1. bookVolume 67 (2009): Issue 2 (March 2009)
Journal Details
License
Format
Journal
eISSN
1869-4179
First Published
30 Jan 1936
Publication timeframe
6 times per year
Languages
German, English
access type Open Access

Schwerpunktheft „Klimawandel“

Published Online: 30 Apr 2009
Volume & Issue: Volume 67 (2009) - Issue 2 (March 2009)
Page range: 88 - 88
Journal Details
License
Format
Journal
eISSN
1869-4179
First Published
30 Jan 1936
Publication timeframe
6 times per year
Languages
German, English

Ein weltweiter intensiver Klimawandel ist mittlerweile wissenschaftlich unumstritten. Prominenteste Indikatoren dafür sind die Treibhausgase Kohlendioxid und Methan. Deren Gehalt in der Atmosphäre war seit mindestens 800.000 Jahren nie höher als heute. Sie gelten als wesentliche Ursachen für den Klimawandel, für die Häufung von Extremwitterungen, auch in Deutschland und Europa.

Besonders betroffen von Klimaänderungen sind in Deutschland Gebirgsregionen, Küstenzonen, der Rheingraben und der Nordosten. Zentrale Infrastrukturen und Raumnutzungen sind gefährdet, wie die vermehrten Hochwasser und Hitzeperioden seit 1995 zeigen und Szenarien prophezeien. Der Klimawandel rückt immer stärker in das Bewusstsein der Politik und der Fachöffentlichkeit, nicht zuletzt wegen der intensiven medialen Aufbereitung seiner Folgen. Gleichwohl werden seine Risiken meist immer noch als vermeintlich fernes Problem betrachtet, das das eigene Handeln kaum betrifft.

Deutschland hat beim Klimawandel eine besondere Verantwortung übernommen. Am 17.12.2008 hat das Bundeskabinett die „Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel“ verabschiedet. Der Raumentwicklung wird bei dieser Strategie eine zentrale Rolle im Hinblick auf konkrete Maßnahmen in Regionen und Städten zugemessen. Aufgabe der Raumplanung ist es, für die fachpolitischen Sektoren übergreifend Vulnerabilitäten zu bewerten, den intersektoralen Dialog zur Entwicklung konkreter Anpassungsmaßnahmen zu moderieren und integrierend resiliente und damit klimawandelangepasste Raumstrukturen zu fördern.

Anliegen des vorliegenden RuR-Schwerpunktheftes ist es, über den aktuellen Wissens- und Maßnahmenstand zu informieren, Antworten auf wesentliche Fragen zu geben: Wie verwundbar sind welche Regionen vor dem Hintergrund der regionsspezifischen Anpassungskapazität? Wie geht man mit der Unsicherheit urn, wann und wo mit welchen Klimafolgen zu rechnen ist? Wer sind die Zielgruppen von Handlungskonzepten und welche Rolle nehmen Staat und Privatwirtschaft ein? Was können Raumordnung und Regionalentwicklung zur Anpassung und zum Klimaschutz beitragen? usw. Die Beiträge in diesem Heft geben auf einige dieser Fragen erste Antworten:

Jörn Birkmann und Mark Fleischhauer beschreiben die inhaltlichen und konzeptionellen Eckpunkte und Konturen für ein „climate proofing“, welches die Zielsetzung verfolgt, Pläne und Programme an den Anforderungen auszurichten, die sich aus dem Klimawandel ergeben. Ziel des Beitrags von Birte Frommer ist es, das theoretische Verständnis von regionalen Klimaanpassungsstrategien zu klären und herzuleiten, wie diese realisiert werden können. Dieter Hecht sieht im Klimawandel eine Herausforderung für Gesellschaft, Wirtschaft und Staat, bei der es die räumliche Anpassungsstrategie nicht gibt. Die Beiträge von Daniela Jakob sowie Manfred Stock, Jürgen P. Kropp und Oliver Walkenhorst beschäftigen sich mit regionalisierten Szenarien des Klimawandels als Grundlage für die Diskussion von Anpassungsstrategien.

Klimaschutz erfordert, effizienter mit unseren Ressourcen umzugehen. Energiesparen und die Umstellung der Energieversorgung auf erneuerbare Energien können maßgeblich dazu beitragen, den Energieverbrauch zu mindern und den Treibhauseffekt zu begrenzen. Am Beispiel des Biogaspfades entwickeln Helga Kanning, Nina Buhr und Katharina Steinkraus einen konzeptionellen Ansatz, wie die räumliche Planung eine nachhaltige Nutzung regional verfügbarer (Energie-)Ressourcen proaktiv (mit)gestalten könnte. Peter Sturm, Nikolaus Diefenbach, Andreas Enseling und Peter Werner stellen in ihrem Beitrag „Vision Zero Emission Cities“ zur Diskussion, inwieweit das zunächst utopisch erscheinende Konzept einer möglichst emissionsfreien Stadt eine Leitvision zur nachhaltigen Stadtentwicklung darstellen kann.

Unbestritten kann die räumliche Planung bei der Anpassung an den Klimawandel einen wichtigen Beitrag leisten. Katrin Meyer und Gerhard Overbeck belegen dies mit einer Reihe aktueller Forschungsaktivitäten. Gleichwohl zeigen die .Ergebnisse einer Umfrage des ARL-Arbeitskreises „Klimawandel und Raumplanung“, dass der Klimawandel von Regionalplanern bislang vor allem mit den Aspekten des Klimaschutzes in Zusammenhang gebracht wird, während zur Anpassung an den Klimawandel noch kaum Erfahrungen vorliegen und die Rolle der räumlichen Planung beim Umgang mit Klimawandelfolgen kaum definiert ist.

Es bleibt also noch viel zu tun. Wir würden uns freuen, wenn Sie die Beiträge und Berichte in diesem Heft mit Gewinn für Ihre Arbeit in Forschung, Ausbildung oder Praxis lesen.

Ihre ◼

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