekter Auswirkungen einer neuen Technologie auf alle Bereiche der Gesellschaft.

Deutscher Bundestag 1973a, 1879B-C.

Das amerikanische Vorbild im Blick, diagnostizierten Lenzer und seine Fraktion dem Parlament einen Mangel an Spezialwissen, das zur Kontrolle der immer wichtiger werdenden Technologiepolitik fehle: „Der Deutsche Bundestag steht also der Exekutive mit ihrem gewaltigen Apparat und ihren zahlreichen Beratungsgremien relativ machtlos gegenüber.“

Ebd., 1879D; vgl. auch: Lenzer 1975.

Zudem habe Ende 1972 die Studie „Science, Growth and Society“ – der Brooks-Report – im Ausschuss für Forschung und Technologie für Aufsehen gesorgt. Er und seine Fraktion teilten zwar nicht jede Schlussfolgerung, dennoch solle die Bundesrepublik die Entwicklungen in den USA und die Empfehlungen von Expertenkommissionen genau verfolgen.

Vgl. Lenzer 1975, S. 12–13.

Ein Sprecher der SPD wandte ein, das Modell des OTA sei aus den besonderen „amerikanischen Verhältnissen im Parlamentsbereich“ entstanden, in hohem Maße technokratisch und nicht einfach in die parlamentarische Demokratie der Bundesrepublik übertragbar.

Vgl. Deutscher Bundestag 1973a, 1880B–1881C.

Forschungsminister Ehmke gab zu Protokoll, dass das Forschungs- und Technologieministerium bereits damit beschäftigt sei, die „voraussichtlichen Folgen der naturwissenschaftlichen und technischen Entwicklung […] abzuschätzen“. Er unterstütze zwar die Bestrebungen des Parlaments nach eigener Expertise, in dem Themenfeld der Technikfolgen gebe es aber keinen Bedarf nach einer gesonderten Einrichtung. Die Frage nach dem „wohin“ des technischen und sozialen Wandels sei ein „Gesamtkomplex“ und nicht nur auf technologische Fragen zu verengen. Welchen Einfluss hätten beispielsweise die „Grenzen des Wachstums“ in dieser Frage? Im Übrigen gebe es im Bereich der „technischen Prognose“ eine „ganze Reihe ungelöster methodischer und theoretischer Fragen“, die sein Ministerium auch bereits in Forschungsberichten ausgebreitet habe.

Vgl. ebd., 1883B–1884C.

Am Zentrum Berlin für Zukunftsforschung um Robert Jungk und Rolf Kreibich, in Wissenschaftsgesellschaften, Zukunftswerkstätten und in Printmedien wurden Technikfolgen währenddessen eingehend besprochen.

Jungk 1973, S. 323–327; Urst 1973; Verein Deutscher Ingenieure 1971; Haas 1974, S. 72.

Federführend blieben aber deutsche Großforschungseinrichtungen, die mit Blick auf die USA eine politische Debatte in der Bundesrepublik antizipiert und bereits wissenschaftliche Expertise über Technology Assessment aufgebaut hatten.

Dies galt besonders für das Battelle-Institut Frankfurt und die Heidelberger Studiengruppe für Systemforschung und deren Nachfolge am Kernforschungszentrum Karlsruhe. Vgl. Brinckmann 2006, S. 151, 153, 164f.; Grossner 1974; Dierkes/Staehle 1973.

Auch hatte der Forschungsausschuss ein Gutachten zur Thematik bei der Studiengruppe für Systemforschung in Auftrag gegeben und Experten zu einer Anhörung geladen.

Deutscher Bundestag 1975b, S. 2.

In seiner Stellungnahme kontrastierte Meinolf Dierkes vom Battelle-Institut Frankfurt die bisherige Politik, mit einer „gesamtgesellschaftlichen Betrachtung“, die sich auf den Standpunkt stelle, dass nicht jede Innovation „per se einen Fortschritt für die Gesellschaft darstelle.“ Die „gesellschaftlichen Kosten“ einer ungesteuerten Technisierung werden „durch Reduzierung der Lebensqualität einzelner Gruppen bezahlt.“

Vgl. Dierkes 1974, S. 23–26.

Nach einer Abwägung verschiedener Organisationsformen argumentierte Dierkes für ein unabhängiges, öffentlich getragenes Institut, das nach politischer Anfrage Aufträge an „bestehende Kapazitäten in Universitäten und Forschungsinstitutionen“ vergeben solle. Die Ausschussmitglieder der Parteien stimmten in weiten Teilen darin überein, dass dem Bundestag Expertenwissen fehle und dass zur Bewältigung des wissenschaftlich-technischen Wandels prognostisches Wissen von Vorteil sein würde. Karl-Hans Kern von der SPD resümierte, man müsse „ein Frühwarnsystem schaffen, das uns rechtzeitig vor den negativen Auswirkungen unserer Erfindungen und ihrer Anwendung schützt.“ Dies sei aber „in erster Linie Aufgabe der Bundesregierung“.

Kern 1973, S. 7.

Das vom Ausschuss in Auftrag gegebene Gutachten der Studiengruppe für Systemforschung lag bereits 1974 vor und wurde 1977 überabreitet veröffentlicht. Die drei Hauptautoren, Herbert Paschen, Klaus Gresser (Prognos AG) und Felix Conrad (Kernforschungszentrum Karlsruhe) gaben sich Mühe, eine kritische Einschätzung der bisherigen Debatte zu liefern. Im Zentrum standen konzeptionelle Fragen, wie etwa, an welche Forschungsfelder es anzuschließen gelte – die Autoren argumentierten für enge Bezüge zum „technological forecasting“, zu der Systemanalyse und der Innovationsforschung –, ob solche Zukunftsstudien „reaktiv“ oder „projektiv“ sein sollten und ob man Ansprüche von „Neutralität und Objektivität“ vertreten könne.

Vgl. Paschen/Gresser/Conrad 1978.

Obwohl das Gutachten empfahl, eine wissenschaftliche Einrichtung, die sich mit Technikfolgen auseinandersetzen und die Politik beraten sollte, weiter zu diskutieren und zu planen, blieben die Regierungsparteien bei der Ablehnung, sodass der Antrag schließlich Ende 1975 im Plenum scheiterte.

Vgl. Deutscher Bundestag 1975a, 13598Bff.

Die Debatte hatte im Bundestag bis 1975 zumindest einen Minimalkonsens über die Zeitdiagnose von pervasiven Technikfolgen hergestellt und Expert*innen und deren einschlägiges Wissen eingebunden. Dass sich auch hier wissens- und zukunftspolitische Ansprüche in hohem Maße mit einer parteipolitischen Dynamik verbanden, zeigten die folgenden Legislaturperioden. Die CDU/CSU brachte schon 1977 einen überarbeiteten Antrag ein, in dem nur noch von „Prognose- und Bewertungskapazitäten“ beim Bundestag die Rede war.

Deutscher Bundestag 1977b.

Wie Heinz Riesenhuber in der dazugehörigen Aussprache feststellte, seien „alle Fraktionen und die Bundesregierung […] sich darüber einig, daß die entscheidende Frage der kommenden Jahrzehnte sein wird, ob wir imstande sind, aus politischem Willen die Entwicklung der Technologie zu beherrschen und damit die Zukunft zu gestalten oder ob wir vor angeblich unvermeidlichen Eigengesetzlichkeiten der Technik kapitulieren.“

Deutscher Bundestag 1977a, 4881D–4883D.

Offenhaltung und Gestaltung der Zukunft durch Intervention in der Gegenwart und Risiken als Handlungsmotivation standen hier als Topoi wieder neben der Kritik an dem „Herrschaftswissen der Exekutive“. Die wenigen Referenten und Mitarbeiter in den Ausschüssen und im Wissenschaftlichen Dienst könne man, so Riesenhuber, an einer Hand abzählen, während ihnen „das Bundesministerium für Forschung und Technologie, […] der umfassende Sachverstand der Großforschungszentren, der Forschungseinrichtungen an den Universitäten, der Max-Planck-Institute und anderer“ gegenüberstehe. Der „Streit um die Grenzen des Wachstums“ werde derzeit überall geführt – „nur nicht im Parlament.“

Deutscher Bundestag 1977a, 4881D–4883D.

Tatsächlich legte der Ausschuss für Forschung und Technologie im Juni 1978 nach weiteren Beratungen einen von allen Fraktionen getragenen Grundsatzbeschluss zur Einsetzung einer „Arbeitsgruppe Technologiefolgenabschätzung“ vor. Die am Präsidium anzusiedelnde Einrichtung solle „Trends der technischen Entwicklung beobachten“, TA-Studien in Auftrag geben und begleiten und deren Ergebnisse in Form „wissenschaftlichen Materials“ für den Bundestag aufarbeiten.

Siehe die Dokumentation in: Deutscher Bundestag 1979; vgl. Lenzer 1982, S. 158f.

Die Regierungsfraktionen im Haushaltsausschuss verhinderten eine weitere Beratung. Auch ein weiterer Antrag scheiterte. Die Situation änderte sich erst mit dem Bruch der sozialliberalen Koalition im September 1982. Noch im Oktober stellte die nun in der Opposition befindliche SPD-Fraktion – natürlich auch polittaktisch motiviert – den Antrag, die letzte Ausarbeitung der Union für eine Technikfolgen-Arbeitsgruppe, die die SPD hatte scheitern lassen, nun unverändert anzunehmen, wozu die neue Regierungskoalition nicht mehr bereit war.

Vgl. Thienen 1986, S. 305.

Dass die Einsetzung eines neuen Expertengremiums beim Bundestag danach wieder auf die Agenda rückte, hing auch mit der zunehmenden Konjunktur der Risikoforschung zusammen, in der „Risikopolitik“ zu einem neuen Schlagwort avancierte. Heinz Riesenhuber lies 1983 zudem ein „Referat für Systemanalyse und Technikfolgenabschätzung“ in seinem Ministerium einrichten und die Regierung Kohl nahm die Förderung von Technikfolgenabschätzung in ihre Version der „Sicherheitspolitik“ auf, die als „Korrektiv“ der zu schützenden unternehmerischen und wissenschaftlichen Freiheit ins Auge genommen wurde.

Vgl. Seefried 2018, S. 62.

In diesem Sinne ließ sich Technology Assessment als ein politischer Teil der Risikosemantik einordnen, die in den Medien intensiv besprochen, staatlich gefördert und von Proponenten als weniger prognostisch denn streng probabilistisch und naturwissenschaftlich aufgefasst wurde. In einer vom Bundesumweltamt initiierten internationalen Fachtagung im Oktober 1982, die wieder einmal die „Rolle der Technologiefolgenabschätzung im Entscheidungsprozeß“ diskutieren sollte, plädierte Meinolf Dierkes, mittlerweile Präsident des Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, dafür, TA im Sinne der OECD-Berichte zu Beginn der 1980er Jahre von futurologischen Erblasten zu befreien, um den Weg zum politischen Einsatz freizumachen: „Das Schlagwort heißt hier: vom Impact Assessment zur Policy-Analysis.“

Vgl. Dierkes 1983, S. 16f.

Ab Ende 1983 nahm der Ausschuss für Forschung und Technologie erneut Gespräche über die Einrichtung einer parlamentarischen Form der Technikfolgenabschätzung auf. Die schließlich im März 1985 ohne großen Widerspruch beschlossene Enquete-Kommission sollte „Auswirkungen des technisch-wissenschaftlichen Fortschritts anhand von Einzeltechnologien untersuchen“ und daraus Vorschläge ableiten, wie eine dauerhafte Institution am Bundestag zu etablieren sei.

Deutscher Bundestag 1985, S. 3.; vgl. Thienen 1986, S. 335f.

Ende 1989 entschlossen sich die Fraktionen nach positiver Begutachtung der Enquete-Kommission zur Gründung eines Bundestagsbüros für Technikfolgenabschätzung.

Fazit

Obwohl sich vor allem in Europa bis heute beständige Infrastrukturen der Technikfolgenabschätzung etabliert haben, ist aus Technology Assessment keine Metawissenschaft mit dem Anspruch geworden, die Nebenfolgen von Wissenschaft und Technik erfolgreich abzuschätzen. Im Verlauf der 1970er Jahre stellten sich bereits Zweifel ein, ob die Erwartungen an eine solche Technikfolgenabschätzung, die von Zukunftsforschern und Systemanalytikern genährt worden waren, vom wissenschaftlichen Standpunkt aus gerechtfertigt und politisch oder wirtschaftlich einlösbar waren. Das hing nicht nur mit politischen Konfliktlagen, sondern auch mit der zunehmenden Thematisierung von Unsicherheiten in ihren verschiedenen Dimensionen als epistemischer Herausforderung der Zukunftserschließung zusammen. Die gegenwärtige Technikfolgenforschung hat sich erfolgreich dieser futurologischen Erbschaften entledigt und sich deutlicher der politikberatenden, techniksoziologischen Risikoforschung zugewandt.

Vgl. Grunwald 2010.

Diese Episoden der Debatte um Technikfolgen und der politischen Institutionalisierung von Abschätzungsregimen in den 1970er Jahren machen aber verschiedene Grundlinien sichtbar, die auch im Lichte der Anthropozändebatte von Bedeutung bleiben werden.

Der gesellschaftliche Diskurs über die „Zukunft“ ist selbst historisch. Die Diskurse der Technikfolgenabschätzung befinden sich, so könnte man schlussfolgern, an den Grenzen und Übergängen von Fortschritts- und Erhaltungs-, Gestaltungs- und Risikozukünften. Von einer generellen Zurückweisung des Fortschrittsnarrativs kann aber keine Rede sein, vielmehr steht auch die wissenschaftliche Kontrolle und Verhinderung von unerwünschten Folgen unter dem Einfluss einer tendenziell progressiven Zukunftsvorstellung. Die Konzeption einer Art „Korrektiv“ wurde von den meisten Akteur*innen auch nicht als Gegenentwurf zur Fortschritts- oder Modernisierungserzählung, sondern als Versuch der Absicherung und Stabilisierung positiver Zukünfte verstanden. Die Thematisierung von Risiken nahm hierbei eine Scharnierfunktion ein und zwar in der Art, als dass dadurch mit Verweis auf Unsicherheiten präventives Zukunftshandeln eingefordert werden konnte.

Die Debatten werfen auch ein Schlaglicht auf das sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verändernde Verhältnis von Politik und Wissenschaft. Wie auch die Zukunftsforschung der 1950er und 1960er Jahre – und die zeitgenössische Wissenschaftskultur im weiteren Sinne –, hat auch die Technikfolgenabschätzung ihre Wurzeln in der Großforschung nach dem Zweiten Weltkrieg. Politikberatung durch autorisierte (meist männliche) Expert*innen hatte sich schon lange vor 1970 etabliert, wodurch Politik und Wissenschaft wechselseitig ökonomische, soziale und symbolische Ressourcen füreinander generieren konnten. In beiden parlamentarischen Debatten wurde deutlich, dass Zugang zu wissenschaftlichem Expertenwissen als Bedingung erfolgreicher Durchsetzung von Herrschaftsansprüchen in zunehmend „komplexen“ sozialen Verhältnissen verstanden und begründet wurde. Entscheidend waren in beiden Fällen aber auch politische Eigenlogiken, die den Ausbau eigener Wissensinfrastrukturen gegenüber der Opposition oder anderen politischen Teilsystemen nahelegten. Interessant ist auch das Verhältnis von (Zukunfts-)Wissen und politischer „Entscheidung“, das man sicher mit Blick auf die Verwendung solchen Expertenwissens weiter untersuchen müsste.

Konflikte um die „Zukunft“, sind immer auch Konflikte um Macht. Ob Gestaltungs- oder Risikozukunft, Zukunftsgenerierungen sollen immer Legitimität für Handeln in der Gegenwart erzeugen. Im Anschluss an die Forschungen der Security Studies der letzten Jahre wäre beispielsweise genauer zu fragen, welche Sicherheitsvisionen und normativen Verbindlichkeitsstrukturen in den Bedrohungskommunikationen der Technikfolgen angelegt sind.

Vgl. Bröckling 2016.

Der politische Diskurs über Technikfolgen war darüber hinaus selbst eingebunden in politische und trans- und nationalstaatliche Ordnungen sowie deren institutionelle Eigenlogiken. Das damit einhergegangene Konzept einer (meist parlamentarisch angesiedelten) politikberatenden Behörde für Zukunftsfragen ist nur eine von vielen möglichen Bewältigungsstrategien, die demokratisch-repräsentativen Gesellschaften offenstehen. Jenny Andersson und Matthias Schmelzer haben in ihren Studien zur Zukunftsforschung und der OECD zunehmend neoliberale Konzeptionen der Rücknahme von Planung und Steuerung im Namen einer uneinholbaren „Komplexität“ und „Interdependenz“ beobachtet. In welchem Verhältnis die Zukünfte riskanter Technologien und die krisenhaften Lebensgrundlagen der Menschheit im Anthropozän zu diesem Ordnungsmodell stehen, wäre zu hinterfragen.

Das Narrativ des Anthropozän macht deutlich, wie wichtig temporale – ob erd- oder menschheitsgeschichtliche – Ordnungen in den Selbstbeschreibungen moderner Gesellschaften geworden sind. Exemplarisch mit der Debatte um Technikfolgenabschätzung steht auch eine andere, gleichweg fast parallele Traditionslinie solcher Zeitentwürfe im Raum, die deutlicher dem hochmodernen Fortschrittsparadigma sowie politischem und wissenschaftlichem Gestaltungsdenken verpflichtet ist. Damit wird die Frage verbunden bleiben, ob und wie sich Zukünfte – seien es „Technikfolgen“ oder die planetaren Konsequenzen des Anthropozän – erforschen und gestalten lassen.

Ayres, Robert U. (1979): Uncertain Futures. Challenges for Decision-Makers. New York: Wiley. Ayres, Robert U. (1979): Uncertain Futures. Challenges for Decision-Makers. New York: Wiley.Search in Google Scholar

Berg, Mark R. (1975): The Politics of Technology Assessment. In: Journal of the International Society for Technology Assessment 1, H. 1, S. 21–32. Berg, Mark R. (1975): The Politics of Technology Assessment. In: Journal of the International Society for Technology Assessment 1, H. 1, S. 2132.10.7591/9781501744037-026Search in Google Scholar

Brooks, Harvey/Bowers, Raymond (1977): Technology: Processes of Assessment and Choice [1972]. In: Teich, Albert H. (Hg.): Technology and Men’s Future. New York: St. Martins, S. 229–242. Brooks, Harvey/Bowers, Raymond (1977): Technology: Processes of Assessment and Choice [1972]. In: Teich, Albert H. (Hg.): Technology and Men’s Future. New York: St. Martins, S. 229242.Search in Google Scholar

Casper, Barry M. (1978): The Rhetoric and Reality of Congressional Technology Assessment. In: Bulletin of the Atomic Scientists, 34/2, S. 20–31. Casper, Barry M. (1978): The Rhetoric and Reality of Congressional Technology Assessment. In: Bulletin of the Atomic Scientists, 34/2, S. 2031.10.1080/00963402.1978.11458465Search in Google Scholar

Casper, Barry M. (1981): Scientists on the Hill. In: Kuehn, Thomas/Porter, Alan L. (Hg.): Science, Technology, and National Policy. Porter: Cornell University Press, S. 315–327. Casper, Barry M. (1981): Scientists on the Hill. In: Kuehn, Thomas/Porter, Alan L. (Hg.): Science, Technology, and National Policy. Porter: Cornell University Press, S. 315327.Search in Google Scholar

Chan, Athena (2019): Andrew Yang Wants To Create ‚Department Of Technology‘ In: Tech Policy Proposal, URL: https://www.ibtimes.com/andrew-yang-wants-create-department-technology-tech-policy-proposal-2866635´, zuletzt aufgerufen am 16.11.2021. Chan, Athena (2019): Andrew Yang Wants To Create ‚Department Of Technology‘ In: Tech Policy Proposal, URL: https://www.ibtimes.com/andrew-yang-wants-create-department-technology-tech-policy-proposal-2866635´, zuletzt aufgerufen am 16.11.2021.Search in Google Scholar

Chedd, Graham (1973): Emilio Daddario. The Godfather of TA. In: New Scientist, 24. Mai 1973, S. 490–492. Chedd, Graham (1973): Emilio Daddario. The Godfather of TA. In: New Scientist, 24. Mai 1973, S. 490492.Search in Google Scholar

Club of Rome (1970): The Predicament of Mankind. Quest for Structured Responses to Growing World-Wide Complexities and Uncertainties. A Proposal. Genf. Club of Rome (1970): The Predicament of Mankind. Quest for Structured Responses to Growing World-Wide Complexities and Uncertainties. A Proposal. Genf.Search in Google Scholar

Coates, Joseph F. (1971): Technology Assessment. The Benefits, the Costs, the Consequences. In: The Futurist 5, H. 6, S. 225–231. Coates, Joseph F. (1971): Technology Assessment. The Benefits, the Costs, the Consequences. In: The Futurist 5, H. 6, S. 225231.10.1109/EMR.1974.4306353Search in Google Scholar

Coates, Joseph F. (1999): Technikfolgenabschätzung in den USA. Vergangenheit und Perspektiven für die Zukunft. In: Petermann, Thomas/Coenen, Reinhard (Hg.): Technikfolgen-Abschätzung in Deutschland. Bilanz und Perspektiven. Frankfurt u.a.: Campus, S. 53–64. Coates, Joseph F. (1999): Technikfolgenabschätzung in den USA. Vergangenheit und Perspektiven für die Zukunft. In: Petermann, Thomas/Coenen, Reinhard (Hg.): Technikfolgen-Abschätzung in Deutschland. Bilanz und Perspektiven. Frankfurt u.a.: Campus, S. 5364.Search in Google Scholar

Collingridge, David (1980): The Social Control of Technology. London, New York: St. Martins. Collingridge, David (1980): The Social Control of Technology. London, New York: St. Martins.Search in Google Scholar

Daddario, Emilio Q. (1970): Establishing the Office of Technology Assessment and Amending the National Science Foundation Act of 1950. House of Representatives, Report No. 91-1437. Washington, DC. Daddario, Emilio Q. (1970): Establishing the Office of Technology Assessment and Amending the National Science Foundation Act of 1950. House of Representatives, Report No. 91-1437. Washington, DC.Search in Google Scholar

Deutscher Bundestag (1973a): 7. Wahlperiode, 34. Sitzung, 18. Mai 1973 - Stenographisches Protokoll. Bonn. Deutscher Bundestag (1973a): 7. Wahlperiode, 34. Sitzung, 18. Mai 1973 - Stenographisches Protokoll. Bonn.Search in Google Scholar

Deutscher Bundestag (1973b): 7. Wahlperiode, Drucksache 7/468. Antrag betr. „Amt zur Bewertung technologischer Entwicklungen beim Deutschen Bundestag“. Bonn. Deutscher Bundestag (1973b): 7. Wahlperiode, Drucksache 7/468. Antrag betr. „Amt zur Bewertung technologischer Entwicklungen beim Deutschen Bundestag“. Bonn.Search in Google Scholar

Deutscher Bundestag (1975a): 7. Wahlperiode, 197. Sitzung, 24. Oktober 1975 - Stenographisches Protokoll. Bonn. Deutscher Bundestag (1975a): 7. Wahlperiode, 197. Sitzung, 24. Oktober 1975 - Stenographisches Protokoll. Bonn.Search in Google Scholar

Deutscher Bundestag (1975b): Drucksache 7/3802. Bericht und Antrag des Ausschusses für Forschung und Technologie betr. Amt zur Bewertung technologischer Entwicklungen beim Deutschen Bundestag. Bonn. Deutscher Bundestag (1975b): Drucksache 7/3802. Bericht und Antrag des Ausschusses für Forschung und Technologie betr. Amt zur Bewertung technologischer Entwicklungen beim Deutschen Bundestag. Bonn.Search in Google Scholar

Deutscher Bundestag (1977a): 8. Wahlperiode, 63. Sitzung, 15. Dezember 1977 - Stenographisches Protokoll. Bonn. Deutscher Bundestag (1977a): 8. Wahlperiode, 63. Sitzung, 15. Dezember 1977 - Stenographisches Protokoll. Bonn.Search in Google Scholar

Deutscher Bundestag (1977b): Drucksache 8/1241. Antrag betr. Einrichtung einer Prognose- und Bewertungskapazität zur Begutachtung technologischer und forschungspolitischer Entwicklungen beim Deutschen Bundestag. Bonn. Deutscher Bundestag (1977b): Drucksache 8/1241. Antrag betr. Einrichtung einer Prognose- und Bewertungskapazität zur Begutachtung technologischer und forschungspolitischer Entwicklungen beim Deutschen Bundestag. Bonn.Search in Google Scholar

Deutscher Bundestag (1979): Drucksache 8/2629. Bericht des Ausschusses für Forschung und Technologie zu dem Antrag Einrichtung einer Prognose- und Bewertungskapazität zur Begutachtung technologischer und forschungspolitischer Entwicklungen beim Deutschen Bundestag, 7. März 1979, Bonn. Deutscher Bundestag (1979): Drucksache 8/2629. Bericht des Ausschusses für Forschung und Technologie zu dem Antrag Einrichtung einer Prognose- und Bewertungskapazität zur Begutachtung technologischer und forschungspolitischer Entwicklungen beim Deutschen Bundestag, 7. März 1979, Bonn.Search in Google Scholar

Deutscher Bundestag (1985): Drucksache 10/2937. Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Forschung und Technologie betr. Technikfolgenabschätzung und Bewertung. 27. Februar 1985, Bonn. Deutscher Bundestag (1985): Drucksache 10/2937. Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Forschung und Technologie betr. Technikfolgenabschätzung und Bewertung. 27. Februar 1985, Bonn.Search in Google Scholar

Dierkes, Meinolf/Staehle, K. W. (1973): Technology Assessment. Bessere Entscheidungsgrundlagen für die unternehmerische und staatliche Planung. Frankfurt am Main: Battelle. Dierkes, Meinolf/Staehle, K. W. (1973): Technology Assessment. Bessere Entscheidungsgrundlagen für die unternehmerische und staatliche Planung. Frankfurt am Main: Battelle.Search in Google Scholar

Dierkes, Meinolf (1974): Technology Assessment in der Bundesrepublik Deutschland - Eine Stellungnahme. In: Battelle-Information 19, S. 23–27. Dierkes, Meinolf (1974): Technology Assessment in der Bundesrepublik Deutschland - Eine Stellungnahme. In: Battelle-Information 19, S. 2327.Search in Google Scholar

Dierkes, Meinolf (1983): Stellungnahme. In: Bundesumweltamt (Hg.): Technologien auf dem Prüfstand. Die Rolle der Technologiefolgenabschätzung im Entscheidungsprozeß. Köln, u.a.: Heymann, S. 15–18. Dierkes, Meinolf (1983): Stellungnahme. In: Bundesumweltamt (Hg.): Technologien auf dem Prüfstand. Die Rolle der Technologiefolgenabschätzung im Entscheidungsprozeß. Köln, u.a.: Heymann, S. 1518.Search in Google Scholar

Flechtheim, Ossip K. (1974): Zeitgeschichte und Zukunftspolitik. Hamburg: Hoffmann und Campe. Flechtheim, Ossip K. (1974): Zeitgeschichte und Zukunftspolitik. Hamburg: Hoffmann und Campe.Search in Google Scholar

Geschka, Horst (1975): Zur Situation des „Technology Assessment“ in den USA. In: Haas, Heinz (Hg.): Technikfolgen-Abschätzung. München u.a.: Oldenbourg, S. 19–29. Geschka, Horst (1975): Zur Situation des „Technology Assessment“ in den USA. In: Haas, Heinz (Hg.): Technikfolgen-Abschätzung. München u.a.: Oldenbourg, S. 1929.Search in Google Scholar

Gibbons, John H./Gwin, Holly L. (1986): Technik und parlamentarische Kontrolle. Zur Entstehung und Arbeit des Office of Technology Assessment. In: Dierkes, Meinolf (Hg.): Technik und Parlament. Technikfolgen-Abschätzung: Konzepte, Erfahrungen, Chancen. Berlin: Ed. Sigma, S. 239–276. Gibbons, John H./Gwin, Holly L. (1986): Technik und parlamentarische Kontrolle. Zur Entstehung und Arbeit des Office of Technology Assessment. In: Dierkes, Meinolf (Hg.): Technik und Parlament. Technikfolgen-Abschätzung: Konzepte, Erfahrungen, Chancen. Berlin: Ed. Sigma, S. 239276.Search in Google Scholar

Grossner, Claus (1974): Deutschlands Denkfabrik am Ende? Wie die Ministerialbürokratie kritische Institutionen zähmt. In: Die Zeit, 15. März 1974. Grossner, Claus (1974): Deutschlands Denkfabrik am Ende? Wie die Ministerialbürokratie kritische Institutionen zähmt. In: Die Zeit, 15. März 1974.Search in Google Scholar

Haas, Heinz (1974): Technology Assessment. Ein amerikanischer Weg zur Kontrolle technologischer Entwicklungen. In: Sachsse, Hans (Hg.): Möglichkeiten und Maßstäbe für die Planung der Forschung. München/Wien, S. 71–84. Haas, Heinz (1974): Technology Assessment. Ein amerikanischer Weg zur Kontrolle technologischer Entwicklungen. In: Sachsse, Hans (Hg.): Möglichkeiten und Maßstäbe für die Planung der Forschung. München/Wien, S. 7184.Search in Google Scholar

François Hetman (Hg.) (1973): Society and the Assessment of Technology. Premises, Concepts, Methodology, Experiments, Areas of Application. Paris: OECD. François Hetman (Hg.) (1973): Society and the Assessment of Technology. Premises, Concepts, Methodology, Experiments, Areas of Application. Paris: OECD.10.1016/0148-9062(74)91112-7Search in Google Scholar

Jungk, Robert (1973): Der Jahrtausendmensch. Bericht aus den Werkstätten der neuen Gesellschaft. München, Gütersloh, Wien: C. Bertelsmann Verlag. Jungk, Robert (1973): Der Jahrtausendmensch. Bericht aus den Werkstätten der neuen Gesellschaft. München, Gütersloh, Wien: C. Bertelsmann Verlag.Search in Google Scholar

Kern, Karl-Hans (1973): Wir brauchen ein Frühwarnsystem. Gefahren technologischer Entwicklungen. In: Sozialdemokratischer Pressedienst P/XVVIII/193, S. 6–7. Kern, Karl-Hans (1973): Wir brauchen ein Frühwarnsystem. Gefahren technologischer Entwicklungen. In: Sozialdemokratischer Pressedienst P/XVVIII/193, S. 67.Search in Google Scholar

King, Alexander (1973): Foreword. In: Society and the Assessment of Technology. Premises, Concepts, Methodology, Experiments, Areas of Application. Hg. von François Hetman. Paris: OECD, S. 5–7. King, Alexander (1973): Foreword. In: Society and the Assessment of Technology. Premises, Concepts, Methodology, Experiments, Areas of Application. Hg. von Hetman François. Paris: OECD, S. 57.Search in Google Scholar

Krauch, Helmut/Coenen, Reinhard/Simon, Karl-Heinz (Hg.) (2011): Systemforschung - Politikberatung und öffentliche Aufklärung. Beiträge von und im Umfeld von Helmut Krauch und der Studiengruppe für Systemforschung. Kassel: Kassel University Press. Krauch, Helmut/Coenen, Reinhard/Simon, Karl-Heinz (Hg.) (2011): Systemforschung - Politikberatung und öffentliche Aufklärung. Beiträge von und im Umfeld von Helmut Krauch und der Studiengruppe für Systemforschung. Kassel: Kassel University Press.Search in Google Scholar

Lenzer, Christian (1975): Die Probleme forschungspolitischer Planung und Entscheidung beim Deutschen Bundestag. In: Haas, Heinz (Hg.): Technikfolgen-Abschätzung. München: Oldenbourg, S. 11–19. Lenzer, Christian (1975): Die Probleme forschungspolitischer Planung und Entscheidung beim Deutschen Bundestag. In: Haas, Heinz (Hg.): Technikfolgen-Abschätzung. München: Oldenbourg, S. 1119.Search in Google Scholar

Lenzer, Christian (1982): Technologiebewertungsämter als Politikberatung und Entscheidungshilfe. In: Münch, Erwin/Renn, Ortwin/Roser, Thomas (Hg.): Technik auf dem Prüfstand. Methoden und Maßstäbe der Technologiebewertung. Essen: Girardet, S. 153–159. Lenzer, Christian (1982): Technologiebewertungsämter als Politikberatung und Entscheidungshilfe. In: Münch, Erwin/Renn, Ortwin/Roser, Thomas (Hg.): Technik auf dem Prüfstand. Methoden und Maßstäbe der Technologiebewertung. Essen: Girardet, S. 153159.Search in Google Scholar

OECD (1971): Science, Growth and Society. A New Perspective. Paris: OECD. OECD (1971): Science, Growth and Society. A New Perspective. Paris: OECD.Search in Google Scholar

OECD (1975): Methodological Guidelines for Social Assessment of Technology. Paris: OECD. OECD (1975): Methodological Guidelines for Social Assessment of Technology. Paris: OECD.Search in Google Scholar

OECD (1978): Social Assessment of Technology. A Review of Selected Studies. Paris: OECD. OECD (1978): Social Assessment of Technology. A Review of Selected Studies. Paris: OECD.Search in Google Scholar

OECD (1979): Interfutures. Facing the Future. Mastering the Probable, Managing the Unpredictable. Paris: OECD. OECD (1979): Interfutures. Facing the Future. Mastering the Probable, Managing the Unpredictable. Paris: OECD.Search in Google Scholar

OECD (1981): Science and Technology Policy for the 1980s. Paris: OECD. OECD (1981): Science and Technology Policy for the 1980s. Paris: OECD.Search in Google Scholar

OECD (1983): Assessing the Impacts of Technology on Society. Paris: OECD. OECD (1983): Assessing the Impacts of Technology on Society. Paris: OECD.Search in Google Scholar

Paschen, Herbert/Gresser, Klaus/Conrad, Felix (1978): Technology Assessment. Technologiefolgenabschätzung. Ziele, methodische und organisatorische Probleme, Anwendungen. Frankfurt a. M: Campus. Paschen, Herbert/Gresser, Klaus/Conrad, Felix (1978): Technology Assessment. Technologiefolgenabschätzung. Ziele, methodische und organisatorische Probleme, Anwendungen. Frankfurt a. M: Campus.Search in Google Scholar

Pforte, Dietger/Schwencke, Olaf (Hg.) (1973): Ansichten einer künftigen Futurologie. Zukunftsforschung in der zweiten Phase. München: Hanser. Pforte, Dietger/Schwencke, Olaf (Hg.) (1973): Ansichten einer künftigen Futurologie. Zukunftsforschung in der zweiten Phase. München: Hanser.Search in Google Scholar

Thienen, Volker von (1986): Technology Assessment: das randständige Thema. Die parlamentarische TA-Diskussion und der erste Bericht der Enquete-Kommission „Technologiefolgenabschätzung“. In: Diercke, Meinolf (Hg.): Technik und Parlament. Technikfolgen-Abschätzung: Konzepte, Erfahrungen, Chancen. Berlin: Ed. Sigma, S. 297–364. Thienen, Volker von (1986): Technology Assessment: das randständige Thema. Die parlamentarische TA-Diskussion und der erste Bericht der Enquete-Kommission „Technologiefolgenabschätzung“. In: Diercke, Meinolf (Hg.): Technik und Parlament. Technikfolgen-Abschätzung: Konzepte, Erfahrungen, Chancen. Berlin: Ed. Sigma, S. 297364.Search in Google Scholar

Urst, Jens (1973): Bestallte Warner. In: Die Zeit, 6. April 1973. Urst, Jens (1973): Bestallte Warner. In: Die Zeit, 6. April 1973.Search in Google Scholar

US Congress (1972): Public Law 92-48: Technology Assessment Act of 1972. Washington, DC. US Congress (1972): Public Law 92-48: Technology Assessment Act of 1972. Washington, DC.Search in Google Scholar

US House of Representatives (1966): Inquiries, Legislation, Policy Studies Re: Science and Technology. Second Progress Report of the Subcommittee on Science, Research and Development of the Committee of Science and Astronautics. Washington, DC. US House of Representatives (1966): Inquiries, Legislation, Policy Studies Re: Science and Technology. Second Progress Report of the Subcommittee on Science, Research and Development of the Committee of Science and Astronautics. Washington, DC.Search in Google Scholar

US House of Representatives (1967a): Technology Assessment. Statement of Emilio Q. Daddario, Chairman of the Subcommittee on Science, Research and Development. Washington, DC. US House of Representatives (1967a): Technology Assessment. Statement of Emilio Q. Daddario, Chairman of the Subcommittee on Science, Research and Development. Washington, DC.Search in Google Scholar

US House of Representatives (1967b): H.R. 6698: Establishing a Technology Assessment Board. Emilio Q. Daddario, Subcommittee of Science, Research and Development of the Committee on Science and Astronautics, 7. März. Washington, DC. US House of Representatives (1967b): H.R. 6698: Establishing a Technology Assessment Board. Emilio Q. Daddario, Subcommittee of Science, Research and Development of the Committee on Science and Astronautics, 7. März. Washington, DC.Search in Google Scholar

US House of Representatives (1970a): Technology Assessment - 1970. Hearings before the Subcommittee on Science, Research, and Development on H.R. 17056, 20. Mai - 3. Juni. Washington, DC. US House of Representatives (1970a): Technology Assessment - 1970. Hearings before the Subcommittee on Science, Research, and Development on H.R. 17056, 20. Mai - 3. Juni. Washington, DC.Search in Google Scholar

US House of Representatives (1970b): H.R. 18469: Establishing the Office of Technology Assessment and Amending the National Science Foundation Act of 1950. 91st Congress, 2nd Session. Washington, DC. US House of Representatives (1970b): H.R. 18469: Establishing the Office of Technology Assessment and Amending the National Science Foundation Act of 1950. 91st Congress, 2nd Session. Washington, DC.Search in Google Scholar

Verein Deutscher Ingenieure (Hg.) (1971): Wirtschaftliche und gesellschaftliche Auswirkungen des technischen Fortschritts. Düsseldorf: VDI-Verlag. Verein Deutscher Ingenieure (Hg.) (1971): Wirtschaftliche und gesellschaftliche Auswirkungen des technischen Fortschritts. Düsseldorf: VDI-Verlag.Search in Google Scholar

Wannisky, Jude (1973): Teddy Kennedy‘s Shadow Government. In: The Wall Street Journal, 27. März 1973. Wannisky, Jude (1973): Teddy Kennedy‘s Shadow Government. In: The Wall Street Journal, 27. März 1973.Search in Google Scholar

Andersson, Jenny (2012): The Great Future Debate and the Struggle for the World. In: The American Historical Review 117, H. 5, S. 1411–1430. Andersson, Jenny (2012): The Great Future Debate and the Struggle for the World. In: The American Historical Review 117, H. 5, S. 14111430.10.1093/ahr/117.5.1411Search in Google Scholar

Andersson, Jenny (2018): The Future of the World. Futurology, Futurists, and the Struggle for the Post-Cold War Imagination. Oxford: Oxford University Press. Andersson, Jenny (2018): The Future of the World. Futurology, Futurists, and the Struggle for the Post-Cold War Imagination. Oxford: Oxford University Press.Search in Google Scholar

Andersson, Jenny (2019): The Future of the Western World. The OECD and the Interfutures Project. In: Journal of Global History 14, H. 1, S. 126–144. Andersson, Jenny (2019): The Future of the Western World. The OECD and the Interfutures Project. In: Journal of Global History 14, H. 1, S. 126144.10.1017/S1740022818000384Search in Google Scholar

Aumann, Philipp (2009): Mode und Methode. Die Kybernetik in der Bundesrepublik Deutschland. Göttingen: Wallstein. Aumann, Philipp (2009): Mode und Methode. Die Kybernetik in der Bundesrepublik Deutschland. Göttingen: Wallstein.Search in Google Scholar

Baron, Waldemar M. (1995): Technikfolgenabschätzung. Ansätze zur Institutionalisierung und Chancen der Partizipation. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. Baron, Waldemar M. (1995): Technikfolgenabschätzung. Ansätze zur Institutionalisierung und Chancen der Partizipation. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.Search in Google Scholar

Beck, Ulrich (1996a): Das Zeitalter der Nebenfolgen und die Politisierung der Moderne. In: Beck, Ulrich/Giddens, Anthony (Hg.): Reflexive Modernisierung. Eine Kontroverse. 1. Auflage. Frankfurt am Main: Suhrkamp, S. 19–112. Beck, Ulrich (1996a): Das Zeitalter der Nebenfolgen und die Politisierung der Moderne. In: Beck, Ulrich/Giddens, Anthony (Hg.): Reflexive Modernisierung. Eine Kontroverse. 1. Auflage. Frankfurt am Main: Suhrkamp, S. 19112.Search in Google Scholar

Beck, Ulrich (1996b): Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne. Frankfurt am Main: Suhrkamp. Beck, Ulrich (1996b): Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne. Frankfurt am Main: Suhrkamp.Search in Google Scholar

Beck, Ulrich (1996c): Wissen oder Nicht-Wissen? Zwei Perspektiven „reflexiver Modernisierung“. In: Beck, Ulrich/Giddens, Anthony (Hg.): Reflexive Modernisierung. Eine Kontroverse. 1. Auflage. Frankfurt am Main: Suhrkamp, S. 289–337. Beck, Ulrich (1996c): Wissen oder Nicht-Wissen? Zwei Perspektiven „reflexiver Modernisierung“. In: Beck, Ulrich/Giddens, Anthony (Hg.): Reflexive Modernisierung. Eine Kontroverse. 1. Auflage. Frankfurt am Main: Suhrkamp, S. 289337.Search in Google Scholar

Bimber, Bruce Allen (1996): The Politics of Expertise in Congress. The Rise and Fall of the Office of Technology Assessment. Albany, NY: State University of New York Press. Bimber, Bruce Allen (1996): The Politics of Expertise in Congress. The Rise and Fall of the Office of Technology Assessment. Albany, NY: State University of New York Press.Search in Google Scholar

Brinckmann, Andrea (2006): Wissenschaftliche Politikberatung in den 60er Jahren. Die Studiengruppe für Systemforschung, 1958 bis 1975. 1. Auflage. Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG. Brinckmann, Andrea (2006): Wissenschaftliche Politikberatung in den 60er Jahren. Die Studiengruppe für Systemforschung, 1958 bis 1975. 1. Auflage. Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG.10.5771/9783845271095-1Search in Google Scholar

Bröckling, Ulrich (2016): Zukunftsmanagement zwischen Planung, Selbstorganisation und Prävention. In: Leendertz, Ariane/Meteling, Wencke (Hg.): Die neue Wirklichkeit. Semantische Neuvermessungen und Politik seit den 1970er-jahren. Frankfurt: Campus Verlag, S. 269–280. Bröckling, Ulrich (2016): Zukunftsmanagement zwischen Planung, Selbstorganisation und Prävention. In: Leendertz, Ariane/Meteling, Wencke (Hg.): Die neue Wirklichkeit. Semantische Neuvermessungen und Politik seit den 1970er-jahren. Frankfurt: Campus Verlag, S. 269280.Search in Google Scholar

Chakrabarty, Dipesh (2018): Anthropocene Time. In: History and Theory 57, H. 1, S. 5–32. Chakrabarty, Dipesh (2018): Anthropocene Time. In: History and Theory 57, H. 1, S. 532.10.1111/hith.12044Search in Google Scholar

Doering-Manteuffel, Anselm (2007): Nach dem Boom. Brüche und Kontinuitäten der Industriemoderne seit 1970. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 55, H. 4, S. 559–581. Doering-Manteuffel, Anselm (2007): Nach dem Boom. Brüche und Kontinuitäten der Industriemoderne seit 1970. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 55, H. 4, S. 559581.10.1515/9783110633870-014Search in Google Scholar

Doering-Manteuffel, Anselm/Raphael, Lutz (2010): Nach dem Boom. Perspektiven auf die Zeitgeschichte seit 1970. 2. Auflage. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht. Doering-Manteuffel, Anselm/Raphael, Lutz (2010): Nach dem Boom. Perspektiven auf die Zeitgeschichte seit 1970. 2. Auflage. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.Search in Google Scholar

Dryzek, John S./Pickering, Jonathan (2019): The Politics of the Anthropocene. Oxford, New York, NY: Oxford University Press. Dryzek, John S./Pickering, Jonathan (2019): The Politics of the Anthropocene. Oxford, New York, NY: Oxford University Press.Search in Google Scholar

Eberspächer, Achim (2014): Das Projekt Futurologie. Paderborn: Schöningh. Eberspächer, Achim (2014): Das Projekt Futurologie. Paderborn: Schöningh.Search in Google Scholar

Esposito, Fernando (2017): Zeitenwandel. Transformationen geschichtlicher Zeitlichkeit nach dem Boom - eine Einführung. In: Esposito, Fernando (Hg.): Zeitenwandel. Transformationen geschichtlicher Zeitlichkeit nach dem Boom. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, S. 7–62. Esposito, Fernando (2017): Zeitenwandel. Transformationen geschichtlicher Zeitlichkeit nach dem Boom - eine Einführung. In: Esposito, Fernando (Hg.): Zeitenwandel. Transformationen geschichtlicher Zeitlichkeit nach dem Boom. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, S. 762.10.13109/9783666301001.7Search in Google Scholar

Geppert, Alexander C. T./Kössler, Till (2015): Zeit-Geschichte als Aufgabe. In: Geppert, Alexander C. T./Kössler, Till (Hg.): Obsession der Gegenwart. Zeit im 20. Jahrhundert. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, S. 7–36. Geppert, Alexander C. T./Kössler, Till (2015): Zeit-Geschichte als Aufgabe. In: Geppert, Alexander C. T./Kössler, Till (Hg.): Obsession der Gegenwart. Zeit im 20. Jahrhundert. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, S. 736.10.13109/9783666364259.7Search in Google Scholar

Graf, Rüdiger (2008): Die Grenzen des Wachstums und die Grenzen des Staates. Konservative und die ökologischen Bedrohungsszenarien der frühen 1970er Jahre. In: Geppert, Dominik/Hacke, Jens (Hg.): Streit um den Staat. Intellektuelle Debatten in der Bundesrepublik 1960-1980. Göttingen, S. 207–228. Graf, Rüdiger (2008): Die Grenzen des Wachstums und die Grenzen des Staates. Konservative und die ökologischen Bedrohungsszenarien der frühen 1970er Jahre. In: Geppert, Dominik/Hacke, Jens (Hg.): Streit um den Staat. Intellektuelle Debatten in der Bundesrepublik 1960-1980. Göttingen, S. 207228.10.13109/9783666367588.207Search in Google Scholar

Graf, Rüdiger (2014): Öl und Souveränität. Petroknowledge und Energiepolitik in den USA und Westeuropa in den 1970er Jahren. Berlin: De Gruyter Oldenbourg. Graf, Rüdiger (2014): Öl und Souveränität. Petroknowledge und Energiepolitik in den USA und Westeuropa in den 1970er Jahren. Berlin: De Gruyter Oldenbourg.10.1515/9783110348750Search in Google Scholar

Graf, Rüdiger/ Herzog, Benjamin (2016): Von der Geschichte der Zukunftsvorstellungen zur Geschichte ihrer Generierung. Probleme und Herausforderungen des Zukunftsbezugs im 20. Jahrhundert. In: Geschichte und Gesellschaft 42, H. 3, S. 497–515. Graf, Rüdiger/ Herzog, Benjamin (2016): Von der Geschichte der Zukunftsvorstellungen zur Geschichte ihrer Generierung. Probleme und Herausforderungen des Zukunftsbezugs im 20. Jahrhundert. In: Geschichte und Gesellschaft 42, H. 3, S. 497515.10.13109/gege.2016.42.3.497Search in Google Scholar

Grunwald, Armin (2010): Technikfolgenabschätzung - eine Einführung. 2. Auflage. Berlin: Ed. Sigma. Grunwald, Armin (2010): Technikfolgenabschätzung - eine Einführung. 2. Auflage. Berlin: Ed. Sigma.10.5771/9783845271057Search in Google Scholar

Haff, Peter K. (2014): Humans and Technology in the Anthropocene. Six Rules. In: The Anthropocene Review 1, H. 2, S. 126–136. Haff, Peter K. (2014): Humans and Technology in the Anthropocene. Six Rules. In: The Anthropocene Review 1, H. 2, S. 126136.10.1177/2053019614530575Search in Google Scholar

Haumann, Sebastian (2019): Zwischen „Nachhaltigkeit“ und „Anthropozän“. Neue Tendenzen in der Umweltgeschichte. In: Neue Politische Literatur 64, H. 2, S. 295–326. Haumann, Sebastian (2019): Zwischen „Nachhaltigkeit“ und „Anthropozän“. Neue Tendenzen in der Umweltgeschichte. In: Neue Politische Literatur 64, H. 2, S. 295326.10.1007/s42520-019-00089-1Search in Google Scholar

Herbert, Ulrich (2007): Europe in High Modernity. Reflections on a Theory of the 20th Century. In: Journal of Modern European History / Zeitschrift für moderne Europäische Geschichte / Revue d‘histoire européenne contemporaine 5, H. 1, S. 5–21. Herbert, Ulrich (2007): Europe in High Modernity. Reflections on a Theory of the 20th Century. In: Journal of Modern European History / Zeitschrift für moderne Europäische Geschichte / Revue d‘histoire européenne contemporaine 5, H. 1, S. 521.10.17104/1611-8944_2007_1_5Search in Google Scholar

Herbert, Ulrich (2017): Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert. 2. Auflage. München: C.H. Beck. Herbert, Ulrich (2017): Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert. 2. Auflage. München: C.H. Beck.10.17104/9783406708428Search in Google Scholar

Hölscher, Lucian (2016): Heute war damals keine Zukunft. Dimensionen einer Historischen Zukunftsforschung im 20. Jahrhundert. In: Becker, Frank/Scheller, Benjamin/Schneider, Ute (Hg.): Die Ungewissheit des Zukünftigen. Kontingenz in der Geschichte. Frankfurt: Campus Verlag, S. 79–94. Hölscher, Lucian (2016): Heute war damals keine Zukunft. Dimensionen einer Historischen Zukunftsforschung im 20. Jahrhundert. In: Becker, Frank/Scheller, Benjamin/Schneider, Ute (Hg.): Die Ungewissheit des Zukünftigen. Kontingenz in der Geschichte. Frankfurt: Campus Verlag, S. 7994.Search in Google Scholar

Hornborg, Alf (2015): The Political Ecology of the Technocene. In: Hamilton, Clive/Bonneuil, Christophe/Gemenne, François (Hg.): The Anthropocene and the Global Environmental Crisis. London: Routledge, S. 57–69. Hornborg, Alf (2015): The Political Ecology of the Technocene. In: Hamilton, Clive/Bonneuil, Christophe/Gemenne, François (Hg.): The Anthropocene and the Global Environmental Crisis. London: Routledge, S. 5769.10.4324/9781315743424-5Search in Google Scholar

Horn, Eva (2011): Die Zukunft der Dinge. Imaginationen von Unfall und Sicherheit. In: Behemoth 4, H. 2, S. 27–57. Horn, Eva (2011): Die Zukunft der Dinge. Imaginationen von Unfall und Sicherheit. In: Behemoth 4, H. 2, S. 2757.Search in Google Scholar

Horn, Eva (2014): Zukunft als Katastrophe. Frankfurt am Main: Fischer. Horn, Eva (2014): Zukunft als Katastrophe. Frankfurt am Main: Fischer.Search in Google Scholar

Horn, Eva/ Bergthaller, Hannes (2019): Anthropozän zur Einführung. Hamburg: Junius. Horn, Eva/ Bergthaller, Hannes (2019): Anthropozän zur Einführung. Hamburg: Junius.Search in Google Scholar

Hünemörder, Kai (2004): Die Heidelberger Studiengruppe für Systemforschung und der Aufstieg der Zukunftsforschung in den 1960er Jahren. In: TATuP - Zeitschrift für Technikfolgenabschätzung in Theorie und Praxis 13, H. 1, S. 8–15. Hünemörder, Kai (2004): Die Heidelberger Studiengruppe für Systemforschung und der Aufstieg der Zukunftsforschung in den 1960er Jahren. In: TATuP - Zeitschrift für Technikfolgenabschätzung in Theorie und Praxis 13, H. 1, S. 815.10.14512/tatup.13.1.8Search in Google Scholar

Kaiser, Mario (2015): Über Folgen. Technische Zukunft und politische Gegenwart. Weilerswist: Velbrück. Kaiser, Mario (2015): Über Folgen. Technische Zukunft und politische Gegenwart. Weilerswist: Velbrück.10.5771/9783845277271Search in Google Scholar

Kupper, Patrick (2003): Die „1970er-Diagnose“. Grundsätzliche Überlegungen zu einem Wendepunkt der Umweltgeschichte. In: Archiv für Sozialgeschichte 43, S. 325–348. Kupper, Patrick (2003): Die „1970er-Diagnose“. Grundsätzliche Überlegungen zu einem Wendepunkt der Umweltgeschichte. In: Archiv für Sozialgeschichte 43, S. 325348.Search in Google Scholar

Landwehr, Achim (2014): Alte Zeiten, neue Zeiten. Aussichten auf die Zeit-Geschichte. In: Landwehr, Achim (Hg.): Frühe Neue Zeiten. Zeitwissen zwischen Reformation und Revolution. Bielefeld: transcript Verlag, S. 9–40. Landwehr, Achim (2014): Alte Zeiten, neue Zeiten. Aussichten auf die Zeit-Geschichte. In: Landwehr, Achim (Hg.): Frühe Neue Zeiten. Zeitwissen zwischen Reformation und Revolution. Bielefeld: transcript Verlag, S. 940.Search in Google Scholar

Landwehr, Achim (2019): Wissensgeschichte. In: Füssel, Marian (Hg.): Wissensgeschichte. Stuttgart: Franz Steiner Verlag, S. 63–78. Landwehr, Achim (2019): Wissensgeschichte. In: Füssel, Marian (Hg.): Wissensgeschichte. Stuttgart: Franz Steiner Verlag, S. 6378.Search in Google Scholar

Lässig, Simone (2016): The History of Knowledge and the Expansion of the Historical Research Agenda. In: Bulletin of the German Historical Institute 59, S. 29–58. Lässig, Simone (2016): The History of Knowledge and the Expansion of the Historical Research Agenda. In: Bulletin of the German Historical Institute 59, S. 2958.Search in Google Scholar

McNeill, J. R. (2016): The Great Acceleration. An Environmental History of the Anthropocene Since 1945. Cambridge: Harvard University Press. McNeill, J. R. (2016): The Great Acceleration. An Environmental History of the Anthropocene Since 1945. Cambridge: Harvard University Press.Search in Google Scholar

Schanetzky, Tim (2007): Die große Ernüchterung. Wirtschaftspolitik, Expertise und Gesellschaft in der Bundesrepublik 1966 bis 1982. Berlin: DeGruyter. Schanetzky, Tim (2007): Die große Ernüchterung. Wirtschaftspolitik, Expertise und Gesellschaft in der Bundesrepublik 1966 bis 1982. Berlin: DeGruyter.10.1524/9783050086316Search in Google Scholar

Schmelzer, Matthias (2012): The Crisis Before the Crisis. The ‘Problems of Modern Society’ and the OECD, 1968-74. In: European Review of History: Revue europeenne d‘histoire 19, H. 6, S. 999–1020. Schmelzer, Matthias (2012): The Crisis Before the Crisis. The ‘Problems of Modern Society’ and the OECD, 1968-74. In: European Review of History: Revue europeenne d‘histoire 19, H. 6, S. 9991020.10.1080/13507486.2012.739148Search in Google Scholar

Schmelzer, Matthias (2016): The Hegemony of Growth. The OECD and the Making of the Economic Growth Paradigm. Cambridge: Cambridge University Press. Schmelzer, Matthias (2016): The Hegemony of Growth. The OECD and the Making of the Economic Growth Paradigm. Cambridge: Cambridge University Press.10.1017/CBO9781316452035Search in Google Scholar

Schmelzer, Matthias (2017): ‘Born in the Corridors of the OECD’. The Forgotten Origins of the Club of Rome, Transnational Networks, and the 1970s in Global History. In: Journal of Global History 12, H. 1, S. 26–48. Schmelzer, Matthias (2017): ‘Born in the Corridors of the OECD’. The Forgotten Origins of the Club of Rome, Transnational Networks, and the 1970s in Global History. In: Journal of Global History 12, H. 1, S. 2648.10.1017/S1740022816000322Search in Google Scholar

Schmidt-Gernig, Alexander (2002): Ansichten einer zukünftigen „Weltgesellschaft“. Westliche Zukunftsforschung der 60er und 70er Jahre als Beispiel einer transnationalen Expertenöffentlichkeit. In: Kaelble, Hartmut (Hg.): Transnationale Öffentlichkeiten und Identitäten im 20. Jahrhundert. Frankfurt/Main: Campus-Verl., S. 393–421. Schmidt-Gernig, Alexander (2002): Ansichten einer zukünftigen „Weltgesellschaft“. Westliche Zukunftsforschung der 60er und 70er Jahre als Beispiel einer transnationalen Expertenöffentlichkeit. In: Kaelble, Hartmut (Hg.): Transnationale Öffentlichkeiten und Identitäten im 20. Jahrhundert. Frankfurt/Main: Campus-Verl., S. 393421.Search in Google Scholar

Schmidt-Gernig, Alexander (2004): Forecasting the Future. Future Studies as International Networks of Social Analysis in the 1960s and 1970s in Western Europe and the United States. In: Gienow-Hecht, Jessica C. E. (Hg.): Culture and international history. 1. Auflage. New York: Berghahn Books, S. 157–173. Schmidt-Gernig, Alexander (2004): Forecasting the Future. Future Studies as International Networks of Social Analysis in the 1960s and 1970s in Western Europe and the United States. In: Gienow-Hecht, Jessica C. E. (Hg.): Culture and international history. 1. Auflage. New York: Berghahn Books, S. 157173.Search in Google Scholar

Seefried, Elke (2015): Zukünfte. Aufstieg und Krise der Zukunftsforschung 1945-1980. Berlin: De Gruyter. Seefried, Elke (2015): Zukünfte. Aufstieg und Krise der Zukunftsforschung 1945-1980. Berlin: De Gruyter.10.1515/9783110349122Search in Google Scholar

Seefried, Elke (2017): Globalized Science. The 1970s Futures Field. In: Centaurus 59, 1-2, S. 40–57. Seefried, Elke (2017): Globalized Science. The 1970s Futures Field. In: Centaurus 59, 1-2, S. 4057.10.1111/1600-0498.12150Search in Google Scholar

Seefried, Elke/ Hoffmann, Dierk (2018): Einleitung. In: Seefried, Elke/Hoffmann, Dirk (Hg.): Plan und Planung. Deutsch-deutsche Vorgriffe auf die Zukunft. Berlin u.a.: De Gruyter Oldenbourg, S. 7–34. Seefried, Elke/ Hoffmann, Dierk (2018): Einleitung. In: Seefried, Elke/Hoffmann, Dirk (Hg.): Plan und Planung. Deutsch-deutsche Vorgriffe auf die Zukunft. Berlin u.a.: De Gruyter Oldenbourg, S. 734.10.1515/9783110532609-001Search in Google Scholar

Stehr, Nico (2003): Wissenspolitik. Die Überwachung des Wissens. Frankfurt am Main: Suhrkamp. Stehr, Nico (2003): Wissenspolitik. Die Überwachung des Wissens. Frankfurt am Main: Suhrkamp.Search in Google Scholar

Trischler, Helmuth/Will, Fabienne (2017): Technosphere, Technocene and the History of Technology. In: Icon 23, S. 1–17. Trischler, Helmuth/Will, Fabienne (2017): Technosphere, Technocene and the History of Technology. In: Icon 23, S. 117.Search in Google Scholar

Uekötter, Frank (2003): Von der Rauchplage zur ökologischen Revolution. Eine Geschichte der Luftverschmutzung in Deutschland und den USA 1880-1970. 1. Auflage. Essen: Klartext-Verl. Uekötter, Frank (2003): Von der Rauchplage zur ökologischen Revolution. Eine Geschichte der Luftverschmutzung in Deutschland und den USA 1880-1970. 1. Auflage. Essen: Klartext-Verl.Search in Google Scholar

van Laak, Dirk (2008): Planung. Geschichte und Gegenwart des Vorgriffs auf die Zukunft. In: Geschichte und Gesellschaft 34, H. 3, S. 305–326. van Laak, Dirk (2008): Planung. Geschichte und Gegenwart des Vorgriffs auf die Zukunft. In: Geschichte und Gesellschaft 34, H. 3, S. 305326.10.13109/gege.2008.34.3.305Search in Google Scholar

van Laak, Dirk (2012): Technokratie im Europa des 20. Jahrhunderts. Eine einflussreiche „Hintergrundideologie“. In: Raphael, Lutz (Hg.): Theorien und Experimente der Moderne. Köln: Böhlau Verlag, S. 101–128. van Laak, Dirk (2012): Technokratie im Europa des 20. Jahrhunderts. Eine einflussreiche „Hintergrundideologie“. In: Raphael, Lutz (Hg.): Theorien und Experimente der Moderne. Köln: Böhlau Verlag, S. 101128.10.7788/boehlau.9783412214890.101Search in Google Scholar

Wang, Zuoyue (2008): In Sputnik‘s Shadow. The President‘s Science Advisory Committee and Cold War America. New Brunswick, N.J.: Rutgers University Press. Wang, Zuoyue (2008): In Sputnik‘s Shadow. The President‘s Science Advisory Committee and Cold War America. New Brunswick, N.J.: Rutgers University Press.Search in Google Scholar

Recommended articles from Trend MD

Plan your remote conference with Sciendo