1. bookVolume 68 (2010): Issue 2 (April 2010)
Journal Details
License
Format
Journal
eISSN
1869-4179
First Published
30 Jan 1936
Publication timeframe
6 times per year
Languages
German, English
access type Open Access

What Kind of National Parks Does Germany Need?

Published Online: 30 Apr 2010
Volume & Issue: Volume 68 (2010) - Issue 2 (April 2010)
Page range: 75 - 89
Received: 21 Jul 2009
Accepted: 17 Dec 2009
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Journal
eISSN
1869-4179
First Published
30 Jan 1936
Publication timeframe
6 times per year
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German, English
Abstract

National parks are the oldest and most popular category of protected areas worldwide. They focus on two main issues: firstly the protection of nature, undisturbed natural processes and the conservation of biodiversity. Due to the long history of cultural landscapes and the comparably dense population of Central Europe multifold conflicts in land use evolve. Therefore this target is difficult to achieve. Secondly nature tourism is a goal of national parks – last not least to make the idea of wilderness tangible. Being situated in structural weak regions of the rural periphery, national parks can be seen as instruments for regional development. Outdoor recreation and tourism offer this possibility, especially in sparsely settled regions with further declining population figures. Spatial planning institutions should care for this development, thus creating new regional identities in lagging areas in the long run. 20 national parks are claimed to be sufficient for Germany. They are to fill the blank gaps on a representative map of Central Europe’s biomes, including moorlands, riverine forests, beech- and mixed deciduous forests as well as marine environments. Especially large interconnected woodlands and former military training areas offer possibilities for future declarations of national parks. In order to fulfill the requirements of nature protection and visitor management national parks should cover an area of at least 10,000 ha.

Keywords

Vorbemerkung

Die von der Wissensökonomie angetriebenen Veränderungen in der Volkswirtschaft einerseits und der demographische Wandel andererseits führen zu zunehmenden Disparitäten innerhalb Deutschlands. Besonders die strukturschwachen peripher gelegenen ländlichen Räume, die niedrige Einwohnerdichten und zugleich eine schlechte Erreichbarkeit aufweisen, drohen hinter der allgemeinen Entwicklung zurückzubleiben. Denn sie liegen nicht nur weit entfernt von den Agglomerationen, sondern sind häufig auch von in Zentren getroffenen Entscheidungen abhängig. Durch den Rückgang der infrastrukturellen Versorgung (Bildungs- und medizinische Angebote etc.) werden bestehende Abwanderungstrends noch verstärkt. Dieses Faktum besitzt eine regionalwirtschaftliche und eine gesamtgesellschaftliche Dimension. Dazu trägt eine sich wandelnde Regionalpolitik bei, die dem Globalisierungsdruck ‚von außen‘ folgt und stärker auf „Europäische Metropolregionen“ setzt. Die daraus resultierende zentrale Frage lautet, wie künftig das gesetzlich verankerte Ziel der Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse erreicht werden kann.

Soll an dem übergeordneten Ziel einer dezentralen Besiedlung festgehalten werden, kann eine solche raumordnerische Forderung nicht allein durch Quersubventionierung und mittels reduzierter Mindeststandards eingelöst werden. Eine auf die endogenen Potenziale setzende, zukunftsorientierte und proaktiv agierende Regionalpolitik ist die Konsequenz. Eine solche sollte den Naturschutz nicht nur als sektorale Fachplanung ansehen, sondern als integrative Aufgabenstellung inkooperieren. Naturnahe Landschaften sind als komparative Kostenvorteile im Ricardo’schen sinne zu begreifen und können in bestimmten Fällen als Motoren einer neuen Regionalentwicklung fungieren – so die im Weiteren am Fallbeispiel von Nationalparken exemplifizierte Ausgangshypothese.

Problemstellung

seit geraumer Zeit streitet man in Deutschland öffentlich um die Ausweisung bestimmter naturnaher Landschaften als Nationalpark. Standen dabei vor Jahren beispielsweise das Ammergebirge (Bayern) oder der Nordschwarzwald (Baden-Württemberg) hoch im Kurs, sind es heute das Siebengebirge (Nordrhein-Westfalen), die Lieberoser Heide (Brandenburg) und nicht zuletzt der Steigerwald (Bayern), die diesbezüglich für Diskussionsstoff sorgen. Naturschutzverbände und staatliche Stellen verschiedener Resorts und Verwaltungsebenen, Vertreter aller politischen Parteien und unterschiedliche Träger öffentlicher Belange wie Kirchen oder Gewerkschaften, Gegner- und Befürworter-Vereine mehr oder weniger potenziell betroffener Bürger äußern sich verbal, in der Presse oder mittels Demonstrationen zu diesem Thema. Dabei differieren die Meinungen individuell erheblich, quer durch Institutionen und Familien sowie im Zeitverlauf.

Insofern erklärt sich die im Titel gestellte Frage. Sie ist nicht nur eine naturschützerisch, sondern auch eine raumordnerisch virulente. Denn Nationalparke implizieren als raumfunktionale Zuweisung in der Regel Nutzungsverzichte. Die Überschrift thematisiert einerseits die Quantität, d. h. die Zahl der Nationalparke. Diesbezüglich ist festzuhalten, dass mehr nicht immer besser sein muss. Weltweit ist die Zahl der Schutzgebiete in den letzten Jahrzehnten erheblich angewachsen. Allerdings finden sich darunter eine nicht unerhebliche Anzahl an ‚paper parks‘. Diese wurden ausgewiesen, ohne sie faktisch im Raum durch entsprechende Maßnahmen – rechtssichere Festlegung und Markierung der Grenzen, Existenz einer Managementinstitution etc. – zu verankern, und füllen lediglich die Statistik. Andererseits ist die eingangs formulierte Frage um die Aspekte der Dimension (Flächengröße, sowohl einzeln als auch insgesamt), der strukturellen Qualität (Naturnähe, Requisiten, Biodiversität) sowie des Standorts (Repräsentanz mitteleuropäischer Biome, topologische Lage) zu erweitern. Letzteren Aspekt betreffend sind vor allem die Eigentumsverhältnisse, bestehende oder zu erwartende Landnutzungskonkurrenzen sowie raumplanerische und regionalpolitische Erwägungen in Betracht zu ziehen.

Nationalparke haben explizit den Anspruch, „Natur Natur sein zu lassen“ (Sinner 1999: 11). Sie setzen auf Prozessschutz, die sich daraus zwangsläufig ergebende Wildnis ist ihr Ideal. Die Wildnis-Idee – das Laufen-Lassen ungestörter ökosystemarer Prozesse – passt jedoch nicht in unsere dicht besiedelte, vielfältig von zerschneidenden Infrastrukturen geprägte und großflächig anthropogen überformte Kulturlandschaft. Vordergründig scheinen Nationalparke lediglich für weiße Flecken auf der volkswirtschaftlichen Landkarte verantwortlich zu sein. Sind Wildnisentwicklung und Wertschöpfung mithin nicht vereinbar?

Schutzgebiete wie Nationalparke werden von verschiedenen Autoren als Instrument zur Regionalentwicklung gesehen (vgl. Kaether 1994; Getzner 2002; Mose 2007) – auch mangels industrieller oder gewerblicher Alternativen in der ländlich-strukturschwachen Peripherie. Da Nationalparke verschiedentlich die Akzeptanz von Einheimischen und auf kommunaler bzw. regionaler Ebene verantwortlichen Entscheidungsträgern fehlt (vgl. Krieger 1998; Stoll 1999; Beckmann 2003), wird das Argument der vom Naturtourismus getragenen Regionalentwicklung verstärkt. Insbesondere der zuletzt angeführte Aspekt bedingt, dass es zusehends erwünschte Nationalparke gibt – auch außerhalb von Naturschutzverbänden und deren engagierter Mitgliedschaft. Beleg hierfür ist die Geschichte des jungen Nationalparke Eifel, der von den Politikern in der Region vorangetrieben und von der Mehrheit der örtlichen Bevölkerung gewollt wurde. Derzeit versuchen zwei nordrhein-westfälische Nachahmer dieses gelungenen Prozesses Ähnliches. Erstens ist es der Kreis Lippe, welcher nach der Bestätigung der Nationalparkwürdigkeit von Teutoburger Wald-Eggegebirge durch das Landesamt für Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz im September 2008 nunmehr die Erarbeitung eines Wirtschaftlichkeitsgutachtens an Roland Berger Strategy Consultants in Auftrag gegeben hat. Zweitens rechnet der Kreis Soest dazu. Im Rahmen der „Regionale 2013“ macht man sich dort neuerdings massiv dafür stark, dass im Gebiet des Arnsberger Waldes ein neuer Nationalpark Sauerland entstehen soll.

Zu den genannten Entwicklungen bezieht dieser Beitrag kritisch Stellung, und zwar aus deutscher Sicht und mit raumwissenschaftlichem Fokus. Dazu wird im Folgenden zunächst auf den Begriff Nationalpark abgehoben und auf seine legislative Definition eingegangen. Dann werden die Geschichte, der Status quo und die wesentlichen Merkmale von Nationalparke dargestellt. Anschließend ist der Wert solcher Reservate ein Thema: mit ihren Pros und Contras, die sich in vielfältigen Raumnutzungskonflikten äußern (vgl. Zundel 1996), aber auch bezüglich der ihnen eigenen endogenen Potenziale, besonders aufgrund des Naturtourismus. Schließlich wird ein prognostischer Ausblick gegeben, der angesichts des demographischen Wandels unausweichlich erscheint (vgl. BBR 2006). Am Schluss steht ein die Raumordnungs- und Naturschutzpolitik gleichermaßen forderndes kritisches Fazit.

Terminologie und rechtliche Grundlagen

Nationalparke sind eine westliche Idee. Sie ist zu verstehen im Kontext der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erfolgten massiven Erschließung des indianischen Westens Nordamerikas und der dort – im Gegensatz zur „Alten Welt“ – nicht vorhandenen großartigen Baudenkmäler. Besonders seltene Naturphänomene und landschaftsästhetisch beeindruckende, emotional überwältigende Landschaftsbilder mitsamt ihrer Pflanzen- und Tierwelt wurden ersatzweise zu nationalen Identifikationsobjekten hochstilisiert. Dieser Aspekt des „Nation Building“ mittels Nationalparke hat nicht nur in den USA, sondern auch bei den ostafrikanischen Staaten nach deren Entlassung in die Unabhängigkeit eine zentrale Rolle gespielt (vgl. Job/Weizenegger 1999; Weixlbaumer 2009).

Deshalb ist das Präfix „national“ ernst zu nehmen und hat weit mehr als „nur“ naturschützerische Implikationen und regionale Bezüge. Nationalparke gehören allen Einwohnern eines Landes, zumindest soweit es sich um Flächen in Staatseigentum handelt. Freilich ist dies für Deutschland wegen seiner föderalen Struktur und der ausschließlichen Rahmengesetzgebungskompetenz des Bundes in Bezug auf den Naturschutz auf die Ebene der Bundesländer anzuwenden.

Die Erklärung zum Nationalpark ergeht im Benehmen mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BNatSchG 2009 § 22 Abs. 5).

Ausgenommen wäre lediglich ein mariner Nationalpark im Bereich der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone und des Festlandsockels, über den der Bund selbst zu entscheiden hätte (vgl. § 57 BNatSchG 2009; Krause/von Nordheim 2008).

"Die Nationalparkdefinition wurde von der Internationalen Naturschutzorganisation (IUCN) seit Neu Delhi 1969 wiederholt geändert. (…) Das Hauptproblem liegt darin, daß weltweit (und teilweise auch bei uns) viele Befürworter von NLP [Nationalparke] damit in erster Linie den Tourismus ankurbeln wollen, statt sich klar zum Hauptziel Ökosystemschutz zu bekennen“ (Zundel 1996: 442). Basierend auf den ursprünglichen Kriterien der Londoner Konvention von 1933 und der Konferenz von Washington 1940 (vgl. Grzimek 1971) kam es nach dem Treffen in Neu Delhi zu weiteren Novellierungen der internationalen Nationalparkkriterien in den Jahren 1978, 1992 und zuletzt 2007 im spanischen Almeria (vgl. Dudley 2008). Die von Zundel angesprochene Problematik einer bipolaren Aufgabenstellung von Nationalparken wurde dabei nicht angetastet. Das belegt folgendes Zitat: „CATEGORY II National Park: protected area managed mainly for ecosystem protection and recreation“. Allerdings heißt es bei den Managementzielen, dass Nationalparke zum einen die Aufgabe haben „to perpetuate, in a natural state as possible, representative examples of physiographic regions, biotic communities, genetic ressources, and species, to provide ecological stability and diversity“ und zum anderen „to manage visitor use (…) at a level which will maintain the area in a natural or near natural state“ (World Conservation Union 2008: 4). Somit ist klar, wer Vorrang hat: der Naturschutz!

Die natürliche Entwicklung auf möglichst großer Fläche ist das erklärte naturschutzfachliche Ziel von Nationalparke. Entsprechend liest sich der von EUROPARC-Deutschland (2008: 7) als federführender deutscher Nichtregierungsorganisation eingeforderte Prozessschutz-Standard: „Nationalparke schützen im überwiegenden Teil ihres Gebietes den möglichst ungestörten Ablauf der Naturvorgänge in ihrer ungestörten Dynamik. Grundsätzlich ist dies nach einer Frist von längstens 30 Jahren nach der Erklärung eines Gebiets zum Nationalpark auf mindestens 75% der Nationalparkfläche sichergestellt“ (vgl. auch World Conservation Union 1994: 12). Der Bund verlangt mehr als 50% der Fläche. Deutsche Nationalparke sollen sich demnach „in einem überwiegenden Teil ihres Gebiets in einem vom Menschen nicht oder wenig beeinflussten Zustand befinden“ (BNatSchG 2009 § 24 Abs. 1 S. 3).

Der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) empfiehlt aus pragmatischen Gründen ebenfalls, eine „Größenordnung von etwa 50% Totalschutzflächen als langfristige Zielsetzung“ beizubehalten (SRU 2002: 100).

Wie das kurze Leben des durch Beschluss des OVG Lüneburg vom 22.02.1999 aufgehobenen Nationalparks Elbtalaue belegt,

Eine 1999 vorgebrachte Normenkontrollklage eines Landwirts war erfolgreich und führte zur Auflösung dieses im Vorjahr gegründeten Nationalparks. In der Folge gab es weitere, jedoch erfolglose Klagen gegen die Erweiterung des Nationalparks Bayerischer Wald sowie gegen die Nationalparke Harz und Hochharz (die am 01.01.2006 zum Nationalpark Harz fusioniert wurden) als auch gegen den Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft (Diepolder 1999: 90).

sind bei dieser juristischen Festlegung auch Entwicklungspotenziale berücksichtigungsfähig. Diese können den bei einer Ausweisung angestrebten Status Nationalpark „jedoch allein anreichern bzw. flankieren, nicht aber überlagern oder ersetzen“, so die damalige Interpretation von Kolodziejcok (2000: 254). Seit dem Jahr 2002 zielt die diesbezüglich angepasste Formulierung des Bundesnaturschutzgesetzes deshalb auf Gebiete, die „geeignet sind, sich in einen Zustand zu entwickeln oder in einen Zustand entwickelt zu werden“ (BNatSchG 2009 § 24 Abs. 1 S. 3). Diese Formulierung lässt bei der Berücksichtigung solcher Potenziale ein Mehr an natürlicher Dynamik zu, was Neuausweisungen derartiger Reservate deutlich mehr Spielraum eröffnet.

In Deutschland sprechen wir von sogenannten Entwicklungs-Nationalparken (zum rechtlichen Hintergrund des Begriffs vgl. Stock 2000: 200). Derzeit erfüllt die Hälfte unserer Nationalparke die Kriterien des Bundesnaturschutzgesetzes, den eingeforderten Prozessschutz-Anteil von über 50% betreffend, nicht.

Nach seiner Erweiterung im Jahr 1997 rechnet dazu auch der in vielerlei Hinsicht als „Vorzeige-Nationalpark“ geltende Bayerische Wald.

Lediglich vier deutsche Nationalparke (Hainich, Thüringen; Hamburgisches Wattenmeer; Jasmund, Mecklenburg-Vorpommern; Kellerwald-Edersee, Hessen) bringen es auf einen für Industrieländer mittlerer Größe als ambitioniert geltenden Anteil von drei Viertel Wildnis. „Dieses sind jedoch gleichzeitig sehr kleine Nationalparke, die kaum die internationalen Kriterien der Flächengröße von Nationalparken erfüllen. Auch das nationale Qualitätskriterium einer Flächengröße von mindestens 10.000 ha wird bei drei dieser Parks nicht erfüllt“ (Scherfose 2009: 14; vgl. auch EUROPARC-Deutschland 2008).

Der Gesetzgeber sieht in seinem unlängst novellierten Naturschutzgesetz „Nationale Naturmonumente“ als neue Flächenschutzkategorie vor (BNatSchG 2009 § 24 Abs. 4). Damit wird eine Lücke zu internationalen Gepflogenheiten im Gebietsschutz geschlossen (Bibelriether 2009: 34). Somit können nicht zielkonforme, da zu klein ausfallende Nationalparke oder solche mit sehr hohem Anteil an historischen Kulturlandschaften

Das Paradebeispiel wäre die durch Hüteschafhaltung etc. offen gehaltene Lüneburger Heide, die in ihrem zentralen Teil um den Wilseder Berg bereits seit 1921 unter Naturschutz steht. Dort wurde das Naturschutzgebiet nach dem Abzug der britischen Truppen 1993 auf eine Fläche von ca. 23 km2 erweitert.

künftig vermieden werden. „Nationalen Naturmonumenten“ kommen „aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen, kulturhistorischen oder landeskundlichen Gründen und wegen ihrer Seltenheit, Eigenart oder Schönheit“ herausragende Bedeutung zu. Sie müssen nicht großräumig, weitgehend unzerschnitten und von größter Naturnähe sein, wie dies für Nationalparke explizit gefordert wird. Denn in Letztgenannten geht es vor allem auch um Tierarten mit großen Lebensraumansprüchen wie den Luchs (Lynx lynx) oder bestimmte Vogelarten wie die Rauhfußhühner, welche durch die Barrierewirkung von zerschneidenden Infrastrukturen und die Verinselung ihrer Habitate in ihrer Populationsdichte gefährdet sind (Sudfeldt/Dröschmeister/Grüneberg et al. 2007: 10 f.).

Ein Beispiel soll dies verdeutlichen: Für das relativ kleine (unter 5.000 ha) und entsprechend seiner verdichtungsraumnahen Lage stark verkehrlich belastete Siebengebirge, in welchem die Geburtsstunde des staatlichen Naturschutzes verortet werden kann,

Wegen der für Arbeiten an der Fassade des Kölner Doms am Drachenfels gewonnenen Trachytsteine drohte der Siebengebirgs-Gipfel mitsamt der Ruine in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts vollständig abgebaut zu werden. Dagegen stellte sich das preußische Königshaus, verbot einen weiteren Steinabbau und kaufte den Drachenfels am 26.04.1836. Dies gilt gemeinhin als erste staatliche Maßnahme im Naturschutz (vgl. Schoenichen 2007).

wäre das die Alternative. Dort hat sich der Rhein-Sieg-Kreis am 03.03.2008 mit einem Beschluss des Kreisausschusses einstimmig für die Einleitung eines formellen Verfahrens zur Einrichtung eines „Bürgernationalparks“ Siebengebirge ausgesprochen. Mit diesem Votum wurde die nordrhein-westfälische Landesregierung gebeten, die Einrichtung eines Nationalparks zu überprüfen.

So wurde in der Region und bundesweit bis vor Kurzem debattiert, ob man einen Nationalpark Siebengebirge inhaltlich und formal als geeignet erachtet. Nachdem der Bürgerentscheid in Bad Honnef am 27.09.2009 nicht positiv ausfiel, hat der Umweltminister Nordrhein- Westfalens das Nationalpark-Projekt Siebengebirge zwischenzeitlich für gescheitert erklärt.

Historische Entwicklung, Status quo und Charaktermerkmale

Die Geschichte der Nationalparke begann in Nordamerika mit der 1872 erfolgten Ausweisung des Yellowstone-Nationalparks (Sellars 1997). Bedeutender für die Ideengeschichte ist allerdings der Yosemite Park in der Sierra Nevada Kaliforniens. Denn bereits am 30. Juni 1864 wurde dort von Präsident Lincoln das Gesetz über einen ‚state park‘ in Kraft gesetzt (1890 wurde dieser dann zum Nationalpark aufgewertet). Nutzungskonflikte, z. B. die intensive Schafbeweidung, besonders aber der Bau eines Staudamms zur Wasserversorgung von San Fransisco, führten schnell zum Engagement von Naturschutzaktivisten wie J. Muir, die in der Natur mehr als spektakuläre Landschaften sahen. Der kurz danach als NGO entstandene Sierra Club und der 1916 aus der Taufe gehobene staatliche National Park Service, der alle US-amerikanischen Schutzgebiete auf Bundesebene verwaltet, gingen daraus hervor (von Ruschkowski 2009: 85 ff.). Im Jahr 1909 gelangte die Nationalpark-Idee nach Europa, als in Schweden das erste Nationalpark-Gesetz erlassen und neun Nationalparke ausgerufen wurden (Naturvårtsverket 2006). Viel später erst erreichte sie Deutschland – genauer gesagt 1970 den Inneren Bayerischen Wald im damaligen Zonenrandgebiet. Nach der quer durch Parteienlandschaft und Naturschutzkreise verlaufenden Frontlinie von Befürwortern und Gegnern, zahlreichen mitunter ideologisch anmutenden, kontroversen Debatten um Inhalte und besonders um die Bezeichnung Nationalpark (vgl. Haug 1972) sowie dem berühmten Haber-Gutachten (1968) lautete das Urteil der Bayerischen Staatsregierung pro Nationalpark Bayerischer Wald. Regionalpolitische Erwägungen im Zusammenhang mit der Förderung des Tourismus spielten hierbei eine zentrale Rolle. Sie tun es noch heute, wie sich an den entsprechenden Gesetzes- und Verordnungstexten ablesen lässt, und zwar nicht nur im Bayerischen Wald, sondern bei zehn von 14 deutschen Nationalparken (Job 2008).

Interessanterweise erfolgte die Ausweisung seinerzeit auf der Basis des als Landesrecht fortgeltenden Naturschutzgesetzes von 1935. Damals wurden mit den §§ 4 und 18 die auf den jagdbegeisterten Reichsforstmeister Göring zugeschnittenen juristischen Voraussetzungen geschaffen, Schutzgebiete von „überragender Größe und Bedeutung“ als Reichsnaturschutzgebiete zu deklarieren (vgl. Piechocki 2000). Daraus resultierten die Schutzgebiete Darß (heute Teil des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft), Schorfheide (heute Teil des Biosphärenreservates Schorfheide-Chorin), Rominter Heide und Elchwald am Kurischen Haff in Ostpreußen. Freilich ist die Debatte um Nationalparke auf deutschem Territorium viel älter, denn bereits 1898 forderte Wetekamp im Preußischen Abgeordnetenhaus, „Staatsparke“ einzurichten (Schoenichen 2007).

Zurück zum Bayerischen Wald: Erst 1973 erhielt dieser Nationalpark eine Rechtsverordnung. Fachgesetzliches Fundament bildete der § 8 BayNatSchG: Das älteste Naturschutzgesetz der Bundesrepublik Deutschland formulierte darin seinerzeit, was die Mindestflächen-Festlegung von 10.000 ha angeht, ein weit blickendes Nationalparkreglement.

Die deutsche Nationalpark-Historie ist demnach eine junge und nicht ganz einfache. Lange Zeit fehlte der Mut für ein Wildniskonzept in Nationalparken; verständlich, wenn man an die lange Nutzungsgeschichte Mitteleuropas und seine gewachsenen historischen Kulturlandschaften denkt (vgl. ABN 1985). Vielleicht resultiert daraus auch eine gewisse Angst der Deutschen vor der Wildnis (vgl. Panek 2006). Mit der Wiedervereinigung und dem Inkrafttreten des „Nationalparkprogramms der DDR“ setzte nach 1990 ein regelrechter Entwicklungsschub bei der Ausweisung von Nationalparken ein. Im Jahr 2009 verzeichnete Deutschland 14 Nationalparke. Die beiden jüngsten, Eifel und Kellerwald-Edersee, stammen aus dem Jahr 2004.

Allerdings sind bis dato in nahezu allen Nationalparken Nebennutzungen vorhanden. Diese bringen teilweise gravierende Eingriffe in Landschaftshaushalt und Ökosysteme mit sich, wie z. B. das aktuelle Pipelinebauvorhaben im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer zeigt. Hierfür sind nicht zuletzt die Eigentumsverhältnisse verantwortlich, da mit der Zahl der privaten bzw. kommunalen Eigentümer der Umfang der Raumnutzungsfunktionen steigt; so beispielsweise im Nationalpark Unteres Odertal, wo 2006 ein Änderungsgesetz des 1995 beschlossenen Nationalparkgesetzes erforderlich wurde (Ministerium der Justiz Brandenburg 2006; Scherfose 2009: 19 f.)

Die Fläche deutscher Nationalparke variiert innerhalb einer Bandbreite von 3.003 ha (Jasmund) bis 441.500 ha (Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer). Insgesamt beanspruchen sie lediglich etwas mehr als ein halbes Prozent deutschen Territoriums (wenn die Meeres- und Wattflächen herausgerechnet werden; vgl. Bundesamt für Naturschutz 2008: 148 f.), was sich im europäischen Vergleich bescheiden ausnimmt.

Die darin enthaltenen Wildnisflächen umfassen derzeit knapp 100.000 ha (ohne maritime Anteile), was 0,26% der deutschen Staatsfläche entspricht (von Ruschkowski 2009: 22).

Sie verteilen sich zentrifugal und liegen vor allem entlang der Außengrenzen Deutschlands. Mit Hainich, Harz und Kellerwald-Edersee existieren Nationalparke, welche in der sogenannten inneren Peripherie dünn besiedelter Mittelgebirgsregionen vorzufinden sind (vgl. Abb. 2). Diese Dualität ist vor dem Hintergrund der Teilung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg zu sehen: Wegen der politischen Entwicklung in der DDR konnte sich vor allem in deren Grenzstreifen, aber auch in den Zonenrandgebieten der Bundesrepublik die Natur relativ ungestört entwickeln, indem diese als Sperrgebiete oder abgelegene Peripherräume von intensiver menschlicher Nutzung weitgehend ausgenommen waren. Als typische Vertreter lassen sich hierfür die Nationalparke Harz oder Bayerischer Wald anführen. Zudem existieren durch die vormalige Stationierung sowjetischer Truppen auf dem Gebiet der ehemaligen DDR sowie von westlichen Armeen in der Bundesrepublik großflächige Militärareale, in denen sich die Natur weitgehend eigenständig entfalten konnte und somit vielfältige Lebensräume für Pflanzen und Tiere erhalten blieben. In diesem Zusammenhang sind die Nationalparke Hainich und Müritz im Osten sowie der Nationalpark Eifel im alten Bundesgebiet zu nennen (vgl. Abb. 3).

Bei fast allen Nationalparkregionen

Eine Nationalparkregion umfasst diejenigen Kommunen, die mit ihrer Gemarkung zumindest teilweise im Nationalpark liegen oder diesen schneiden oder ihn an seiner Grenze berühren (Hannemann/Job 2003: 10).

handelt es sich nach der Klassifikation des Bundesamts für Bauwesen und Raumordnung (BBR) um solche ländliche Räume, die sehr peripher bzw. peripher gelegen und verkehrsmäßig schlecht erreichbar sind (vgl. Abb. 2). Sie stellen vergleichsweise dünn besiedelte, strukturschwache Gebiete dar. Die durchschnittliche Einwohnerzahl pro Hektar liegt für die deutschen Nationalparkregionen bei 126 – der Bundesmittelwert liegt bei 231 – mit einer Bandbreite von 51 im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft bis 228 im Nationalpark Harz. Nur der Nationalpark Eifel reicht an den Rand des Köln-Bonner Verdichtungsraums heran und der kleinere, westliche Teil des Nationalparks Sächsische Schweiz tangiert die Ausläufer der Agglomeration Dresden im Elbtal. Gerade die Merkmale abseitige Lage, schwierige Erreichbarkeit sowie Strukturschwäche

Als ein Exempel kann der den südlichen Teil des Nationalparks Bayerischer Wald umfassende Landkreis Freyung-Grafenau dienen. Im Jahr 2007 lag dessen Bruttoinlandsprodukt je Kopf der Bevölkerung bei 20.662 €; der Mittelwert des Freistaates Bayern belief sich auf 34.630 € (Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung 2008).

stellen gewissermaßen eine wesentliche Voraussetzung für den Umstand dar, dass naturnahe Landschaftsteile in verdichtungsraumfernen ländlichen Räumen erhalten geblieben sind, welche die Kriterien zur Ausweisung eines Nationalparks am ehesten erfüllen.

Der Faktor Strukturschwäche wird durch die vorhandene Kaufkraft pro Kopf der Bevölkerung innerhalb der Nationalparkregionen unterstrichen. In der bundesweiten Gegenüberstellung erreichen lediglich die Nationalparke Eifel und Wattenmeer die Klasse, die das Niveau des Bundesdurchschnitts widerspiegelt. Die meisten Teilräume mit bestehenden Nationalparken in den neuen Ländern (Hainich, Müritz, Unteres Odertal und Vorpommersche Boddenlandschaft) rangieren erwartungsgemäß in der untersten Klasse, wie die Gegenüberstellung der Abbildungen 2 und 3 deutlich macht.

Steer/Scherfose/Balzer (2008: 93 ff.) haben unlängst Vorschläge zur Optimierung des Systems von deutschen Großschutzgebieten vorgestellt.

Wegen der Zuständigkeit der Bundesländer und da es kein abgestimmtes nationales Schutzgebietssystem gibt, erfolgte die Ausweisung von Nationalparken bislang eher unsystematisch (SRU 2002: 41).

Neben Meeresschutzgebieten, die im Folgenden ausgespart bleiben (vgl. Krause/von Nordheim 2008), werden Defizite besonders bei folgenden Ökosystemkomplexen gesehen:

Fließgewässer und Auen – hier erwartet man sich von der Umsetzung der Wasserrahmen-Richtlinie der EU gehörige Renaturierungspotenziale,

Wälder – der Rotbuche (Fagus sylvatica) und ihren Begleitarten wird diesbezüglich besondere Aufmerksamkeit beigemessen, da 25% des natürlichen Buchenwaldareals Europas in Deutschland beheimatet sind, und

im Offenlandbereich – die Biotoptypen der Heiden und Trockenrasen passen weniger ins Wildniskonzept, da sie, wenngleich nur extensiv bewirtschaftet, dennoch nutzungsspezifisch und somit dem klassisch-konservierenden Naturschutz zuzuordnen sind; bei Hoch-, Übergangs- und Niedermooren sind Schutzgebietsausweisungen auf den wenigen noch unzerschnittenen und von Meliorationsmaßnahmen nicht tangierten Restflächen erforderlich (vgl. auch Blab 2004).

Kosten, Nutzen und touristische Wertschöpfung

Bei der Diskussion um einen Nationalpark, dessen Fläche vermeintlich jeglicher Nutzung durch Dritte entzogen wird, spielen die damit verbundenen potenziellen Kosten sowie der sich aus der Unterschutzstellung ergebende Nutzen eine entscheidende Rolle. Auf der Kostenseite lassen sich allgemein drei Kategorien unterscheiden: die direkten Kosten (für Einrichtung, Management und Unterhalt eines Schutzgebietes), die indirekten Kosten (z. B. durch Schäden, die von im Schutzgebiet lebendem Wild jenseits der Nationalpark-Grenzen verursacht werden) und die Opportunitätskosten. Dazu rechnen jene, welche sich aus entgangenen anderweitigen Nutzungsmöglichkeiten ergeben. Zu unterscheiden sind zwei Arten von Opportunitätskosten: einerseits konsumtive Nutzungen, die durch die Unterschutzstellung aufgegeben oder eingeschränkt werden müssen (etwa die reguläre Forst- und nachgelagerte Holzwirtschaft). Andererseits gehören dazu Nutzenoptionen, die durch den Schutzstatus generell untersagt sind, beispielsweise eine hydroelektrische Inanspruchnahme. Opportunitätskosten berühren in erster Linie die lokale, am Rande auch die regionale bzw. nationale Ebene. Gerade in Debatten um die Ausweisung oder Erweiterung von Nationalparken, aber auch was Managementfragen innerhalb der Reservate – wie beispielsweise das Sammeln von Pilzen und Beeren – anbelangt (vgl. Sieberath 2007), sorgen diese für gehörigen Diskussionsstoff und Akzeptanzdefizite insbesondere bei den Parkanrainern. Ganz aktuell können hier die wegen der nach den Sturmereignissen Kyrill und Emma ablaufenden Borkenkäferkalamitäten im Bayerischen Wald (Liebecke/Wagner/Suda 2008) und im Harz (von Ruschkowski 2009) genannt werden.

Der Nutzen eines Nationalparks resultiert aus seinen mit der Naturnähe bzw. Wildnis gekoppelten Funktionen, d. h. aus Gütern und Dienstleistungen, welche durch das Schutzgebiet zur Verfügung gestellt und welche von bzw. durch den Menschen genutzt werden können (vgl. z. B. Balmford/Bruner/cooper et al. 2002). Letztere betreffend wird häufig von Ökosystemdienstleistungen gesprochen. Allerdings bestehen verschiedene wirtschaftliche Wertkomponenten von Nationalparken. sie lassen sich in Gebrauchswerte und Nicht-Gebrauchswerte unterteilen (vgl. Munasinghe 1994). Letztere sind eng verknüpft mit dem intrinsischen Wert der Natur, die anerkannt wird um ihrer selbst willen. Bei den Gebrauchswerten wird zwischen direkten und indirekten differenziert. Die zuletzt genannten umfassen wesentliche humanökologische Funktionen, wie beispielsweise den Lawinenschutz im Hochgebirge des Nationalparks Berchtesgaden. Für die regionale Ökonomie sind die direkten Gebrauchswerte von besonderem Interesse. Unter anderem geht es dabei um die Funktionen Land- und Forstwirtschaft, Jagd und Fischerei sowie Tourismus. Darunter stellt der Tourismus die einzig nicht-konsumtive Landnutzung dar.

Im Umgang mit Nationalparken hat in den letzten Jahrzehnten global wie national ein Paradigmenwechsel stattgefunden. spätestens seit dem Rio-Gipfel von 1992 wird die Aufgabenstellung von Nationalparken international auch im räumlichen und sozialen Kontext gesehen und es wird auf verschiedenen Wegen versucht, die lokale Bevölkerung ins Management zu integrieren und sie nicht länger aus den Nationalparken komplett auszuschließen (vgl. Mcneely 1990; Kemf 1993; Tisdell 1995). Der neue Fokus, die „people first"-Perspektive, versucht die Parkanrainer nicht nur zu informieren, sondern ihnen gezielte Kooperationsangebote und nachhaltige Nutzungsoptionen im Schutzgebiet und seinem Umfeld aufzuzeigen. Partizipation und Konfliktlösung sind dabei originäre Elemente eines kollaborativen Management-Konzepts (vgl. Nekisch 2006; Mose 2007). „The claim is that biodiversity protection through protected areas relies on empathetic local management for its continuance. Local acceptance is maintained best through mechanisms that also support local economies, such as tourism“ (Stoll-Kleemann/Job 2008: 87). Der zuvor skizzierte Paradigmenwechsel schließt auch im Flächenschutz aus der Governance-Forschung bekannte neue formen der Selbststeuerung mit ein (vgl. FüRst/Lahner/Pollermann 2006).

Können regionalwirtschaftliche Argumente, transportiert über den Naturtourismus, die Debatte um das für und Wider von Nationalparken befruchten? Diese Überlegung soll nachfolgend in form bundesweit hochgerechneter Wertschöpfungsstudien angestellt werden, basierend auf der Einzelfallanalyse von nationalpark-Regionen in Deutschland.

Zu den direkten Wertkomponenten zählt auch die emotionale Bindung der lokalen Bevölkerung an das Schutzgebiet (Identifikationswert), die allerdings monetär schwer bezifferbar ist. Nicht zu vergessen ist zudem die vom Nationalpark-Status ausgehende Imagewirkung für eine Region.

In deren Fokus steht eine Abschätzung der regionalökonomischen Effekte des deutschen Nationalparktourismus insgesamt (zum Untersuchungsdesign und zur Methodik vgl. Job/Woltering/Harrer 2009).

Werden zunächst alle deutschen Nationalpark-Touristen betrachtet, kommt man auf etwa 50,9 Mio. Besuchstage pro Jahr, mit fallweise sehr unterschiedlichen Besucherdichten je Nationalparkgebiet (vgl. Abb. 1). Diese Naturtouristen generieren einen Bruttoumsatz von rund 2,1 Mrd. €, was einem Einkommensäquivalent von etwas mehr als 69.000 Personen entspricht. Bei den Kennzahlen ist besonders auf die dominierende Stellung der großen Wattenmeernationalparke hinzuweisen, die zusammen für einen Anteil von rund 80% an den zuvor genannten Zahlen verantwortlich zeichnen. Ohne diese auch in ihrer Flächenausdehnung von den übrigen Untersuchungsgebieten deutlich abzugrenzenden, großen Nationalpark-Regionen mit ihrer bis ins 18. Jahrhundert währenden touristischen Tradition, beläuft sich das Gästeaufkommen auf rund 11,2 Mio. Besuchstage. Hieraus errechnet sich ein Bruttoumsatz von rund 390 Mio. €, respektive ein Einkommensäquivalent von 13.000 Personen für die verbleibenden elf Nationalparke.

Abb. 1

Besuchstage, Anzahl der Besucher mit hoher Nationalpark-Affinität und Besucherdichte ausgewählter deutscher Nationalparke (Quellen: Job/Woltering/Harrer (2009); mittels eigener Gewichtung veränderte Berechnung nach Rein/Schneider (2009) und Job/Metzler/Vogt (2003))

Richtet sich der Fokus ausschließlich auf die nach ihrer Reisemotivation herausgefilterten sogenannten Nationalpark-Touristen im engeren Sinn, relativiert sich das zuvor genannte Gesamtergebnis: Denn über alle Schutzgebiete gemittelt stellt sich ein Anteil an Nationalpark-Touristen im engeren Sinn von 20,6% ein, wobei von Fall zu Fall gehörige Unterschiede bestehen (vgl. Abb. 1). Das entspricht rund 10,5 Mio. Besuchstagen. Diese Gruppe generiert einen Bruttoumsatz von 431 Mio. €, woraus sich ein Einkommensäquivalent von knapp 14.000 Personen ergibt, das letztlich auf den Nationalpark-Status zurückzuführen ist. Entsprechend sehen die Zahlen für die übrigen Gäste aus. Es sind die sonstigen Nationalpark-Touristen, welche nicht wegen eines vorhandenen Nationalparks anreisen, auch wenn sie sich als Besucher darin aufhalten. Diese verbleibenden 40,4 Mio. Gäste erzeugen einen Bruttoumsatz von beinahe 1,7 Mrd. €, was wiederum einem Einkommensäquivalent von 55.000 Personen gleichkommt.

Die Gegenüberstellung dieser beiden Besuchersegmente verdeutlicht, welches Potenzial ein auf Nationalparke bezogener Naturtourismus durch Touristen mit hoher Nationalpark-Affinität birgt. Bislang wird lediglich rund ein Fünftel der ökonomischen Effekte in deutschen Nationalparken durch solche Gäste hervorgerufen, deren Hauptmotiv im Besuch des Schutzgebiets liegt. im Vergleich mit den sonstigen Nationalpark-Touristen sorgen sie aber im Durchschnitt für höhere Umsätze, weil auf die Gruppe der Nationalpark-Touristen im engeren Sinn in der Regel mehr Übernachtungsgäste entfallen, die höhere Tagesausgaben tätigen (Job/Woltering/Harrer 2009: 138 ff.). Will man den Wertschöpfungsbeitrag des Tourismus in Nationalpark- Regionen erhöhen, gilt es genau diese Zielgruppe vermehrt anzusprechen. Zudem sollte nicht übersehen werden, dass gerade ein auf Nationalparke bezogener Naturtourismus zum Ausgleich saisonaler Spitzen und zur Saisonverlängerung dienen kann (vgl. Bender/Schumacher/Stein 2007).

Zukunftsperspektiven

Landnutzungskonkurrenzen aufzulösen ist das originäre Betätigungsfeld der Raumordnung. Zwischen der Festlegung von Siedlungs- und Verkehrsflächen, von Gewerbegebieten und Standorten für die Gewinnung von Bodenschätzen, der Nahrungsmittelproduktion und des Anbaus nachwachsender Rohstoffe sowie Flächen für ökologische Funktionen – etwa von Nationalparken – bestehen immense Raumnutzungskonflikte. Mit ihnen muss vor dem Hintergrund sich verändernder Rahmenbedingungen raumplanerisch im Sinne beider Leitvorstellungen des Gesetzgebers, der nachhaltigen Entwicklung und dem Bestreben nach gleichwertigen Lebensverhältnissen in allen Teilräumen (GeROG 2008 § 1 Abs. 2), umgegangen werden. Neben dem Klimawandel (der hier als Einflussgröße außen vor bleibt) ist es vor allem der demographische Wandel, welcher unsere Raumstruktur absehbar verändern wird (vgl. Strubelt/Zimmermann 2005; Stiens 2009).

Höhere Lebenserwartung, Geburtenrückgänge und Abwanderung in die großen Verdichtungsräume werden in bestimmten peripheren Regionen bestehende Strukturschwächen noch verschärfen, auch entlang der Nord- und Ostgrenzen des reichen Freistaates Bayern. (BBR 2006). In diesem Kontext von „verlorenen Räumen“ zu reden, wie das Weber und Klingholz (2009: 33) als regionalpolitische Konsequenz für bestimmte Regionen tun, mag in realiter des politischen Tagesgeschäfts nicht opportun sein. Immer geringere Besiedlungsdichten und damit einhergehend schlechtere Erreichbarkeit von Einrichtungen, Arbeitsplatzmangel, soziale Vereinzelung und Isolierung abgelegener kleiner Dörfer mit ihren vielen, leer stehenden Gebäuden werden mehr und mehr zur Tatsache (vgl. Maier 2008). Sie verlangen unbedingt nach tragfähigen Alternativen, gleich wie sie betitelt werden.

Abbildung 3 zeigt, dass es hinsichtlich der Lagerelation bestehender bzw. geplanter Nationalparke einen ziemlich eindeutigen Zusammenhang gibt.

Wegen der Darstellung auf Kreisebene erscheint in verschiedenen Teilräumen die intraregionale Situation an Disparitäten geschönt. Gerade im äußeren Gürtel um die Bundeshauptstadt sind die flächengroßen Landkreise Brandenburgs bei den zentrumsfernen Kommunen teilweise erheblich schlechter einzustufen als auf Abb. 2 dargestellt. Beispielsweise sagen die Prognosen für den Norden des Kreises Oberhavel einen Bevölkerungsrückgang von über 30% voraus, die ein dortiges Nationalpark-Vorhaben Stechlinsee zu berücksichtigen hätte. Auch der wegen des entstehenden neuen Berliner Großflughafens Schönefeld im Norden prosperierende Kreis Dahme-Spreewald wird in seiner südlichen Peripherie, die das intendierte Nationalpark-Projekt Lieberoser Heide umfasst, mit Bevölkerungsverlusten bis zum Jahr 2030 von 20-30% konfrontiert sein (Landesamt für Bauen und Verkehr Brandenburg 2008).

Nimmt man zu den derzeit vorhandenen 14 Nationalparken die 21 in den letzten Jahren in der Öffentlichkeit mehr oder weniger intensiv diskutierten Nationalpark-Projekte hinzu, wird deutlich, dass Nationalparke auch zukünftig hauptsächlich dort liegen werden, wo Raumplaner vom ländlichen Raum im engeren Sinne sprechen – mit allen bekannten negativen Merkmalen, wie beispielsweise Wanderungsverlusten. Freilich gibt es Ausnahmen wie in Südbayern, wo die weiterhin stark expandierende Stadtregion München bis in die Nordalpen hinein ausstrahlt, oder im südlichen Nordrhein-Westfalen, wo dem Siebengebirge eher der Charakter eines Naherholungsgebiets-Nationalparks zukäme. Außerdem ist zu erkennen, dass es sich bei fast einem Fünftel aller erfassten Nationalpark-Regionen um in Teilen militärische Konversionsflächen handelt.

Abb. 2

Nationalparke und Raumstrukturtypen (2008)

Warum ergreift die Landesplanung diesbezüglich in Absprache mit dem Naturschutz und anderen wesentlichen Disziplinen sowie Akteuren im Raum nicht die Initiative? Denn die Thematik der dezentralen Besiedlung sollte unbedingt ganzheitlich angegangen werden (Pütz/Kübler/Monstadt et al. 2008: 18). Wenn einzelne Regionen nach und nach leer laufen, passt das Nationalpark-Konzept hervorragend und bietet den Menschen genügend endogene Potenziale, um ein Auskommen im Tourismus und den vor- und nachgelagerten Wertschöpfungsstufen zu sichern – freilich nur dort, wo die entsprechende Naturausstattung gegeben ist. Im Hinblick auf die regionalwirtschaftlichen Erwartungen in Verbindung mit Nationalparken gilt dies allerdings. Der Nutzen aus dem Naturtourismus ist komplex und häufig mit Unsicherheit verbunden. Zudem treten die positiven ökonomischen Effekte zeitversetzt auf, während die Nutzungseinschränkungen, die aus der Ausweisung zum Schutzgebiet resultieren, unmittelbar von den Bürgern vor Ort spürbar sind (vgl. Ott 2002). Desweiteren müssen Nationalparke für den Tourismus erst in Wert gesetzt und mit einem Visitor Management System ausgestattet werden, das Friktionen mit dem Naturschutz unterbindet. Beides kostet Geld. Nationalparke und ein darauf abzielender Besucherverkehr sind wie der Tourismus insgesamt nicht als generelle ultima ratio für die ländliche Peripherie anzusehen.

Im mittlerweile 40 Jahre alten Südteil des Nationalparks Bayerischer Wald und im 1978 gegründeten Nationalpark Berchtesgaden ist zu beobachten, dass die vom Naturtourismus ausgehenden regionalwirtschaftlichen Effekte nach und nach fast alle Kritiker überzeugen konnten (Job 2008) – ganz spezifisch betroffene Akteure freilich ausgenommen, z. B. große Privatwaldeigentümer oder klassische „Trophäenjäger“. Im Osten der Republik läuft diese Entwicklung schneller ab, wofür beispielsweise der Müritz-Nationalpark und der Nationalpark Hainich, die 1990 und 1997 ausgerufen wurden, stehen. In den zuletzt erwähnten Fällen werden die Schutzgebiete von den Bewohnern in der Nachbarschaft in fast allen Gesichtspunkten anerkannt. Sie dienen nicht bloß als touristische Attraktionspunkte, sondern sind Imageträger und somit wesentlicher Baustein für die regionale Idendität, indem sie eine (neue) Heimat stiften (Job/Woltering/Harrer 2009). Trotz der anderen Entstehungsgeschichte, welche in die letzten Tage der DDR und deren Nationalparkprogramm zurückreicht, als Nationalparke und andere Schutzgebiete durch „handstreichartiges Überstülpen“ ins Leben gerufen wurden (vgl. Reichhoff/Böhnert 1991; Knapp/Succow 2000), ist dies der Fall. Die schlechteren raumstrukturellen Rahmenbedingungen, die es bis dato an Alternativen einer tragfähigen ökonomischen Inwertsetzung fehlen lassen, sind dafür maßgeblich verantwortlich.

Fazit und Desiderate

Wie weltweit, haben Nationalparke hierzulande viele Anhänger, aber auch zahlreiche Gegner. Zu Letztgenannten zählen wegen der ihnen auferlegten Nutzungsverzichte meist die Anrainer, zumindest in der ersten Generation nach Ausweisung eines solchen Reservates. Die deutschen Entwicklungs-Nationalparke brauchen deshalb nicht nur Zeit für ein „Naturnäher-Werden im Innern“, was durch ungelenkte Sukzessionsvorgänge erfolgt. Sie benötigen außerdem auch Zeit für das „Reifen im Äußeren“ hinsichtlich einer möglichst breiten Akzeptanz vor Ort.

Zuvor wurde aufgezeigt, dass Nationalparke für periphere, dünn besiedelte, strukturschwache ländliche Räume, in denen sie fast ausnahmslos liegen, potenzielle Motoren einer endogenen Regionalentwicklung sein können. Sie basiert vor allem auf dem wirtschaftlich vielfältig vernetzten Naherholungs- und Fremdenverkehr – in Zukunft mehr noch als heute, da der demographische Wandel gerade dort zu erheblichen Bevölkerungsverlusten führen wird, etwa im Nordosten Deutschlands. Für die absehbare agrar- und forstwirtschaftliche Alternative einer Produktionsintensivierung zur Erzeugung energetisch nutzbarer Biomasse (in Form von Hackschnitzel usw.) oder neue Standorte für Windkraft- und Solarenergie-Anlagen bleibt genügend Raum. Das vom Bundeskabinett am 07.11.2007 beschlossene Ziel der „Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt“, bis zum Jahr 2020 „die Natur auf 2% der Fläche Deutschlands wieder nach ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten ungestört entwickeln und Wildnis entstehen“ zu lassen (BMU 2007: 28), ist ambitioniert. Es lässt aber genügend Platz für andere wichtige Raumfunktionen. Immerhin liegt der derzeitige Verkehrs- und Siedlungsflächenanteil Deutschlands bei fast dem Siebenfachen des oben geforderten Wertes (Statistisches Bundesamt 2009). Allerdings ist die Standortfrage im Hinblick auf eine gesamtgesellschaftlich wirksame und langfristige Nutzenmaximierung abzuwägen – entsprechend den raumordnerischen Idealen der Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse sowie einer nachhaltigen Entwicklung.

Die Landesplanung täte gut daran, Initiativen für eine aus raumfunktionaler Perspektive sinnvolle Erweiterung oder Neugründung von Nationalparken konstruktiv zu begleiten. Denn es sollte klar geworden sein, dass insbesondere in den vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung für 2025 prognostizierten strukturschwachen „Schwundregionen“ Nationalparke als Initialzündung für die Regionalentwicklung gelten können. Insofern verwundert es, dass die Raumplanungsinstitutionen nicht proaktiv an diese Thematik herantreten und somit nicht zuletzt regionale Identitäten stärken oder helfen neu zu schaffen (vgl. Siegrist/Stremlow 2009). Inwiefern könnte dies konkret geschehen? Zum einen, indem man in den Werkzeugkasten der weichen planerischen Instrumente greift und Teilraumgutachten erstellt, solche Prozesse in ein Regionalmanagement inkorporiert und somit auch das Thema ‚regional governance‘ ins sodann zwangsläufig integrative Gebietsmanagement hineinträgt (vgl. Fürst/Lahner/Pollermann 2006; Mose 2007). Zum anderen, die harten Instrumente betreffend, indem durch die weitsichtige Ausweisung entsprechender Vorranggebiete für Natur- bzw. Biotop- und Artenschutz – mit möglichen Nebenfunktionen wie z. B. Klimaregulation, Grundwasserregeneration, landschaftsbezogene Erholungsvorsorge – gesorgt wird und darüber hinaus auch diesbezügliche Raumordnungsverfahren denkbar wären. Letztere brächten den klaren Vorteil einer offenen Kommunikation mit einer von allen Seiten einsehbaren und nachvollziehbaren Entscheidung – und damit auf weite Sicht gesehen weniger Akzeptanzprobleme.

Bleibt die eingangs gestellte Frage zu beantworten: Welche Nationalparke braucht Deutschland? Wenn wir den terrestrischen Anteil mit den vorgenannten 2% der Fläche Deutschlands ansetzen, sollten es von der Summe her maximal 20 sein! Warum 20 und keinesfalls mehr?

Die höchste Gebietsschutzkategorie „National“-Park muss Seltenheitswert behalten. Sonst wird ein derartiges Prädikat in einem Industrieland unglaubwürdig. Denn Qualität hat auch im Naturschutz vor Quantität zu gehen (vgl. Maly-Wischhof/Kemkes 2008). Müller/Bussler/Utschick (2007: 169 f.) betonen dabei mit Blick auf die Bayerischen Staatsforsten

Mit ca. 720.000 ha sind sie einer der größten Forstbetriebe in Mitteleuropa; dies entspricht ziemlich genau 30% der Wdfläche Bayerns des Jahres 2008.

zu Recht, dass die für den Erhalt besonders bedrohter Arten wichtigen Flächen nur 5% betragen und deshalb ein „zielorientierter Ansatz zum Schutz von Totholzzönosen (…) wesentlich erfolgversprechender als ein undifferenzierter integrativer Ansatz“ auf ganzer Fläche ist (vgl. auch Schumacher 2006). Nur so können Nationalparke ihren Beitrag zum Erhalt der Biodiversität und als Kohlenstoffsenken leisten. Wo Nationalpark drauf steht, muss Nationalpark drin sein. Denn wie international üblich, geht es um Wildnisgebiete von deutschlandweit repräsentativer Bedeutung (vgl. EUROPARC-Deutschland 2008). Der Seltenheitswert gilt auch bezüglich des darauf abzielenden Naturtourismus. Nationalparke können nur so ein dauerhaftes Alleinstellungsmerkmal für die wenigen betroffenen Regionen gewährleisten und gezielt als Premium-Produktlinie innerhalb der seit Ende 2005 existierenden Dachmarke „Nationale Naturlandschaften“ vermarktet werden. Was keinesfalls heißen soll, dass mehr Besucher immer besser sind als weniger. Auch diesbezüglich geht Qualität vor Quantität, ist die Struktur der Gäste ausschlaggebend, wie oben dargelegt wurde.

Daraus folgt, die qualitative Ebene betreffend, dass unsere derzeit bestehenden Nationalparke nach und nach größer und strukturell vielfältiger werden und dadurch an ökologischer Substanz gewinnen müssen (Schumacher/Winter 2008: 24; vgl. Diamond 1975). Staatlicherseits vorangetriebene Flächenfreistellungen und Ankäufe aus privater Hand sind notwendig, wie dies im Falle des „Grünen Bandes“ als groß angelegter Konversionsmaßnahme erfolgreich praktiziert wurde. So hat sich die Bundesregierung im Koalitionsvertrag zur 16. Legislaturperiode dazu durchgerungen, gesamtstaatlich repräsentative Flächen (darunter diejenigen entlang des viele Jahre unzugänglichen innerdeutschen Zonenrand-Grenzstreifens) in einem Umfang von maximal 125.000 ha unentgeltlich einer Bundesstiftung bzw. an die Länder zu übertragen (BMU 2007: 22). Das ist zwischenzeitlich für etwa 100.000 ha umgesetzt worden, wovon die Deutsche Bundesstiftung Umwelt 46.250 ha erhalten hat. Damit konnten naturschutzfachlich besonders hochwertig einzustufende Flächen bis auf die momentan noch offenen ca. 25.000 ha von der Privatisierung ausgenommen und für den Biotopverbund dauerhaft gesichert werden.

Mitnichten darf es infolge Übermotivation von sich besonders findig glaubenden Regionalpolitikern eine Inflation an Nationalparken oder gar ‚paper parks‘ geben. Nationalparke müssen staatlicherseits stets vernünftig etatisiert sein, um ihren gesamtgesellschaftlich relevanten Aufgabestellungen, darunter zuerst den naturschützerischen, erfolgreich nachkommen zu können. Denn die bereits bestehenden Nationalparke sind weder personell noch finanziell gleich gut und ausreichend ausgestattet (Scherfose 2009: 18; vgl. auch Flade 2009). Und Neuausweisungen von Nationalparken dürfen keinesfalls zu Lasten bereits etablierter Schutzgebiete gehen!

Um die derzeit noch bestehenden Lücken bei Moorlandschaften (z. B. Lieberoser Heide, Brandenburg), Fließgewässern und Auen (z. B. Peenetal, Mecklenburg-Vorpommern), Buchen- und Mischwaldgesellschaften (z. B. Steigerwald, Bayern) sowie auf offener See (z. B. durch die Erweiterung der beiden Nationalparke Vorpommersche Boddenlandschaft und Jasmund, Mecklenburg-Vorpommern, in die Ostsee hinein) hin zu einer repräsentativen Abdeckung unserer mitteleuropäischen Naturräume zu schließen (Henke 1976: 20 f.; FÖNAD 1997: Karte 16; Steer/Scherfose/Balzer 2008: 94), ist die Zahl 20 vollkommen ausreichend. Wie Abb. 3 veranschaulicht, stellen insbesondere größere zusammenhängende Waldgebiete und ehemalige Truppenübungsplätze Potenziale für weitere Nationalparke dar.

Abb. 3

Bestehende Nationalparke sowie öffentlich diskutierte Nationalpark-Projekte in Relation zur Kaufkraft (2009) und zu Wachstums- bzw. schwundregionen (2025)

Weniger ist mehr, aber größer als die im bayerischen Naturschutzgesetz vorgeschriebenen 10.000 ha (BayNatSchG 2005 Art. 8 Abs. 1) sollten sie unbedingt sein – ein Ziel, das bislang erst zehn der 14 deutschen Nationalparke erreicht haben. Nicht zuletzt dafür gibt es im novellierten Naturschutzgesetz die neue Flächenschutzkategorie „Nationale Naturmonumente", womit kleinere Areale entsprechend klassifiziert werden können. Auf größeren und somit besser nach außen abzupuffernden Nationalpark-Flächen kann der durch die Klimaerwärmung viel potenter gewordene Borkenkäfer kommen, der unser Landschaftsbild in den Wäldern massiv hin zur Wildnis verändert. Informierte Nationalpark-Besucher zeigen dafür sehr wohl schon heute Aufgeschlossenheit (Müller/Job 2009: 381). Langfristig werden Nationalpark- Wälder somit strukturreicher, widerstandsfähiger, biotisch diverser und ästhetisch vielfältiger gestaltet sein. Innerhalb einer von fortschreitender Verstädterung ihrer alltäglichen Lebenswelt betroffenen Bevölkerung wird das Interesse an unverfälschten Naturerlebnissen zunehmen. Ebenso werden sich künftig Luchs, Wolf und Elch weiter verbreiten – nicht überall, aber von ganz alleine, nämlich dort, wo ihnen in Nationalparken entsprechend Raum geboten wird.

Abb. 1

Besuchstage, Anzahl der Besucher mit hoher Nationalpark-Affinität und Besucherdichte ausgewählter deutscher Nationalparke (Quellen: Job/Woltering/Harrer (2009); mittels eigener Gewichtung veränderte Berechnung nach Rein/Schneider (2009) und Job/Metzler/Vogt (2003))
Besuchstage, Anzahl der Besucher mit hoher Nationalpark-Affinität und Besucherdichte ausgewählter deutscher Nationalparke (Quellen: Job/Woltering/Harrer (2009); mittels eigener Gewichtung veränderte Berechnung nach Rein/Schneider (2009) und Job/Metzler/Vogt (2003))

Abb. 2

Nationalparke und Raumstrukturtypen (2008)
Nationalparke und Raumstrukturtypen (2008)

Abb. 3

Bestehende Nationalparke sowie öffentlich diskutierte Nationalpark-Projekte in Relation zur Kaufkraft (2009) und zu Wachstums- bzw. schwundregionen (2025)
Bestehende Nationalparke sowie öffentlich diskutierte Nationalpark-Projekte in Relation zur Kaufkraft (2009) und zu Wachstums- bzw. schwundregionen (2025)

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