1. bookVolume 73 (2015): Issue 5 (October 2015)
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Journal
eISSN
1869-4179
First Published
30 Jan 1936
Publication timeframe
6 times per year
Languages
German, English
access type Open Access

Universities and Demographic Change—Trends and Options

Published Online: 31 Oct 2015
Volume & Issue: Volume 73 (2015) - Issue 5 (October 2015)
Page range: 357 - 368
Received: 29 Apr 2015
Accepted: 24 Sep 2015
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eISSN
1869-4179
First Published
30 Jan 1936
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6 times per year
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German, English
Abstract

What are the effects of the expected demographic development for universities? Our analysis shows that the expected demographic change will affect regions and universities quite differently according to their location, status, and size. A decreasing number of students could particularly endanger the existence of small universities of applied sciences in regions with pronounced population decline. The link between the number of population and the number of students in a region is, however, not very close due to the spatial mobility of students. Hence, competition for students between universities will play an increasing role.

Keywords

Demographischer Wandel und Hochschullandschaft

Dieser Aufsatz beruht auf Arbeiten im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projektes „Hochschulstrategien für Beiträge zur Regionalentwicklung unter Bedingungen demographischen Wandels (RegDemo)“, das wir gemeinsam mit dem Institut für Wirtschaftsforschung Halle und dem Institut für Hochschulforschung an der Universität Halle-Wittenberg durchgeführt haben (Förderkennzeichen 01PW11011C). Zu einer ausführlicheren Darstellung der statistischen Analysen siehe Fritsch/Piontek (2015). Wir danken den anonymen Gutachtern für hilfreiche Verbesserungsvorschläge.

Diverse Studien prognostizieren für Deutschland in den kommenden Jahrzehnten einen deutlichen Bevölkerungsrückgang (BBSR 2014; Bomsdorf/Winkelhausen 2014; Salzmann/Skirbekk/Weiberg 2010; Frevel 2004). Insbesondere wird eine deutlich sinkende Anzahl junger Menschen erwartet. Dieser demographische Wandel stellt eine erhebliche Herausforderung für das Bildungssystem dar. Dabei stellt sich einmal die Frage, welche Nachfrage nach welchen Bildungsleistungen in Zukunft bestehen wird? Zum anderen ist zu fragen, wie das Bildungsangebot an diese Entwicklung angepasst werden kann? Da der demographische Wandel räumlich sehr differenziert ausgeprägt ist, stellen sich auch Standortfragen: Welche Einrichtungen an welchen Standorten sollten ihr Angebot auf welche Weise verändern? Sind Schließungen von Standorten zu erwarten?

Im Folgenden diskutieren wir Implikationen des demographischen Wandels für die Hochschullandschaft in Deutschland. Ausgangspunkt ist ein Überblick über die Entwicklung der Bevölkerung und der Anzahl der Studierenden von 1995 bis zur Gegenwart sowie die bis 2030 prognostizierte Ent-(wicklung (Abschnitt 2). Darauf baut die Darstellung der räumlichen Verteilung der Hochschulen (Abschnitt 3) auf und wir analysieren den Zusammenhang zwischen der Anzahl der Studierenden und der regionalen Bevölkerungs- entwicklung (Abschnitt 4). Gestützt auf diese Ergebnisse stellen wir Überlegungen zur Hochschul-Entwicklungsstrategie an (Abschnitt 5) und ziehen abschließend ein Fazit.

Entwicklung von Bevölkerung und Anzahl der Studierenden 1995–2030

Im Zeitraum 1995–2012 ist die Bevölkerungszahl in der Bundesrepublik Deutschland insgesamt um ca. 470 Tsd. Personen (0,57%) zurückgegangen (Tab. 1). Trotz dieses leichten Bevölkerungsrückganges hat sich die Anzahl der Studierenden an den deutschen Hochschulen in diesem Zeitraum um fast 30% erhöht. Dies betrifft insbesondere die Anzahl der Studierenden an Fachhochschulen, die um 76,8% angestiegen ist, während der Zuwachs an den Universitäten bei ,nur' 17,4% lag. Dieser Anstieg kann nur in sehr geringem Maße auf die Entwicklung der Bevölkerung im typischen Studierendenalter zwischen 19 und 25 Jahren zurückgeführt werden, die im Zeitraum 1995 bis 2012 lediglich um 3,4% zunahm. Der wesentliche Grund für die ansteigende Anzahl an Studierenden bestand vielmehr in der Zunahme des Anteils der Studierenden pro Jahrgang (Dohmen 2014; KMK 2014). Hierbei sind zweierlei Entwicklungen relevant. Zum einen hat in letzter Zeit die Bedeutung des Abiturs als Zugangsvoraussetzung für ein Hochschulstudium deutlich abgenommen (KMK 2012). Dies gilt insbesondere für die Zugangsberechtigung für ein Fachhochschulstudium, die zunehmend in schulischen und berufsbildenden Ausbildungsgängen erworben wird, die nicht zur allgemeinen Hochschulreife (Abitur) führen Kerst/Wolter 2014). Zum anderen ist auch der Anteil der Abiturienten, die ein Hochschulstudium aufnehmen, in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen (Schneider/Franke 2014).

Bevölkerungsentwicklung und Entwicklung der Studierendenzahlen von 1995 bis 2012 und Prognose bis 2030. (Quelle: BBSR 2014)

19952012Prognose 2025Prognose 2030
Bevölkerung gesamt81.820.00081.350.30079.971.40079.291.700
Bevölkerung 19–25 Jahre5.628.4005.649.8004.655.7004.507.000
Studienanfänger262.407495.088394.000

CHE (Bertold/Gabriel/Herdin et al. 2012)

n.v.
406.468

Dohmen (2014)

465.022

KMK (2014)

Studierende gesamt1.730.8542.248.452n.v.n.v.
Studierende an Universitäten1.365.8831.603.353n.v.n.v.
Studierende an Fachhochschulen364.971645.099n.v.n.v.

Angaben einschließlich privater und kirchlicher Hochschulen, Kunst- und Musikhochschulen, Verwaltungsfachhochschulen sowie Universitätskliniken

n.v. nicht verfügbar

Prognosen von:

Nach der Bevölkerungsprognose des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR 2014) wird die Anzahl der Personen im typischen Studierendenalter zwischen 19 und 25 Jahren von 2013 bis 2030 um 20,2% sinken. Inwiefern diese Entwicklung auch mit abnehmenden Zahlen an Studienanfängern und Studierenden einhergeht, hängt von der Studierendenquote pro Jahrgang ab, deren Prognose mit einem relativ hohen Grad an Unsicherheit verbunden ist (u. a. abhängig von der Studierneigung, der Anzahl der aus dem Ausland stammenden Studienanfänger sowie der Anzahl von durch berufliche Qualifikationen Studienberechtigten eines Jahrgangs). Dies dürfte der wesentliche Grund dafür sein, dass die vorausgesagten Werte in den verschiedenen Prognosen stark schwanken und permanent revidiert werden müssen.

Zumindest in den letzten Jahren und Jahrzehnten war eine ausgeprägte Tendenz zur Unterschätzung der Anzahl der Studienanfänger zu verzeichnen, weshalb die Prognosen meist in Richtung einer Erhöhung der Anzahl der Studienanfänger angepasst werden mussten. Beispielsweise lag die Prognose der Kultusministerkonferenz (KMK) zur Zahl der Studienanfänger aus dem Jahr 2012 für den Zeitraum 2012 bis 2025 bereits im Jahr 2014 um ca. 10% unterhalb des dann tatsächlich realisierten Wertes (KMK 2012; KMK 2014).

Dabei beziehen sich diese Prognosen jeweils auf die Anzahl der Studienanfänger, nicht auf die Anzahl der Studierenden insgesamt.

Ausgehend von ca. 495 Tsd. Studienanfängern im Jahr 2012 prognostiziert die Kultusministerkonferenz (KMK) (2014) einen kontinuierlichen Rückgang der Anzahl der Studienanfänger bis zum Jahr 2025 um ca. 30 Tsd. auf 465 Tsd. Das Forschungsinstitut für Bildungs- und Sozialökonomie erwartet bis zum Jahr 2025 einen deutlich stärkeren Rückgang der Anzahl der Studienanfänger, nämlich auf ca. 406 Tsd. (Dohmen 2014). Nach den Schätzungen des Centrums für Hochschulentwicklung (Berthold/Gabriel/Herdin et al. 2012) fällt die Anzahl der Studienanfänger im Jahr 2025 mit 394 Tsd. noch etwas niedriger aus. Unabhängig von solchen Unterschieden sind sich alle Prognosen aber insofern einig, dass die Anzahl der Studienanfänger bis zum Jahr 2019 in etwa konstant bleibt und erst dann abnehmen wird. Trotz der Unsicherheit hinsichtlich der Prognose der Verweildauer an den Hochschulen ist wohl davon auszugehen, dass die Anzahl der Studierenden an Universitäten und Fachhochschulen im Jahr 2025 etwas geringer sein wird als im Jahr 2012. Dennoch wird damit die Anzahl der Studienanfänger des Jahres 1995 –je nach Prognose – um 50 % bis mehr als 70 % übertroffen (Tab. 1)!

Die demographische Entwicklung verläuft regional nicht gleichförmig, sondern es bestehen ganz erhebliche Unterschiede. So betraf der leichte Bevölkerungsrückgang im Zeitraum 1995–2012 vor allem den ländlichen Raum, wo die Bevölkerungszahl um fast 4% sank, wohingegen sie in den städtischen Regionen um gut 1 % zunahm (Tab. 2).

Das regionale Raster für unsere Analysen sind die Raumordnungsregionen in der Abgrenzung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (siehe hierzu BBSR 2011). Als funktionale Raumeinheiten sind Raumordnungsregionen weitaus besser zur Analyse der demographischen Entwicklung geeignet als etwa Kreise und kreisfreie Städte. Insbesondere bilden sie auch die lokalen Einzugsbereiche von Hochschulen (hierzu Wank/Willige/Heine 2009) umfassender ab, als dies bei Kreisen der Fall ist.

Allerdings verlief die Entwicklung auch innerhalb der verschiedenen Raumtypen sehr differenziert: Wie aus Tab. 2 hervorgeht, gab es in jeder dieser Raumkategorien sowohl Regionen mit einem starken Bevölkerungszuwachs wie auch mit starkem Bevölkerungsrückgang. Dabei deutet der teilweise große Unterschied zwischen dem Wert des arithmetischen Mittels und dem Wert des Medians darauf hin, dass die Verteilung häufig durch einige extreme Werte für einzelne Regionen gekennzeichnet ist. Auch hinsichtlich der prognostizierten Bevölkerungsentwicklung gibt es in jeder der drei Raumkategorien Regionen mit einer starken prognostizierten Zunahme ebenso wie Regionen mit einem erwarteten relativ starken Bevölkerungsrückgang. Sowohl bei der Bevölkerungsentwicklung im Zeitraum 1995–2012 wie auch bei der prognostizierten Entwicklung ist der ländliche Raum im Durchschnitt besonders negativ betroffen. Demgegenüber hatten die städtischen Regionen während der letzten Jahrzehnte den größten Zuwachs zu verzeichnen und der bis zum Jahr 2030 prognostizierte Bevölkerungsrückgang fällt in dieser Raumkategorie vergleichsweise moderat aus.

Bevölkerungsentwicklung im Zeitraum 1995–2012 und prognostizierte Entwicklung 2013–2030 in verschiedenen Regionstypen (jeweils Veränderungen in Prozent). (Quelle: Eigene Berechnungen auf der Grundlage von BBSR 2014)

ZeitraumAnzahl RegionenArithmetisches MittelMedianMinimumMaximumStandardabweichung
1995–2012
Gesamt96–1,040,34–21,4112,987,66
Städtische Regionen240,871,26–8,2512,985,30
Verdichtete Regionen350,231,73–17,1111,237,11
Ländliche Regionen37–3,49–2,12–21,4110,238,89
2013–2030
Gesamt96–3,78–2,78–22,179,166,95
Städtische Regionen24–1,290,66–9,719,164,49
Verdichtete Regionen35–2,91–1,99–18,095,746,37
Ländliche Regionen37–6,20–4,52–22,178,008,09

Klassifikation der Raumordnungsregionen nach BBSR (2011)

Vergleicht man die regionale Bevölkerungsentwicklung im Zeitraum 1995–2012 mit der für den Zeitraum 2013– 2030 prognostizierten Entwicklung, so zeigt sich in der Regel ein enger positiver Zusammenhang.

Der Korrelationskoeffizient zwischen der prozentualen Änderung der Bevölkerung im Zeitraum 1995–2012 und der für den Zeitraum 2013–2030 prognostizierten Entwicklung beträgt für alle Regionen 0,977 (städtische Regionen: 0,957; Regionen mit Verdichtungsansätzen: 0,978; ländlicher Raum: 0,983). Sämtliche Korrelationskoeffizienten sind auf dem 1-%-Niveau statistisch signifikant.

Dies weist klar darauf hin, dass es sich bei der Bevölkerungsentwicklung in einer Region um einen langfristig stabilen Trend handelt.

Abbildung 1 zeigt neben der prognostizierten Bevölkerungsentwicklung für den Zeitraum 2013–2030 auch die regionale Verteilung der Hochschulstandorte im Jahr 2012. In dieser Darstellung sind Regionen mit einem prognostizierten Bevölkerungsverlust zwischen 2,5% und bis zu 7,5 % als schrumpfend, Regionen mit einem Rückgang von mehr als 7,5 % als stark schrumpfend klassifiziert. Als stabil werden Regionen bezeichnet, deren prognostizierte Bevölkerungszahl um maximal 2,5 % vom Status quo abweicht. Wachsende Regionen weisen einen Bevölkerungszuwachs von mehr als 2,5 und bis zu 7,5 % auf; Regionen mit einem prognostizierten Bevölkerungszuwachs von mehr als 7,5 % sind als stark wachsend klassifiziert. Nach dieser Einteilung weisen 67,5 % der ländlichen Regionen

Klassifikation des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR 2011).

eine schrumpfende oder stark schrumpfende Bevölkerung auf, während dieser Anteil bei den städtischen Regionen und bei den Regionen mit Verdichtungsansätzen mit 37,5% bzw. 42,9% deutlich geringer ausfällt. Viele der Regionen mit erwartetem Bevölkerungsrückgang befinden sich im Osten und der Mitte Deutschlands; die Regionen mit erwartetem Bevölkerungszuwachs sind in Bayern und in Baden-Württemberg konzentriert.

Abb. 1

Hochschulstandorte 2012 und prognostizierte Bevölkerungsentwicklung 2013–2030 in den Raumordnungsregionen (BBSR 2014)

Überblick über die Hochschullandschaft in Deutschland

Die deutsche Hochschullandschaft ist sehr breit gefächert.

Alle Angaben zu Hochschulen und Studierenden beruhen auf Sonderauswertungen der Hochschulstatistik des Statistischen Bundesamtes, aus der uns Angaben für den Zeitraum 1992 bis 2012 vorliegen. Zur amtlichen Hochschulstatistik siehe https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/BildungForschungKultur/Methoden/Methodisches.html (09.01.2015). Angaben aus der Hochschulstatistik werden etwa in der Fachserie 11, Reihe 4 des Statistischen Bundesamtes publiziert; siehe https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/BildungForschungKultur/ThemaBildungForschungKultur.htm (02.09.2015).

So gab es 2012 über 400 Hochschulstandorte (Universitäten, Fachhochschulen, Kunst- und Musikhochschulen sowie Verwaltungsfachhochschulen) (Statistisches Bundesamt 2013). Wir betrachten ausschließlich die staatlichen Hochschulen und schließen die Kunst- und Musikhochschulen sowie die Verwaltungsfachhochschulen von der Betrachtung aus, da sie aufgrund ihrer spezifischen Fächerstruktur nicht mit den anderen Hochschulstandorten vergleichbar sind. Des Weiteren werden die Universitätskliniken nicht einbezogen, da sie spezielle Aufgaben wahrnehmen und eine von anderen Hochschulen stark abweichende Personal-, Studierenden- und Finanzierungsstruktur aufweisen. Insgesamt gehen 270 Hochschulstandorte (94 Universitäts- und 176 Fachhochschulstandorte) in die Betrachtung ein. Wenn Hochschulen mehrere Standorte haben, werden diese jeweils separat betrachtet, da sich diese Standorte in verschiedenen Raumordnungsregionen befinden können und dort eventuell eine jeweils andere Bedeutung für die Bevölkerung, Wirtschaft und Wissenschaft haben. Beispiele für Hochschulen mit Standorten in unterschiedlichen Regionen sind etwa die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, die Duale Hochschule Baden-Württemberg oder die Hochschule Magdeburg-Stendal.

Im Zeitraum 1996 bis 2012 wurden 15 Standorte geschlossen (12 Fachhochschulstandorte, 3 Standorte von Universitäten). Neu hinzu kamen 33 Standorte (32 Fachhochschulstandorte und 1 Universitätsstandort). Einen großen Anteil an den neuen Standorten hat die Duale Hochschule Baden-Württemberg (12 Standorte), die im Jahr 2006 aus den bestehenden Berufsakademien gebildet wurde (Quelle: eigene Auswertungen der Hochschulstatistik des Statistischen Bundesamtes).

Die Hochschulstatistik des Statistischen Bundesamtes weist die Anzahl der Studierenden und Mitarbeiter nach zehn Fächergruppen

Bei diesen zehn Fächergruppen handelt es sich um Sprach- und Kulturwissenschaften; Sport; Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften; Mathematik, Naturwissenschaften; Humanmedizin, Gesundheitswissenschaften; Veterinärmedizin; Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften; Ingenieurwissenschaften sowie Kunst und Kunstwissenschaften.

aus. Die Anzahl der Fächergruppen stellt ein Maß dafür dar, wie breit ein Hochschulstandort in fachlicher Hinsicht aufgestellt ist. Bei Universitäts-Standorten liegt die Anzahl der angebotenen Fächergruppen zwischen 1 und 9 (Mittelwert: 5,8; Median: 6) und bei den Fachhochschulstandorten zwischen 1 und 7 (Mittelwert: 3,4; Median: 3). Dieser deutliche Unterschied in der Anzahl der Fächergruppen zeigt eindeutig, dass die Fachhochschulstandorte im Durchschnitt wesentlich stärker spezialisiert sind. Zwischen der Anzahl der Fächergruppen und der Anzahl der Studierenden an einem Standort besteht ein deutlich positiver Zusammenhang, was anzeigt, dass große Hochschulstandorte im Vergleich zu kleineren Standorten in der Regel ein deutlich vielfältigeres Studienangebot aufweisen.

Für Universitäten beträgt der entsprechende Korrelationskoeffizient 0,50, bei den Fachhochschulen liegt er bei 0,67. Sämtliche hier genannten Unterschiede zwischen den Fachhochschulen und Universitäten sowie die Korrelationskoeffizienten sind auf dem 1-%-Niveau statistisch signifikant.

Aufgrund der jeweils unterschiedlichen Gewichtung von Forschung und Lehre unterscheiden wir zwischen Universitäten und Fachhochschulen. Um die starken Unterschiede der Größe von Hochschulen zumindest ansatzweise zu berücksichtigen, klassifizieren wir darüber hinaus anhand der Anzahl der Studierenden in

große Universitäten mit mehr als 10.000 Studierenden,

kleine Universitäten mit weniger als 10.000 Studierenden,

große Fachhochschulen mit mehr als 5.000 Studierenden sowie

kleine Fachhochschulen mit weniger als 5.000 Studierenden.

Die Anzahl der Studierenden korreliert stark mit anderen Charakteristika einer Hochschule wie etwa der Anzahl der Fächergruppen, der Anzahl der Mitarbeiter, der Höhe der Drittmittel usw. Bei der Wahl des Größenkriteriums wurde darauf geachtet, dass die Einteilung auch hinsichtlich dieser anderen Charakteristika sinnvoll ist. Während die großen Universitäten im Mittel 6,7 Fächergruppen aufweisen, ist die Anzahl der Fächergruppen bei den kleineren Universitäten mit 4,5 deutlich geringer. Große Fachhochschulen weisen im Mittel 4,8 Fächergruppen auf; bei den kleinen Fachhochschulen sind es im Mittel 3 Fächergruppen. Zwar unterscheiden sich die als Technische Universitäten bezeichneten Hochschulen hinsichtlich des dort vertretenen Fächerspektrums tendenziell von anderen Universitäten, allerdings ist dieser Unterschied fließend und insbesondere bei den großen Technischen Universitäten, die in aller Regel auch Ausbildungsangebote in den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften aufweisen, relativ gering. Da sich anhand der Fächerstruktur kaum eine plausible Abgrenzung der Technischen Universitäten finden lässt, verzichten wir auf die Bildung einer gesonderten Kategorie.

Tabelle 3 enthält Angaben zur Verteilung der Hochschulstandorte und der Studierenden auf die verschiedenen Typen von Raumordnungsregionen in der Klassifikation des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR 2011).

Da die Mehrheit der Studierenden in Deutschland eine Entfernung von bis zu 50 km zwischen dem Heimatort und dem Hochschulstandort in Kauf nimmt (Wank/Willige/Heine 2009), wären Kreise als Analyseeinheit zu kleinräumig abgegrenzt. Die in Tab. 3 angegebene Anzahl der Studierenden im Jahr 2012 fällt um etwas mehr als 77 Tsd. geringer aus als der entsprechende Wert in Tab. 1, da wir – wie bereits erwähnt - die privaten und kirchlichen Hochschulen, Kunst- und Musikhochschulen, Verwaltungshochschulen sowie die Universitätskliniken in unserer Analyse ausschließen.

Demnach sind die Studierenden deutlich auf die städtischen Regionen (ca. 59% aller Studierenden) und auf die Regionen mit Verdichtungsansätzen (28,8 % aller Studierenden) konzentriert. Demgegenüber ist die räumliche Verteilung der Hochschulen, insbesondere der Fachhochschulen, rein von der Anzahl her wesentlich gleichmäßiger. Lediglich in fünf Raumordnungsregionen (5,2% aller Raumordnungsregionen) war im Jahr 2012 kein Standort einer staatlichen Hochschule vorhanden. In 32 Raumordnungsregionen (33,3%) gab es keine Universität und in 11 Raumordnungsregionen (11,5%) existierte kein Standort einer Fachhochschule. Aus der vergleichsweise starken Konzentration der Studierenden auf die städtischen Regionen und der wesentlich gleichmäßigeren Verteilung der Hochschulstandorte ergibt sich, dass die Anzahl der Studierenden pro Hochschule in den Verdichtungsgebieten relativ hoch ausfällt. Entsprechend befinden sich die kleineren Hochschulen, insbesondere kleinere Fachhochschulen, vorwiegend im ländlichen Raum (Tab. 3).

Verteilung der Hochschulstandorte und Studierendenzahlen auf Regionstypen im Jahr 2012. (Quelle: Eigene Berechnungen auf der Grundlage der Hochschulstatistik des Statistischen Bundesamtes)

Städtische RegionenRegionen mit VerdichtungsansätzenLändlicher RaumInsgesamt
Große UniversitätenAnzahl27191157
Hochschulen
Anzahl803.322394.393172.3371.370.052
Studierende
Kleine UniversitätenAnzahl1516637
Hochschulen
Anzahl60.87568.82726.772156.474
Studierende
Große FachhochschulenAnzahl2611441
Hochschulen
Anzahl228.82570.71426.697326.236
Studierende
KleineAnzahl355743135
FachhochschulenHochschulen
Anzahl80.874133.266103.992318.132
Studierende
InsgesamtAnzahl10310364270
Hochschulen
Anzahl1.173.896667.200329.7982.170.894
Studierende

Klassifikation der Raumordnungsregionen nach BBSR (2011). Angaben ohne Studierende an privaten und kirchlichen Hochschulen, Kunst- und Musikhochschulen, Verwaltungsfachhochschulen sowie an Universitätskliniken

Im Jahr 2012 lagen 84 der 270 Hochschulstandorte in Regionen, die im Zeitraum 1995–2012 einen Bevölkerungsrückgang zu verzeichnen hatten. Bezogen auf die prognostizierte Bevölkerungsentwicklung im Zeitraum 2013–2030 sind dies 125 Standorte (Tab. 4). Dabei handelt es sich um 73 kleine Fachhochschulen, 14 große Fachhochschulen sowie 13 kleine und 25 große Universitäten.

Anzahl der Hochschulstandorte und regionale Bevölkerung – Vergleich der Entwicklung 1995–2012 und der prognostizierten Entwicklung für 2013–2030

Große UniversitätKleine UniversitätGroße FachhochschuleKleine FachhochschuleInsgesamt
Stark gewachsen/zukünftig stark wachsend6/23/21/19/119/6
Gewachsen/zukünftig wachsend17/715/518/340/2290/37
Stabil/künftig stabil17/238/1715/2337/3977/102
Geschrumpft/zukünftig schrumpfend9/147/44/1018/3938/67
Stark geschrumpft/zukünftig stark schrumpfend8/114/93/431/3446/58
Insgesamt573741135270

Stark gewachsen: Veränderung der Bevölkerungszahl > 7,5 %; gewachsen: 2,5 bis 7,5 %; stabil: –2,5 bis 2,5 %; geschrumpft: –2,5 bis –7,5 %; stark geschrumpft: < –7,5%. Derjeweils erste Wert bezieht sich auf die Bevölkerungsentwicklung 1995–2012; der jeweils zweite Wert bezieht sich auf die für den Zeitraum 2013–2030 prognostizierte Bevölkerungsentwicklung

Bei einer Betrachtung der Anzahl der Fächergruppen für die verschiedenen Arten von Hochschulen und nach Regionstyp (siehe hierzu Fritsch/Piontek 2015) fällt auf, dass mehr als die Hälfte aller Fachhochschulstandorte (98 von 176) in nicht mehr als drei Fächergruppen ausbildet; in 50 Fachhochschulen sind es nur eine oder zwei Fächergruppen.

Zu diesen sehr spezialisierten Hochschulen zählen unter anderem die Archivschule Marburg und die Hochschule für Gesundheit Bochum.

Generell lässt sich feststellen, dass die Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften bei diesen Fachhochschulen mit einer geringen Anzahl an Fächergruppen eine herausragende Rolle spielen. Häufig anzutreffen ist auch die Kombination dieser Fächer mit Ingenieurwissenschaften oder Mathematik und Naturwissenschaften. Mit diesen weit verbreiteten Fächerkombinationen stehen die Fachhochschulen nicht nur in Konkurrenz untereinander, sondern auch gegenüber den Universitäten, die neben diesen Fächern meist auch weitere Fächer anbieten. Gut die Hälfte der Fachhochschulen mit nicht mehr als drei Fächergruppen

(50 Fachhochschulen) befindet sich in Regionen, für die bis zum Jahr 2030 ein Bevölkerungsrückgang von mehr als 2,5 % vorausgesagt wird. Knapp die Hälfte dieser Fachhochschulen (24 Fachhochschulen) hat einen Standort in ländlich geprägten Regionen. Von den 94 Universitäten weisen lediglich 15 maximal drei Fächergruppen auf, wobei es sich ausschließlich um kleine Universitäten handelt. Weniger als die Hälfte davon (6 von 15) liegt in zukünftig schrumpfenden Regionen.

Sehr spezialisierte kleine Universitäten mit einer oder zwei Fächergruppen sind z. B. die Deutsche Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer, die Tierärztliche Hochschule Hannover, die HafenCity Universität Hamburg oder Nebenstandorte der Universität Kassel in Witzenhausen oder der Johannes Gutenberg-Universität in Germersheim.

Die überwiegende Mehrzahl aller Universitäten (79 von 94) bietet mindestens vier Fächergruppen an.

Regionale Bevölkerungsstruktur, Bevölkerungsentwicklung und Anzahl der Studierenden

Korrelationsrechnungen zwischen der regionalen Bevölkerungszahl und der Anzahl der Studierenden zeigen einen engen statistischen Zusammenhang. So ergibt sich für das Jahr 2012 auf der Ebene von Raumordnungsregionen ein Korrelationskoeffizient von 0,8261 (städtische Regionen: 0,6785; Regionen mit Verdichtungsansätzen: 0,5945; ländlicher Raum: 0,7318)

Sämtliche Korrelationskoeffizienten sind auf dem 1–%-Niveau statistisch signifikant.

. Ähnlich hohe Werte erhält man, wenn man nur die Bevölkerung im typischen Studierendenalter zwischen 19 und 25 Jahren betrachtet. Solche hohen Korrelationen bedeuten aber noch nicht, dass zwischen regionaler Bevölkerungsentwicklung und der Anzahl der Studierenden ein kausaler Zusammenhang besteht, denn es könnte ja schließlich sein, dass ein wesentlicher Teil der Studierenden aus anderen Regionen zugewandert ist.

Einen ersten indirekten Hinweis auf die Relevanz der Zuwanderung von Studierenden aus anderen Regionen erhält man, wenn man Änderungsraten der regionalen Bevölkerungsentwicklung mit der prozentualen Entwicklung der Anzahl der Studierenden in Beziehung setzt. Für den Zeitraum 1995–2012

Diese Zeitperiode wird deshalb gewählt, weil hierfür entsprechende Angaben konsistent für alle Raumordnungsregionen vorliegen und dieser Zeitraum mit 17 Jahren ebenso lang ist wie die Periode, auf die sich die prognostizierte Bevölkerungsentwicklung bezieht (2013– 2030).

ergibt sich hier über alle Raumordnungsregionen ein Korrelationskoeffizient von 0,1302 (städtische Regionen: –0,3777; Regionen mit Verdichtungsansätzen: 0,2488; ländlicher Raum: 0,2430)

Keiner dieser Korrelationskoeffizienten ist auf dem 5-%-Niveau statistisch signifikant.

. Zwischen der Entwicklung der regionalen Bevölkerung im Alter zwischen 19 und 25 Jahren und der Entwicklung der Anzahl der Studierenden ist die Korrelation noch schwächer ausgeprägt. Dieses Ergebnis legt den Schluss nahe, dass die regionale Bevölkerungsentwicklung und die Entwicklung der Anzahl der Studierenden während des Untersuchungszeitraumes weitgehend entkoppelt waren.

Die geringe Korrelation zwischen der Entwicklung der regionalen Bevölkerung im Alter zwischen 19 und 25 Jahren und der Entwicklung der Anzahl der Studierenden ist insofern bemerkenswert, als bei einem Anstieg der Anzahl der Studierenden ja insbesondere die Bevölkerungszahl in diesem Alterssegment ebenfalls zunehmen müsste. Der wesentliche Grund dafür, dass sich dieser Effekt nicht stärker in den Daten niederschlägt, besteht offenbar darin, dass Studierende nur dann zur Bevölkerung gezählt werden, wenn sie ihren Hauptwohnsitz am Hochschulstandort angemeldet haben. Aus diesem Grunde werden viele der aus anderen Regionen stammenden Studierenden statistisch nicht der regionalen Bevölkerung zugerechnet.

Der wesentliche Grund für eine weitgehende Entkoppelung der regionalen Bevölkerungsentwicklung und der Anzahl der Studierenden besteht offensichtlich in der räumlichen Mobilität der Studierenden. Je höher die Mobilität der Studierenden, desto stärker kann die Entwicklung der Studierendenzahlen als losgelöst von der Bevölkerungsentwicklung in einer Region angesehen werden.

Im Prinzip könnte ein weiterer Grund für eine solche Entkoppelung darin bestehen, dass Veränderungen in der Zugangsberechtigung zum Hochschulstudium regional differenziert wirken.

Insbesondere die Hochschulen in den ostdeutschen Flächenländern konnten in den letzten Jahren die Effekte einer schrumpfenden Bevölkerung über Zuwanderung von Studierenden aus anderen Regionen kompensieren (Eck/Gralka/Heller 2015).

Die Mehrzahl der Studierenden hat ihre Zugangsberechtigung für die Hochschule in dem Bundesland erworben, in dem sie die Hochschule besuchen.

Da die Hochschulstatistik lediglich das Bundesland ausweist, in dem die Zugangsberechtigung zum Hochschulstudium erworben wurde, ist hier keine Analyse für kleinere Raumeinheiten möglich.

Für alle Hochschulen und Standorte zusammen genommen liegt dieser Anteil bei 62,5 % (Tab. 5). Dieser Anteil fällt für die Studierenden an Fachhochschulen mit ca. 67% (kleine Fachhochschulen: 66 %; große Fachhochschulen: 69 %) höher aus als für die Studierenden an Universitäten, wo er knapp 55% (kleine Universitäten: 50%; große Universitäten: 58%) beträgt. Dies ist ein eindeutiger Hinweis darauf, dass die Studierenden an Universitäten bei der Wahl ihres Studienortes räumlich mobiler sind als die Studierenden an Fachhochschulen. Universitäten weisen auch einen deutlich höheren Anteil an Studierenden aus dem Ausland auf. Hinsichtlich der Herkunft der Studierenden sind keine signifikanten Besonderheiten für einzelne Raumtypen feststellbar.

Herkunft der Studierenden 2012 (Anteile in Prozent). (Quelle: Eigene Berechnungen auf der Grundlage der Hochschulstatistik des Statistischen Bundesamtes)

Anteil der Studierenden ausAnteil der StudierendenGesamtStädtische RegionenRegionen mit VerdichtungsansätzenLändlich geprägt
gleichem BundeslandInsgesamt62,565,063,856,4
An Universitäten54,656,757,144,0
An Fachhochschulen66,870,867,260,8
angrenzendem BundeslandInsgesamt19,315,519,325,2
An Universitäten21,618,021,630,6
An Fachhochschulen18,013,818,123,2
nicht angrenzendemInsgesamt11,111,99,812,2
BundeslandAn Universitäten14,215,412,315,2
An Fachhochschulen9,59,48,511,1
dem AuslandInsgesamt7,17,67,16,3
An Universitäten9,69,99,010,2
An Fachhochschulen5,75,96,14,9

Klassifikation der Raumordnungsregionen nach BBSR (2011). Angaben ohne Studierende an privaten und kirchlichen Hochschulen, Kunst- und Musikhochschulen, Verwaltungsfachhochschulen sowie an Universitätskliniken

Die Anzahl der Studierenden hat in allen Hochschultypen in der Periode 1996–2012 zugenommen (ausführlicher hierzu Fritsch/Piontek 2015). Ein solcher Zuwachs war in allen drei Verdichtungsgrad–Typen zu verzeichnen. Zwar sind die großen Standorte der Universitäten und Fachhochschulen absolut gesehen stärker gewachsen, allerdings weisen die kleinen Standorte eine höhere Steigerungsrate auf. Eindeutig rückläufig ist die Entwicklung des Anteils der Studierenden mit einer Hochschulzulassung aus demselben Bundesland, während der Anteil von ausländischen Studierenden sowie von Studierenden mit Hochschulzulassung aus anderen Bundesländern zugenommen hat. Die gestiegenen Anteile der Studierenden mit in anderen Bundesländern erworbener Hochschulzulassung weisen auf eine zunehmende räumliche Mobilität der Studierenden innerhalb Deutschlands hin. Hiervon profitierten insbesondere die Hochschulstandorte in ländlichen Regionen, bei denen im Jahr 2012 nur etwas mehr als die Hälfte (56,4 %) der Studierenden aus demselben Bundesland kam (Tab. 5). Gründe für diese Wanderungen können sowohl Push- als auch Pull-Faktoren

Solche Faktoren wären etwa doppelte Abiturjahrgänge, das Aussetzen der Wehrpflicht, die zeitweilige Einführung von Studiengebühren sowie Überfüllung von Hochschulen in bevölkerungsreichen Bundesländern.

sein. Möglicherweise haben viele Hochschulen in ländlichen Gebieten ein besonderes Profil und bieten Fächer bzw. Fächerkombinationen an, die an anderen Standorten nicht vorhanden sind. Weiterhin könnte es sein, dass die Studienbedingungen in ländlich geprägten Räumen (u. a. bessere Betreuungsrelationen) als besonders positiv empfunden werden.

Ein Vergleich der Angaben für die Regionen mit Bevölkerungsrückgang mit den Angaben für die Regionen mit konstanter oder zunehmender Bevölkerung (Fritsch/Piontek 2015) zeigt, dass die Hochschulen in geschrumpften Regionen im Durchschnitt kleiner sind als Standorte in anderen Regionen. Bemerkenswert ist dabei, dass sie (mit Ausnahme der kleinen Fachhochschulen) im Zeitverlauf stärker gewachsen sind als die Hochschulen in den Regionen mit konstanter oder zunehmender Bevölkerung (siehe hierzu Tab. 6). Der Anstieg der Studierendenzahlen in den vergangenen Jahren hat also durch die Mobilität der Studierenden die Regionen mit abnehmender Bevölkerung besonders stark erreicht.

Eng verknüpft mit der Anzahl der Studierenden an einem Standort ist die Anzahl der Hochschulmitarbeiter. Hochschulen, die einen besonders starken Anstieg der Studierendenzahlen zu verzeichnen hatten, weisen auch einen überdurchschnittlichen Zuwachs bei der Anzahl der Professoren und der wissenschaftlichen Mitarbeiter auf. Dies betraf insbesondere die Fachhochschulen. Während bei den Universitäten ein moderater Anstieg des wissenschaftlichen Personals (Professoren plus wissenschaftliche Mitarbeiter) festzustellen war, hat sich die Anzahl des wissenschaftlichen Personals an den Fachhochschulen teilweise mehr als verdoppelt. An den Fachhochschulen wurde auf den Anstieg der Studierendenzahlen also wesentlich stärker mit Neueinstellungen reagiert als an den Universitäten (ausführlicher hierzu Fritsch/Piontek 2015).

Entwicklung der Studierendenzahlen an Hochschulstandorten und Bevölkerungsentwicklung (im Durchschnitt, 2012). (Quelle: Eigene Berechnungen auf der Grundlage der Hochschulstatistik des Statistischen Bundesamtes)

GesamtGroße UniversitätKleine UniversitätGroße FachhochschuleKleine Fachhochschule
Bundesrepublik Deutschland insgesamt
Studierende 1996700221.157277356361274
Studierende 2012893324.036428380202668
Änderungsrate (%)27,613,654,542,3109,4
Nur Regionen mit konstanter oder zunehmender Bevölkerung 1996–2012
Studierende 1996790823.283302459311298
Studierende 2012969425.535427182502743
Änderungsrate (%)22,69,741,239,1111,3
Nur Regionen mit Bevölkerungsrückgang 1996–2012
Studierende 1996504416.154220242871236
Studierende 2012728920.510430869712546
Änderungsrate (%)44,527,095,662,6106,0

Angegeben ist jeweils die durchschnittliche Anzahl der Studierenden pro Hochschulstandort in dem betreffenden Jahr. Die Hochschulen sind entsprechend ihrer Größe im Endjahr der Betrachtung (2012) klassifiziert. Angaben ohne Studierende an privaten und kirchlichen Hochschulen, Kunst- und Musikhochschulen, Verwaltungsfachhochschulen sowie an Universitätskliniken

Demographische Entwicklung und Hochschulentwicklungsstrategie

Die verschiedenen Prognosen zur Entwicklung der Anzahl der Studierenden zeigen eindeutig, dass bis zum Jahr 2025 nicht mit einem wesentlichen Rückgang der Studierendenzahlen insgesamt gerechnet werden muss (vgl. Tab. 1). Hochschulen in Regionen, in denen die Bevölkerung bereits während der letzten Jahre deutlich geschrumpft ist, konnten den Rückgang an Studierenden aus ihrem direkten räumlichen Umfeld bisher recht erfolgreich durch Studienanfänger aus anderen Regionen und dem Ausland kompensieren (siehe hierzu etwa Eck/Gralka/Heller 2015).

Sollte die Anzahl der Studierenden allerdings sinken, dann hängen die Konsequenzen für die Hochschulen entscheidend von der Rolle ab, die ihnen von der Politik zugewiesen wird. Entsprechend den drei „Missionen“ der Hochschulen – Lehre, Forschung und Transfer – kann man zwischen einer ausbildungsorientierten, einer forschungsorientierten und einer transferorientierten Hochschulstrategie unterscheiden.

Im Zentrum einer ausbildungs- bzw. versorgungsorientierten Strategie steht die Bereitstellung von Studienplätzen bzw. die Versorgung mit Studienabschlüssen. Der Ausbau des Hochschulsystems in den letzten Jahrzehnten erfolgte weitgehend versorgungsorientiert mit dem Ziel, Studienplätze in ausreichender Anzahl bereitzustellen. Ebenso stellt die bewusste Inkaufnahme der seit Langem bestehenden Überlast der Hochschulen einen Ausfluss einer versorgungsorientierten Strategie dar, nämlich als „Untertunnelung eines Studentenberges“, von dem während der letzten Jahrzehnte vermutet wurde und weiterhin vermutet wird, dass dessen Ausmaß in absehbarer Zukunft wieder das „Normalniveau“ erreicht.

Eine forschungsorientierte Strategie misst den Hochschulen neben ihrer Rolle als Ausbildungseinrichtungen auch eine erhebliche Bedeutung für die Forschung und den wissenschaftlichen Fortschritt bei. Die Anzahl der Studierenden hat im Rahmen einer solchen Strategie einen wesentlich geringeren Stellenwert als bei einer rein ausbildungsorientierten Strategie.

Bei einer transferorientierten Strategie stehen die Wirkungen der Hochschulen im Vordergrund. Dabei geht es neben dem Wissenstransfer durch Ausbildung von Studierenden insbesondere um Forschungskooperationen, Beratung und sonstige Leistungen der Hochschulen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang insbesondere auch die „Antennenfunktion“ der Hochschulen, die darin besteht, dass sie in überregionale Wissensströme integriert sind und dieses Wissen für die in der betreffenden Region ansässigen Akteure verfügbar machen. Darüber hinaus kann in diesem Zusammenhang die Kommerzialisierung von Wissen durch Unternehmensgründungen von Studierenden und Hochschulmitarbeitern eine wichtige Rolle spielen (ausführlicher hierzu Fritsch 2015).

Steht die ausbildungs- bzw. versorgungsorientierte Strategie im Vordergrund, so könnte ein Rückgang der Anzahl der Studierenden für die Politik ein Anlass sein, über eine Anpassung der Kapazitäten nachzudenken. Dabei stellt sich allerdings die Frage, was als „Normalauslastung“ der Hochschulen angesehen und angestrebt wird? Vergleicht man etwa die Ausstattung und Auslastung der Hochschulen heute mit der Zeit Ende der 1960er-Jahre, als sich der sogenannte ,Studentenberg' herauszubilden begann, dann erscheint ein Rückbau der Kapazitäten in keiner Weise zwingend! Die Notwendigkeit eines solchen Rückbaus der Kapazitäten zu behaupten, hieße, die große Überlast der Hochschulen mit ihren gravierenden Folgen für die Qualität von Ausbildung und Forschung, die seit vielen Jahren besteht, festzuschreiben. Es ist also in erster Linie eine politische Entscheidung, wie viel Hochschulforschung und Qualität der Ausbildung gewünscht wird.

Unsere Analysen haben gezeigt, dass die regionale Bevölkerungsentwicklung und die Entwicklung der Studierendenzahlen weitgehend entkoppelt sind, was offenbar in wesentlichem Ausmaß auf die räumliche Mobilität der Studierenden zurückzuführen ist (Abschnitt 4). Dies weist auf die Bedeutung der Attraktivität der Hochschulen und ihres jeweiligen Standortes für die Studierenden hin. Bei stagnierenden oder rückläufigen Studierendenzahlen dürfte daher dem Wettbewerb der Hochschulen um Studierende eine größere Bedeutung zukommen.

Intensiverer Wettbewerb der Hochschulen und die durch höhere räumliche Mobilität der Studierenden ansteigenden Bildungs-„Importe“ und -„Exporte“ werfen dann natürlich auch die Frage nach einer geeigneten Form der Hochschulfinanzierung auf. Siehe hierzu etwa Haußen/Übelmesser (2015) sowie auch Krabel/Flöther (2014).

Um für potenzielle Studienanfänger sichtbarer und attraktiver zu werden, kann den Hochschulen eine stärkere Profilbildung, verbunden mit der Entwicklung von Alleinstellungsmerkmalen, helfen (hierzu Wissenschaftsrat 2010). Dieser Wettbewerb dürfte dann im Bereich der Universitäten deutlich intensiver ausfallen als bei den Fachhochschulen, die in der Regel eine vergleichsweise schwache überregionale Ausstrahlung aufweisen, was sich etwa darin niederschlägt, dass die Studierenden an Fachhochschulen in wesentlich stärkerem Maße aus der jeweiligen Region stammen (siehe hierzu Abschnitt 4).

Sollten seitens der Politik Überlegungen zur Schließung oder Zusammenlegung ganzer Hochschulstandorte angestellt werden (häufig geht der Schließung eine Fusion mit einem anderen Standort voraus), so spricht vieles dafür, dass sich die Existenzfrage vor allem für diejenigen kleinen Hochschulen stellt, die nur über ein beschränktes Angebot in Standardfächern wie etwa Betriebswirtschaftslehre verfügen. Denn erstens sind solche wenig diversifizierten Hochschulen besonders anfällig für ,Sonderkonjunkturen' der Beliebtheit der von ihnen angebotenen Studienfächer. Da bei einem Kapazitätsabbau in der Regel ganze Studienfächer geschlossen werden, besteht bei wenig diversifizierten Hochschulen in besonderer Weise die Gefahr, dass sie bei einem solchen Kapazitätsabbau unter die für einen ökonomisch sinnvollen Betrieb erforderliche Mindestgröße fallen, so dass dann der Standort insgesamt in Frage gestellt ist. Zweitens bieten kleine Hochschulen mit wenigen Fächern auch nur geringe Potenziale für Synergieeffekte. Und drittens dürfte es denjenigen kleinen Hochschulen, die im Wesentlichen Standardfächer anbieten, relativ schwer fallen, Alleinstellungsmerkmale zu entwickeln und damit Studierende aus weiter entfernten Regionen anzuwerben. Dies betrifft insbesondere viele der kleinen Fachhochschulen, von denen sich ein erheblicher Teil in ländlichen Regionen mit schrumpfender Bevölkerung befindet. Bei größeren Hochschulen ist die Gefahr, dass sie bei einer Streichung einzelner Studienfächer unter die für einen wirtschaftlich vertretbaren Betrieb erforderliche Mindestgröße fallen, wesentlich geringer.

Solche allein an der Anzahl der Studierenden orientierten Überlegungen sind allerdings deshalb unvollständig, weil sie andere wichtige Beiträge der Hochschulen zu Wirtschaft und Gesellschaft, insbesondere deren Leistungen in den Bereichen Forschung und Transfer, unberücksichtigt lassen. In diesem Zusammenhang sind insbesondere zu nennen:

die Bereitstellung von innovationsrelevanten Vorleistungen für die Wirtschaft wie z. B. die Ausbildung qualifizierter Arbeitskräfte, die Vorhaltung von Laboreinrichtungen sowie das Angebot wissenschaftlicher Dienstleistungen (Beratung oder Zusammenarbeit bei Innovationsprojekten);

die Stimulierung von Spin-off-Gründungen und damit von neuen, häufig wissensintensiven und innovativen Unternehmen;

die Lenkung von gut ausgebildeten Menschen (Studierenden und Wissenschaftlern) sowie von privaten Investitionen in die Region, wodurch die regionale Wissensbasis gestärkt wird (Hochschulen als „Magnet“);

ganz allgemein die kreative Anreicherung regionaler Innovationsmilieus.

Darüber hinaus können diverse Formen von zivilgesellschaftlichem Engagement von Hochschulen und deren Angehörigen wesentliche Beiträge zur regionalen Entwicklung leisten (Pasternack/Zierold 2015a; Pasternack/Zierold 2015b; Schubert/Baier/Hufnagl et al. 2012). Diese wichtigen Beiträge der Hochschulen sollten bei Entscheidungen über Studienfächer und Standorte keinesfalls vernachlässigt werden. Allein an der Anzahl der Studierenden orientierte Betrachtungen greifen hier auf jeden Fall zu kurz!

Fazit

Auch wenn der demographische Wandel bereits in vollem Gange ist, muss in näherer Zukunft nicht mit einem wesentlichen Rückgang der Studierendenzahlen insgesamt gerechnet werden. Infolge des zunehmenden Anteils der Studienanfänger eines Jahrgangs dürfte ein solcher Rückgang der Studierendenzahlen frühestens in der Zeit nach 2025 zu erwarten sein. Bis dahin bleiben die Hochschulen in Deutschland im Allgemeinen nicht nur ausgelastet, sondern überlastet! Trotz dieser generellen Entwicklung sind einige Regionen und die dort ansässigen Hochschulen aber bereits heute vom demographischen Wandel und stagnierend-rückläufigen Studierendenzahlen betroffen.

Von den 270 im Zeitraum 1996–2012 durchgehend bestehenden Hochschulstandorten wiesen 28 Standorte während dieser Periode rückläufige Studierendenzahlen auf. Davon befanden sich 6 Standorte in Regionen mit rückläufiger Bevölkerung, 11 Standorte lagen in Regionen mit stabiler Bevölkerungsentwicklung und 11 Standorte in Regionen mit zunehmender Bevölkerung. Bei 16 Standorten handelte es sich um große Universitäten, in 6 Fällen um eine kleine Universität, in 5 Fällen um kleine Fachhochschulen und eine dieser Hochschulen stellt eine große Fachhochschule dar. Diese Zahlen bestätigen unsere Feststellung (Abschn. 4), dass die Entwicklung von Anzahl der Studierenden und Bevölkerung während dieses Zeitraumes weitgehend entkoppelt waren.

Welche Konsequenzen der demographische Wandel für welche Hochschulen hat, hängt sowohl von politischen Entscheidungen wie auch von den Hochschulen selbst ab. Seitens der Politik wird es entscheidend sein, inwiefern von der seit Jahrzehnten dominierenden ausbildungsorientierten Strategie, die vor allem die Anzahl der Studierenden im Blick hat, abgewichen und eine stärker forschungs- und transferorientierte Strategie betrieben wird. Aber selbst dann, wenn die an der Anzahl der Studienplätze ausgerichtete Politik beibehalten wird, macht die an vielen Hochschulen seit Jahrzehnten bestehende Überlast in der Regel keinen drastischen Kapazitätsabbau erforderlich. Angesichts der Anforderungen einer zukünftigen Wissensgesellschaft könnte eine Strategie des „zurück zur Normalität“, das heißt ein „selbsttätiger“ Abbau der derzeitigen Überlast durch sinkende Studierendenzahlen bei konstanten Kapazitäten, durchaus angemessen sein. Dies gilt umso mehr, wenn man die vielfältigen positiven Wirkungen der Hochschulen, insbesondere die positiven Effekte für die jeweilige Region, mit berücksichtigt (zu einem Überblick siehe Schubert/Baier/Hufnagl et al. 2012 sowie die Beiträge in Fritsch/Pasternack/Titze 2015).

Sofern mit einer Fortsetzung der vorwiegend an Studierendenzahlen orientierten Hochschulpolitik gerechnet werden muss, haben die Hochschulen starke Anreize, in den Wettbewerb um Studierende einzutreten. Darüber hinaus wäre es wünschenswert, dass die Hochschulen verstärkte Anstrengungen unternehmen, um ihre Wirksamkeit durch die verschiedenen Formen des Wissenstransfers zu erhöhen und damit ihre Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung in ihrer Region (und darüber hinaus) zu demonstrieren.

Abb. 1

Hochschulstandorte 2012 und prognostizierte Bevölkerungsentwicklung 2013–2030 in den Raumordnungsregionen (BBSR 2014)
Hochschulstandorte 2012 und prognostizierte Bevölkerungsentwicklung 2013–2030 in den Raumordnungsregionen (BBSR 2014)

Entwicklung der Studierendenzahlen an Hochschulstandorten und Bevölkerungsentwicklung (im Durchschnitt, 2012). (Quelle: Eigene Berechnungen auf der Grundlage der Hochschulstatistik des Statistischen Bundesamtes)

GesamtGroße UniversitätKleine UniversitätGroße FachhochschuleKleine Fachhochschule
Bundesrepublik Deutschland insgesamt
Studierende 1996700221.157277356361274
Studierende 2012893324.036428380202668
Änderungsrate (%)27,613,654,542,3109,4
Nur Regionen mit konstanter oder zunehmender Bevölkerung 1996–2012
Studierende 1996790823.283302459311298
Studierende 2012969425.535427182502743
Änderungsrate (%)22,69,741,239,1111,3
Nur Regionen mit Bevölkerungsrückgang 1996–2012
Studierende 1996504416.154220242871236
Studierende 2012728920.510430869712546
Änderungsrate (%)44,527,095,662,6106,0

Bevölkerungsentwicklung und Entwicklung der Studierendenzahlen von 1995 bis 2012 und Prognose bis 2030. (Quelle: BBSR 2014)

19952012Prognose 2025Prognose 2030
Bevölkerung gesamt81.820.00081.350.30079.971.40079.291.700
Bevölkerung 19–25 Jahre5.628.4005.649.8004.655.7004.507.000
Studienanfänger262.407495.088394.000

CHE (Bertold/Gabriel/Herdin et al. 2012)

n.v.
406.468

Dohmen (2014)

465.022

KMK (2014)

Studierende gesamt1.730.8542.248.452n.v.n.v.
Studierende an Universitäten1.365.8831.603.353n.v.n.v.
Studierende an Fachhochschulen364.971645.099n.v.n.v.

Bevölkerungsentwicklung im Zeitraum 1995–2012 und prognostizierte Entwicklung 2013–2030 in verschiedenen Regionstypen (jeweils Veränderungen in Prozent). (Quelle: Eigene Berechnungen auf der Grundlage von BBSR 2014)

ZeitraumAnzahl RegionenArithmetisches MittelMedianMinimumMaximumStandardabweichung
1995–2012
Gesamt96–1,040,34–21,4112,987,66
Städtische Regionen240,871,26–8,2512,985,30
Verdichtete Regionen350,231,73–17,1111,237,11
Ländliche Regionen37–3,49–2,12–21,4110,238,89
2013–2030
Gesamt96–3,78–2,78–22,179,166,95
Städtische Regionen24–1,290,66–9,719,164,49
Verdichtete Regionen35–2,91–1,99–18,095,746,37
Ländliche Regionen37–6,20–4,52–22,178,008,09

Herkunft der Studierenden 2012 (Anteile in Prozent). (Quelle: Eigene Berechnungen auf der Grundlage der Hochschulstatistik des Statistischen Bundesamtes)

Anteil der Studierenden ausAnteil der StudierendenGesamtStädtische RegionenRegionen mit VerdichtungsansätzenLändlich geprägt
gleichem BundeslandInsgesamt62,565,063,856,4
An Universitäten54,656,757,144,0
An Fachhochschulen66,870,867,260,8
angrenzendem BundeslandInsgesamt19,315,519,325,2
An Universitäten21,618,021,630,6
An Fachhochschulen18,013,818,123,2
nicht angrenzendemInsgesamt11,111,99,812,2
BundeslandAn Universitäten14,215,412,315,2
An Fachhochschulen9,59,48,511,1
dem AuslandInsgesamt7,17,67,16,3
An Universitäten9,69,99,010,2
An Fachhochschulen5,75,96,14,9

Verteilung der Hochschulstandorte und Studierendenzahlen auf Regionstypen im Jahr 2012. (Quelle: Eigene Berechnungen auf der Grundlage der Hochschulstatistik des Statistischen Bundesamtes)

Städtische RegionenRegionen mit VerdichtungsansätzenLändlicher RaumInsgesamt
Große UniversitätenAnzahl27191157
Hochschulen
Anzahl803.322394.393172.3371.370.052
Studierende
Kleine UniversitätenAnzahl1516637
Hochschulen
Anzahl60.87568.82726.772156.474
Studierende
Große FachhochschulenAnzahl2611441
Hochschulen
Anzahl228.82570.71426.697326.236
Studierende
KleineAnzahl355743135
FachhochschulenHochschulen
Anzahl80.874133.266103.992318.132
Studierende
InsgesamtAnzahl10310364270
Hochschulen
Anzahl1.173.896667.200329.7982.170.894
Studierende

Anzahl der Hochschulstandorte und regionale Bevölkerung – Vergleich der Entwicklung 1995–2012 und der prognostizierten Entwicklung für 2013–2030

Große UniversitätKleine UniversitätGroße FachhochschuleKleine FachhochschuleInsgesamt
Stark gewachsen/zukünftig stark wachsend6/23/21/19/119/6
Gewachsen/zukünftig wachsend17/715/518/340/2290/37
Stabil/künftig stabil17/238/1715/2337/3977/102
Geschrumpft/zukünftig schrumpfend9/147/44/1018/3938/67
Stark geschrumpft/zukünftig stark schrumpfend8/114/93/431/3446/58
Insgesamt573741135270

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