1. bookVolume 69 (2011): Issue 3 (June 2011)
Journal Details
License
Format
Journal
eISSN
1869-4179
First Published
30 Jan 1936
Publication timeframe
6 times per year
Languages
German, English
access type Open Access

Planen – Bauen – Umwelt. Ein Handbuch

Published Online: 30 Jun 2011
Volume & Issue: Volume 69 (2011) - Issue 3 (June 2011)
Page range: 219 - 220
Journal Details
License
Format
Journal
eISSN
1869-4179
First Published
30 Jan 1936
Publication timeframe
6 times per year
Languages
German, English

Henckel, Dietrich; von Kuczkowski, Kester; Lau, Petra; Pahl-Weber, Elke; Stellmacher, Florian (Hrsg.) (2010): Planen – Bauen – Umwelt. Ein Handbuch

Wiesbaden: VS-Verlag für Sozialwissenschaften, 601 S.

Von A wie Abwägung bis Z wie Zyklen in der Immobilienwirtschaft – das vorliegende Handbuch „Planen – Bauen – Umwelt“ stellt den Versuch dar, zentrale Begriffe der räumlich planenden Professionen – Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung, Raumplanung etc. – sowohl für Fachleute aus Wissenschaft und Planungspraxis als auch für den interessierten Laien aufzubereiten, um ihnen einen qualifizierten Zugang zu unterschiedlichen Facetten planerischer Theorie und Praxis zu bieten.

Die rund 160 Beiträge des Nachschlagewerks vermitteln wertvolles Basiswissen zu den ausgewählten Begrifflichkeiten und ermöglichen einen schnellen Zugang zu unterschiedlichen Teilaspekten der räumlichen Planung. Das Spektrum des Werks, das dem Schaffen des langjährigen Dekans der Fakultät VI der Technischen Universität Berlin Planen Bauen Umwelt, Prof. Dr. Rudolf Schäfer, gewidmet ist, reicht von der Innenarchitektur im Privatbereich über die Stadtplanung und die Raumordnung bis hin zur Raumentwicklungspolitik auf europäischer Ebene. Auf den rund 600 Seiten des Sammelwerks wird aber nicht nur die räumliche Planung auf den unterschiedlichen Ebenen selbst betrachtet, sondern unter anderem auch deren Rahmenbedingungen, Themenfelder, Konzepte und Instrumente. Die einzelnen Beiträge gehen dabei in der Regel über reine Begriffserläuterungen hinaus, sie liefern wichtige Hintergrundinformationen, neuere Erkenntnisse und weiterführende Literatur, was eine vertiefende Beschäftigung mit dem jeweiligen Thema ermöglicht. Durch die zahlreichen Querverweise und das gelungene Sachregister werden die einzelnen Beiträge miteinander verknüpft und für den Leser hilfreiche Gesamtzusammenhänge erschlossen. Möglicherweise hätten eine kurze Gliederung zu Beginn eines jeden Beitrags und die konsequente Anwendung von Zwischenüberschriften in allen Beiträgen dem Leser den Einstieg in die planerische Begriffswelt noch leichter gemacht. Diese kleineren Kritikpunkte sind in der Gesamtbetrachtung jedoch nicht von größerem Belang, können aber Verbesserungsvorschläge für zukünftige Buchprojekte darstellen.

Es liegt auf der Hand, dass ein einziges Buch niemals alle „zentralen Begriffe“ der Planung abdecken kann. Ein derartiges Nachschlagewerk wird daher immer dem Vorwurf ausgesetzt sein, wichtige Begriffe nicht erfasst, dafür überflüssig erscheinende einbezogen zu haben; die Auswahl der Herausgeber muss nicht mit dem Interesse eines jeden Lesers übereinstimmen. So könnten möglicherweise im ersten Moment die Begriffe „Raum“ und „Regionalplanung“ im Verzeichnis der Beiträge vermisst werden, auch wenn sie bei näherer Betrachtung im Rahmen anderer Begrifflichkeiten, z. B. Raumvorstellungen, Raumordnung und Landesplanung, behandelt werden. Dennoch ist der Balanceakt, den die Herausgeber bei der Begriffsauswahl gewagt haben – zwischen Vollständigkeitsanspruch einerseits und pragmatischer Beschränkung andererseits –, in besonderem Maße gelungen.

Ein querschnittsorientiertes Handbuch dieser Art, zu dem Autoren aus unterschiedlichen Disziplinen Beiträge beigesteuert haben, wird sich, wie die Herausgeber in ihrem Vorwort selbst schreiben, immer die Kritik gefallen lassen müssen, eklektisch und wissenschaftlich heimatlos zu sein. Im vorliegenden Nachschlagewerk trifft der Leser auf 130 Autoren, die unterschiedlichen Fachgebieten angehören (Architektur, Raumplanung, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften etc.) und sich unterschiedlicher Fachsprachen bedienen, auch wenn der Bezug zur räumlichen Planung sie eint. Dadurch kann den im Handbuch verwendeten Begriffen nur im begrenzten Maße in den verschiedenen Beiträgen immer haargenau die gleiche Bedeutung zukommen. Nichtsdestotrotz hat dies für den Leser, wenn er sich dessen bewusst ist, mehr Vor- als Nachteile. So kann durch das Zusammenspiel der Autorenbeiträge die Vielfalt der Handlungslogiken, die die räumliche Planung prägen (z. B. wissenschaftliche, politische, juristische, wirtschaftliche, diskursive), explizit zu Tage treten. Es wird deutlich, dass für die Lösung der Probleme, mit denen sich Planer befassen, mehr als eine Sichtweise – eine Disziplin – erforderlich ist. Das vorliegende Buch bringt ausgewiesene Fachleute aus unterschiedlichen Disziplinen zu einem fachübergreifenden Thema zusammen. Es bietet dem Leser somit die Möglichkeit, über den eigenen fachlichen Tellerrand hinaus zu schauen, sich an dem vielfältigen Wissen unterschiedlicher Disziplinen zu bedienen und ein Gefühl für den Mehrwert der Multiperspektivität in Problemdefinitions- und -lösungsprozessen zu bekommen, in deren Mittelpunkt die Gestaltung und Entwicklung unserer Umwelt steht.

Insgesamt haben die Herausgeber und Autoren sowie all diejenigen, die darüber hinaus daran mitgearbeitet haben, gemeinsam ein umfassendes Nachschlagewerk erstellt, das seinen Lesern einen äußerst qualifizierten Einstieg in die unterschiedlichen Facetten der planerischen Fachwelt bietet. Generell ist „Planen – Bauen – Umwelt. Ein Handbuch“ all denjenigen zu empfehlen, die sich für räumliche Planung interessieren. Jedoch sollte das Nachschlagewerk in jedem Fall in den Bücherregalen derjenigen stehen, die sich tagtäglich mit räumlicher Planung und den davon berührten Themen beschäftigen, da es sich um ein überaus praktisches Handwerkszeug handelt.

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