1. bookVolume 61 (2003): Issue 5 (September 2003)
Journal Details
License
Format
Journal
eISSN
1869-4179
First Published
30 Jan 1936
Publication timeframe
6 times per year
Languages
German, English
access type Open Access

Land Consumption in Germany in Comparison with the Situation in England

Published Online: 30 Sep 2003
Volume & Issue: Volume 61 (2003) - Issue 5 (September 2003)
Page range: 345 - 356
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eISSN
1869-4179
First Published
30 Jan 1936
Publication timeframe
6 times per year
Languages
German, English
Abstract

A comparison of the differences in land consumption in England and Germany as well as an analysis of the general conditions of the English planning system show how blatant the differences between the two industrial countries are and deliver the initial explanations for the differences. In the year 2001, 40ha/year/100,000 residents were consumed in Germany (not considering recreational areas). In contrast, the corresponding statistic in England was merely 12.7 ha. The essential reasons for the success of the English system in this area of policy making seems to lie in: the English planning system, the emphasis of recycling unused plots of land within towns and the preservation of “Green Belts” as well as the English taxation system. The English example gives reason to once again contemplate the relatively high strength of community planning interests in German spatial planning. Also without major changes in the planning system, measures such as the reduction of economic incentives that promote land consumption and the further development of concepts for tradable land use permits in connection/cooperation/combination with spatial planning.

Einleitung

Täglich nimmt in Deutschland die Siedlungs- und Verkehrsfläche um 117 ha auf Kosten der freien Landschaft zu.

Statistisches Bundesamt 30.7.2003, Wert für 2001; 1996-2000 waren es durchschnittlich rd. 130ha/Tag; vgl. Dosch/Beck- mann (2003)

Die Bundesregierung will diesem „Flächenfraß” entgegentreten. In ihrer Nachhaltigkeitsstrategie hat sie sich vorgenommen, den Trend umzukehren und die Flächeninanspruchnahme bis zum Jahre 2020 auf 30 ha / Tag zu reduzieren (Jakubowski/Zarth 2003, S. 185). Dieses Ziel erscheint uns Deutschen sehr anspruchsvoll, denn trotz Einigkeit bei Experten und Politikern darüber, dass der Trend hierzulande gebrochen werden muss, waren bisher nur geringe Erfolge zu verbuchen. Anlass genug für einen Blick über die Grenze in das Vereinigte Königreich - mit einem erstaunlichen Ergebnis: Trotz hoher Wirtschaftdynamik erreichen unsere britischen Nachbarn offenbar mühelos bereits heute das Zukunftsziel der Bundesregierung. Der vorliegende Beitrag beschäftigt sich mit diesem Phänomen und behandelt die folgenden Punkte:

Kurze Einführung in die mit der Flächeninanspruchnahme verbundenen Probleme

Vergleich der Flächeninanspruchnahme in England und Deutschland auf der Grundlage der offiziellen Flächenstatistiken

Darstellung des englischen Systems der Raumplanung als Hintergrund für

die Ableitung von Thesen zu Erfolgsfaktoren und zur Rolle des Planungssystems bei der Steuerung der Flächeninanspruchnahme

Empfehlungen für die Bewältigung des Problems in Deutschland

Methodisch stehen die Auswertungen der Statistiken sowie Interviews mit englischen Experten zur Interpretation im Hintergrund der hier vorgestellten Ergebnisse. Im Ergebnis führt der Ländervergleich zwar nicht zu Lösungen, die 1:1 auf die deutsche Problemlage übertragbar sind. Das englische Beispiel gibt uns jedoch wesentliche Denkanstöße: Es zeigt, dass es „auch ganz anders geht” und an welchen Hauptursachen wir im deutschen System ansetzen könnten. Diese Einsicht kann die Einschätzung des eigenen Planungssystems verändern und verdeutlichen, dass erfolgversprechende Lösungen im Problemfeld Flächeninanspruchnahme grundlegender Natur sein müssen.

Warum soll weniger Landschaft „verbraucht” werden?

„Haben wir nicht in unseren Gärten viel mehr Vögel als auf dem Acker?” „Sollten wir nicht lieber im Grünen bauen, statt die Städte immer mehr zu verdichten und dadurch weniger attraktiv zu machen?” In Bürgeranhörungen oder Sitzungen mit Politikern und Interessenvertretern werden Planer, die flächensparendes Bauen propagieren, immer wieder mit solchen Fragen konfrontiert. Damit werden gleichzeitig auch die planerischen Leitbilder einer Stadt der kurzen Wege (BMBau 1996) und der dezentralen Konzentration auf regionaler Ebene (BMBau 1993, 1995) in Frage gestellt. Dass diese sich in der Praxis häufig nicht durchsetzen können, belegt das Beispiel der Region Hannover. Trotz einer innovativen, engagierten und z.T. außerordentlich erfolgreichen Regionalplanung konnte das Ziel einer Konzentration der Siedlungstätigkeit auf die Anschlusspunkte des Nahverkehrs keineswegs im erwünschten Ausmaß erreicht werden (Habermann- Nieße/Klehn 2002, S. 14). Die stärkste Zunahme an Wohneinheiten fand trotz ausreichendem Flächenangebot nicht im Nahbereich der S-Bahn-Haltepunkte statt, sondern in deren weiterem Umfeld und in kleineren Ortslagen (Habermann-Nieße/Klehn 2002, S. 13 f.). Das niedersächsische Beispiel stellt keine Ausnahme dar. Generell kann konstatiert werden, dass das Ziel der raumordnerischen Beschränkung von Gemeinden ohne weitere zentralörtliche Funktionen auf die Eigenentwicklung in der Praxis weitgehend wirkungslos geblieben ist (Schmidt-Eichstaedt et al. 2001, S. 83). Die Siedlungsflächenzunahme im Bundesgebiet verlagerte sich in den letzten Jahrzehnten tendenziell von den verdichteten in die ländlich geprägten Kreistypen (Dosch / Beckmann 2003), und die Flächeninanspruchnahme pro Kopf der Bevölkerung nahm immer stärker zu. Auch wenn die Überzeugungskraft der Argumente für einen Schutz der Umwelt vermutlich nicht mit der niedriger Grundstückspreise konkurrieren kann, lohnt es sich dennoch, an die Gründe zu erinnern, die gegen eine ungehemmte Umwandlung der Flächen sprechen.

Beeinträchtigung verschiedener Funktionen des Naturhaushalts

Bei der Flächeninanspruchnahme in Deutschland werden fast 50 % versiegelt (UBA 2003, Bundesamt für Bauwesen 2001). Dadurch werden ein Großteil der Funktionen des Naturhaushaltes wie z.B. die Wasserrückhalte- und Abflussverzögerungswirkung auf diesen Flächen dauerhaft und i. d. R. vollständig zerstört. Doch auch auf den nicht versiegelten Siedlungsflächen werden die meisten der genannten Funktionen des Naturhaushaltes beeinträchtigt. Mit der Bebauung gehen Bodenverdichtung und das Einbringen von Bauschutt auch auf nicht versiegelten Flächen im Zuge der Bauarbeiten einher, und auch die begrünten Freiflächen im Siedlungsbereich können nicht die gleichen Funktionen wie Flur und Wald übernehmen. Dies gilt insbesondere für die Biotopfunktion und das Landschaftserleben.

Beitrag der Flächeninanspruchnahme zur Verringerung der Artenvielfalt, Biotopverluste

Das Problem der Flächeninanspruchnahme und Zer- siedelung muss hinsichtlich der Wirkungen auf erholungssuchende Menschen, insbesondere aber die Tier- und Pflanzenwelt gemeinsam mit den Zerschneidungseffekten durch Verkehrstrassen beurteilt werden. Beide Ursachen bewirken eine Verkleinerung und Verinselung zusammenhängender Lebensräume. Verlärmung durch Straßen und Siedlungen führt indirekt ebenso zu Habitatverkleinerungen wie der direkte Verlust oder die Verkleinerung von Lebensräumen durch eine ungünstige Verteilung der Besiedlung (Glawak 2001). Empfindliche Wirbeltierarten werden selbst durch kleine Verkehrswege bereits nachhaltig gestört (Landesamt für Natur und Umwelt Mecklenburg- Vorpommern 1996).

Die Standortzerstörung durch Besiedlung und Verkehr gilt als Hauptursache für den Rückgang von einheimischen Farn- und Blütenpflanzen (71,3 %; Bundesamt für Naturschutz 2002, S. 80). Überbaut werden derzeit insbesondere Ackerflächen und in zweiter Linie Grünland. Die Inanspruchnahme dieser Lebensräume sowie zwangsläufig mitbetroffener landschaftlicher Kleinstrukturen wie Säume, Gräben und Feldgehölze hat direkte Auswirkungen auf die daran gebundenen Arten wie Feldhamster, Rebhuhn oder eine Vielzahl von Pflanzenarten und -gesellschaften.

Selbstverständlich leben auch in Wohngebieten viele Arten, die sich an die Bedingungen im besiedelten Bereich anpassen konnten. Diese Entwicklung kann jedoch nicht den Rückgang der weniger anpassungsfähigen Arten der Flur oder der großräumig ungestörten Landschaften aufwiegen. Die Neuentwicklung von Biodiversität in der Stadt unterliegt vielfältigen Restriktionen. Kowarik (1992, S. 183) weist nach, dass der Artenreichtum von Pflanzen auf wenig gestörten, ursprünglichen Standorten höher ist als der wenig gestörter Sekundärstandorte in der Stadt (Berlin) und mit Abstand höher als der stark gestörter Standorte. Ursachen für das schlechtere Abschneiden auch der wenig gestörten städtischen Sekundärstandorte (z.B. von Sukzessionsflächen) könnten das „geringe Alter der Flächen, ihre im Vergleich zu anderen Standorttypen geringe Größe und ihre Isolation von Ausbreitungsquellen sein, die ein „Auffüllen des Artenpools behindern” (Kowarik 1992, S. 185). Auf den wenig gestörten, ursprünglichen Standorten sind außerdem die meisten der ausschließlich auf einen Standorttyp angewiesenen Arten etabliert (a.a.O. 187).

Verringerung der Lebensqualität für die Menschen

Die Inanspruchnahme von Flächen für Wohnzwecke nimmt in Deutschland überproportional gegenüber dem Nichtwohnbau zu (Dosch/Beckmann 2003). Die immer größeren Wohn- und Grundstücksflächen pro Kopf der Bevölkerung sind jedoch mit steigenden zurückzulegenden Wegstrecken verbunden und können so auch zu Minderungen der Lebensqualität führen. Die motorisierte Verkehrsleistung ist in Schlafstädten am höchsten (z. B. gegenüber Kernbezirken oder Stadtrandsiedlungen) und nimmt mit sinkenden Einwohnerzahlen der Gemeinden zu (Hesse o. J.). Selbst für den Spaziergang nach Feierabend oder den Kurzausflug am Wochenende müssen die Stadtbewohner immer längere Strecken zurücklegen, wenn sie ländliche Idylle oder ungestörte Natur suchen. Gebiete, in denen man stundenlang wandern kann ohne durch den Lärm verkehrsreicher Straßen gestört zu werden, sind in Deutschland eine Seltenheit (vgl. Glawak 2001; Jaeger et al. 2001).

Aus den dargestellten Argumenten wird deutlich, dass die oben zitierten raumplanerischen Leitbilder durchaus ihre Berechtigung haben. Die richtungweisende Vorgabe einer flächensparenden Siedlungspolitik ersetzt aber nicht die Steuerung und Abwägung im Einzelfall, die hinsichtlich der naturschutzinternen Zielkonflikte durch eine qualifizierte Landschaftsplanung vorbereitet wird.

Vergleich der Flächeninanspruchnahme in England und Deutschland

Aus deutscher Perspektive erstaunt, dass die oben beschriebenen Entwicklungen in Großbritannien sehr viel gemäßigter ablaufen. Dies zeigt sich selbst dem Touristen auf den ersten Blick im Landschaftsbild. Außerhalb der großen Ballungsräume findet man tatsächlich noch „alte” harmonische Siedlungsgrenzen, es gibt noch viele Dörfer ohne Neubaugebiete, und um die Städte zieht sich ein „Green Belt”, der den Bewohnern einen schnellen Zugang zu Erholungsräumen mit ländlichem Flair ermöglicht. Dass dieser Augenschein nicht trügt, belegt die Statistik.

Zum Vergleich der Flächeninanspruchnahme im Vereinigten Königreich und in Deutschland wurden statistische Daten, Prognosen und Ziele aus beiden Ländern ausgewertet. Die Betrachtungen für das Vereinigte Königreich konzentrieren sich auf England, da die Datenlage hier am besten war und außerdem die Einwohnerdichte und wirtschaftliche Entwicklungsdynamik dort sehr viel höher ist als in Schottland oder Nordirland (Grunddaten siehe Tab. 1). Damit ist sichergestellt, dass die Ergebnisse auf jeden Fall gegenüber den deutschen nicht „geschönt” sind. Der statistische Vergleich war nicht unproblematisch. Für England lagen keine direkt mit den deutschen vergleichbaren aggregierten Zahlen zur Flächeninanspruchnahme vor. Deshalb mussten unter weitest möglicher Berücksichtigung der Eingangsdaten (welche Flächenkategorien fallen unter „urban use”? usw.) aus dem vorliegenden Material Vergleichswerte neu berechnet werden (siehe Tab. 2). Verbleibende Inkonsistenzen in der Vergleichbarkeit der Ausgangsdaten aufgrund eines anderen Zuschnitts der britischen Statistik sind nicht mit Sicherheit auszuschließen, fallen aber angesichts der eindeutigen Dimensionsunterschiede der Ergebnisse letztendlich bei deren Beurteilung nicht mehr ins Gewicht. Der auffälligste Unterschied besteht darin, dass Flächen für „outdoor recreation” in England nicht wie bei uns die Erholungsflächen unter die Siedlungsflächen (developed land) gerechnet werden.

http://www.planning.odpm.gov.uk/lucsl7/lucsl7_a/guidanc/pdf/table_2.pdf

Unklar bleibt allerdings, wie diese Kategorie in der englischen Statistik im Einzelnen definiert ist und ob sie z.B. auch die Sportflächen umfasst. Die Erholungsflächen (Sport- und Grünflächen) nehmen in Deutschland derzeit einen Anteil von 6,2 % an der Siedlungs- und Verkehrsfläche ein.

Der Wert entspricht einem theoretischen Anteil von ca. 27 ha an der täglichen Flächeninanspruchnahme von 117 ha; siehe Statistisches Bundesamt 2003, Zahl für 2001

Dieser Anteil wird - um beim Vergleich mit England auf der sicheren Seite zu liegen - noch von den deutschen Zahlen zur Flächeninanspruchnahme abgezogen. Das Ergebnis stellt aber die grundsätzlichen Relationen im Ländervergleich nicht in Frage. Neben einer Darstellung der absoluten Werte wurden die Zahlen für beide Länder zu besseren Vergleichbarkeit auf die Gesamtbevölkerung bezogen.

Grundinformationen zu Fächen und Bevölkerung in UK (2001) und Deutschland (2002)

Quellen Tabellen 1-3: 0) National Statistics Online - Census 2001 1) http://www.statistics.gov.uk/downloads/theme_population/PT110.pdf Office of National Statistic: „Area and Population“: by local authority, 1999; in Regional Trends 36: pl80.- www.statistics.gov.uk/downloads/theme_compendia/regional_trends_2001Zrt36.pdf (Stand April 2003) Department for Environment, Food and Rural Affairs (Defra), Digest of Environmental Statistics, Published Nov. 2001, http;//www.defra.gov.uk/environment/statistics/des/index.htm (Stand April 2003) 2) Defra 2001; the Environment in your Pocket 2001: Change in land cover stock.- http://www.defra.gov.uk/environment/statistics/eiyp/land/land47.htm (Stand April 2003) 2b) Defra.: http://www.defra.gov.uk/environment/statistics/des/land/ch080712.htm (Stand Juni 2002) 2c) Defra (Dept. for Environment, Food and Rural Affairs): De- partmental report 2002: www.defra.gov.uk/corporate/depre/ (Stand Juni 2002) 3) Department for Transport, Local Government and the Regions: Transport Statistic Great Britain: 2001. http://www.transtat.dft.gov.uk/tables/2002/rts/download/tab_4_2.xls (Stand April 2003) 4a) www.statistics.gov.uk/statbase/Expodata/spreadsheets/D4861.xls (Stand April 2003) 4b) www.statistics.gov.uk/statbase/Expodata/spreadsheets/D4861.xlsZD4687.xls (Stand April 2003) 5) Office for the Deputy Prime Minster: Digest of Environmental Statistics, Published Feb. 2003.- Dept. for Environment, Food and Rural Affairs.- http://www.defra.gov.uk/environment,stati-stics/index.htm (Stand April 2003) 6) http://www.statistics.gov.uk/downloadstheme_population/PT110.pdf (Stand April 2003) 7} http://www.britischebotschaft.de/de/britain/ab_2.htm (Stand April 2003) 8) Stat. Jahrbuch 2002 f. d. Ausland http://www.destatis.de/download/jahrbuch/vgreu.pdf (Stand April 2003) I) alle Zahlen für Deutschland s. Statistisches Bundesamt Deutschland DeStatis http://www.destatis.de (letzter Stand 30. Juli 2003) II) Bundesamt für Bauwesen (http://www.urban21.de/raum-ordnung/siedlung/umwelt2001.htm) (Stand April 2003) III) BBR (F. Dosch): England - Siedlungsflächenentwicklung.- http://www.urban21.de/raumordnung/siedlung/england.htm (Stand April 2003) IV) Dosch, F./Beckmann, G. (2003): Siedlungsflächenentwicklung 2001/ Veränderung 1997-2001.- http://www.bbr.bund.de (Stand Juni 2003) http:/// V) UBA: Umweltbarometer Deutschland: Boden http://www.umweltbundesamt.de/dux/bo-inf.htm VI) Senger, S. 2000: Straßenversiegleung in Deutschland und ihre Beeinflussung der Umwelt im Vergleich mit anderen OECD- Ländern.- UWSF - Z. Umweltchem.Ökotox. 12 (4): 221-223 (2000) VII) Statistisches Bundesamt 2003: http://www.destatis.de/ basis/d/verk/verktabl.htm (Stand April 2003) VIII) http://www.destatis.de/basis/d/bauwo/wositab6.htm (Stand April 2003) Besonderer Dank geht an die Deutsche Forschungsgemeinschaft für die Unterstützung der Arbeiten in England sowie an Cand. Ing. Bernd Mahnkopf für die Hilfe bei der Datenrecherche und -aufbereitung

UK, GB (England, Scotland, Wales), England

Deutschland

Gesamtfläche (km2)

UK: 242.910; 0) GB: 229.462; 7) England: 130.442; 0)

357.022,90 V)

Einwohnerzahl

UK: 58.789.194; 0) GB: 57.103.927 England: 49.138.831 0)

82.440.000 V)

Einwohner pro km2

UK: 246 0) GB: 249 England: 383

231 V)

Bruttoinlandsprodukt zu Marktpreisen/Kopf 2000

UK: 1.547,8 Mrd. € 8)

2.025,5 Mrd. € 8)

Vergleich der Flächeninanspruchnahme in England und Deutschland

Kriterium

England

Deutschland

Flächeninanspruchnahme in ha/Jahr/ 100 000 Einwohner (Umwandlung zuvor nicht entwickelter Flächen: „Change to urban uses from not previously developed land” *)

12,74

52 (2001) (bei Abzug Erholungsfläche: 40 ha)58 (Durchschnitt 1996-2000)

Gesamtausmaß Entwicklung in ha/jahr/ 100 000 Einwohner (zusätzl. Berücksicht, der Entwicklung von Flächen im Innenbereich / * / previously developed land)

28,3

Flächeninanspruchnahme/ ha/Tag Umwandlung zuvor nicht entwickelter Flächen (absolute Zahlen für D und um Bevölkerungsfaktor bereinigter Vergleichswert für England)

29 (Berechnungsgrundlage: 17,16 ha/ Tag x Bevölkerungsfaktor 1,7)

117(bei Abzug der Erholungsflächen 89,9)

Ausgangsdaten

5) Tab. 8.3)

V), II)

Eigene Berechnungen sind kursiv gesetzt

urban uses: Residential, Previously developed vacant and derelict land, other urban uses; rural uses: agriculture, minerals, landfill and defence, other rural uses (4b)

Die im Vergleich sehr geringe Flächenumwandlung hin zu urbanen Nutzungen in England von ca. einem Drittel der deutschen Rate ist erstaunlich.

England: 13 ha/Jahr/100 000 Einwohner Gesamtinanspruchnahme abzüglich der Umwandlung von zuvor bereits urban oder verkehrlich genutzten Flächen gegenüber dem Vergleichswert von 40 ha/Jahr/100 000 Einwohner in Deutschland

Damit unterschreiten die Engländer eine dem deutschen Zielwert (von 30 ha/Tag) vergleichbare Größenordnung der Flächeninanspruchnahme bereits heute. Vor allem verwundert die hohe Rate des Flächenrecyclings durch Inanspruchnahme zuvor bereits entwickelter Flächen (previously developed land). Unter „previously developed land” (urban land use) werden Flächen verstanden, die derzeit oder früher mit einer dauerhaften Struktur bebaut waren, also Wohngebiete, Verkehrsflächen, Industrie- und Gewerbeflächen sowie Verteidigungsflächen, aber auch Industriebrachen, sonstige städtische Brachen und Bodenentnahmestellen. Die Definition schließt Grünanlagen in Städten aus.

Zu den Landnutzungskategorien in der britischen Statistik siehe http://www.planning.odpm.gov.uk/lucsl7/lucsl7_a/guidanc/pdf/table_2.pdf und http://www.odpm.gov.uk/news/0209/pdf/annexb.pdf

Die Nutzung von zuvor bereits entwickelten Flächen im Innenbereich - also vor allem städtischen Brachen - ist in England seit Jahren steigend und beträgt ca. 55 %.

Durchschnittswert 1995-1998, Office of the Deputy Prime Minister 2003 Tab. 8.3; für die Wohnbebauung siehe Abb.l und 2

Als Zielwert hat die englische Regierung einen Anteil von 60 % vorgegeben. In ländlichen Gebieten liegt der Anteil unter diesem Wert, in Ballungsräumen weit darüber.

Zum Beispiel in den Counties Sommerset oder Nothumberland bei nur 33 %; in Greater London 86 %, in den West Midlands 84 %; ebd.; alle Zahlen Durchschnitt 1995-1998

Dort wird auch von den höchsten Steigerungsraten bei der Umwandlung in urbane Nutzungen ausgegangen.

Prognose s. http://www.defra.gov.uk/environment/statistics/des/land/download/pdf/landtb03.pdf

In den Entwicklungsplänen wird derzeit offenbar sehr auf die Einhaltung des Regierungsziels von 60 % geachtet. Ausnahmen von dieser Vorgabe sind gleichwohl möglich und werden bei Vorliegen einer guten Begründung auch genehmigt.

In Deutschland hingegen vollzog sich der Zuwachs der Siedlungs- und Verkehrsfläche fast ausschließlich auf Kosten der Landwirtschaftsflächen (Dosch/Beckmann 2003).

Auch im Problemfeld Zerschneidung stellt sich die Situation in England weniger kritisch dar. Die Dichte der überörtlichen ausgebauten Straßen (built up major roads [ohne nicht ausgebaute Straßen]) liegt mit 0, llkm/km2 Landesfläche deutlich unter der annähernd vergleichbarer Straßentypen in Deutschland mit 0,65 km/km2.

Eigene Berechnung ohne Gemeindestraßen; Quellen [Anm. 4], 4), V), VI)

Aus der Statistik ablesbare Unterschiede bestehen insbesondere im geringeren Ausbaugrad der Straßen in Großbritannien / England und der etwas geringeren Motorisierung/Kopf der Bevölkerung, wobei letzteres möglicherweise eine Folge der stärker verdichteten Siedlungsweise sowie des insgesamt etwas niedrigeren Lebensstandards ist. Im Gegensatz zu Deutschland ist Großbritannien kein Transitland und deshalb in verkehrlicher Hinsicht nur schwierig mit Deutschland vergleichbar.

Die eklatanten Unterschiede zwischen Deutschland und England bei der Flächenumwandlung haben vermutlich vielfältige und komplexe Ursachen. Im Folgenden wird ein erster Erklärungsversuch vorgenommen, der allerdings nicht für sich in Anspruch nehmen kann, alle Gründe aufzuspüren und in ihrer Bedeutung richtig einzuschätzen. Die hier vorgestellte Diskussion konzentriert sich auf die Einflüsse der unterschiedlichen Planungssysteme und deren Rahmenbedingungen. Weitere mögliche Ursachen wie eine unterschiedliche Mobilität der Menschen, ihre Bereitschaft zur Anpassung des Wohnraumbedarfs an die Bedürfnisse der jeweiligen Lebensphase, der Einfluss der Bodenpreise sowie die Akzeptanz der Bevölkerung für eine Politik des Flächensparens konnten an dieser Stelle nicht näher berücksichtigt werden.

Abbildung 1

Anteil der Wohnbebauung auf bereits zuvor genutzten (urbanen) Flächen

Quelle: http://www.sustainable-development.gov.uk/indicators/headline/hl4.htm

Abbildung 2

Anteile Wohnbauentwicklung auf zuvor entwickelten Flächen in den Regionen Englands

Quelle: http://www.sustainable-development.gov.uk/indicators/headline/hl4.htm

Erfolgsfaktoren in Großbritannien
Das englische Planungssystem

Die folgenden Ausführungen zum Planungssystem konzentrieren sich wie die Auswertung der statistischen Daten auf das englische Modell. Die schottischen und nord-irischen Systeme funktionieren nach ähnlichen Prinzipien wie das englische, beruhen aber auf anderen gesetzlichen Grundlagen. Dem englischen Planungssystem liegt ebenso wie dem deutschen die Auffassung zu Grunde, dass räumliche Planung das zentrale Instrument darstellt, um die Raumentwicklung in eine gesamtgesellschaftlich erwünschte Richtung zu steuern. Vor dem Hintergrund einer seit langem bestehenden, aus der frühen Industrialisierung resultierenden Tradition der Landschaftserhaltung und der erheblichen Probleme in den englischen Ballungsräumen, entwickelte sich ein stark zentralistisches Planungssystem (Cullingworth/Nadin 2002). Bereits 1947 wurde der „Town und Country Planning Act” erlassen, der eine starke Planungsorientierung der Entwicklung vorgab. Nach einer Unterbrechung während der Thatcher-Ära sind diese Prinzipien seit 1990 wieder ausschlaggebend für die Entwicklung. Die Gemeinden setzen im Wesentlichen die Planungsvorstellungen der Zentralregierung in London um und verfügen über wenig formale Macht, um eigene Interessen zu verfolgen. Die ministeriellen Zuständigkeiten umfassen nicht nur die Gesetzgebung und die Herausgabe ministerieller Leitlinien (PPG Planning Policy Guidance), sondern ebenfalls umfassende Rechte in den Bereichen Beobachtung, Kontrolle und Plangenehmigung (SPECTRA 2002, S. 27). Für die Plangenehmigung ist entscheidend, ob durch den Plan die ministerielle Planungspolitik umgesetzt wird. Es besteht demzufolge auch kein Anspruch der Gemeinden auf Genehmigung ihrer Pläne. Um zu verdeutlichen, wie unterschiedlich das englische System im Vergleich zum deutschen funktioniert, sei das anekdotisch anmutende Beispiel der südostenglischen Grafschaft Kent herangezogen, die sich gegen eine Verordnung der Londoner Zentralregierung wehrt, wonach in den kommenden Jahren 116 000 neue Wohneinheiten gebaut werden müssen. Als Gründe für den Widerstand werden die mit der Umsetzung verbundenen finanziellen Belastungen und Gefahren für die Naturflächen der Region angegeben. Stattdessen empfehlen die Verantwortlichen ihren Bürgern, einen Umzug in das französische Calais zu erwägen. Durch den Eurotunnel könne man zu den Arbeitsplätzen in England pendeln.

FAZ Sonntag 13.4.03, S. 14, vgl. auch Meldung über Widerstand der Gemeinden gegen Siedlungsentwicklung: Times July-19-2002: „Market town ‘cannot take any more’“

Für deutsche Kommunalpolitiker und -Verwaltungen ist ein solches Verhalten völlig undenkbar, denn die deutschen Gemeinden sind auch finanziell unmittelbar von der Entwicklung in ihrem Gebiet abhängig, und das Steuersystem bietet erhebliche Anreize zur Steigerung der Einwohnerzahlen und der Gewerbeentwicklung.

Einnahme von Gewerbesteuer, Grundsteuer, anteilig Lohn- und Einkommenssteuer, Konstruktion des Kommunalen Finanzausgleichs, Orientierung der Bezahlung der Bürgermeister an der Einwohnerzahl

Demgegenüber können englische Gemeinden kaum eigene Steuereinkünfte aus steigenden Einwohnerzahlen realisieren. Sie erhalten einen Großteil ihrer Haushaltsmittel von der Zentralregierung. Die englischen Kommunen sind lediglich dazu berechtigt, Steuern auf Eigentum und für Dienstleistungen durch die Gemeinde zu erheben. Sie profitieren deshalb nur leicht von einer starken Bauentwicklung in ihrem Gebiet und sind nicht im gleichen Maße mit Interessenkonflikten zwischen Steuereinnahmen und Umwelterwägungen konfrontiert.

Dennoch kann das englische Planungssystem nicht als völlig „top down” charakterisiert werden. Die Zentralregierung unterzieht jeden ihrer Vorschläge einer intensiven Beteiligung durch die betroffenen Regionen und Kommunen. Zudem haben die Städte und Gemeinden große Freiheiten in der Ausgestaltung der konkreten Entwicklungsziele. Diese sollen zwar die Regierungsrichtlinien umsetzen, dort werden aber keine Vorgaben zum Wo oder Wie der Entwicklung gemacht. Derzeit wird das englische Planungssystem reformiert. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Forcierung der Bildung von Regionen und der Verlagerung von Planungskompetenzen auf diese Ebene. (Albers 2002, S. 5 f.; Davies 2.6.2003). Die grundsätzlich zentralistische Ausrichtung wird dadurch voraussichtlich gemildert aber nicht aufgehoben.

Nach dieser kurzen Charakterisierung der Grundzüge des englischen Planungssystems soll im Folgenden etwas näher auf die regionale und lokale Planungsebene (siehe Tab. 3), die Beteiligung und die Integration von Umweltzielen eingegangen werden. Die Regionen sind von der Größe her eher den deutschen Bundesländern vergleichbar als den Regionen der deutschen Regionalplanung. Sie sollen in Zukunft die Planungsebene der Counties (Landkreise) ersetzen.

Daten zum englischen und deutschen Planungssystem im Vergleich

England

Deutschland

National

Verantwortliche Institution

central government, several ministries

Regierung, verschiedene Ministerien (vor allem BMVBW, BMU)

Übergeordnete Strategien, gesetzlicher Rahmen

UK sustainable development strategy, verschiedene Gesetze

Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung 2002, verschiedene Gesetze (vor allem BauGB, ROG, BNatSchG, Fernstraßengesetz)

Planungsinstrument

National Policy Guidance (in Zukunft Vereinfachung vorgesehen)

Bundesraumordnungsplan Bundesverkehrswegeplan

Regionalebene (wie von der EU definiert)

Institution

Regional Assembly, Regional Development Agency)in UK 11 Regionen, davon in England 9 + Greater London)

Länder (13 + 3 Stadtstaaten)

Planungsinstrument

Regional planning guidance(in Zukunft Regional Planning Strategy)

Landesraumordnungspläne

Kommunale Planungsebene

Erste Ebene Institution

Counties(56 in England, Wales, Scotland)(in Zukunft Wegfall dieser Planungsebene)

Planungsgemeinschaften, Regierungsbezirke oder Landkreise: 324 kreisfreie Städte: 110

Planungsinstrument

derzeit Structure Plan (mit detaillierten quantitativen Vorgaben, vgl. im Internet: Warwickshire Structure Plan)

z.B.: Regionaler Raumordnungsplan M: 1:50 000

zweite Ebene

District (483 unitary districts)

Gemeinden 16 0000

a) Planungsinstrument

Local Plan: - Structure Plan (strategische Ausrichtung); - District Plans (detailiert);(bzw. Unitary Development Plan)M.: 1:15 - 20 000 - (in Zukunft Local Development Framework)

Flächennutzungsplan 1:10 000

b) Planungsinstrument

Development Plan (in Zukunft Action Plans)

Bebauungsplan 1:2-5000

Quellen: SPECTRA 2002; Cullingworth/Nadin 2001; Davies, Lin 2.6.2003

In England existieren derzeit neun Planungsregionen. Sie erfüllen ihre Planungsaufgaben über

eine dezentrale „Außenstelle” des Ministeriums, die Impulse in den Planungsprozess gibt und diesen kontrolliert,

eine regionale Planungsagentur (Regional Development Agency), die derzeit von einem von der Regierung eingesetzten Gremium geführt wird. Hauptaufgabe der Agentur ist die Verteilung der Fördermittel der Regierung; z.B. Anreize für die Regenerierung von urbanen Brachen,

die Regionalversammlung, die bisher noch durch die Regierung eingesetzt wird. Das Ministerium strebt an, hieraus eine gewählte Versammlung zu machen. Derzeit zeichnet sich ab, dass lediglich die Regionen im Norden Englands von dieser Möglichkeit Gebrauch machen werden, da sie sich Vorteile von einer größeren Unabhängigkeit von London erhoffen (Davies, Lin 2.6.2003).

Das Hauptplanungsinstrument auf der regionalen Ebene ist ein regionales Planungskonzept („Regional Planning Guidance”), das eine allgemeine Planungsstrategie entwirft, der spezifische schriftliche Richtlinien beigefügt sind. Die nun geplante „Spatial Strategy” soll für die unteren Ebenen verbindlich sein und zu einem zentralen Planungsinstrument ausgebaut werden.

Eine Region besteht aus einer Vielzahl von Counties, die in der Größe den deutschen Landkreisen ähneln. Diese führen zusammen mit den Städten und Gemeinden (Districts) innerhalb des Rahmens der übergeordneten Richtlinien relativ selbständig die lokalen Planungsaufgaben durch. Planungsinstrumente sind der (in Zukunft entfallende) „Structure Plan” (i.d.R. auf County-Ebene) und der „Local District Plan”. Während der Structure Plan stärker strategischen Charakter aufweist und die Planungen der Gemeinde koordinieren soll, stellt der Local District Plan konkret fest, wo und wie die Landnutzungsentwicklung vorangetrieben werden soll. In bestimmten Fällen (Ballungsräume) wird nur ein einziger Plan aufgestellt, der den Structure und den Local District Plan umfasst. Während der Aufstellung der Pläne findet eine umfangreiche Beteiligung statt und der Minister kommentiert die Planentscheidungen sowie verschiedene Argumente, die im Planungsprozess vorgebracht wurden. Die Gründe für Planungsentscheidungen erhalten so eine hohe Trans parenz, häufig unterstützt durch die Veröffentlichung der Diskussion im Internet.

In den lokalen Plänen können detaillierte Vorgaben für die Art der Entwicklung sowie für Landnutzungsformen festgelegt werden. Die Pläne werden jedoch nicht rechtsverbindlich in dem Sinne, dass sich z. B. ein Recht auf Bebauung daraus ableiten lässt. Über jeden Antrag für bauliche Entwicklung, Abbau von Bodenschätzen und bestimmte Landnutzungen wird im Einzelfall entschieden, es gibt allerdings eine wachsende Zahl von Kleinstvorhaben, die pauschal keiner Genehmigung mehr bedürfen. (SPECTRA 2002, S. 27). Inzwischen führen die Städte und Gemeinden ebenfalls umfangreiche Informations- und Beteiligungsverfahren durch. Alle relevanten Sitzungen von Politik und Verwaltung sind öffentlich ebenso wie diesbezügliche Protokolle und Hintergrundpapiere. Das Beteiligungsverfahren eröffnet den Bürgern nicht nur die Möglichkeit, Kommentare zu den Entwicklungsplänen abzugeben, sondern auch formale Einwände einzureichen. Im Falle der örtlichen Pläne müssen diese von einem unabhängigen Inspektor begutachtet werden (EC 1996, S. 32). Im Rahmen der Reform des englischen Planungssystems soll auf der örtlichen Ebene ein Gesamtplan für das Gemeindegebiet im Sinne eines „Flächennutzungsplanes” eingeführt werden. (Albers 2002, S. 5f).

Die Berücksichtigung von Umweltbelangen erfolgt im Rahmen der notwendigen Berücksichtigung aller relevanten Belange. Erst in jüngster Zeit werden im Rahmen der Erstellung von Flussgebietsmanagementplänen vermehrt umfassende Informations- und Zielgrundlagen zu Natur und Landschaft (ähnlich deutschen Landschaftsplänen) zur Verfügung gestellt (Cullingsworth/Nadin 2001, S. 214). Die Gemeinden werden ermutigt, solche umfassenden Planungen beizubringen (Royal Commission on Environmental Pollution 2002). Ansonsten gibt es eine Vielzahl von Informationen zur Umwelt aus verschiedenen Quellen, teils von staatlichen Stellen, teils von staatlich geförderten Umweltverbänden. Großer Wert wird auf die Zusammenarbeit und Förderung integrierter Strategien unterschiedlicher Ressorts und Fachplanungen gelegt, um Umweltziele nicht an Ressortkonkurrenzen scheitern zu lassen.

Hypothesen zur Rolle des Planungssystems bei der Steuerung der Flächeninanspruchnahme

Sowohl die deutsche als ‘auch die englische räumliche Planung verfolgen ähnliche Zielvorstellungen zur Eindämmung der Flächeninanspruchnahme. In beiden Staaten wird die räumlich Planung als ein Schlüsselinstrument zur Erreichung dieser Ziele angesehen (Bundesregierung 2002; Royal Commission on Environmental Pollution 2002). Trotz dieser gemeinsamen Ansätze werden völlig unterschiedliche Ergebnisse erreicht. Während die Siedlungsentwicklung vor Ort in England klar die Zielvorstellungen der Regierung widerspiegelt, lassen sich in Deutschland selbst konkrete Zielvorstellungen der Regionalplanung auf der lokalen Ebene nur mit großen Schwierigkeiten Umsetzen.

Die Gründe für den unterschiedlichen Erfolg der Planungssysteme bei der Steuerung der Flächeninanspruchnahme scheinen vor allem auf die folgenden Strukturen zurückzuführen sein:

Das zentralisierte englische Planungssystem ermöglicht es, in weit größerem Maße als das deutsche System national relevante Ziele auch auf der lokalen Ebene zu verfolgen. Ein wichtiger Faktor ist die fokussierende Kraft der Zentralregierung, die mit ihren Planungsleitlinien und dezentralen Büros eine direkte Wirkung auf das Baugeschehen vor Ort erzielt. Die Gemeinden richten ihre Flächenpolitik daran aus, denn letztlich verfügt die Regierung sowohl über die rechtlichen als auch die finanziellen Mittel, um das Geschehen zu kontrollieren.

Die Distanz der englischen Zentralregierung zu lokalen Interessen erleichtert es, lokale den gesamtstaatlichen entgegenstehende Interessen hintanzustellen und auch Entscheidungen nach dem St. Florians-Prinzip zu vermeiden.

Das Steuersystem in England wirkt für die lokalen Kommunen nicht als Anreiz dazu, ihre Einwohnerzahl zu vergrößern oder besonders viele Flächen für Gewerbe und Industrie auszuweisen. In Deutschland hingegen unterstützt das Steuersystem nicht nur die Anreize für Privatleute zum Bauen auf der grünen Wiese (siehe SRU 2002). Auch die relative finanzielle Unabhängigkeit der deutschen Gemeinden vom Bund und die Abhängigkeit ihrer Finanzierung von der Gewerbesteuer sowie der Einwohnerzahl verstärken den Trend zu umfangreichen Flächenausweisungen und -erschließun- gen für die Besiedlung.

Die deutschen Kommunen können diese Ziele aufgrund ihrer durch die Verfassung garantierten Planungshoheit relativ ungehemmt verfolgen. Die Grenzen der Planungshoheit sind z.T. sehr unkonkret festgelegt (quantitative Vorgaben für die Definition der Eigenentwicklung fehlen beispielsweise).

Die „Green Belt”-Politik wird explizit durch die englische Regierung fortgesetzt und findet trotz sehr hoher Preise für Mieten und Wohneigentum in der Bevölkerung in England offenbar breite Unterstützung (siehe Timesl9.7.2002).Vor dem Hintergrund der starken Stellung der Zentralregierung bekommen die gerade in den vergangenen Jahren erheblich verstärkten Bemühungen zur Verbesserung der Beteiligung der Bürger und Kommunen in England („counsiling“) einen anderen Charakter als in Deutschland. Es ist wahrscheinlich, dass durch die erzielte hohe Transparenz der Entscheidungsabläufe im englischen System die Akzeptanz der Bürger für die Ziele der räumlichen Planung unterstützt wird.

Obwohl es dem deutschen System nicht gelingt, den Trend der Flächeninanspruchnahme umzukehren und Schwächen bei der Verhinderung eines dispersen Siedlungswachstums deutlich werden (Schmidt-Eichstaedt et al. 2001, S. 83), gibt es in Deutschland begrenzte Erfolge bei der Feinsteuerung der Siedlungsflächen im Sinne einer Vermeidung und Verminderung von Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft (Gruehn 1998; Reineke 2002; Mönnecke 2000) sowie der Kompensation von Beeinträchtigungen.

Konsequenzen für die Bewältigung des Problems in Deutschland

Die Analyse verdeutlicht, dass Erfolge bei der Reduzierung der Flächeninanspruchnahme in Deutschland nicht durch kosmetische Veränderungen im Planungssystem erzielbar sein werden, sondern tiefgreifendere Lösungen bzw. wirksamere Instrumente erfordern. Das englische Beispiel gibt Anlass, erneut über die - je nach Bundesland unterschiedliche - jedoch insgesamt vergleichsweise sehr hohe Durchschlagkraft kommunaler Planungsinteressen in der deutschen Raumplanung sowie die Anreize zur Flächeninanspruchnahme, die durch das Steuersystem gegeben werden, nachzudenken. Im Folgenden sollen eine Reihe in der Diskussion befindlicher Lösungsvorschläge für Deutschland vor dem Hintergrund der Erfahrungen aus dem englischen Beispiel zur Diskussion gestellt werden.

Zwar ist davon auszugehen, dass sich die rückläufige Nachfrage nach Flächen für das produzierende Gewerbe und die Stagnation bzw. der Rückgang in der Bevölkerungsentwicklung neben anderen Faktoren weiterhin bremsend auf die Flächeninanspruchnahme auswirken werden (Dosch/Beckmann 2003; Stand 23.1.2003). Dieses zeigt auch der Rückgang der Neuinanspruchnahme von 130 ha /Tag (1996-2000) auf 117 ha/Tag im Jahre 2001. Dieser sich von selbst einstellende Effekt wird jedoch nicht ausreichen, um auch nur annähernd in die Nähe des von der Bundesregierung angestrebten Zieles von 30 ha/ Tag zu gelangen. Dafür sind aktive politische Maßnahmen notwendig, die - dem englischen Beispiel folgend - vor allem auf eine Nutzung bestehender Kapazitäten (leerstehende Wohn- und Gewerbeflächen), Nutzung von urbanen Brachen, Verdichtung im Bestand, Priorität für flächensparende Bauweisen und Maßnahmen gegen die Entleerung der Städte abzielen sollten. Im Gegensatz zu England reicht es in Deutschland jedoch keineswegs aus, wenn eine nationale Regierung solche Ziele formuliert, um ihnen auch die entsprechende Durchsetzungskraft zu verleihen. Deshalb sollten ohne Tabus alle Möglichkeiten diskutiert und geprüft werden, die das Versagen einer überlokalen Steuerung mindern können. Diese Diskussion sollte auch die Möglichkeiten einer Stärkung überlokaler Kompetenzen in Bereichen umfassen, in denen die derzeitige Verteilung der Zuständigkeiten und Kontrollbefugnisse sich nicht bewährt. Dass dies nicht unbedingt zu mehr Staat bzw. weniger Partizipation führen muss, zeigen die Beispiele England und Niederlande, wo trotz schwacher kommunaler Planungsbefugnisse ein starkes Bemühen um Entscheidungen im Konsens mit der lokalen Ebene, den betroffenen Nutzern und der allgemeinen Öffentlichkeit sichtbar wird. In England trägt vermutlich nicht zuletzt das Modell der dezentralen Ansiedlung von „Außenstellen” des Ministeriums zu einer engen Abstimmung zwischen regionaler und zentraler Ebene bei.

Derzeit politisch aussichtsreicher als eine wirksame Einschränkung kommunaler Planungskompetenzen dürften in Deutschland gleichwohl der Abbau von ökonomischen Anreizen für eine Flächeninanspruchnahme und stattdessen die Einführung von Instrumenten, die den derzeitigen Trend umkehren können, sein. Dazu gehören vor allem folgende in der Diskussion befindliche Instrumente (s. auch Vorschläge des SRU 2002):

Reform des derzeitigen Steuersystems und den vollständigen Abbau von Zuschüssen, die den Flächenverbrauch fördern (insbes. der Eigenheimzulage)

Weiterentwicklung des Konzeptes von handelbaren Flächenausweisungsrechten für die Gemeinden

Einführung eines ökologischen Finanzausgleichs für Städte und Gemeinden, die auf Entwicklung verzichten, dafür aber ökologische Leistungen entwickeln

Gezielte Förderung von Flächenrecycling bzw. Flächenkonversion; ggf. Vorgaben im BauGB und / oder Finanzierung aus den Strukturfonds der EU

Handelbare Flächenausweisungsrechte haben den großen Vorteil, dass sie das Ausmaß der Flächeninanspruchnahme wirksam auf das jeweils angestrebte Maß begrenzen können. Sie gewährleisten eine sinnvolle Verteilung im Raum aber lediglich unter ökonomischen Aspekten. Deshalb sollten sie im Zusammenspiel mit der Raum- und Landschaftsplanung eingesetzt werden. Ein Zuviel an Planung verursacht aber ab einer bestimmten Schwelle die Unwirksamkeit des Systems der handelbaren Flächenausweisungsrechte, da der Markt zu klein wird. Zwischen beiden Ansätzen muss ein Weg für eine optimale Kombination unter der Prämisse einer dauerhaft umweltgerechten Entwicklung gefunden werden. Die Raumplanung könnte in diesem Zusammenspiel die Ausgestaltung der Umsetzung des Mengenziels des Handelssystems beeinflussen, indem sie aufgrund von Kriterien wie Einwohnerzahl und ggf. Entwicklungsprognosen die Erstzuteilung der Quoten vornimmt. Eine besondere Rolle aber spielt sie bei der Erfüllung von räumlichen Verteilungszielen. Während das Verteilungsziel Optimierung des ökonomischen Nutzens durch die handelbaren Quoten automatisch herbeigeführt wird, erfordert die Minimierung von Umwelteffekten oder Verkehrsbelastungen eine Steuerung der Standortwahl und Verteilung im Raum. Gemeinden, in denen aufgrund von Umweltrestriktionen keine weitere Flächeninanspruchnahme stattfinden sollte, können ihre Quoten verkaufen oder müssten ihren Bedarf über den Einsatz von Flächenausweisungsrechten in interkommunalen Gebietsentwicklungen umsetzen. Daneben sollte auch über Möglichkeiten zur Weiterentwicklung des Bau- und Raumordnungsrechtes z.B. zur Verankerung von Mechanismen der Bindung von Baulandausweisungen an eine ÖPNV-Erschließung und zur Ausgestaltung des kommunalen Finanzausgleichs z. B. unter Einbeziehung der Rate des Flächenrecycling nachgedacht werden.

Kurzfristig machbar sind Maßnahmen zur politischen Willensbildung auf lokaler Ebene (regionale Initiativen) und die explizite Behandlung des Themas Flächeninanspruchnahme in der Planung. Insbesondere in der Gesamtplanung und vorbereitend dazu in der Landschaftsplanung könnten entsprechende Prognosen errechnet und Umweltqualitätsziele abgeleitet werden. Die rechtlichen Unsicherheiten bezüglich der Interpretation des Rechts der Gemeinden auf Eigenentwicklung müssen schnellstmöglich abgebaut werden. Derzeit sind die Berechnungsfaktoren für die Ermittlung des Wohnflächenbedarfs in erheblichem Maße unbestimmt, wodurch die Rechtskontrolle der Bauleitpläne für die höheren Verwaltungsbehörden stark erschwert wird (Vorschläge in: Schmidt- Eichstaedt et al. 2001, S. 83). Auf konkrete quantitative Vorgaben abzielende Einschränkungen der kommunalen Planungshoheit, die auch die Potenziale zur Innenentwicklung in Anschlag bringen, sind nach der Rechtslage durchaus möglich.

Der durchgeführte Ländervergleich veranschaulicht eindringlich, dass die politischen und planerischen Potenziale zur Reduzierung der Flächeninanspruchnahme in der Bundesrepublik bei weitem nicht ausgeschöpft sind. Aus wissenschaftlicher Sicht hat sich gezeigt, dass neben den inzwischen durch die EU geförderten Darstellungen zu den unterschiedliche Planungssystemen weitere vertiefende Betrachtungen zu einzelnen Problemfeldern notwendig sind. Sie liefern nicht nur wichtige Anregungen für die Lösung einzelnen Planungsprobleme, sondern auch für die Reform der Planungssysteme in den europäischen Ländern.

Abbildung 1

Anteil der Wohnbebauung auf bereits zuvor genutzten (urbanen) FlächenQuelle: http://www.sustainable-development.gov.uk/indicators/headline/hl4.htm
Anteil der Wohnbebauung auf bereits zuvor genutzten (urbanen) FlächenQuelle: http://www.sustainable-development.gov.uk/indicators/headline/hl4.htm

Abbildung 2

Anteile Wohnbauentwicklung auf zuvor entwickelten Flächen in den Regionen EnglandsQuelle: http://www.sustainable-development.gov.uk/indicators/headline/hl4.htm
Anteile Wohnbauentwicklung auf zuvor entwickelten Flächen in den Regionen EnglandsQuelle: http://www.sustainable-development.gov.uk/indicators/headline/hl4.htm

Daten zum englischen und deutschen Planungssystem im Vergleich

England

Deutschland

National

Verantwortliche Institution

central government, several ministries

Regierung, verschiedene Ministerien (vor allem BMVBW, BMU)

Übergeordnete Strategien, gesetzlicher Rahmen

UK sustainable development strategy, verschiedene Gesetze

Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung 2002, verschiedene Gesetze (vor allem BauGB, ROG, BNatSchG, Fernstraßengesetz)

Planungsinstrument

National Policy Guidance (in Zukunft Vereinfachung vorgesehen)

Bundesraumordnungsplan Bundesverkehrswegeplan

Regionalebene (wie von der EU definiert)

Institution

Regional Assembly, Regional Development Agency)in UK 11 Regionen, davon in England 9 + Greater London)

Länder (13 + 3 Stadtstaaten)

Planungsinstrument

Regional planning guidance(in Zukunft Regional Planning Strategy)

Landesraumordnungspläne

Kommunale Planungsebene

Erste Ebene Institution

Counties(56 in England, Wales, Scotland)(in Zukunft Wegfall dieser Planungsebene)

Planungsgemeinschaften, Regierungsbezirke oder Landkreise: 324 kreisfreie Städte: 110

Planungsinstrument

derzeit Structure Plan (mit detaillierten quantitativen Vorgaben, vgl. im Internet: Warwickshire Structure Plan)

z.B.: Regionaler Raumordnungsplan M: 1:50 000

zweite Ebene

District (483 unitary districts)

Gemeinden 16 0000

a) Planungsinstrument

Local Plan: - Structure Plan (strategische Ausrichtung); - District Plans (detailiert);(bzw. Unitary Development Plan)M.: 1:15 - 20 000 - (in Zukunft Local Development Framework)

Flächennutzungsplan 1:10 000

b) Planungsinstrument

Development Plan (in Zukunft Action Plans)

Bebauungsplan 1:2-5000

Vergleich der Flächeninanspruchnahme in England und Deutschland

Kriterium

England

Deutschland

Flächeninanspruchnahme in ha/Jahr/ 100 000 Einwohner (Umwandlung zuvor nicht entwickelter Flächen: „Change to urban uses from not previously developed land” *)

12,74

52 (2001) (bei Abzug Erholungsfläche: 40 ha)58 (Durchschnitt 1996-2000)

Gesamtausmaß Entwicklung in ha/jahr/ 100 000 Einwohner (zusätzl. Berücksicht, der Entwicklung von Flächen im Innenbereich / * / previously developed land)

28,3

Flächeninanspruchnahme/ ha/Tag Umwandlung zuvor nicht entwickelter Flächen (absolute Zahlen für D und um Bevölkerungsfaktor bereinigter Vergleichswert für England)

29 (Berechnungsgrundlage: 17,16 ha/ Tag x Bevölkerungsfaktor 1,7)

117(bei Abzug der Erholungsflächen 89,9)

Ausgangsdaten

5) Tab. 8.3)

V), II)

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UK, GB (England, Scotland, Wales), England

Deutschland

Gesamtfläche (km2)

UK: 242.910; 0) GB: 229.462; 7) England: 130.442; 0)

357.022,90 V)

Einwohnerzahl

UK: 58.789.194; 0) GB: 57.103.927 England: 49.138.831 0)

82.440.000 V)

Einwohner pro km2

UK: 246 0) GB: 249 England: 383

231 V)

Bruttoinlandsprodukt zu Marktpreisen/Kopf 2000

UK: 1.547,8 Mrd. € 8)

2.025,5 Mrd. € 8)

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Spectre (Spatial planning and emerging communication technologies in the regions of Europe) (2001): Spatial planning for Digital Futures: Spectre strategic planning guide, draft 4 12/1/2001 and Spatial vision final draft 12/11/2001Spectre (Spatial planning and emerging communication technologies in the regions of Europe) (2001): Spatial planning for Digital Futures: Spectre strategic planning guide, draft 4 12/1/2001 and Spatial vision final draft 12/11/2001Search in Google Scholar

SRU (Der Rat von Sachverständigen für Umweltfragen) (2002): Für eine Stärkung und Neuorientierung des Naturschutzes. Sondergutachten. — StuttgartSRU (Der Rat von Sachverständigen für Umweltfragen) (2002): Für eine Stärkung und Neuorientierung des Naturschutzes. Sondergutachten. — StuttgartSearch in Google Scholar

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Times July-19-2002: “Market town ‘cannot take any more’” S. 4Times July-19-2002: “Market town ‘cannot take any more’” S. 4Search in Google Scholar

UBA (Umweltbundesamt) (2003): Umwelt-Barometer Deutschland Boden. Internet: http://umweltbundesamt.de/dux/boinf.htm (Stand April 2003)UBA (Umweltbundesamt) (2003): Umwelt-Barometer Deutschland Boden. Internet: http://umweltbundesamt.de/dux/boinf.htm (Stand April 2003)Search in Google Scholar

Warwickshire Structure Plan. Internet: http://www.warwickshire.gov.uk/Web/corporate/pages.nsf/6cf1c8ffa4fdcd638025693500329f8a/f853a6544d49ff8480256cae003c9e54/$FILE/WASP%201996-2011 policies%20and%20proposals%20as%20adopted.pdf (Stand Juni 2003)Warwickshire Structure Plan. Internet: http://www.warwickshire.gov.uk/Web/corporate/pages.nsf/6cf1c8ffa4fdcd638025693500329f8a/f853a6544d49ff8480256cae003c9e54/$FILE/WASP%201996-2011policies%20and%20proposals%20as%20adopted.pdf (Stand Juni 2003)Search in Google Scholar

West Midlands Local Government Association (2001): Moving forward — draft Spatial Strategy and indicative PoliciesWest Midlands Local Government Association (2001): Moving forward — draft Spatial Strategy and indicative PoliciesSearch in Google Scholar

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