1. bookVolume 66 (2008): Issue 5 (September 2008)
Journal Details
License
Format
Journal
eISSN
1869-4179
First Published
30 Jan 1936
Publication timeframe
6 times per year
Languages
German, English
access type Open Access

Reurbanisation?

Published Online: 31 Oct 2008
Volume & Issue: Volume 66 (2008) - Issue 5 (September 2008)
Page range: 415 - 428
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eISSN
1869-4179
First Published
30 Jan 1936
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6 times per year
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German, English
Abstract

The paper deals with the subject of urban and spatial development from the perspective of discourse analysis. It aims at reconstructing the manifold discoursive ways in which urban decline and regeneration are being interpreted. In so doing, it looks at the current issue of “urban renaissance”, which is considered by same observers as an indication of a substantial trend towards “reurbanization”. The particular statement of the paper is that related assessments are not supported by significant evidence yet. Rather, they appear as an outcome of urban discourses. Such discourses are considered a specific way of constructing the city. In this context, the paper pleas for a mare theory led interpretation and cautious assessments of contemporary urban change.

Keywords

Einleitung

In diesem Beitrag wird im Rückblick auf die vergangenen drei bis vier Dekaden der Stadtentwicklung in Deutschland der Frage nachgegangen, mit welchen sprachlichen Codes, Assoziationen und Bewertungen Stadtentwicklung diskursiv verarbeitet wurde und welche normativen Setzungen dabei erfolgten. Handlungsleitend für ein solches Vorgehen ist die Annahme, dass uns die Analyse urbaner Diskurse einen Zugang zum besseren Verständnis jener Bedeutung verschafft, die „Stadt“ jeweils zugeschrieben wird. Diese Analyse steht in der noch jungen Tradition konstruktivistischer Forschungsansätze, die in den Kultur-, Sozial- und Geisteswissenschaften seit zwei bis drei Dekaden erhebliche Beachtung gefunden haben. Sie verdanken sich dem Bestreben, die unübersichtlich gewordenen gesellschaftlichen Verhältnisse im Zuge des sozioökonomischen Wandels besser als zuvor nachvollziehen und verstehen zu wollen (vgl. Bachmann-Medick 2006).

Mit der u.a. linguistisch, kulturalistisch und nicht zuletzt räumlich situierten Wende (turn) von einer objektivistischen zu einer subjektivistischen, interpretativen Anschauung der Dinge verbindet sich aus heutiger Sicht eine kaum überschaubare Vielfalt von Forschungsperspektiven. Sie haben ihre Wurzeln in sehr verschiedenen Theorieströmungen und Wissenschaftsverständnissen, u.a. im Strukturalismus, Poststrukturalismus, Postkolonialismus oder in der Hermeneutik (Berndt/Pütz 2007). Ihnen ist gemeinsam, dass sie nicht mehr von einer einzigen, „objektiv richtigen“ Auffassung von Sachverhalten ausgehen, sondern in Abhängigkeit von Standpunkt und Perspektive ganz unterschiedliche Sichtweisen zulassen. Dies gilt auch für die Exploration der entsprechenden Rolle, die „Stadt“ und „Raum“ in diesem Kontext spielen und die zunehmend als Gegenstand konstruktiver Setzungen bzw. diskursiver Praxis betrachtet werden (vgl. Philo 1991; Lossau/Lippuner 2004). „Spaces, then, may be constructed in different ways by different people, through power struggles and conflicts of interest. This idea that spaces are socially constructed, and that many spaces may co-exist within the same physical space is an important one. It suggests the need to analyse how discourses and strategies of inclusion and exclusion are connected with particular spaces.“ (Flyvbjerg/Richardson 1998: 9–10)

Mithilfe einer solchen Perspektive soll hier gezeigt werden, inwieweit Kategorien wie „Renaissance der Stadt“ oder „Reurbanisierung“ Ausdruck und Resultat diskursiver Konstruktionen sind. Welche Bedeutung steht hinter diesen Begrifflichkeiten? Beide zielen auf unterschiedliche Dinge: Während „Renaissance der Stadt“ hier als aktueller Bedeutungsgewinn bestimmter Kernstädte z.B. für das Wohnen aufgefasst wird, zunächst im Sinne einer Momentaufnahme, unterliegt der These von der „Reurbanisierung“ die Annahme einer Umkehr des längerfristigen Bedeutungsverlustes der Kernstädte im Rahmen der Suburbanisierung, wie sie für die letzten Dekaden bestimmend war (vgl. das Modell von van den Berg et al. 1982). In diesem Kontext stellt der vorliegende Beitrag eine Verbindung zwischen den 1970er Jahren und der aktuell diskutierten „Renaissance der Stadt“ her, ausgehend von dem auf der Hauptversammlung des Deutschen Städtetages in München 1971 verabschiedeten Manifest „Rettet unsere Städte jetzt!“ (Deutscher Städtetag 1971). Über diesen Zeitraum betrachtet wird deutlich, dass urbane Diskurse sehr widersprüchliche Bilder von „Stadt“ erzeugen und transportieren. Hinter diesen Bildern und den – innerhalb weniger Jahre oft stark schwankenden – Wahrnehmungsmustern und Bewertungen verbergen sich spezifische Bedeutungszuschreibungen für „Stadt“. Spiegelt man diesen Diskurs mit vorfindbaren empirischen Analysen, z.B. der Bevölkerungs- oder Wirtschaftsentwicklung, dann wird deutlich, dass Diskurse nicht notwendiger Weise damit übereinstimmen müssen – sie bilden vielmehr eine neue Schicht in der Wahrnehmung der Stadt, die existierende Schichten ergänzt. Diese Überlegung wird im Folgenden ausgeführt, sowohl allgemein als auch mit Bezug auf das Beispiel Berlin – derjenigen Stadt in Deutschland, die zurzeit als prototypische Projektionsfläche einer Wiederkehr des Urbanen dient.

Perspektivisch orientiert sich dieses Vorgehen an der m.E. auch heute noch wegweisenden Arbeit von Beauregard (1993), der die diskursive Verarbeitung des urbanen Niedergangs in den USA in seinem Buch Voices of Decline überzeugend thematisiert hat. Meine These ist zum einen, dass die aktuell behauptete „Reurbanisierung“ noch nicht durch die materielle Entwicklung der Städte an sich bestätigt wird, sondern als „Renaissance der Stadt“ eher Ausdruck diskursiver Setzungen und eines neuen Bildes der Stadt ist. Zum anderen steht dieser Diskurs mehr oder weniger unverbunden neben früher hegemonialen Diskursen der Stadtentwicklung, was nicht zuletzt auch in konzeptueller Orientierungslosigkeit der Stadtforschung begründet ist. Vor diesem Hintergrund wird erstens für eine vorsichtigere Bewertung des aktuellen städtischen Wandels plädiert, die zwischen Momentaufnahmen und säkularen Trendbrüchen differenziert. Zweitens wird eine theoriegeleitete Interpretation für sinnvoll gehalten, die genauer auf die im Zeitablauf sehr wechselhaften urbanen Entwicklungsdynamiken und ihre unterschiedlichen Facetten bzw. Folgen eingeht.

Konstruktivistische Perspektiven und Diskurs in der Raumforschung

Aus dem breiten Theorieangebot konstruktivistischer Forschungsansätze wird nachfolgend eine interpretative, hermeneutische Sichtweise eingenommen. Als Forschungsperspektive wird dabei die Diskursanalyse gewählt. In Anlehnung an Matissek/Reuber (2004) wird der Schwerpunkt dabei auf eine handlungsorientierte Auffassung von Diskurs gelegt. Sie versteht Diskurs als Sprachspiel von handelnden Akteuren. Diskurs meint nach einer klassischen Definition von Foucault (1973) die „Gesamtheit von Regeln, die einer Praxis immanent sind“ (zit. nach Matissek/Reuber 2004: 227). Diskurs wird analysiert, um bestimmte, jenseits der individuellen Wahrnehmungs- und Artikulationsformen entstehende strukturelle, handlungsleitende Muster gesellschaftlicher Praxis zu identifizieren. Die beteiligten Akteure geben sich allgemein akzeptierte Regeln, die bestimmen, was wie gesagt werden darf und was nicht. Natürlich wird über das Spiel mit diesen Regeln Deutungsmacht ausgeübt, und es werden materielle Prozesse beeinflusst, denn Diskurs geht der Praxis vielfach voraus. Dieser Sinnzusammenhang wurde bereits auch auf empirische Fälle raumbezogener Konstruktion untersucht, zuletzt von Bauriedl (2007) am Beispiel Hamburgs und von Schmitt (2007) zur Metropolitanisierung des Ruhrgebiets.

Es geht hier allerdings nicht nur bzw. keineswegs vorrangig um die Analyse von Diskussionsmustern als Ausschnitt gesellschaftlicher Interaktion, wie dies Hajer (1997) etwa mit seinem environmental discourse praktiziert hat. Es geht darüber hinaus um überindividuelle strukturbildende Muster, in denen sich sprachliche Verarbeitung, Bedeutungszuweisung und materielle Entwicklung miteinander verbinden. Basierend auf einer kritischen Textanalyse, können Diskurse als verfestigte Formen gesellschaftlicher (öffentlicher) Kommunikation betrachtet werden, die je spezifische Kontexte aufweisen und eingebettet sind in bestimmte Begründungszusammenhänge und Verwertungsinteressen. Eine solche Perspektive ist gerade auch für die Raumwissenschaften von Bedeutung, die lange von essentialistischen Raumkonzepten, vor allem dem sog. Containerraum, okkupiert waren (Miggelbrink 2002). Dieser physisch-materielle Raum diente traditionell als Erklärungsgröße für als raumabhängig erkannte Strukturen und Handlungsmuster. Er wurde später durch stärker pluralistische Raumverständnisse abgelöst, in denen räumliche Beziehungssysteme, individuelle Wahrnehmungen sowie Repräsentationen eine zentrale Rolle spielen. Dies wurde vor allem handlungstheoretisch begründet (vgl. insbesondere Werlen 1997).

In jüngerer Zeit haben sich Geographie und Planungswissenschaften gegenüber konstruktivistischen Raumverständnissen geöffnet (Blotevogel 2003). Dagegen kamen frühe Vertreter einer interpretativen Auffassung von Raum noch vor allem aus den Sozialwissenschaften (vgl. Bourdieu 1985, Giddens 1995). Das in den Nachbardisziplinen bereits konstatierte Phänomen des spatial turn, also einer Wiederaufwertung von räumlichen Bezügen und Bezugnahmen, hat teilweise aber auch begründete Skepsis gegenüber einer allzu schnellen Verräumlichung von Sachverhalten hervorgerufen, die nicht primär raumbezogen erklärt werden können (Lossau/Lippuner 2004). Insofern sind Setzungen wie diejenige von der „Wiederkehr des Raumes“ (Schlögel 2003: 19) mit Vorsicht zu begegnen. Gleichwohl bieten konstruktivistische Ansätze eine Erweiterung unserer traditionellen Blickrichtungen und Perspektiven und ermöglichen daher neue erkenntnistheoretische Zugänge. Matissek/Reuber (2004: 227) drücken dies wie folgt aus: „Die Sprache und unsere täglichen Erfahrungen sind es, die ‚den Raum‘ erst zum Leben erwecken, ihn mit Assoziationen füllen, den Bezug zwischen uns und bestimmten Orten hersteilen.“ Aus Sicht der Planungswissenschaften sind Diskursanalysen anschlussfähig an die Auseinandersetzung mit Leitbildern – mit dem Unterschied, dass es hier zumindest nicht primär um die Suche nach der „richtigen“ Orientierung für die Zukunft geht, sondern zunächst um konkurrierende Auffassungen und Bewertungen von Gegenwart und Vergangenheit der Stadtentwicklung.

Diskurse transportieren Wissen und strukturieren Kommunikation. Sie bauen in aller Regel auf vorhandenen Wissensbeständen auf und verknüpfen Formen sprachlicher Verarbeitung und Bedeutungszuschreibung in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Die zeitliche Abfolge von Diskursen, ihre Verzweigung und Verschränkung, die Foucault auch als „ordnungsloses Rauschen“ bezeichnet hat, lässt sich nach Jäger (2005) in einem „Fluss des Wissens“ systematisch analysieren und damit rekonstruieren. Er unterscheidet dabei verschiedene Ebenen oder „Diskursstränge“ (Jäger 2001: 97), denen unterschiedliche Bedeutung zukommt. So bündeln Inter- oder Metadiskurse das in einer größeren Öffentlichkeit zirkulierende Wissen bzw. Formen der sprachlichen oder symbolhaften Kommunikation darüber. Neben- oder Spezialdiskurse werden in spezialisierten, „epistemischen“ Communities generiert (z.B. der Wissenschaft, der Planungspraxis) und transportieren entsprechend differenzierte Inhalte bzw. Deutungsmuster. Gegendiskurse werden in Konkurrenz oder Abgrenzung zu bestehenden Diskursen erzeugt und sollen alternativen Deutungsmustern Gehör verschaffen (vgl. Schmitt 2007: 32). In all diesen Fällen geht es darum herauszufinden, wie Diskurse auf spezifische Weise die Gegenstände formen, über die sie sprechen.

Methodisch ist diese empirische Diskursanalyse in mehreren Stufen erfolgt. Aufbauend auf einer Festlegung der zu untersuchenden Diskursebenen wurden die relevanten Diskurse identizifiert bzw. abgegrenzt. Ein institutioneller Rahmen bildet den Kontext der jeweiligen Diskurse ab. Anschließend erfolgten eine nach Kategorien strukturierte Inhaltsanalyse sowie eine Analyse der sprachlich-rhetorischen Mittel. Auf dieser Grundlage wurde eine Interpretation der Diskurse vorgenommen (vgl. a. die Tabellen). Dabei wurde im Wesentlichen textgestützt gearbeitet. Das analysierte Text- und Datenmaterial besteht aus wissenschaftlichen Arbeiten der Stadt- und Raumforschung, insbesondere Periodika, sowie Beiträgen der überregionalen Tagespresse. Gegenüber vornehmlich textgestützten Analysen ist auch diese Diskursanalyse darauf angelegt, dass über den stärkeren Einbezug gesellschaftlicher Kontexte Diskurs als gesellschaftliche Praxis identifiziert werden soll.

Diskurse im Fluss des Wissens
Der Metadiskurs „Rettet unsere Städte!“

Ausgangspunkt dieser Betrachtung ist ein Metadiskurs, der sich der Rettung der Stadt verpflichtet hat. Als zentrales Dokument dient hier das Manifest „Rettet unsere Städte jetzt!“, das die Hauptversammlung des Deutschen Städtetages 1971 in München verabschiedet hat (Deutscher Städtetag 1971). Teilnehmer der Versammlung und Autoren waren (Ober-) Bürgermeister und Hauptverwaltungsbeamte westdeutscher Großstädte, die nach erfolgtem Wiederaufbau der Städte, ein Vierteljahrhundert nach dem Ende des 2. Weltkriegs, vor den Folgelasten des Städtewachstums warnten - Infrastruktur, Verkehrsdichte, Umweltprobleme, soziale Konflikte gaben die einschlägigen Stichworte. Sie wurden zum Anlass für einen eindringlichen Appell genommen: „Die Probleme der Städte müssen endlich auf nationaler und internationaler Ebene in den Mittelpunkt der Politik (Hervorh. M.H.) gestellt werden. Noch können die Städte gerettet werden.“ (Deutscher Städtetag 1971: 247) Als Diskurs der Praxis steht das Manifest in einer Reihe mit Klassikern der Kritik an der modernen Stadtplanung, wie sie in den 1960er Jahren von Jacobs (1961), Mitscherlich (1965) oder Siedler et al. (1964) geäußert wurde.

Der Krisendiskurs ist nur scheinbar widerspruchsfrei formuliert. Er klingt auf der einen Seite problemorientiert und engagiert. Auf der anderen Seite durchzieht ihn die Fortschrittsrhetorik jener Zeit, appelliert er an die Machbarkeitsutopien von Wissenschaft und Technik, deren Folgen zugleich beklagt werden. Er ist außerdem dadurch gekennzeichnet, dass er die Stadt als Opfer thematisiert: als Opfer der Wiederaufbaulasten, als Opfer des eigenen Erfolgs (Wachstum), als Opfer der ungerechten Verteilung öffentlicher Aufgaben und Einnahmen im staatlichen Mehrebenensystem. Die eigene Verantwortung der Städte für das Problem – funktionalistischer Städtebau, Großwohnsiedlungen, Planungseuphorie und Steuerungsoptimismus – wird von den Oberbürgermeistern, im Gegensatz zu den genannten Klassikern der Kritik der Stadtplanung, in den Hintergrund gerückt. Dem Zeitgeist entsprechend, ist der Staat ein wichtiger Adressat von Forderungen zur Problemlösung, wenn auch der Handlungsbedarf der kommunalen Akteure (z. B. mit Blick auf die Notwendigkeit von Zielvorstellungen und Leitbildern, von Kooperation der Verwaltungen etc.) durchaus weitsichtig benannt wird.

Im Rückblick auf die letzten drei bis vier Dekaden der Stadtentwicklung wird deutlich, wie eng Gesellschaftsanalyse und Stadtanalyse miteinander verkoppelt sind - und wie latent die Städte als bedroht angesehen werden. Der Krisendiskurs „Rettet unsere Städte jetzt!“ stellt insofern einen Basisdiskurs dar, der sich in der Definition, Artikulation und Aushandlung städtischer (und mithin gesellschaftlicher) Probleme durch die folgenden Jahrzehnte hindurch immer wieder nachweisen lässt. Zum einen sind die 1971 beklagten Bedrohungen der Stadt hartnäckige Begleiter der weiteren Urbanisierung in Deutschland. Konsequenterweise taucht das plakative Label „Rettet unsere Städte jetzt!“ wiederholt in öffentlichen Diskursen auf, so etwa in den frühen 1990er Jahren in einem Buch einiger Oberbürgermeister (Kronawitter 1994). Zum anderen wird das Konstrukt der bedrohten, zu rettenden Stadt in einigen Nebendiskursen, wie nachfolgend gezeigt werden kann, immer wieder diskursiv reproduziert. Diese Rhetorik des Untergangs, die als kontinuierliches Moment in der Analyse der Stadt vorfindbar ist, hat Judd (2005) mit Blick auf die Stadtforschung auch als Everything is always going to Hell paraphrasiert.

Nebendiskurse der Krisenverarbeitung: Suburbanisierung und Schrumpfung

Spätestens seit den 1970er Jahren entfaltet sich ein Spezialdiskurs, in dem die Bedrohung der Stadt infolge ihres „ungezügelten“ Wachstums thematisiert wird, und zwar diesmal von Praxis und Wissenschaft. Sein Gegenstand ist die Suburbanisierung. Dieser Spezialdiskurs kann über einen größeren Zeitraum zweifellos als hegemonial eingeschätzt werden. Argumentativ ist dieser Spezialdiskurs mit erheblicher Krisenrhetorik und begrifflicher Aufladung versehen. Sie bündelt sich in Termini wie Stadtflucht, Auflösung oder „Amerikanisierung“ der Stadt. Die kritische Stadtforschung und -planung der 1980er und 1990er Jahre fand in diesem Zugang zum Problem der Suburbanisierung zweifellos ihren zentralen Topos, sowohl aus nationaler Sicht als auch in vergleichender Perspektive. In jüngster Zeit wird die Suburbanisierung im Kontext einer wachsenden Problematisierung von „Flächenverbrauch“ mit dem Begriff der „Zersiedlung“ assoziiert. Mit diesem Begriff, der kaum operationalisierbar ist, erfolgt eine starke normative Aufladung (vgl. zur Kritik Hesse/ Kaltenbrunner 2005). Zur argumentativen Schieflage gehört auch, dass das Phänomen der Suburbanisierung durch statistische Konstrukte wie Gemeindegrenzen verzerrt wird. Allein die Maßstäblichkeit der Betrachtung, und damit die Konstruktion des Gegenstands an sich, bestimmt über das zu lösende Bewertungsproblem mit – je nachdem, ob das Problem aus der Perspektive der Innenstadt, der Kernstadt oder der Stadtregion insgesamt betrachtet wird.

Der Architekt Peter Wilson hat die diesem Nebendiskurs innewohnende Dichotomie von „Stadt und Umland“ daher bereits vor geraumer Zeit als „propagandistische Polarität“ bezeichnet (Wilson 1998). Auf diese Weise wurde das Leben am Rand der Stadt nicht nur extrem verkürzt dargestellt: Es waren die anerkannten Regeln des Sprachspiels, die es lange verhinderten, dass dieser Gegenstand als solcher – unabhängig von normativen Setzungen – zum Thema gemacht wurde. Aus Sicht des Staates galt es, das akzeptierte Leitbild der sich etablierenden Mittschicht (Eigentumsbildung, die Praxis des guten Lebens, etc.) nicht zu hinterfragen. Aus der Sicht der Kritiker beförderte die Suburbanisierung den Niedergang der Stadt; unvoreingenommene Sichtweisen suburbaner Räume sowie alltags- und lebensweltliche Analysen waren in dieser Diskurslage unerwünscht. Sie sind in Deutschland – anders als etwa in den USA (vgl. Gans 1967, Hayden 2003) – erst in jüngerer Zeit zum Thema gemacht worden (vgl. zum ersten Punkt Sieverts 1997, zum zweiten Menzl 2007).

Nicht zuletzt angeregt durch die internationale vergleichende Betrachtung reihte sich der Auflösungsdiskurs der Stadt seit Ende der 1980er Jahre ein in den Begründungszusammenhang des Postfordismus bzw. der postmodernen Stadt. Er argumentierte historisierend mit einem Bruch der herrschenden Entwicklungslogik. Stadt wuchs außen statt innen, entwickelte sich zum Schauplatz globaler (und damit externer) Dynamiken, wurde zunehmend virtuell statt real. Touraine (1996) setzte das Fragezeichen hinter seine These vom „Ende der Städte?“ nur noch rhetorisch. Gewissermaßen als Höhepunkt in der Diktion des urbanen Niedergangs mündet dieser Spezialdiskurs Ende der 1990er Jahre in die von der Stadtforschung mit allem Ernst vertretene These vom „Verschwinden der Städte“ (Krämer-Badoni/Petrowsky 1997). Damit war natürlich nicht ein Verschwinden der Stadt im physischen Sinne gemeint, so aber doch ihr Bedeutungsverlust als politische Entität, als Polis und Bürgerstadt, mit Selbstverwaltung und Besitzbürgertum.

Der Zeitabschnitt Ende der 1990er Jahre erscheint indes im Nachhinein – auf den ersten Blick – als Zäsur der Stadtentwicklung im vereinten Deutschland. Zumindest ist er durch eine veränderte Wahrnehmung und diskursive Verarbeitung von Stadt gekennzeichnet. Zunächst kommt ab ca. 1997/98 der Basistrend der Suburbanisierung zur Ruhe, der in Ostdeutschland durch atypische Stadtentwicklungs-, Steuer- und Planungspolitiken erheblich beschleunigt worden war. Dort verdankt sich dieser Basistrend ohnehin einer historisch singulären Situation, die durch den rapiden Transformationsschock, fehlende planerische Regulierung sowie zusätzliche Anreizstrukturen bedingt war. Diese Singularität des ostdeutschen Entwicklungspfads schränkt systematische Vergleiche mit anderen Fällen stark ein.

Aus diesem Grund erscheint auch die populäre Einordnung dieser Prozesse in das Phasenmodell der Stadtentwicklung (van den Berg et al. 1982) wenig überzeugend, da dieses Modell sowohl mit Blick auf die Stadtgröße als auch die wirtschaftlichen Randbedingungen von grundsätzlich anderen Voraussetzungen ausging.

Zu Beginn des neuen Jahrtausends erleben wir eine weitere Ausdifferenzierung der Diskurse. Mit Macht rückt das Phänomen des demographischen Wandels in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Es ging aus vom Problem der Überkapazitäten in der Wohnungswirtschaft, einem Nebendiskurs, der zunächst in einem Expertenkreis geführt wurde und auch nur dort sichtbar war (in einer Kommission des Bundesbauministeriums). Doch in Gestalt des Begriffs der „Schrumpfung“ entwickelt sich dieses Thema innerhalb kürzester Zeit zum neuen Leitthema der Stadtentwicklung. Es bestimmte seither die Diskursagenda. Veränderte ökonomische und demographische Rahmenbedingungen – die Krise der öffentlichen Haushalte, die „Überalterung“ der Gesellschaft, die niedrigen Geburtenraten, die Abwanderung aus Ostdeutschland – werden zum Anlass für eine Revision der Stadtpolitik genommen. Erneut macht sich Krisenrhetorik breit, angereichert mit bevölkerungspolitischen Ingredienzen, die in der alten Bundesrepublik lange tabu waren (vgl. Barlösius 2007). Und es entsteht – wieder – etatistisches Denken (und Handeln) als Reaktion darauf: der Staat fördert den Stadtumbau in erheblichem Umfang, erst im Osten, dann im Westen.

Diese Politik wird allerdings – diskursiv, praktisch – sowohl in der Öffentlichkeit als auch in den Städten selbst außerordentlich widersprüchlich und selektiv verarbeitet. Das Spektrum der Einstellungen und handlungsleitenden Diskurse reicht von der Negation des Problems über die Nicht-Befassung mit seinen Konsequenzen, bis hin zum nahezu seriellen Umbau durch Abriss. Bezeichnend sind die durchaus zahlreichen Äußerungen von Bürgermeistern und Planungschefs von Gemeinden im Berlin-Brandenburger Verflechtungsraum, die im Rahmen einer laufenden Dissertation auf ihre Strategien zum Umgang mit dem Phänomen der Schrumpfung befragt wurden.

Zakirova, B.: Schrumpfungsprozesse am Stadtrand: Stand und Perspektiven, Wahrnehmungsmuster, Strategien. Lfd. Dissertation am Institut für Geographische Wissenschaften der Freien Universität Berlin.

Sie lehnen das Etikett des Niedergangs – trotz scheinbar eindeutiger Befunde – für sich ab: „Wir sind ja keine Schrumpfungsgemeinde“. In einer auf Wachstum fixierten Gesellschaft trägt der Begriff der Schrumpfung offenbar das Odium des Niedergangs. Stadt wird negativ assoziiert. Aufschlussreich ist auch, dass der Aufruf „Rettet unsere Städte jetzt!“ nun erneut im öffentlichen Diskurs sichtbar wird: Er dient dem Stadtforum Leipzig zur Bündelung seiner Kritik an der Vernachlässigung der historischen Bausubstanz der Städte (Stadtforum Leipzig 2005).

Meta- und Nebendiskurse „Rettet unsere Städte“

Metadiskurs SpezialdiskurseRettet unsere Städte!
Suburbanisierung„Stadtschrumpfung“
GegenstandsbereichOrganisation des StadtwachstumsAusdehnung der Städte in ihr UmlandBevölkerungsrückgang und Wanderungsverluste der Städte
KernaussagenDie Städte müssen bei ihren Aufgaben unterstützt werdenSuburbanisierung als Fehler der europäischen StadtentwicklungDie Städte müssen in der Anpassung an den neuen Trend unterstützt werden
DiskurspraxisZuweisung politisch- administrativer VerantwortungWidersprüchliche Problematisierung (u. a.) selbstgesteuerter EntwicklungenZuweisung politisch- administrativer Verantwortung
Träger/Akteure(Ober)Bürgermeister, StadtverwaltungenStadtplanung, -forschungStadtverwaltungen, Stadtplanung, -forschung, Staat, Wohnungswirtschaft

Quelle: eigene Darstellung (angelehnt an Bauriedl 2007)

Von der Schrumpfung zur Renaissance der Stadt

Seit dieser Zeit hat sich die Diskurslage erneut gewandelt, in noch kürzerer Frist als zuvor. Nun wird allenthalben eine „urbane Renaissance“ gesehen. War kurz zuvor noch Krisenrhetorik bestimmend, herrschen jetzt Aufbruch und positives Denken. Einschlägige Untersuchungen, unterstützt durch Marktstudien der Immobilien- und Kreditwirtschaft sowie Wanderungsmotivstudien von Kommunen, lösten ein erhebliches Presseecho aus. Diese jüngste diskursive Wende hat in kurzer Zeit eine rasante Eigendynamik entwickelt und zumindest auf den ersten Blick die Gestalt einer Trendwende angenommen. Zu diesem Bedeutungsgewinn der (Kern-) Städte tragen vor allem die folgenden empirischen Beobachtungen bei:

der seit Ende der 1990er Jahre nach langer Zeit wieder positive Beschäftigungssaldo großer Stadtregionen in Westdeutschland (Geppert u. Gornig 2003),

die Realisierung neuer Großprojekte auf City-Arealen, die der Rückzug der fordistischen Industrien sowie von Bahn und Post aus den Kernstädten freigeräumt hat,

die (Wieder-) Entdeckung der Kernstadt für das Wohnen, insbesondere durch eine zahlungskräftige Klientel von Eigentumsbildnern.

Speziell die Aufwertung innerstädtischen Wohnens hat zur veränderten Deutung von Stadt beigetragen. So resümieren Brühl et al. (2005, IV. Umschlagseite) ihre in den Medien außerordentlich breit rezipierte Untersuchung wie folgt: „Seit einiger Zeit ist ein verstärktes Interesse am Wohnen in der Stadt zu beobachten, so dass – zögerlich noch – die Diskussion über eine .Rückkehr in die Stadt“ beginnt. (…) Die Renaissance der Stadt und insbesondere der Innenstadt als Wohnstandort läutet offenbar eine neue Phase der Stadtentwicklung ein. Suburbanisierungsprozesse dagegen könnten an Bedeutung verlieren.“ Die Logik dieses Diskurses ist durchaus verblüffend: In einem argumentativen Zirkelschluss werden fünf verschiedene inhaltliche und begriffliche Objekte miteinander verknüpft: „verstärktes Interesse am Wohnen in der Stadt“, „Wohnen in der Innenstadt“, „Rückkehr in die Stadt“, „Renaissance der Stadt“ und „neue Phase in der Stadtentwicklung“. Dabei liefert die zitierte Studie empirische Evidenz allein zum ersten bzw. zweiten der genannten Begriffskomplexe, befasst sich also nur mit einem kleinen Ausschnitt der hier annoncierten Veränderung. Ihr Deutungsangebot war jedoch darüber hinaus auf die allgemeine Ausrufung einer urbanen Renaissance gerichtet.

Als Konsequenz aus dieser Wahrnehmung einer Renaissance der (Kern-) Stadt wird mit Blick auf das Zyklenmodell städtischen Wachstums und Niedergangs (van den Berg et al. 1982) in der Wissenschaft bereits von „Re-Urbanisierung“ gesprochen (Herfert 2002; Buzar et al. 2007). Hier dominiert die Metaphorik der Wiederkehr, des Positiven. Dieser Diskurs führt eine weitgehend verselbständigte Existenz neben der materiellen Entwicklung der Städte, wie eine Reihe von empirischen Befunden zeigt. Zwar ist die Abwanderung aus den Kernstädten ins Umland zur Ruhe gekommen – dies jedoch keineswegs vollständig und flächendeckend. Zuwanderung von außen hält an. Potenzielle Suburbaniten bleiben zwar eher in Kernstädten als zuvor; eine Rückwanderung von außen nach innen bleibt jedoch vorläufig aus (vgl. Glasze/Graze 2007). In ihrer Auswertung von Daten zum Wanderungsgeschehen in den großstädtischen Wohnungsmarktregionen, die Hirschle und Sigismund auf einer Konferenz im Dezember 2007 vorgestellt haben, verwerfen die Autoren die Annahme, es könnte sich hier bereits um einen Trendbruch handeln: „Die Ergebnisse belegen für alle Wohnungsmarktkonstellationen, dass ein .Zurück in die Stadt’ im Sinne einer echten Rückwanderung aus dem Umland nicht nachzuweisen ist“ (Hirschle/Sigismund 2007).

Entsprechend zurückhaltend bewertet auch das Autorenpapier zur gleichen Konferenz die aktuellen Tendenzen: „Im Zuge der nachlassenden Dynamik der Suburbanisierungstendenzen in Ost und West und ihrer Überlagerung durch Reurbanisierung stellt sich die Frage, ob ein Trendbruch in der städtischen Entwicklung zu erwarten ist. Bislang zeigen sich solch städtische Konzentrationsprozesse stärker in Ostdeutschland, wo der Anteil der interregionalen Wanderungen in die Kernstädte wächst, Zuwanderungen aus dem Umland hingegen marginal bleiben. Per Saldo handelt es sich dabei aber nur um vereinzelte, durchaus markante Reurbanisierungsinseln inmitten einer demographischen Schrumpfungslandschaft. Da diese Prozesse bisher dominant von jungen Migranten (18–35 Jahre) getragen werden, könnten diese auch das Ergebnis eines Struktureffektes sein, da sich diese stark besetzte Kohorte der ‚DDR-Babyboomer’ gerade (noch) in der Phase ihrer ersten Haushaltsgründung befindet.“ (Arbeitskreis Städte und Regionen der Deutschen Gesellschaft für Demographie 2007: 3). Köppen (2007) sieht vor diesem Hintergrund in Reurbanisierung auch noch keinen neuen „Leittrend“ der Stadtentwicklung, sondern eine von mehreren Facetten der Raumentwicklung, im Rahmen eines Nebeneinanders von Schrumpfung, Wachstum und Stagnation.

Vertiefende Analysen zum Wanderungsgeschehen insbesondere in Deutschland stützen eine entsprechend vorsichtige Interpretation des gegenwärtig ablaufenden Wandels (vgl. etwa Gatzweiler/Schlömer 2008 sowie Hirschle/Schürt 2008). Eine Akzentverschiebung von den suburbanen Suchräumen der Binnenwanderer zurück zur Kernstadt ist unübersehbar. Dies gilt offensichtlich auch für Entwicklungen in den USA oder Großbritannien, in denen einerseits eine erkennbare Aufwertung innerstädtischer Areale für das Wohnen stattfindet, andererseits aber Sub- und Counterurbanisierungsdynamiken ungebrochen scheinen (Cheshire 2006, Siedentop 2008). Die These vom aktuellen Trendbruch zurück zur Stadt ist insofern noch nicht plausibel.

Der Diskurs zur Renaissance der Stadt wird – teilweise assoziativ, teilweise empirisch belastbar – gestützt durch den sozioökonomischen Wandel: veränderte Arbeitsmodelle im Zeichen des strukturellen Wandels, das Vordringen neuer Technologien und neuer Formen der Unternehmensorganisation, veränderte Lebensformen sowie eine moderne Rollenverteilung der Geschlechter werden hier vorrangig als solche Faktoren genannt, die auch innerstädtisches Arbeiten (wieder) zunehmend attraktiv erscheinen lassen (vgl. Heinrich Böll Stiftung 2006). Läpple (2003: 73) spricht von „einer Renaissance des Städtischen als privilegiertem Innovationsfeld der Wissens- und Kulturproduktion sowie Inkubator neuer, postindustrieller Lebens- und Arbeitsformen.“ Er beruft sich dabei nicht nur auf die klassische Attraktivität der Stadt als Standort höherwertiger Dienstleistungen, sondern auch auf spezifische Standortansprüche einer neuen urbanen Klientel in Medien, Technologie und Kultur. Im Kontext des demographischen Wandels zeichnet sich eine Verstärkung dieses Trends ab, dessen Trägergruppen nicht nur unter postmateriellen urbanen Milieus, sondern auch bei älteren Menschen oder Studierenden zu finden sind. Diese Entwicklung ist in Teilbereichen bestimmter Städte – insbesondere von metropolitanen Regionen – unstrittig erkennbar; ihre zentrifugale Dynamik tritt neben die zuvor dominante zentripetale Entwicklungsdynamik der meisten Stadtregionen.

Es erscheint jedoch vorläufig übertrieben, mit Blick auf Lebensstile und Genderfragen gleich zu behaupten, der Suburbanisierung würde „das Personal ausgehen“ (Häußermann et al. 2008: 370), d.h. die neuen Geschlechterverhältnisse würden das klassische patriarchalische Muster des suburbanen Wohnens im Eigenheim ad absurdum führen. In dieser Argumentation liegen gleich zwei deterministische Kurzschlüsse: zum einen wird eine Analogie zwischen räumlicher Entwicklung und Lebensweise hergestellt, die heute so sicher nicht mehr haltbar ist; zum anderen wird aus einer bestimmten Gruppenperspektive nolens volens ein allgemeiner Trend abgeleitet, der bei weitem nicht für alle Beteiligten zutrifft. Und selbst wenn der Prozess der Suburbanisierung unter aktuellen Randbedingungen zur Ruhe kommen sollte, so wird die dazu gehörige Struktur (Suburbia) wohl mittelfristig weiter Bestand haben.

In jüngster Zeit schließlich dient die Wirkungsbeziehung zwischen Kreativität und Stadtentwicklung als Begründungskontext der These von der Reurbanisierung. Talent, Technologie und Toleranz (TTT) stellen nach Florida (2002) die Faktorkombination, aus der sich nicht nur die neue Ökonomie, sondern auch eine Renaissance der Städte ableite. Dieser Kontext der Kreativität hat sich bereits verselbständigt und einen machtvollen Nebendiskurs erzeugt – Cool City, Creative City ist innerhalb kürzester Zeit in Wissenschaft und Praxis außerordentlich populär geworden. Die rhetorische Formel TTT ist heute bereits in das Repertoire städtischer Akteure eingegangen wie seinerzeit PPP (public-private partnership), und sie dient einer Vielzahl von Städten als Blueprint zur Entwicklung von Regenerierungsstrategien.

Doch selbst die Ontologie und Epistemologie der kreativen Stadt sind alles andere als frei von neuen Konstruktionsdynamiken: Sprachliche Artefakte und Assoziationen überblenden den Diskurs. Dabei kommt es immer darauf an, was man damit meint und was es bedeutet. Als Kreativ- oder Kulturwirtschaft verstanden, bietet dieser Sektor durchaus ein relevantes Handlungsfeld der Stadtpolitik (vgl. Ebert/Kunzmann 2007). Es wächst, doch es ist vom Umfang her auf einen einstelligen Prozentsatz an Wertschöpfung oder Beschäftigung begrenzt, sieht man vielleicht von Metropolen wie Berlin ab. Als Großklasse zahlreicher Berufsgruppen mit einem ersten akademischen Bildungsabschluss (unter Einschluss von Krankenschwestern, Lehrern, Architekten, s. Florida), verliert der Begriff der „Kreativen Klasse“ aber an Kontur – die ökonomischen Spezifika verschwimmen. Das Dilemma ist offensichtlich: Je weiter man den Definitionsrahmen – und damit den Deutungshorizont – von Kreativität absteckt und je mehr Akteure unter diesem Label subsummiert werden, umso schwieriger wird es, in diesem Sektor das Besondere zu sehen. Auch muss seine Affinität zur Großstadt bzw. zum metropolitanen Raum nicht zwingend kausaler Natur sein, wie kritische Analysen gezeigt haben (Scott 2006). Sie kann auch – wie dies selbst R. Florida postuliert hat, seine Anhänger aber manchmal übersehen – mit den Amenities der Stadt an sich, also den Angeboten städtischer Infrastruktur und den Vorzügen städtischen Lebens insgesamt zu tun haben. Als Kronzeuge einer urbanen Renaissance ist die Konstruktion des Kreativen noch nicht überzeugend.

Die Produktion bestimmter Eigenschaften und Images der Stadt hat schließlich auch politische Wurzeln: diskursives Agenda-Setting geht der politischen Strategie voraus, bettet ihre Elemente in einen Rahmen ein (framing) und verfestigt sie. Strategien gewinnen dadurch erst an Deutungshoheit. Dazu beigetragen haben bspw. in Großbritannien die Urban Task Force der Labour-Regierung. Stadtentwicklung war unter New Labour Teil eines politischen Projekts par excellence (vgl. Colomb 2007). Auch in Deutschland ist ein neues Interesse an der Stadt als Thema der Politik entstanden, was nicht zuletzt in der Etablierung einer „Nationalen Stadtentwicklungspolitik“ durch das zuständige Bundesministerium sichtbar wird. Politische Parteien und Stiftungen setzen hier ebenfalls Akzente: 2006 veranstaltete die Konrad Adenauer Stiftung einen „Diskurs kommunal“ (sic!), dem sinnigerweise die Frage vorangestellt war: „Wer rettet unsere Städte jetzt?“ (Walcha 2006). Eine Fachkommission im Umfeld von Bündnis 90/Die Grünen suchte ein „Neue(s) Gesicht der Städte“ (Heinrich Böll Stiftung 2006), und jüngst hat der Bundesvorstand der SPD eine Arbeitsgruppe „Große Städte“ eingerichtet, die unter Vorsitz des Regierenden Bürgermeisters von Berlin Perspektiven der sozialen Stadtentwicklung erarbeiten soll (Die Welt, 26.12.2007). Auch die Neuerfindung des Städtischen im Zeichen der Kreativität verdankt sich gezielter politischer Vorfeldarbeit, etwa durch die Urban Renaissance-Studien der OECD (eine von sechs Studien wurde in und für Berlin erstellt), oder das Creative Cities Network der UNESCO, dem Berlin seit 2006 angehören darf. Die Zielgruppe dieser Aktivitäten sind die kreativen Milieus. Sie haben es vermocht, dass die Standortpräferenzen eines Teils der urbanen Gesellschaft, die sich in Ausschnitten des metropolitanen Raums bündeln, dem Diskurs der Reurbanisierung sichtbar Geltung verschafft haben.

Meta- und Nebendiskurse „Renaissance der Stadt“

Metadiskurs SpezialdiskurseRenaissance der Stadt
ReurbanisierungKreative Stadt
GegenstandsbereichBedeutungszuwachs der Städte allgemeinRelativer oder absoluter Zuwachs städtischer Bevölkerung, BeschäftigungStädtische Dienstleistungen, neue Dienstleistungen in Städten
Kernaussagen

Allgemeiner Prozess der Revitalisierung und des Bedeutungsgewinns von Städten

Rückkehr der Wohnfunktion in die Innenstädte

Rückkehr der Abwanderer aus dem Umland in die KernstadtRevitalisierung der Städte durch Kreative und kulturelle Ökonomien, neue Selbständige
DiskurspraxisDie Stadt ist wieder im gesellschaftlichen Fokus/BewusstseinUrbanität als gesellschaftliche KategorieKreativität als Faktor der Stadtentwicklung
Träger/AkteureFamilien, junge Paare, SeniorenFamilien, junge Paare, dritter LebensabschnittKreative Dienstleister, Neue Selbständige, freie Berufe, Immobilienwirtschaft, Stadtplanung

Quelle: eigene Darstellung (angelehnt an Bauriedl 2007)

Kritische Bewertung der urbanen Diskurse

Aus den hier skizzierten Diskursen und den ihnen innewohnenden Deutungsangeboten lässt sich die Annahme eines veränderten urbanen Entwicklungmusters an sich kaum ableiten. Die These vom neuerlichen Trendbruch in der Stadtentwicklung erscheint mindestens als verfrüht, wenn nicht sogar sehr einseitig – zumindest ist sie weder durch empirische Indizien gestützt noch mit Blick auf längerfristige Muster und Zyklen der Stadtentwicklung plausibel. Es ist wohl eher eine andere Wahrnehmung der Stadt, die aus der punktuellen Perzeption der urbanen Renaissance (für das Wohnen, bestimmte Dienstleistungen, Kultur und Medien) die Hintergrundfolie der Reurbanisierung erzeugt. Diese Wahrnehmung wird getrieben durch einen urbanen Diskurs, der in hohem Maße medial konstruiert und reproduziert ist. Er erweist sich im Rückblick allerdings als Chamäleon: Er wechselt seine Farben gelegentlich schneller, als wir unser Bild von „Stadt“ nachjustieren können. Was als Krisendiskurs „Rettet unsere Städte jetzt!“ gestartet war, wird überlagert, ergänzt und gelegentlich auch durchbrochen von parallelen, konkurrierenden Nebendiskursen. Über einen größeren Zeitraum war die Stadt ein bedrohtes Subjekt. In jüngster Zeit ist die Repräsentation des Städtischen abrupt vom Schrumpfungsdiskurs in die These von der Renaissance der Stadt umgeschlagen.

Dies wirft Fragen auf: Welche Lehren können aus dieser Analyse resultieren? Und: Wie sind diese wechselhaften Erscheinungsformen des urbanen Diskurses über einen größeren Zeitraum zu bewerten? Im Rückblick auf mehrere Dekaden urbaner Diskurse wird die triviale, aber gleichwohl fundamentale Erkenntnis deutlich, dass Stadt ein sehr langlebiges kulturelles Produkt ist. Die Städte sind – dem latenten Untergangsdiskurs zum Trotz – noch nicht untergegangen. Sie unterliegen zugleich erheblichen Wandlungstendenzen, auf die sie sehr verschieden reagieren können. In seiner Wechselhaftigkeit ist der diesbezügliche Diskurs insofern durchaus „realistisch“, indem er Stärken und Schwächen, das Auf und Ab der Städte widerspiegelt. In seiner Wahrnehmung wird jedoch sehr selektiv vorgegangen. Das Bild der urbanen Renaissance manifestiert sich vornehmlich in bestimmten metropolitanen Räumen – nicht in „der Stadt“ per se. Prototypisch für diese Metropolen sind das neue, trendsetzende Berlin, die wachsende Stadt Hamburg oder Leipzig, das immer noch „kommt“. Von Wuppertal oder Mönchengladbach ist in diesem Kontext nicht die Rede. Der Selektivität dieser Sichtweise entspricht die Kurzatmigkeit ihrer Begründung, die aus Anzeichen für eine Wiederaufwertung städtischen Wohnens die urbane Wiederkehr an sich folgert.

Die komplexe, widersprüchliche Natur solcher diskursiven Setzungen zeigt auch der Blick nach Nordamerika. Beauregard hat in seiner Analyse der U.S.-amerikanischen Stadtentwicklung der Nachkriegszeit auf den regelmäßig wiederkehrenden Diskurs zu comeback cities hingewiesen, der ein Eigenleben jenseits der materiellen Entwicklung der Städte führte: „The difficulty of achieving conensus on the meaning of demographic evidence had never prevented commentators from emphasizing one trend over another, particularly when it came to sightings of decline. Yet, through most of the 1980s the discourse on urban decline virtually disappeared. Dominant was revival, revitalization, renascance and rediscovery; decline was thrust to the rear of the public stage. This was an abrupt shift in emphasis from that of the mid-seventies“ (Beauregard 1993: 247).

Der transatlantische urbane Diskurs ist insofern sehr unterschiedlich: in den USA, wo die Lage vieler Großstädte seit der Nachkriegszeit ausgesprochen kritisch war, herrschte zumindest in den 1980er Jahren ein durchaus positiv besetzter urbaner Diskurs; dagegen ist dieser Diskurs in Deutschland, bei deutlich geringerem Problemdruck und weit besseren Rahmenbedingungen des Sozialstaates, latent krisenhaft.

Was lässt die Krisenverarbeitung á la „Rettet unsere Städte jetzt!“ in jüngster Zeit so rasch umschwenken in Richtung „Renaissance …“? Es ist ja wohl (noch) nicht die Wiederkehr der Stadtbewohner, die die Suburbanisierung zur Episode macht. Die neuen Urbaniten sind andere: es sind z.B. internationale Kultur-, Medien- und Business-Eliten, sogenannte multilokale Haushalte, von denen ein nicht geringer Teil per Flugzeug einpendelt und die Stadt als Bühne nutzt. Sie haben womöglich ein anderes Verhältnis zur europäischen Stadt als deren Apologeten. Aber was ist es dann? Der zentrale Punkt, um den es hier m.E. geht, ist die Sehnsucht nach Stadt: Es ist die Rückkehr der Stadt als identitäts- und sinnstiftender Faktor. Stadt wird im gesellschaftlichen Diskurs insgesamt wieder positiv assoziiert. Das Schicksal der Städte ist gerade für eine hoch urbanisierte Gesellschaft ein wichtiger allgemeiner, d.h. auch nationaler Bezugspunkt. Bezeichnend ist hier sicher auch der rasante Bedeutungsgewinn der Hauptstadt Berlin: „Die Stadt ist der Star“, titelte die Presse im Jahr 2007 anlässlich der Berlinale (Tagesspiegel, 15.2.2007). Berlin sei, so wurde die New York Times zitiert, „wie New York in den 80ern“ (ebd.). Die Stadt demonstriert hier auf eine lässig-elegante Weise ihre (Über-)Lebensfähigkeit. Sie dient als Projektionsfläche und Bühne einer Lebensform, die bereits Georg Simmel vor 100 Jahren als zentrales Merkmal von Urbanität benannt hat: Differenz, Dynamik, Erregung.

Es geht in dieser Situation um die Neuerfindung und Neu-Definition des Städtischen. Unter den Bedingungen der ökonomischen Restrukturierung und der sozialen Differenz sind es die kreativen Milieus, die einen zentralen Platz in der. entsprechenden Beweisführung einnehmen, Teil dieses Spiels. Zugleich ist der Diskurs des Kreativen – wie die Krisendiskurse zuvor – an räumliche Repräsentation gekoppelt. Wie „Stadt“ unter diesen Bedingungen diskursiv, bildhaft reproduziert wird, zeigt erneut das Beispiel Berlin. Im Stadtentwicklungskonzept 2020 (Senatsverwaltung für Stadtentwicklung 2006) erkennen wir die „Räume der kreativen Stadt“ (s. Abb. 1). Es ist der Versuch, mit ausgesprochen grober Linie Ordnung in die urbane Unordnung zu bringen. Ganze Stadträume werden – einer besonderen Ökonomie der Zeichen und Räume folgen (s. Lash/Urry 1994) – unter dem Signet einer Funktionszuweisung rubifiziert. Mit diesem pauschalen place-making geht, zwangsläufig und vielleicht beabsichtigt, Differenzierung verloren. Stadt als Ganzes erscheint kreativ. Diese Eigenschaft trifft indes nur für einen Teil der Stadtgesellschaft zu. Sie äußert sich innerstädtisch ebenso selektiv wie sie nur in bestimmten (großen) Städten bzw. Metropolen vorfindbar ist. Zur wiederkehrenden Stadt gehört auch, nach allem was wir wissen, ihre ungleiche Entwicklung, gehört sozialräumliche Spaltung (Farwick 2007). Die gespaltene, fragmentierte Stadt steht in bemerkenswertem Kontrast zur grob gezeichneten, aber diskursmächtigen kreativen Stadt. Allerdings sind beide Seiten durch dynamische Umbau- und Verdrängungsprozesse eng miteinander verknüpft (z.B. Gentrifizierung, prekäre Individualarbeitsverhältnisse). Dies deutet daraufhin, dass der Gegenstand des Städtischen strittiger und ambivalenter ist, als es der aktuellen Diskurslage nach erscheint.

Abbildung 1

Die Räume der kreativen Stadt

Quelle: SenStadt 2006; abgedruckt mit freundlicher Genehmigung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin

Ausblick: Auf der Suche nach Orientierung im Meer der konzeptuellen Konfusion

Hinter dem Diskurs zur Reurbanisierung steht schließlich der Versuch, den aktuellen städtischen Wandel in übergreifende Modelle und Theorien einzuordnen, Stadtentwicklung zu kategorisieren. Es ist das Bemühen um Ordnung nach Zeit und Raum, die das komplex und unübersichtlich gewordene urbane Muster nachvollziehbar machen soll. Es bestehen jedoch Zweifel daran, dass die tradierten Modelle und Theorien der Stadtentwicklung einen überzeugenden Referenzrahmen hierfür liefern. Die wechselhafte Entwicklung der Städte (bzw. bestimmter Städte) sowie die Gleichzeitigkeit urbaner Differenz nach innen, das Nebeneinander von Wachstum und Dynamik, Stagnation und Niedergang stellen neue Anforderungen an ihre Interpretation. Im Auf und Ab der Diskurse blieb eben lange unklar, womit wir es hier zu tun haben: Ist der partielle Bedeutungsgewinn von Teilen des städtischen Raums Bestandteil einer Episode, oder ist eine neue Tendenz in der Stadtentwicklung zu erwarten? Handelt es sich beim Gegenstand des – mit Vehemenz problematisierten – Schrumpfungsdiskurses um eine ergänzende oder gegenläufige Fließrichtung zur Suburbanisierung, die vorher ebenso krisenhaft wahrgenommen wurde? Schrumpfung, Suburbanisierung (Dekonzentration) und partielles Wachstum (Rekonzentration) sind ja nicht notwendig etwas Grundverschiedenes, sondern können auch zwei Seiten derselben Medaille darstellen: der sich stetig wandelnden conditio urbana (vgl. Burdack/Hesse 2006). Womöglich ist diese zerklüftete Diskursformation insgesamt, mit ihren partikularen Interessen und spezifischen Artikulationsformen, genau das exakte Spiegelbild der disparaten, fragmentierten Urbanität, die wir heute empirisch vorfinden.

Der Anspruch an Stadt- und Raumforschung ist es in dieser Situation, mit zeitgemäßen Modellen, Konzepten und Deutungsangeboten Orientierung zu liefern. Dabei geht es zum einen um analytische Kategorien, mit denen ein angemessenes Gesamtbild der Städte gezeichnet werden kann. Im Licht der Fragen, die hinter den hier skizzierten Diskursen stehen, erscheinen dazu drei konzeptuelle Korridore geeignet: erstens ein zyklisches Verständnis von Stadt-/Raumentwicklung, das aktuelle Entwicklungen in längerfristige historische Analysen integriert und den stetigen Wandel der Städte als Normalität auffasst – ohne gleich den Bruch der urbanen Entwicklungslogik an sich zu vermuten; zweitens Ansätze und Theorien, mit denen die Fragmentierung der Stadt (sozial, ökonomisch, siedlungsstrukturell) und ihre Transformation in komplexe Urbanisierungsmuster nachvollziehbar wird; drittens die Einbindung der Stadtregionen in ein übergeordnetes System von Vernetzung und Verflechtung (Globalisierung, Netzwerke), das die Städte mit neuen Herausforderungen konfrontiert, wenn auch damit die Konstitutionsbedingungen von Stadt an sich noch nicht in Frage gestellt sind. Der Blick durch diese drei analytischen Perspektiven dürfte deutlich machen, dass die vermeintliche Renaissance der Stadt bis dato nur auf einen sehr kleinen Ausschnitt urbaner Entwicklung zielt.

Zum anderen stellt sich die praktische Frage, ob die partielle Aufwertung städtischer Standorte für Strategien der urbanen Regenerierung insgesamt genutzt werden kann. Über den Umbau von Teilstandorten hinaus wird zurzeit in einer Vielzahl von Städten versucht, urbane Milieus im Kontext eines Bedeutungsgewinns des Städtischen zu lokalisieren, auch mit Bezug auf eine Art Renaissance der Stadt oder auf das Label der Kreativität. Hier stellt sich die Frage, auf welchem politisch-ökonomischen Fundament diese Strategien basieren und ob sie, wie dies auch vermutet wurde, eher Ausdruck urbaner Mythen bzw. policy hubris sind (Cheshire 2006). Zudem sind Nachahmereffekte weit verbreitet. Doch wenn „alle das Gleiche“ anstreben, werden erfahrungsgemäß nicht alle zugleich davon profitieren können. Diejenigen, die gestern noch in waren, können im Licht der flüchtigen Trends schon morgen wieder out sein. Bezeichnend für die Vergänglichkeit der neuen urbanen Kreativität ist die Titelgeschichte des Nachrichtenmagazins DER SPIEGEL von August 2007, die wie folgt lautete: „Vergesst London und Paris! Die coolen Städte sind Amsterdam, Barcelona, Dublin, Hamburg, Kopenhagen, Tallin“ (DER SPIEGEL 34/2007, 20.08.2007).

Schließlich können Diskurse, notabene, auch in der Praxis eine wichtige Rolle spielen. Sie helfen, die verschiedenen Schichten der Wahrnehmung von Stadt transparent zu machen und eine Öffentlichkeit für Auseinandersetzungen über die Zukunft des Städtischen herzustellen. Dies wäre zum Beispiel dort sehr sinnvoll, wo Politikkonzepte der urbanen Renaissance nahtlos in das ideologische Konstrukt der entrepreneurial city übergehen, oder wo sie mit einem autoritären Verständnis von „Sicherheit“ operieren (vgl. Helms et al. 2007). Eine kritische Analyse der mit solchen Diskursen einhergehenden Bilder, ihrer Inhalte und Deutungselemente würde auch die Ziele einer stärker inklusiven Stadtpolitik unterstützen, der sich urbane Leitbilder und territoriale Agenden in großer Zahl verschrieben haben. Womöglich hängt die Realisierung einer solchen Politik u. a. davon ab, inwieweit die aktuell positiv besetzte Begrifflichkeit der Stadt für Ziele der Inklusion, Integration etc. genutzt werden kann (vgl. McCann 2007). Dass die Sache der Stadt bzw. der Städte zurzeit eine besondere gesellschaftliche Aufmerksamkeit erfährt, muss man insofern positiv sehen – unabhängig von der begründeten Vermutung, dass ihre Renaissance derzeit eher diskursiv konstruiert denn ein belastbares Faktum ist.

Abbildung 1

Die Räume der kreativen StadtQuelle: SenStadt 2006; abgedruckt mit freundlicher Genehmigung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin
Die Räume der kreativen StadtQuelle: SenStadt 2006; abgedruckt mit freundlicher Genehmigung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin

Meta- und Nebendiskurse „Rettet unsere Städte“

Metadiskurs SpezialdiskurseRettet unsere Städte!
Suburbanisierung„Stadtschrumpfung“
GegenstandsbereichOrganisation des StadtwachstumsAusdehnung der Städte in ihr UmlandBevölkerungsrückgang und Wanderungsverluste der Städte
KernaussagenDie Städte müssen bei ihren Aufgaben unterstützt werdenSuburbanisierung als Fehler der europäischen StadtentwicklungDie Städte müssen in der Anpassung an den neuen Trend unterstützt werden
DiskurspraxisZuweisung politisch- administrativer VerantwortungWidersprüchliche Problematisierung (u. a.) selbstgesteuerter EntwicklungenZuweisung politisch- administrativer Verantwortung
Träger/Akteure(Ober)Bürgermeister, StadtverwaltungenStadtplanung, -forschungStadtverwaltungen, Stadtplanung, -forschung, Staat, Wohnungswirtschaft

Meta- und Nebendiskurse „Renaissance der Stadt“

Metadiskurs SpezialdiskurseRenaissance der Stadt
ReurbanisierungKreative Stadt
GegenstandsbereichBedeutungszuwachs der Städte allgemeinRelativer oder absoluter Zuwachs städtischer Bevölkerung, BeschäftigungStädtische Dienstleistungen, neue Dienstleistungen in Städten
Kernaussagen

Allgemeiner Prozess der Revitalisierung und des Bedeutungsgewinns von Städten

Rückkehr der Wohnfunktion in die Innenstädte

Rückkehr der Abwanderer aus dem Umland in die KernstadtRevitalisierung der Städte durch Kreative und kulturelle Ökonomien, neue Selbständige
DiskurspraxisDie Stadt ist wieder im gesellschaftlichen Fokus/BewusstseinUrbanität als gesellschaftliche KategorieKreativität als Faktor der Stadtentwicklung
Träger/AkteureFamilien, junge Paare, SeniorenFamilien, junge Paare, dritter LebensabschnittKreative Dienstleister, Neue Selbständige, freie Berufe, Immobilienwirtschaft, Stadtplanung

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