1. bookVolume 68 (2010): Issue 3 (June 2010)
Journal Details
License
Format
Journal
eISSN
1869-4179
First Published
30 Jan 1936
Publication timeframe
6 times per year
Languages
German, English
access type Open Access

Impact of Demographic Change in a Winning Region: A Small-Scale Analysis of the Population Development in the Growing City Hamburg

Published Online: 30 Jun 2010
Volume & Issue: Volume 68 (2010) - Issue 3 (June 2010)
Page range: 195 - 206
Received: 08 Sep 2009
Accepted: 12 Mar 2010
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Journal
eISSN
1869-4179
First Published
30 Jan 1936
Publication timeframe
6 times per year
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German, English
Abstract

Due to a constant immigration of young people (students, apprentices and young employees) cities developing prosperously, like Hamburg, Germany, seem to be not affected by consequences of demographic change like population ageing in the first place. A small-scale analysis of the demographic change within the city shows, that the monofunctional residential areas in the suburban districts are not positively affected by the immigration. The population in these areas shows, in contrast, a significant concentration of older people. This development will become increasingly important for urban planning practice and urban policy in the near future.

Keywords

Einleitung

Die raumstrukturellen Folgen des demographischen Wandels in der Bundesrepublik Deutschland werden zumeist unter den Aspekten der anteiligen Zunahme älterer Menschen, des Rückgangs der Einwohnerzahl insgesamt sowie der Heterogenisierung der Bevölkerung im Hinblick auf ethnisch-kulturelle Pluralisierung thematisiert. Die beiden erstgenannten Dynamiken, die Alterung und Schrumpfung der Bevölkerung, werden dabei in räumlicher Hinsicht im Wesentlichen als Problemstellungen der ländlichen Peripherräume, insbesondere im Osten Deutschlands sowie der im Niedergang befindlichen altindustriellen Regionen behandelt (vgl. z. B. Gaida/Hochstadt/Pieler 2008; Gatzweiler/Schlömer 2008).

In den ökonomisch erfolgreichen Städten wie Hamburg, Frankfurt am Main, Stuttgart oder München wird mit Blick auf die Pluralisierung und Individualisierung der Lebensstile, aber auch aufgrund steigender sozialer Ungleichheit, vor allem die Frage nach der Gestaltung der sozialen und kulturellen Heterogenität gestellt. Obgleich in den letzten Jahren auch einige Forschungsarbeiten zur Alterung am Stadtrand oder dem Wanderungsverhalten der älteren (sub)urbanen Bevölkerung entstanden sind (vgl. z. B. Nuissl/Bigalke 2007; Kramer/Pfaffenbach 2007), finden diese in der stadtpolitischen Diskussion oder gar in der Planungspraxis bislang nur wenig Eingang. Hauptursache hierfür ist, dass die größeren Metropolen – für die Hamburg im vorliegenden Beitrag exemplarisch stehen soll – einschließlich ihrer Umlandkreise als prosperierende Wachstumsregionen gelten, die von Alterung und Schrumpfung nicht betroffen seien. Belegt wird dies durch die Wanderungsstatistik, die eine bis dato ungebrochene Bevölkerungskonzentration auf prosperierende Städte einschließlich ihres suburbanen Umlands erkennen lässt.

Mit dem vorliegenden Beitrag soll versucht werden, aufbauend auf die allgemeinen Erkenntnisse regionaler Bevölkerungsdynamik, einen detaillierteren Blick auf eine vermeintliche ‚Gewinnerregion‘ zu richten, um hieraus eine quartiersspezifische Perspektive der derzeit in prosperierenden Städten stattfindenden demographischen Veränderungen abzuleiten. Am Beispiel der Stadt Hamburg werden die Entwicklungslinien verschiedener innerstädtischer Quartierstypen analysiert, um prospektiv stadtplanerische Interventionen zu ermöglichen.

Metropolen als ‚Gewinnerregionen‘ des demographischen Wandels? Das Beispiel Hamburg

In der letzten Dekade weist die Freie und Hansestadt Hamburg ein kontinuierliches Wachstum der Einwohnerzahlen auf. Zwischen den Jahren 1998 und 2008 ist die Einwohnerzahl von 1,700 Mio. auf 1,777 Mio. gestiegen (Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein 2008: 1).

Im Vergleich zu etlichen anderen bundesdeutschen Großstädten geht Hamburg auch innerhalb der administrativen Stadt- bzw. Landesgrenzen als ‚Gewinner‘ hinsichtlich der absoluten Bevölkerungsentwicklung hervor, wenngleich das Bevölkerungswachstum der Umlandkreise das Wachstum der Kernstadt selbst übertrifft. Dennoch gehören auch die Kernstädte von München, Köln und Frankfurt am Main zu den prosperierenden Regionen in Zeiten einer in Deutschland insgesamt abnehmenden Gesamtbevölkerung (vgl. Abb. 1). Als Verlierer dieser Transformation erscheinen neben vielen ländlich geprägten Peripherräumen insbesondere die vom wirtschaftlichen Strukturwandel besonders betroffenen Städte des Ruhrgebiets wie Dortmund oder Essen.

Abb. 1

Bevölkerungsentwicklung ausgewählter deutscher Großstädte im Vergleich zur Bevölkerungsentwicklung in Deutschland insgesamt (1990 = Indexwert 100). (Quelle: Eigene Darstellung nach Angaben der statistischen Landesämter; Prognosedaten ab 2010: Bertelsmann Stiftung (2006))

Im Hintergrund dieser für Hamburg insgesamt positiven demographischen Entwicklung vollzieht sich allerdings eine Transformation der Altersstruktur der Bevölkerung. Prospektiv wird vor allem der Anteil der Einwohner im Rentenalter, insbesondere aber der Anteil der Hochbetagten (definiert als Personen mit einem Lebensalter über 80 Jahren), aufgrund der Ungleichverteilung der Bewohner Hamburgs auf die verschiedenen Altersgruppen deutlich zunehmen. In der 11. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes von 2006 wird von einer Zunahme des Anteils der Altersgruppe der über 65-Jährigen von rund 19 % im Jahr 2008 auf 20,5 % im Jahr 2025 sowie des Anteils der Hochbetagten von etwa 4,8 % im Jahr 2008 auf 6,7 % im Jahr 2025 ausgegangen. Parallel dazu ist in den kommenden Jahren mit einer anhaltenden Zuwanderung junger Menschen nach Hamburg zu rechnen, die die stattfindende Abwanderung in die Umlandkreise übertrifft: Auf Basis der 11. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung wird eine kontinuierliche Zunahme der Einwohnerzahl auf über 1,8 Mio. im Jahr 2020 erwartet (vgl. zu den Trends der Bevölkerungsentwicklung von Hamburg insgesamt Schuhoff/Hußing 2008: 303).

Dieser stabile, aber moderat erscheinende Zuwachs wird durch die demographische Entwicklung in Deutschland insgesamt verursacht, die eine Abschwächung der Zuwanderungsquoten junger Erwachsener nach Hamburg zur Folge hat. Das vergleichsweise hohe Wachstum Hamburgs in den Jahren seit der Wiedervereinigung wurde im Wesentlichen durch die starke Bevölkerungsschrumpfung in den peripheren Regionen Brandenburgs und Mecklenburgs verursacht, wobei das Zuwanderungspotenzial aus diesen Quellregionen selbstredend nicht endlos und eine Abschwächung dieses Trends bereits zu erkennen ist (vgl. Schuhoff/Hußing 2008: 305 f.). Während die Hauptmotivation für interregionale Wanderungen in der Annahme eines neuen Arbeits- oder Ausbildungsplatzes zu sehen ist, lassen sich intraregionale Wanderungen, insbesondere die Suburbanisierung, auf Änderungen des Lebensabschnitts und den damit verbundenen Wunsch nach einer größeren Wohnung sowie Eigentumsbildung beziehen (vgl. Föbker/Leister/Temme et al. 2007: 200 ff.; West/Gans/Schmitz-Veltin 2008: 392 ff.).

Hieraus ergibt sich, dass der Bevölkerungsaustausch der Stadt mit ihrem Umland im hohen Maße altersgruppenspezifisch ist. Während Hamburg in der Altersgruppe der 18- bis 30-Jährigen ein positives Wanderungssaldo aufweist, übersteigt in den übrigen Altersgruppen die Zahl der Abwanderungen die der Zuzüge. Hauptzielgebiete der Abwanderung aus der Stadt sind dabei die angrenzenden, suburban geprägten Kreise (Schuhoff/Hußing 2008: 312). Dieses lebensabschnittsspezifische Wanderungsmuster entspricht den aus anderen Großstädten Deutschlands bekannten empirischen Befunden (vgl. Sturm/Meyer 2008). Obgleich von einer zukünftigen Abschwächung der Suburbanisierung ausgegangen werden kann (vgl. Menzl 2006; Pohl 2009), sind es vor allem junge Familien in der Gründungsphase, die aus der Kernstadt in die Umlandkreise umsiedeln. Durch den Zuzug von Personen in der Ausbildungsphase ‚verjüngt‘ sich die Kernstadt parallel dazu kontinuierlich, sodass sich das Modell eines altersspezifischen Kreislaufs aus Zu- und Abwanderung verdichtet.

Dieses altersgruppenabhängige Wanderungsverhalten lässt sich schematisch anhand eines Zeitprismas explorieren, das die idealtypischen Wohnstandortveränderungen im Lebenslauf aufnimmt (vgl. Abb. 2; vgl. zur Darstellung von Zeitprismen Hägerstrand 1970). Als Hauptträger der Zuwanderung in die Städte ist die Berufsfindungs- und Bildungsmigration junger Erwachsener zu verstehen, an die im Sinne einer ‚Normalbiographie‘ die Suburbanisierung in der Familiengründungsphase anschließt.

Obgleich dieser Institutionalisierung des Lebenslaufs inzwischen unter den Bedingungen einer Ausdifferenzierung von Lebensstilen keine alleinige Gültigkeit mehr beigemessen werden kann und ein beachtlicher Teil der Zugezogenen als ‚neue Urbaniten‘ in den innenstadtnahen Quartieren wohnen bleibt, verweisen verschiedene Studien auf den nach wie vor bestehenden Trend zur Suburbanisierung (vgl. exemplarisch die Analyse von 16 Wohnungsmarktregionen von Hirschle/Schürt 2008 sowie die Untersuchung der Siedlungsentwicklung in Hamburg und dem Hamburger Umland von Thaler/Winkler 2005).

Hinsichtlich der stadtentwicklungspolitischen Relevanz des Verbleibs junger Urbaniteri in den innenstadtnahen Wohngebieten herrscht derzeit noch weitgehende Uneinigkeit (vgl. Siedentop 2008). So kann etwa der Wandel von der Industrie- zur Wissensgesellschaft und die damit verbundene Segmentierung des städtischen Arbeitsmarktes als Katalysator für einen Wandel der Raumstrukturen verstanden werden, der eine Verlagerung des Wohnstandortes in den suburbanen Raum für die Gruppe der über 30-Jährigen unwahrscheinlicher macht (vgl. Läpple/Stohr 2006; Pohl 2009).

Gleichfalls muss die Frage nach dem Stellenwert von Rückwanderungen älterer Personen im Anschluss an die Familien- oder Erwerbsphase aus dem suburbanen Raum in die zentrumsnahen Stadtteile, die als Reurbanisierung angesprochen werden kann, als offen gelten (vgl. Siedentop 2008). So verweisen zwar Kramer/Pfaffenbach (2007) auf die Ausdifferenzierung der Lebensstile und damit auch der Wohnansprüche älterer Menschen, zeigen aber auch, dass dies keineswegs eine nennenswerte Zahl von (Rück-)Verlagerungen von Wohnstandorten in innenstadtnahe Quartiere zur Folge haben muss. Im Gegenteil kann gerade für ältere Menschen „die anhaltende Existenz stabiler Muster der Standortverbundenheit, eine ausgeprägte regionale Identität und eine Distanzempfindlichkeit“ (Friedrich 2008: 192) festgestellt werden. Bedeutsamer als die Reurbanisierung scheint für diese Altersgruppe eher die Verlagerung des Wohnstandortes in landschaftlich bevorzugte Gegenden wie das Alpenvorland oder Küstenregionen zu sein (vgl. Friedrich 2008), was im Sinne einer Exurbanisierung zu deuten wäre.

Ausgehend von dem in Abb. 2 dargestellten schematischen Kreislauf altersgruppenspezifischer Stadt-Umland-Wanderungen sowie großräumigen empirischen Studien der Bevölkerungsentwicklung scheinen prosperierende Großstädte wie Hamburg von den beiden Hauptaspekten des demographischen Wandels, Überalterung der Bevölkerung und Bevölkerungsrückgang, derzeit nicht unmittelbar betroffen zu sein. Neben einer kontinuierlichen Zuwanderung junger Bevölkerungsgruppen ist hierfür die Möglichkeit von Personen in der Familiengründungsphase von Bedeutung, ihren Wohnstandort bei Bedarf in die suburban geprägten Stadtteile zu verlagern, was ein entsprechendes Wohnraumangebot für junge Familien voraussetzt.

Abb. 2

Zeitprisma idealtypischer Wanderungsbewegungen

Zusammenfassend kann an dieser Stelle für Hamburg festgehalten werden, dass bei einer generellen Verlangsamung des Bevölkerungswachstums zukünftig drei demographische Trends von Bedeutung sind: Erstens der sich abschwächende, aber dennoch moderat positive Wanderungssaldo bezogen auf die Gruppe der jungen Erwachsenen in der Ausbildungs- und Berufsfindungsphase, zweitens das Ausmaß von Wohnstandortverlagerungen von Personen in der Familiengründungsphase und drittens die Zunahme des Anteils der Einwohner im Rentenalter, insbesondere des Anteils der Hochbetagten. Zur Herausarbeitung der aus dieser Dynamik resultierenden quartiersplanerischen Herausforderungen bedarf es zunächst eines kleinräumig differenzierenden Bildes der demographischen Entwicklung Hamburgs.

Kleinräumige Differenzierung der demographischen Entwicklung in Hamburg

Mit den aus der Innerstädtischen Raumbeobachtung des Bundesinstitutes für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) bekannten und eingangs erörterten Wanderungsdynamiken in Großstädten kann angenommen werden, dass die Zuzüge von jüngeren Erwachsenen nach Hamburg im hohen Maße räumlich selektiv sind (vgl. Sturm/Meyer 2008). Die Hauptursache hierfür ist, dass die am Stadtrand liegenden Wohnquartiere zum einen höhere Eigentumsquoten aufweisen, zum anderen aber auch aufgrund der Wohnungsgrößen eher auf Familienhaushalte ausgerichtet sind. Vermutet werden kann daher eine Konzentration der jungen Zuziehenden auf die innenstadtnahen Stadtteile und eine parallel stattfindende Verjüngung der randstädtischen Einfamilienhausareale durch die Binnenwanderung von Haushalten in der Familiengründungsphase. Gemäß diesem Modell sollte es zu keiner ausgeprägten räumlichen Konzentration von Bewohnern im Rentenalter in bestimmten Teilen Hamburgs kommen.

Im Folgenden soll die demographische Entwicklung Hamburgs kleinräumig differenziert betrachtet werden. Dabei ist insbesondere von Interesse, ob sich die Stadt in allen Quartieren gleichermaßen kontinuierlich durch die Zuwanderung der jungen Erwachsenen in der Ausbildungs- und Berufsfindungsphase sowie durch die Wanderung junger Familien an den Stadtrand ‚verjüngt‘ oder ob von der Zunahme des Anteils älterer Bewohner (hier definiert als Personen, die das Renteneintrittsalter überschritten haben) bestimmte Stadtteile in besonderem Maße betroffen sind. In diesem Fall wäre zum einen nach den Ursachen für diese Entwicklung zu fragen, zum anderen aber auch, welche Herausforderungen für die Stadtplanung mit einer solchen Entwicklung einhergehen.

Bis dato werden haushaltsbezogene Wanderungsdaten seitens des Statistischen Amtes für Hamburg und Schleswig-Holstein noch nicht kleinräumig für sekundärstatistische Analysen bereitgestellt. Betrachtungsgegenstand der folgenden Analysen sind daher die Verteilungsmuster von älteren bzw. jüngeren Stadtbewohnern einerseits sowie die prozessuale Veränderung des Anteils der über 65-Jährigen in den verschiedenen innerstädtischen Subgebieten andererseits. Dieses Vorgehen scheint mit Blick auf die Frage nach einer eventuellen räumlichen Konzentration älterer Menschen in der Stadt als hinreichend. Dennoch wäre für eine Überprüfung der Gültigkeit des theoretischen Modells des lebensphasenspezifischen Wanderungskreislaufs für den Großraum Hamburg eine zukünftige Bereitstellung haushaltsstruktureller Daten auf kleinräumiger Betrachtungsebene durch das Amt für Statistik wünschenswert.

Um zu einem möglichst differenzierten Bild der Verteilung der älteren Bewohner Hamburgs zu gelangen, wurde die kleinstmögliche Raumeinheit gewählt, auf der entsprechende Daten vorgehalten werden. In Hamburg ist dies die Ebene der insgesamt 941 statistischen Gebiete, die eine deutlich differenziertere Sicht auf die Quartiersentwicklung erlaubt als dies bei Betrachtung der – oft intern recht heterogenen – Stadtteile der Fall wäre.

Als Grundlage für die Analysen wurden ausschließlich Gebiete mit einer Einwohnerzahl von mindestens 200 Personen im Jahr 2008 herangezogen. Die kartographischen Darstellungen weisen zudem nur Flächen aus, in denen die Einwohnerdichte mindestens 200 Einwohner/km2 beträgt, da andernfalls großflächig dimensionierte Gebietszuschnitte wie Gewerbe-, Hafen und Grünflächen Verzerrungseffekte bedingen würden.

Dennoch ist auch bei dieser kleinräumigen Betrachtung zu bedenken, dass die Reichweite der hieraus resultierenden Aussagen den für derartige Vorgehensweisen üblichen methodologischen Grenzen unterworfen ist. Insbesondere betrifft dies die unterstellte innere Homogenität der Gebietseinheiten in Bezug auf die betrachteten Variablen.

In einem ersten Analyseschritt wird die Veränderung des Segregationsindexes (nach Duncan/Duncan 1955) der Gruppe der über 65-Jährigen seit Beginn der verstärkten Zuwanderung aus den ostdeutschen Bundesländern zu Anfang der 1990er Jahre betrachtet. Während die Segregation der älteren Einwohner Hamburgs bis Ende der 1990er Jahre kaum Veränderungen aufweist, ist seit 1999 eine moderate, aber dennoch kontinuierliche Zunahme der räumlichen Entmischung von älteren und jüngeren Bewohnern festzustellen (Erhöhung des Segregationsindexes von 0,168 im Jahr 1999 auf 0,180 im Jahr 2008 bei Betrachtung der Ebene der statistischen Gebiete). Diese Diskontinuität in der Alterung verschiedener Quartiere verweist einerseits auf Kohorteneffekte, die mit der Entwicklung von Wohngebieten am Stadtrand aus der Suburbanisierungswelle der 1960er und 1970er Jahre verbunden sind, sowie andererseits auf ein räumlich selektives Wanderungsverhalten der umziehenden Bevölkerung.

Für den zweiten Schritt der kleinräumigen Analyse wird sowohl die Verteilung, als auch die Veränderung des Anteils der Einwohner im Rentenalter im markanten Zeitintervall zwischen 1999 und 2008 räumlich differenziert betrachtet (vgl. Abb. 3). Dabei fällt zunächst auf, dass es – wie eingangs vermutet – vor allem die innenstadtnäheren und in der Regel funktionsvielfältigen Stadtteile sind, die eine im Vergleich zur Gesamtstadt überdurchschnittliche Verjüngung der Altersstruktur ihrer Bewohner zeigen (hier definiert als Lokalisationsquotient (LQ) < 0,8). Diese Gebiete entsprechen mit ihrem hohen Anteil an Mietwohnungen sowie der heterogenen Gelegenheitsausstattung des Wohnumfeldes offensichtlich am stärksten dem Nachfragemuster der zuwandernden Personengruppen in der Ausbildungsphase.

Abb. 3

Verteilung und Veränderung des Anteils der über 65-Jährigen in Hamburg

Zugleich sind diese urbanen Quartiere im Regelfall durch einen unterdurchschnittlichen Anteil an Bewohnern im Rentenalter geprägt.

Hierbei ist zu beachten, dass bei kleinen Gebietszuschnitten, wie sie insbesondere in den innenstadtnahen Arealen zu finden sind, einzelne Einrichtungen wie größere Altenheime die lokalen Strukturen überlagern können.

In periphereren Gebieten der Stadt, in denen funktional vor allem die Wohnbebauung dominant ist, ist die Gruppe der über 65-Jährigen demgegenüber im Regelfall überrepräsentiert.

Diese monofunktionalen Wohngebiete in Stadtrandlage sind darüber hinaus in besonderem Maße von der Zunahme des Anteils der über 65-Jährigen betroffen. Als Ursache hierfür ist zum Ersten ein Kohorteneffekt zu benennen, der zur Grundlage hat, dass ein Großteil der Wohngebäude aus der Welle der Wohnsuburbanisierung der 1960er und 1970er Jahre stammt, die vorwiegend in Reihenhausbauweise erstellt wurde. Nach Verlassen der inzwischen erwachsenen Kinder wohnt die nun im Rentenalter befindliche Elterngeneration mehrheitlich immer noch in diesen Einfamilienhäusern. Da in diesen Arealen nur wenige neue Baugebiete für Eigenheime ausgewiesen werden, findet hier so gut wie kein erkennbarer Zuzug junger Familien statt, der den überproportionalen Anteil der inzwischen älteren Bewohner kompensieren würde. Zum Zweiten ist aber fraglich, ob der Ausstattungsstandard, die Grundrissgestaltung und die Größe der bereits bestehenden Wohneinheiten in den suburban geprägten Wohnquartieren Hamburgs den Präferenzstrukturen heutiger junger Familien entsprechen. Die Wanderungsgewinne der angrenzenden Umlandkreise Hamburgs (vgl. Schuhoff/Hußing 2008: 309) weisen eher darauf hin, dass entsprechende Wohnwünsche besser in den neu entwickelten Baugebieten der Umlandgemeinden Hamburgs realisiert werden können.

Mit der Abwanderung junger Familien in die Umlandgemeinden geht Hamburg genau die Bevölkerungsgruppe verloren, die beruflich am ehesten situiert ist und von der ein entsprechendes Steueraufkommen erwartet werden kann. Mit einer zukünftigen Verschärfung der Alterspolarisierung in Hamburg, jüngere Zuwanderer in der Ausbildungsphase einerseits und überalterte randstädtische Wohnquartiere andererseits, ist auch eine soziale Polarisierung der Stadtgesellschaft absehbar, wenn die Gruppe der situierten Berufstätigen einen stetig abnehmenden Anteil an der Gesamtbevölkerung stellt. Zu diesen ökonomischen Folgen kommen beträchtliche ökologische Konsequenzen hinzu, da ein Umzug der erwerbstätigen Bevölkerung ins entferntere Umland oft mit der Notwendigkeit des täglichen Pendelns einhergeht. Aufgrund einer oftmals mangelhaften Infrastrukturausstattung in neu entwickelten Wohngebieten hat der private Pkw einen hohen Stellenwert für die Realisierung alltäglicher Wege.

Wie aktuelle Studien zur Wohnsuburbanisierung zeigen, wandert ein Großteil der Suburbaniten nicht aufgrund der in Städten als schlecht empfundenen Wohn- und Lebensbedingungen ab, sondern weil „die Städte häufig die gewünschten Wohnformen und Wohnqualitäten nicht bedienen [können] – zumindest nicht für weite Teile der Bevölkerung zu bezahlbaren Preisen. Wo dem reichhaltigen Angebot von Eigenheimen im Umland nicht entsprechend attraktive, differenzierte Wohnungsangebote in der Stadt gegenüberstehen, kehren vor allem Familien den Städten den Rücken und füllen die immer weiter in das preisgünstigere Umland ausfransenden Einfamilienhausgebiete“ (Gatzweiler/Schlömer 2008: 250). Zu ähnlichen Schlussfolgernden gelangen Hirschle/Schürt (2008). Auf die Stadt Hamburg bezogen hieße dies, dass innerhalb der administrativen Grenzen offenkundig zu wenig bezahlbares Bauland bereitgestellt wird, um der Abwanderung von Familien ins Umland wirksam entgegensteuern zu können.

Mit Blick auf die festgestellte Alterung in den am Stadtrand gelegenen Stadtteilen Hamburgs (vgl. Abb. 3) kann erstens festgehalten werden, dass das primäre Wanderungsziel der Suburbaniten offensichtlich nicht die innerhalb Hamburgs gelegenen Wohnquartiere sind. Die dort ansässige Bevölkerung tritt zu einem Großteil ins Rentenalter ein; eine Weitergabe der dortigen Einfamilienhäuser an die nächste Generation der Familiengründer findet kaum statt. Für diese Sicht sprechen vor allem die negativen Wanderungssalden Hamburgs in der gruppe der 30- bis 50-Jährigen.

hiermit geht zweitens einher, dass die innerhalb Hamburgs gelegenen Wohngebiete der Suburbanisierungsphase in den 1960er und 1970er Jahren heute eine starke Überalterung der Bevölkerungsstruktur aufweisen, die sich aller Voraussicht nach zukünftig eher verschärfen als abschwächen wird. hieraus resultiert eine Konzentration der älteren Stadtbewohner am Stadtrand, die die Frage nach einer altersgerechten Quartiersentwicklung in diesen Gebieten aufwirft.

Drittens zeigt die kleinräumige Betrachtung, dass der Anteil der Bevölkerung im Rentenalter in den innenstadtnahen Quartieren in der letzten Dekade deutlich rückläufig ist. Diese Areale sind das hauptzielgebiet der Zuwanderer in der Ausbildungs- und Berufsfindungsphase. Zusammengenommen zeichnet sich das Bild einer altersgruppenspezifisch polarisierten Stadt ab, die parallel zur Segregation sozialer Schichten in Hamburg verläuft (vgl. Pohl 2008). Auf dieses altersgruppenspezifische Segregationsmuster weisen auch Kaiser/Pohlan (2008) im Rahmen ihrer Betrachtung von Wachstums- und schrumpfungsgebieten innerhalb Hamburgs zwischen 1998 und 2005 hin. Diese sozialräumliche Differenzierung der verschiedenen Altersgruppen läuft nicht nur den vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend erklärten politischen Zielen, etwa des Kontakts und Austauschs von jüngeren und älteren Menschen an entsprechenden freizeit- und Begegnungsorten, zuwider (vgl. BMFSFJ 2009: 25 f.). Vor allem wird durch diese Entwicklung die Stadtpolitik und speziell die Quartiersentwicklung mit der Frage konfrontiert, wie planerisch mit Stadtteilen umzugehen ist, in denen fast ausschließlich alte Menschen leben.

Herausforderungen für die Quartiersentwicklung

AUS den im vorhergehenden Abschnitt dargestellten Befunden lässt sich ein differenziertes Bild auf die prospektive Entwicklung verschiedener Areale der Stadt herleiten, die im Sinne einer integrierten Stadtteilentwicklung auch planerisch von Bedeutung sind.

Bemerkenswert erscheint in diesem Zusammenhang, dass die Freie und Hansestadt Hamburg jüngst ein Rahmenprogramm zur integrierten Stadtteilentwicklung mit dem Namen „RISE“ beschlossen hat, das auch ein Sozialmonitoring der Entwicklung innerstädtischer subgebiete beinhalten soll (vgl. Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg 2009), in dem aber Indikatoren, die Aufschluss über Aspekte des demographischen Wandels geben könnten, mit Ausnahme des Wanderungssaldos von Familienhaushalten bis dato keine Berücksichtigung finden.

Der folgende Versuch, zu einer Synthese demographierelevanter Quartierstypen zu gelangen, bezieht sich dabei ausschließlich auf die Areale, die eine bemerkenswert überdurchschnittliche Verjüngung bzw. Alterung der Bevölkerung im Vergleich zur Gesamtstadt zeigen und zielt auf die Benennung spezifischer Interventionsbedarfe in Abhängigkeit der jeweiligen Entwicklungslinien der verschiedenen Quartiere. Typisiert werden die in Abb. 3 schraffierten Gebiete, die einen Lokalisationsquotienten der über 65-Jährigen von unter 0,8 (überdurchschnittliche Zunahme des Anteils der unter 65-Jährigen) bzw. über 1,2 (überdurchschnittliche Zunahme des Anteils der über 65-Jährigen) aufweisen.

Wie bei sozialraumtypisierenden Betrachtungen dieser Art unvermeidlich, ist auch bei dieser Analyse einschränkend zu beachten, dass sich die ausgewiesenen typen hinsichtlich ihrer Struktur und Entwicklung zwar relativ ähnlich sind, eine vollständige Homogenität innerhalb der gebildeten räumlichen Subeinheiten aber nicht unterstellt werden darf. Die folgende Benennung und Beschreibung der vier struktur- und entwicklungstypen (vgl. tab. 1) ist daher notwendigerweise ein reduktionistisches Vorgehen. Da auf Basis einer derartigen komplexitätsreduzierenden Methode allerdings Erkenntnisse über grundlegend zu unterscheidende demographische Strukturen und Entwicklungspfade gewonnen und auf Basis dessen planerische Interventionsstrategien abgeleitet werden können, ist ein Rückgriff auf ein solches gruppierungsverfahren trotz dieser Einschränkung ein weiterführender Ansatz.

Demographierelevante Quartiersentwicklungstypen

Verjüngung der BevölkerungAlterung der Bevölkerung
StarkTyp ATyp C
unterdurchschnittlicherInnenstadtnaheSuburbane
Anteil der überSzenestadtteileWohnquartiere
65-Jährigenmit starkender 1970er und 1980er
VerdrängungseffektenJahre
ÜberdurchschnittlicherTyp BTyp D
Anteil der überInnenstadtnahesuburbane Areale
65-JährigenB-Quartieremit starker
östlich der AlsterÜberalterung

Typ A: Innenstadtnahe Szenestadtteile

Die zumeist westlich der Alster und nördlich der Elbe gelegenen innenstadtnahen Quartiere, in denen der Anteil älterer Menschen stark unterdurchschnittlich ist und die darüber hinaus eine überdurchschnittliche Verjüngung der Bevölkerung in der letzten Dekade erkennen lassen, sind die bevorzugten Zuwanderungsgebiete der Altersgruppe in der Ausbildungs- und Berufsfindungsphase. Durch den hohen Bevölkerungsaustausch in diesen Gebieten, der sich auch aus den Wanderungssalden der Stadtteile ablesen lässt (jährliche Mobilitätskennziffern

Die Mobilitätskennziffer berechnet sich aus der halbierten Summe der Zu- und Fortzüge bezogen auf 1.000 Einwohner.

von teilweise über 300 gegenüber einer Mobilitätskennziffer von unter 100 in den suburbanen Stadtteilen Hamburgs), wird der Wandel bestehender Sozialräume beschleunigt. So ist es nicht verwunderlich, dass es sich mehrheitlich um eben jene Stadtteile handelt, die als ‚Szenequartiere‘ angesprochen werden können und die über die Grenzen Hamburgs hinaus als solche bekannt sind, z. B. St. Pauli, Sternschanze, Altona, Ottensen, Eimsbüttel, St. Georg (vgl. Pohl 2008). Hinzu kommen als Sonderfall einige sozial benachteiligte Stadtteile wie Wilhelmsburg oder Veddel, in denen seitens der Freien und Hansestadt Hamburg mit Hilfe von Studentenansiedlungsprogrammen sowie der derzeit stattfindenden Internationalen Bauausstellung ein planerischer Eingriff in die lokale Bevölkerungs- bzw. Sozialstrukturentwicklung zu konstatieren ist. Zu berücksichtigen ist, dass der in den benachteiligten Gebieten zu beobachtende Bevölkerungsaustausch durch entsprechende Förderprogramme initiiert ist, während der Bevölkerungsaustausch in den ‚Szenequartieren‘ kaum stadtpolitischen Eingriffen unterliegt und als endogene Entwicklung zu interpretieren ist.

Insbesondere in den innenstadtnahen Quartieren, in denen traditionell ökonomisch weniger gut gestellte Gruppen leben (z. B. St. Pauli, Altona, Wilhelmsburg) und Sozialkapital in Form von Nachbarschaftsnetzwerken eine kompensatorische Wirkung beigemessen werden kann, besteht die Gefahr einer Destabilisierung der lokalen sozialen Netzwerke, die durch den schnellen Bevölkerungsaustausch forciert wird. Wie am Beispiel des Stadtteils Sternschanze gezeigt werden kann, wird dieser starke sozialräumliche Wandel maßgeblich von einer Überformung dieser Quartiere durch die urbane Kreativwirtschaft verursacht – insbesondere sind dies die Branchen Werbung und Werbegestaltung, Werbemittelverbreitung/Werbevermittlung, Design, IT-Dienstleistungen, Film- und Hörfunkproduktion -, deren Beschäftigte vor allem aufgrund entgrenzter Arbeitszeiten eine nahräumliche Alltagsorganisation an einem funktionsvielfältigen Wohnstandort realisieren (vgl. Oßenbrügge/Pohl/Vogelpohl 2009: 253 ff.).

Hieraus resultiert eine hohe Nachfrage nach Wohnraum in diesen Stadtteilen, die im Falle von Neuvermietungen im Regelfall mit Mietpreissteigerungen verbunden ist und einen Bevölkerungsaustausch beschleunigt, der als Gentrification angesprochen werden kann. Von dieser Entwicklung werden derzeit vor allem die funktionsvielfältigen innenstadtnahen Stadtteile mit gründerzeitlicher Bausubstanz erfasst. Die hiermit verbundenen Entwicklungen, etwa die Verdrängung älterer Einwohner, sind hinlänglich bekannt und können zu einer Verstärkung der Segregation der verschiedenen Alterskohorten in Hamburg, vor allem aber der sozialen Segregation führen. In etlichen dieser Gebiete haben sich in jüngster Zeit Anti-Gentrifizierungsbewegungen herausgebildet (St. Pauli, Altona, Neustadt, Sternschanze), die eine starke mediale Aufmerksamkeit erfahren.

Mit Ausnahme des eher suburban geprägten Stadtteils Allermöhe, in dem die überdurchschnittliche Verjüngung sowie der niedrige Anteil älterer Menschen durch die Entwicklung öffentlich geförderten Wohnraums in den letzten zwei Dekaden zu erklären ist, sind die Quartiere des Typs A als Motor der derzeit stattfindenden sozialräumlichen Differenzierung zu verstehen. Um lokale Verdrängungseffekte der alteingesessenen (und oft auch älteren) Bevölkerung zu reduzieren, wäre zu prüfen, ob planerische Interventionen wie etwa Erhaltungssatzungen unerwünschte soziale Folgen dieser Entwicklung abmindern könnten.

Typ B: Innenstadtnahe B-Quartiere

Die vorwiegend östlich der Alster gelegenen und durch Mietwohnungsbau geprägten innenstadtnahen Areale weisen zumeist eine überdurchschnittliche Verjüngung der Bevölkerungsstruktur bei einem derzeit noch überdurchschnittlichen Anteil älterer Bewohner auf. Als Hauptursache des stattfindenden Bevölkerungsaustauschs kann neben Kohorteneffekten die Verfügbarkeit vergleichsweise preiswerter Wohnungen gelten. Die Bausubstanz ist stark durch die Wiederaufbauphase nach dem Zweiten Weltkrieg geprägt, wobei der Zuschnitt der Wohnungen mehrheitlich klein und für Familien eher unattraktiv ist (vgl. exemplarisch für diesen Typ eine detaillierte Analyse des Stadtteils Hamburg-Hamm bei Pohl 2009: 282 ff.). Darüber hinaus verhindert eine überwiegend auf die Wohnfunktion ausgerichtete Struktur dieser Quartiere signifikante Aufwertungseffekte, wie sie in den funktionsvielfältigen durch Gründerzeitbauten dominierten Gebieten von Typ A zu beobachten sind.

Die Quartiere vom Typ B sind derzeit als Wohnstandort vor allem für einkommensschwächere Personengruppen interessant, die zentrumsnah leben möchten. Die Quartiersentwicklung in diesen Arealen profitiert am stärksten von der stetigen Zuwanderung von Personen in der Ausbildungs- und Berufsfindungsphase nach Hamburg, die hier mit geringeren marktbezogenen Verdrängungseffekten als beim Typ A verbunden ist. Hierauf weist etwa die Immobilienpreisentwicklung in diesen Gebieten hin, die deutlich moderater verläuft als dies etwa in den Quartieren des Typs A der Fall ist (vgl. LBS Bausparkasse 2006; LBS Bausparkasse 2009).

Die relativ günstigen Boden- und Immobilienpreise, die Nähe zum innerstädtischen Geschäftsbereich sowie die gute Verkehrserschließung können hinsichtlich einer aktiven Quartiersentwicklung als standortvorteil verstanden werden, der in diesen innerstädtischen subgebieten bei entsprechender Flächenentwicklung – insbesondere Umwandlung von Gewerbeflächen in Hamm-Süd und Rothenburgsort – auch für Familien zentrumsnahes Wohnen zu vertretbaren Preisen ermöglichen könnte. Ansatzpunkte für familienfreundliches Wohnen eröffnet darüber hinaus das Förderprogramm der Aktiven Stadtteilentwicklung in Hamburg (Städtebauförderungsprogramm des Bundes „Soziale Stadt“). Voraussetzung hierfür wäre aber eine auf die Bedürfnisse junger Familien zugeschnittene Immobilienentwicklung.

Typ C: Suburbane Wohnquartiere der 1970er und 1980er Jahre

Einige, vorwiegend in den 1970er und 1980er Jahren entwickelte, Wohngebiete am Stadtrand weisen derzeit noch einen unterdurchschnittlichen Anteil an Personen im Rentenalter auf, zeigen aber zwischen 1999 und 2008 bereits eine überdurchschnittliche Zunahme des Anteils an über 65-Jährigen. Im Regelfall handelt es sich bei diesen Gebieten um eher peripher gelegene Wohnstandorte, die durch eine geringe Infrastrukturausstattung und eine vergleichsweise schlechte Anbindung an das Netz des öffentlichen Verkehrs gekennzeichnet sind.

Aus der Mobilitätsstilforschung ist bekannt, dass Aktionsräume von Personen in Rentnerhaushalten durch eine nahräumliche Orientierung (geringe Tageskilometerdistanz) bei einer geringen absoluten Zahl an Wegen pro Tag gekennzeichnet sind (vgl. hierzu die Untersuchungen in verschiedenen Quartieren Hamburgs in Pohl 2009: 317 ff.). Die Ursachen für dieses grundlegend verschiedene Mobilitätsverhalten von älteren Menschen ist nicht nur in den gegebenenfalls niedrigeren Mobilitätsanforderungen zu sehen, sondern zumindest zum Teil auch auf geringere Mobilitätschancen zurückzuführen. Hieraus kann grundsätzlich das Bedürfnis nach einer adäquaten Gelegenheitsausstattung im nahräumlichen Bereich abgeleitet werden. Im Sinne einer aktiven Stadtteilentwicklung ist daher zu prüfen, inwiefern die Wohnumfeldqualitäten den Anforderungen der Wohnbevölkerung in stark alternden Quartieren gerecht wird. Lösungswege eröffnen einerseits die Planung dezentralerer Versorgungsstandorte sowie eine Verdichtung des Angebotes im öffentlichen Verkehr. Zwar mögen derzeit viele der in diesen Gebieten lebenden ‚jungen Alten‘ noch in der Lage sein, ihre alltäglichen Bedürfnisse unter Zuhilfenahme des eigenen Pkw zu realisieren, jedoch ist gerade auch vor dem Hintergrund der eingangs dieses Beitrags beschriebenen Zunahme des Anteils der Hochbetagten in Hamburg ein vorausplanendes Handeln geboten.

Typ D: Suburbane Areale mit starker Überalterung

Während die Gebiete des Typs C heute noch eine vergleichsweise junge Bevölkerungsstruktur aufweisen, sind große Areale am Stadtrand Hamburgs bereits in eine Phase deutlicher Überalterung eingetreten (Typ D). Bei diesen Gebieten handelt es sich vorwiegend um die in den 1960er und 1970er Jahren entwickelten suburbanen Wohnquartiere. Die Wohnquartiere des Typs C könnten also in den nächsten Jahrzehnten eine ähnliche demographische Struktur aufweisen, wie sie bereits jetzt in den Gebieten des Typs D zu beobachten ist.

Obgleich die Erreichbarkeit infrastruktureller Gelegenheiten in den D-Quartieren aufgrund einer dichteren Versorgung im ÖPNV im Regelfall besser ist als in den Gebieten des Typs C, stellt sich mittelfristig auch hier die Frage, wie die Alltagsorganisation für die Bewohner dieser Wohnareale organisiert werden kann, wenn die Mobilität vieler Bewohner aufgrund ihres Alters eingeschränkt ist. Kleinräumige Untersuchungen in einem Stadtteil dieses Typs (Hamburg-Niendorf) weisen darauf hin, dass eine axiale Ausrichtung der Aktionsräume der Bewohner dieser Gebiete auf die Innenstadt Hamburgs die Regel ist, die alltägliche Berufspendelwege nachzeichnet (Pohl 2009: 339 ff.). Diese aktionsräumlichen Strukturen werden von den ‚jungen Alten‘ zumeist auch unmittelbar nach Eintritt in den Ruhestand aufrechterhalten und folgen dem Muster einer funktional entmischten Stadt, die in der Massenautomobilisierung ihren planerischen Ausgangspunkt findet. Damit unterscheiden sich die Aktionsräume der Bewohner suburbaner Wohngebiete deutlich von den Aktionsräumen der Bewohner funktional vielfältiger Quartiere, und zwar unabhängig vom Alter der betreffenden Personen (bei Betrachtung der bis etwa 75-Jährigen).

Können Mobilitätsbedürfnisse älterer Bewohner in infrastrukturell schlecht ausgestatteten Wohngebieten noch vergleichsweise gut realisiert werden, sofern die Kapitalausstattung der Haushalte gut ist, lassen sich für sozial benachteiligte Haushalte Lock-in-Effekte vermuten. Auf diese ‚doppelte Benachteiligung‘ sozial schwacher Personen in infrastrukturell schlecht ausgestatteten Wohngebieten hat Friedrichs (1990) hingewiesen. Im Sinne einer aktiven Quartiersentwicklung sollte es folglich aus Sicht der Stadtentwicklungsplanung vor allem darum gehen zu verhindern, dass diese Areale zu einer ‚räumlichen Falle‘ für ihre Bewohner werden.

Eine besondere Bedeutung für die Partizipation am gesellschaftlichen Leben, insbesondere für außerhäusliche Aktivitäten, ist dabei der Integration der älteren Bewohner in soziale Netzwerkstrukturen beizumessen (vgl. Marbach 2001). Diese Eingebundenheit in soziale Zusammenhänge wirkt sich gleichfalls positiv auf die allgemeine Lebenszufriedenheit aus. Im suburbanen Raum Leipzigs konnten Nuissl/Bigalke (2007) die Existenz starker Nachbarschaftsnetzwerke gerade unter älteren Bewohnern in Eigenheimgebieten nachweisen und so die Hypothese entkräften, dass ein Wohnstandort im suburbanen Raum für ältere Menschen nachteilig sei und eine Vereinsamung bewirke. Einschränkend ist jedoch anzumerken, dass die Suburbanisierungswelle in den neuen Bundesländern erst ab den 1990er Jahren einsetzte, was in den betrachteten Gebieten zu heute noch stabileren Kohorteneffekten führen dürfte, als dies in den suburbanen Wohngebieten Hamburgs der 1960er und 1970er Jahre der Fall ist. Obgleich also die Befunde von Nuissl/Bigalke (2007) aus Leipzig nicht ohne Weiteres auf Hamburg übertragbar erscheinen, dürften bestehende Nachbarschaftsstrukturen ein positives Moment stark alternder randstädtischer Wohnsiedlungen darstellen. Die nachhaltige Stärkung bzw. Unterstützung von Nachbarschaftsnetzwerken ist vor diesem Hintergrund ein bedeutsamer Ansatz der Quartiersentwicklung für diese Gebiete.

Wenngleich diese Befunde heute noch nicht auf einen besonders dringlichen Handlungsbedarf in den Quartieren des Typs D hinweisen, besteht in naher Zukunft dennoch die akute Gefahr der aktionsräumlichen wie sozialräumlichen Marginalisierung der dortigen Bewohner, die zugespitzt in dem Begriff des sogenannten Altenghettos zum Ausdruck kommt. So erscheint insbesondere die weitere Entwicklung dieser Gebiete in Frage gestellt, wenn die Weitergabe der Eigenheime aus dem Bestand an die nächste Generation nicht ohne Downgradingprozesse gelingen sollte. Die derzeit recht moderate bzw. zum Teil sogar stagnierende Immobilienpreisentwicklung in vielen dieser Stadtteile weist darauf hin, dass diese monofunktionalen Wohnquartiere einem insgesamt in Hamburg recht engen Wohnungsmarkt zum Trotz als tendenziell unattraktiver anzusehen sind: Exemplarisch sei hier die Stagnation der Wertentwicklung von Wohnimmobilien in verschiedenen Stadtteilen des Typs D genannt: Der durchschnittliche Quadratmeterpreis für Ein- und Zweifamilienhäuser aus dem Bestand sank im Stadtteil Niendorf von 2.245 € im Jahr 2006 auf 2.147 € in 2009, in Marmstorf von 2.234 € in 2006 auf 1.742 € in 2009, in Rahlstedt von 2.039 € in 2006 auf 1.974 € in 2009, in Poppenbüttel von 2.118 € in 2006 auf 2.074 € in 2009. Dem stehen positive Wertentwicklungen, insbesondere in urban geprägten Quartieren des Typs A entgegen. In Hamburg insgesamt blieben die Immobilienpreise für Ein- und Zweifamilienhäuser aus dem Bestand mit durchschnittlich 2.240 € (2006) bzw. 2.237 € (2009) pro Quadratmeter in etwa stabil (vgl. LBS Bausparkasse 2006: 6 ff.; LBS Bausparkasse 2009: 5 ff.).

Für eine auch prospektiv eher negative Bodenpreisentwicklung in diesen Arealen des Typs D verdichten sich aber nicht nur diese quantitativ-empirischen Anzeichen, sondern auch theoretische Überlegungen, die durch qualitative Untersuchungen aus dem suburbanen Raum Hamburgs gestützt werden: Die architektonische Gestaltung der in den Wohnquartieren vorherrschenden Reihenhausbebauung und die hohe Standardisierung der Ausstattung der Wohngebäude aus den 1960er und 1970er Jahren trifft vielfach nicht mehr auf eine entsprechende Nachfrage seitens heutiger Suburbaniten. Zurückführbar ist dies auf veränderte Wohnideale junger Familien, die in der gebauten Uniformität und Starrheit der Grundrissgestaltung der Wohngebäude dieser Bauphase keine Entsprechung findet (vgl. Menzl 2006).

Darüber hinaus führen aber auch die Folgen des sozialen und sozioökonomischen Wandels zu einer Neubewertung monofunktionaler Wohngebiete in Stadtrandlage im Hinblick auf die Vereinbarkeit von Leben und Arbeiten. So ist die für suburbane Quartiere typische Alltagsorganisation der Haushalte, die auf einer räumlichen Trennung von Arbeits- und Lebenswelt beruht, eng mit dem Wohnideal, aber auch mit der geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung der bürgerlichen Kleinfamilie verbunden, bei der dem Mann die Rolle des vollerwerbstätigen Alleinverdieners zukommt, während die Reproduktionsarbeit (Hausarbeit, Fürsorge für die Kinder, Versorgung der Familie) von der Frau übernommen wird (vgl. Häußermann/Läpple/Siebel 2008: 149 ff.). Bedingt durch die gestiegene Partizipation von Frauen an der Erwerbsarbeit, aber auch durch die mit dem Übergang von der Industrie- zur Wissensgesellschaft gestiegenen Mobilitäts- und Flexibilitätsanforderungen ist dieses Modell der Alltagsorganisation für eine stetig geringer werdende Zahl von Personen eine realistische Option der gelebten Alltagspraxis (vgl. Menzl 2006; Pohl 2009; Pohl 2010). Vor dem Hintergrund dieser theoretischen Überlegungen, die in der negativen Bodenpreisentwicklung ihre empirische Evidenz findet, ist fraglich, ob ein Generationenwechsel in den Einfamilienhausarealen der 1960er und 1970er Jahre möglich sein kann, der nicht mit einem sozialen Niedergang dieser Gebiete verbunden wäre.

Diese Überlegungen lassen einen zukünftigen Handlungsbedarf für die Gebiete des Typs D erkennen, die als vermeintlich sozial stabile Wohnstandorte der Mittelschicht selten zuvor als potenzielle Problemgebiete in den Blick genommen wurden. Auch wenn die derzeitige Quartiersentwicklung auf die Frage konzentriert sein sollte, welche planerischen Interventionen zur Bewältigung der kohortenbedingten Überalterung dieser Wohngebiete nötig sind, scheint eine intensive Beobachtung dieser städtischen Subgebiete, gerade auch im Hinblick auf die Frage nach den Implikationen des anstehenden Generationenwechsels, als ratsam, um eventuell entstehenden Downgradingprozessen frühzeitig entgegensteuern zu können.

In den kommenden Jahren bedarf es aber insbesondere in den Quartieren des Typs D einer altengerechten Quartiersentwicklung. Hierzu ist die Schaffung einer nahräumlichen Vorsorgungsinfrastruktur mit Gütern des täglichen Bedarfs ebenso zu zählen wie ein engmaschiges Netz des öffentlichen Verkehrs mit geringen Distanzen zwischen den Haltestellen. Ferner können Bürgerbeteiligungsverfahren helfen, ein den Bedürfnissen der Bewohner entsprechendes Freizeitangebot zu fördern.

Fazit und Ausblick

Obgleich Hamburg insgesamt als ‚Gewinnerregion‘ des demographischen Wandels gelten kann und auch in den kommenden Jahren die Wanderungsgewinne die Wanderungsverluste übersteigen werden, gehen bei kleinräumiger Betrachtung die Folgen des demographischen Wandels nicht spurlos an der Stadt vorüber. Zwar ziehen kontinuierlich junge Menschen in der Ausbildungs- und Berufsfindungsphase nach Hamburg, allerdings erfolgt die Zuwanderung insbesondere in die innenstadtnahen Stadtteile. Ein innerstädtischer Umzug von Personen in der Familiengründungsphase in die suburban geprägten Wohnquartiere innerhalb Hamburgs ist demgegenüber in weit geringerem Ausmaß gegeben, als dass eine Überalterung dieser Teile der Stadt ausbliebe. Hieraus folgen drei zentrale Aspekte der gegenwärtigen Entwicklung, die planerisch auf der Quartiersebene Berücksichtigung finden sollten:

Erstens ist eine relative Konzentration älterer Stadtbewohner in den suburbanen Wohngebieten der 1960er und 1970er Jahre zu beobachten. Dieser Kohorteneffekt lässt einen akuten Handlungsbedarf hinsichtlich einer altengerechten Quartiersentwicklung erkennen.

Zweitens sollte die sozialräumliche Entwicklung dieser Areale in den kommenden Jahren verstärkt beobachtet werden, da das (insgesamt kleiner werdende) Klientel der klassischen Suburbaniten keine eindeutige Präferenz für die dortigen baulichen Strukturen zeigt und Downgradingprozesse zu befürchten sind.

Drittens bewirkt die Zuwanderung junger Menschen in der Ausbildungs- und Berufsfindungsphase in den funktionsvielfältigen innerstädtischen Subgebieten einen hohen Druck auf den dortigen Wohnungsmarkt, der sich in einer lokalen Steigerung der Mietpreise spiegelt und die soziale Segregation durch Gentrifizierungsprozesse befördert. Dieser Wandel hat auch eine Verstärkung der sozialräumlichen Entmischung von verschiedenen Altersgruppen insgesamt zur Folge. Steuerungsmöglichkeiten dieses Prozesses werden durch Erhaltungssatzungen eröffnet.

Zusammenfassend ist zu bemerken, dass die Erkenntnisbasis über die lokalen Folgen des demographischen Wandels (zumindest im Fall der Stadt Hamburg) noch relativ gering ist. Derzeit stehen noch zu wenige Indikatoren zur Verfügung, um das Ausmaß der beschriebenen Trends genauer zu bestimmen. Insbesondere bedarf es einer Aufbereitung haushaltsstruktureller Daten, z. B. der Veränderung des Anteils der Familien, auf der Ebene der 941 statistischen Gebiete sowie kleinräumig verfügbarer Wanderungsdaten verschiedener Personengruppen. Die in diesem Beitrag vorgelegten Befunde weisen darauf hin, dass die Betrachtung entsprechender Indikatoren im Rahmen des geplanten Sozialmonitorings in Hamburg („Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung“ RISE) zu empfehlen ist.

Dieser noch zu verbessernden Erkenntnisbasis zum Trotz konnte mit Hilfe der vorliegenden Analyse gezeigt werden, dass auch in wachsenden Städten, die als ‚Gewinner‘ des demographischen Wandels gelten und die insgesamt durch eine Zuwanderung junger Menschen gekennzeichnet sind, auf der Maßstabsebene von Stadtteilen oder Wohnquartieren eine Überalterung der lokalen Wohnbevölkerung eintreten kann, die zuvor fast ausschließlich in Schrumpfungsregionen thematisiert wurde.

In prosperierenden Städten wie Hamburg wird dieser Prozess der Entmischung der Altersgruppen in Folge der räumlich in hohem Maße selektiven Zuwanderung zusätzlich befördert und von sozialräumlichen Differenzierungsprozessen begleitet. Die Folgen dieser sozialen Segregation zeigen sich insbesondere in den ausgewiesenen Typen A „Innenstadtnahe Szenestadtteile“ und B „Innenstadtnahe B-Quartiere“. Während die Zuwanderung junger Menschen in den Quartieren des Typs A zu einer deutlichen Verengung des Wohnungsmarktes führt, spricht einiges dafür, dass die im Vergleich zu den ‚Szeneststadtteilen‘ unattraktiveren Quartiere des Typs B, die eine moderatere Immobilienpreisentwicklung aufweisen, durch diesen Prozess der Zuwanderung junger Menschen sozial stabilisiert werden.

In den suburban geprägten Gebieten der Typen C und D kumuliert sich hingegen die ältere Wohnbevölkerung, da in diesen Quartieren kaum ein Effekt aus dem Zuzug junger Menschen in die Stadt eintritt. Entgegen der eingangs dieses Beitrags formulierten Annahme einer idealtypischen Wohnstandortverlagerung im Lebenslauf sind diese Areale nicht in dem Maße Zielgebiet für innerstädtische Wohnstandortverlagerungen von Personen in der Familiengründungsphase, als dass durch einen kontinuierlichen Bevölkerungsaustausch einer Überalterung dieser Stadtteile entgegengewirkt werden könnte. Damit sind auch prosperierende Städte von den Folgen des demographischen Wandels betroffen. Auch in den Gewinnerregionen sollten stadtpolitische Handlungsstrategien entwickelt werden, die auf eine altengerechte Quartiersentwicklung gerichtet sind.

Abb. 1

Bevölkerungsentwicklung ausgewählter deutscher Großstädte im Vergleich zur Bevölkerungsentwicklung in Deutschland insgesamt (1990 = Indexwert 100). (Quelle: Eigene Darstellung nach Angaben der statistischen Landesämter; Prognosedaten ab 2010: Bertelsmann Stiftung (2006))
Bevölkerungsentwicklung ausgewählter deutscher Großstädte im Vergleich zur Bevölkerungsentwicklung in Deutschland insgesamt (1990 = Indexwert 100). (Quelle: Eigene Darstellung nach Angaben der statistischen Landesämter; Prognosedaten ab 2010: Bertelsmann Stiftung (2006))

Abb. 2

Zeitprisma idealtypischer Wanderungsbewegungen
Zeitprisma idealtypischer Wanderungsbewegungen

Abb. 3

Verteilung und Veränderung des Anteils der über 65-Jährigen in Hamburg
Verteilung und Veränderung des Anteils der über 65-Jährigen in Hamburg

Demographierelevante Quartiersentwicklungstypen

Verjüngung der BevölkerungAlterung der Bevölkerung
StarkTyp ATyp C
unterdurchschnittlicherInnenstadtnaheSuburbane
Anteil der überSzenestadtteileWohnquartiere
65-Jährigenmit starkender 1970er und 1980er
VerdrängungseffektenJahre
ÜberdurchschnittlicherTyp BTyp D
Anteil der überInnenstadtnahesuburbane Areale
65-JährigenB-Quartieremit starker
östlich der AlsterÜberalterung

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