1. bookVolume 66 (2008): Issue 6 (November 2008)
Journal Details
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Format
Journal
eISSN
1869-4179
First Published
30 Jan 1936
Publication timeframe
6 times per year
Languages
German, English
access type Open Access

Selected structural information on spatial planning studies at German universities

Published Online: 31 Dec 2008
Volume & Issue: Volume 66 (2008) - Issue 6 (November 2008)
Page range: 533 - 539
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eISSN
1869-4179
First Published
30 Jan 1936
Publication timeframe
6 times per year
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German, English
Abstract

The Bologna Process aims to create an European Higher Education Area by 2010. At the moment, study courses in the field of spatial planning are also getting reorganized. This article describes consecutive bachelor and master study courses in spatial planning by means of a variety of attributes, for example the maximal number of credit points and the duration of the study course. The following universities are included in the synoptical comparison: Berlin, Cottbus, Dortmund, Hamburg-Harburg, Kaiserslautern, Kassel und Nürtingen-Geislingen.

Keywords

Einleitung

Als am 19. Juni 1999 in der italienischen Stadt Bologna 29 europäische Minister ein gemeinsames Konzept zur strukturellen Neuordnung des europäischen Hochschulraumes („Bologna-Erklärung“) unterzeichneten, führte dies bis zum heutigen Tag auch unter anderem zu umfassenden Veränderungen in der deutschen Hochschullandschaft. Ziel ist es, bis zum Jahr 2010 einen gemeinsamen, europäischen Hochschulraum mit europaweit vergleichbaren Studienabschlüssen zu schaffen.

Diese Entwicklung hat massive Auswirkungen auf Strukturen sowie Inhalte der Studiengänge, Organisationsabläufe in den Hochschulen und Studienrelevante Entscheidungen der Studierenden. Lange Zeit bewährte Studienabschlüsse wie das Diplom und der Magister werden in Zukunft überwiegend vom Ausbildungsmarkt verschwinden und durch Bachelor- und Masterabschlüsse ersetzt.

Lediglich Studiengängen, welche staatlich geregelt sind (z. B. Studiengänge der Medizin und der Rechtswissenschaften) oder mit einem kirchlichen Abschluss enden, bleiben besondere Regelungen vorbehalten.

Diese gestufte Studienstruktur

Gestufte Studiengänge eröffnen ein Studienangebot, das von Studienanfängern, Studierenden und bereits Berufstätigen flexibel genutzt werden kann.

hat eine weitreichende organisatorische und inhaltliche Reform bestehender Studiengänge zur Folge, da insbesondere Studienzeiten verkürzt, die internationale Anschlussfähigkeit gewährleistet, die Mobilität der Studierenden erhöht und die internationale Attraktivität deutscher Hochschulen gesteigert werden soll.

Auch Studiengänge der Raumplanung

Der Begriff „Raumplanung“ schließt die Begriffe „Stadtplanung“, „Regionalplanung“, „Landesplanung“ und „Raumordnung“ mit ein.

stehen diesbezüglich unter Handlungsdruck bzw. -zwang. Im Rahmen dieses Aufsatzes soll der Stand der Neuausrichtung von Raumplanungsstudiengängen in Deutschland aufgezeigt und deren strukturelle Merkmale synoptisch dargestellt werden.

Ein Vergleich der Ausbildungsinhalte kann aufgrund der Komplexität und Unterschiedlichkeit der einzelnen Studienangebote im Rahmen dieses Aufsatzes nicht geleistet werden.

Untersucht werden lediglich konsekutive

„Konsekutive Bachelor- und Masterstudiengänge sind Studiengänge, die nach Maßgabe der Studien- bzw. Prüfungsordnung inhaltlich aufeinander aufbauen. (…) Bachelor- und Masterstudiengänge können an verschiedenen Hochschulen, auch an unterschiedlichen Hochschularten und auch mit Phasen der Berufstätigkeit zwischen dem ersten und dem zweiten Abschluss konsekutiv studiert werden.“ (KMK 2005: 6 f.)

Studienangebote ehemaliger Vollstudiengänge der Raumplanung. Studiengänge, in denen die Raumplanung lediglich einen Teilbereich der Ausbildung (z. B. in der Geographie) umfasst, bleiben ebenso unberücksichtigt wie raumplanungsrelevante Fortbildungsstudiengänge.

Eine Übersicht zu diesen Studienangeboten ist in Gnest und Schöfer 2006: 20 f. zu finden.

Es werden ausgewählte strukturelle Informationen zu Bachelor- bzw. Masterstudiengängen der Raumplanung dargestellt, indem folgende Fragestellungen beantwortet werden:

Wann erfolgte die Umstellung auf das neu strukturierte Studienangebot?

Wann erfolgte die Akkreditierung der Studiengänge?

Liegen Zulassungsbeschränkungen für das Studienangebot vor?

Zu welchem Semester ist ein Studienbeginn jeweils möglich?

Wie viele Semester dauert das jeweilige Studienangebot?

Wie viele ECTS-Punkte werden insgesamt für den Studiengang vergeben?

In welcher Unterrichtssprache findet der überwiegende Teil der Lehrveranstaltungen statt?

Welcher Abschluss wird verliehen?

Müssen Praktika vor bzw. während des Studiums abgeleistet werden?

Ist die Teilnahme an Exkursionen während des Studiums vorgeschrieben?

Wie viel Bearbeitungszeit steht für die Anfertigung der Abschlussarbeit zur Verfügung?

Hierzu erfolgte vor allem eine Internet- bzw. Printdokumentanalyse. Bei Bedarf wurden einzelne, für das Studienangebot verantwortliche Personen der jeweiligen Fachbereiche bzw. Institute telefonisch bzw. per Email befragt.

Ausgewählte strukturelle Informationen zu Raumplanungsstudiengängen an deutschen Hochschulen

In Deutschland kann die wissenschaftliche Disziplin „Raumplanung“ mit unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunkten gegenwärtig an sieben Hochschulen im Rahmen eines konsekutiven Studienangebotes studiert werden (vgl. Tab. 1). Der Schwerpunkt der Raumplanerausbildung

Aus Gründen der Übersichtlichkeit wird immer die männliche Bezeichnung bestimmter Personengruppen verwendet.

konzentriert sich dabei auf Universitäten

Lediglich bei der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU) handelt es sich um eine Fachhochschule.

sowie auf das Gebiet der „ehemals Westdeutschen“ Bundesländer.

Anbieter von Vollstudiengängen aus dem Bereich „Raumplanung“

Name der HochschuleFachbereich/Institut
Technische Universität BerlinInstitut für Stadt- und Regionalplanung (ISR)
Brandenburgische Technische Universität (BTU) CottbusInstitut für Städtebau und Landschaftsplanung (INSL)
Universität DortmundFakultät Raumplanung
Technische Universität Hamburg-Harburg (TUHH)Fachbereich Stadtplanung
Technische Universität KaiserslauternFachbereich Architektur, Raum- und Umweltplanung, Bauingenieurwesen
Universität KasselFachbereich Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung
Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU)Institut für Stadt- und Regionalentwicklung (IFSR)

Quelle: eigene Erhebungen, Hannover 2008

Die weitere Kurzvorstellung der konsekutiven Studienangebote erfolgt getrennt nach Bachelor- und Masterstudienangeboten.

Bachelorstudienangebote

Der Bachelorabschluss soll zukünftig den Regelabschluss eines Hochschulstudiums darstellen (vgl. ASAP 2008: 4 und 7). Ein derartiges Studienangebot ist in der Raumplanung gegenwärtig in den bereits erwähnten Studienorten mit jeweils einem Studiengang möglich, wobei bereits durch dessen Namensgebung inhaltliche Schwerpunkte angedeutet werden. Stadtplanerische Inhalte überwiegen dabei deutlich (vgl. Tab. 2).

Konsekutives Studienangebot der Raumplanung

StudienortBachelorstudienangebotMasterstudienangebot
BerlinStadt- und RegionalplanungStadt- und Regionalplanung
CottbusStadt- und RegionalplanungStadt- und Regionalplanung
DortmundRaumplanungRaumplanung
Hamburg-HarburgStadtplanungStadtplanung und Regionalentwicklung
KaiserslauternRaumplanungStadt- und Regionalplanung, Umweltplanung und Recht
KasselStadt- und RegionalplanungStadt- und Regionalplanung
Nürtingen-GeislingenStadtplanungRäumliche Entwicklung, Stadt- und Regionalplanung

Quelle: eigene Erhebungen, Hannover 2008

Bachelorstudiengänge der Raumplanung sollen wissenschaftliche Grundlagen, Methodenkompetenz sowie berufsfeldbezogene Qualifikationen vermitteln (vgl. KMK 2005: 3 und ASAP 2008: 7). Alle untersuchten Studiengänge werden dieser Forderung gerecht, wobei jedoch studiengangspezifische Spezialisierungen vorzufinden sind.

Die Umstellung auf die gestufte Studienstruktur ist an allen Hochschulstandorten bereits erfolgt, eine Einheitlichkeit hinsichtlich deren Einführungszeitpunkte ist aber nicht festzustellen ist.

Da die früheste Umstellung auf die neuen Studienangebote erst zum Wintersemester 2005/2006 erfolgte, ist davon auszugehen, dass gegenwärtig an allen Studienorten sowohl Lehrveranstaltungen für den Diplom- als auch für den Bachelorstudiengang angeboten werden.

Der Einführung des neuen Studienangebotes vorangegangen ist dessen vorgeschriebene Akkreditierung (vgl. Sekretariat der ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland 2003: 3 und KMK 2005: 2).

Zu welchem Zeitpunkt die Akkreditierung erfolgt, obliegt den einzelnen Ländern (Akkreditierungsrat 2005).

Bis auf den Studiengang „Stadtplanung“ an der HfWU Nürtingen-Geislingen ist die Akkreditierung bei sämtlichen Bachelorstudienangeboten bereits erfolgt. Als Abschluss an den universitären Studienangeboten wird der Grad „Bachelor of Science“, an der Fachhochschule Nürtingen-Geislingen der „Bachelor of Engineering“ verliehen.

Als Zugangsvoraussetzung für die Aufnahme eines Bachelorstudiums gelten in der Regel die bereits vor der Umstellung auf die neue Studienstruktur vorhandenen Hochschulzugangsberechtigungen, welche länderspezifischen Regelungen unterliegen. An den Universitäten Dortmund und Hamburg-Harburg sowie an der Fachhochschule Nürtingen-Geislingen regelt darüber hinaus ein ortsgebundener Numerus Clausus den Zugang zum Bachelorstudium der Raumplanung. Allen Studiengängen gemeinsam ist der ausschließliche Studienbeginn zum Wintersemester.

Was die Studiendauer und die damit verbundene Vergabe von ECTS-Punkten

ECTS (European Credit Transfer System) ist ein Credit-System zur Anrechnung, Übertragung und Akkumulierung von Studienleistungen. Es basiert auf dem Arbeitspensum („Student work load“), welches Studierende leisten müssen, (vgl. Anonymus 2004: 1) Das System stellt eine Methode zur Messung und zum Vergleich von Studienleistungen bereit und ermöglicht so ihre Übertragung europaweit von Hochschule zu Hochschule. In der Regel werden mindestens 60 ECTS-Punkte pro Studienjahr veranschlagt.

betrifft, sind jedoch Unterschiede an den einzelnen Hochschulstandorten festzustellen. Die Bandbreite reicht von sechs Semester (Universitäten Berlin, Cottbus, Hamburg-Harburg, Kaiserslautern und Kassel) über sieben Semester (Fachhochschule Nürtingen-Geislingen) bis hin zu acht Semester (Universität Dortmund).

Die Hauptunterrichtssprache in den Lehrveranstaltungen ist deutsch, d.h. ohne ausreichende Deutschkenntnisse wird der Zugang ausländischer Studierende zu einem Studium der Raumplanung nur schwer möglich sein.

Diese festzustellende Divergenz zwischen internationalem Anspruch und nationalem Angebot in der Raumplanung darf per se nicht negativ beurteilt werden, da davon ausgegangen werden kann, dass insbesondere Bachelorabsolventen hauptsächlich für den deutschsprachigen Arbeitsmarkt ausgebildet werden.

Ein Praktikum vor Beginn des Studiums dient oftmals einem ersten Kennenlernen des angestrebten Studienfaches und kann helfen, die persönliche Studienentscheidung zu überprüfen. Ein derartiges Vorpraktikum ist lediglich beim Bachelorstudienangebot der TU Berlin vorgeschrieben. Wird hingegen während der Studienausbildung ein Praktikum abgeleistet, so besteht für Studierende die Möglichkeit, theoretisch erworbene Kenntnisse in die Praxis umzusetzen. Ein studienbegleitendes Praktikum ist, bis auf die Bachelorausbildung an der BTU Cottbus sowie an der TU Kaiserslautern, bei allen anderen fünf Studienangeboten vorgeschrieben, wobei deren vorgeschriebene Mindestdauer von vier (Universität Dortmund) bis zu 19 Wochen (HfWU Nürtingen-Geislingen) variiert.

Auch Exkursionen dienen der Veranschaulichung von vorher erworbenem Wissen. Eine Teilnahme an Exkursionen ist bei fast allen Bachelorstudienangeboten vorgeschrieben (Ausnahme: TU Kaiserslautern und Universität Kassel), jedoch mit unterschiedlicher Mindestdauer (drei bis zehn Tage).

Einen wichtigen Bestandteil eines Bachelorstudiums stellt das Verfassen der Bachelorabschlussarbeit dar. Die hierfür zur Verfügung stehende Zeitspanne nach erfolgter Anmeldung unterscheidet sich dabei deutlich innerhalb der untersuchten Studienangebote. Während in Kassel hierfür neun Wochen zur Verfügung stehen, wird den Studierenden an der BTU Cottbus, der Universität Hamburg-Harburg und HfWU Nürtingen-Geislingen 16 Wochen zur Bearbeitung gewährt.

Masterstudienangebote

Masterstudiengänge sollen die im Bachelorstudium erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten gezielt vertiefen und Spezialkenntnisse sowie vor allem Forschungs- und Entwicklungskompetenzen fördern (vgl. ASAP 2008: 8). Die in diesem Aufsatz untersuchten Masterstudiengänge der Raumplanung erfüllen alle diese Voraussetzung, da bei allen Studienangeboten fachspezifische Vertiefungsmöglichkeiten bzw. Studienschwerpunkte angeboten werden.

In der Regel folgt einem vorangegangen Bachelorstudiengang ein Masterstudiengang mit identischer Namensgebung (vgl. Tab. 2). Nur an der TU Kaiserslautern sowie an der HfWU Nürtingen-Geislingen können zwei konsekutive Masterangebote mit unterschiedlicher inhaltlicher Ausrichtung studiert werden.

Mehr als die Hälfte der Masterstudiengänge befindet sich gegenwärtig noch nicht in der Umsetzung, deren Akkreditierung erfolgte jedoch bereits bzw. steht unmittelbar bevor. Nur an den Hochschulen in Cottbus, Dortmund, Hamburg-Harburg und Kassel finden bereits Lehrveranstaltungen in den jeweiligen Masterstudiengängen statt. Betrachtet man die Startzeitpunkte der vorangegangenen Bachelorstudiengänge (vgl. Tab. 3), so findet die Umstellungszeit in den noch nicht angebotenen Masterstudiengängen hier ihre zeitliche Fortsetzung.

Bachelorstudienangebot der Raumplanung

StudienortBeginn der UmstellungZeitpunkt der AkkreditierungAbschluss
BerlinWS 2006/2007Sommer 2007Bachelor of Science
CottbusWS 2005/2006März 2007Bachelor of Science
DortmundWS 2007/2008März 2007Bachelor of Science
Hamburg-HarburgWS 2006/2007Dezember 2003Bachelor of Science
KaiserslauternWS 2007/2008Mai 2007Bachelor of Science
KasselWS 2007/2008Mai 2007Bachelor of Science
Nürtingen-GeislingenWS 2006/2007WS 2008/2009Bachelor of Engineering

StudienortBesondere ZulassungsbeschränkungStudien-beginnDauer in SemesternECTS-PunkteUnterrichts-Sprache
BerlinneinWS6180deutsch
CottbusneinWS6180deutsch
DortmundNoteWS8240deutsch
Hamburg-HarburgNoteWS6180deutsch
KaiserslauternneinWS6180deutsch
KasselneinWS6180deutsch
Nürtingen-GeislingenNote, praktische ErfahrungWS7210deutsch

StudienortVorpraktikum mindestensPraktikum mindestensExkursion mindestensBachelor-Arbeit
Berlin4 Wochen6 Wochen10 Tage12 Wochen
Cottbusneinneinja16 Wochen
DortmundNote4 Wochen10 Tage12 Wochen
Hamburg-HarburgNote6 Wochen5 Tage16 Wochen
Kaiserslauternneinneinnein12 Wochen
Kasselnein16 Wochennein9 Wochen
Nürtingen-Geislingennein19 Wochen3 Tage16 Wochen

Quelle: eigene Erhebungen, Hannover 2008

Masterstudienangebote werden in „stärker anwendungsorientierte“ und „stärker forschungsorientierte“ Studiengänge unterschieden (vgl. KMK 2005: 6). Die Akkreditierung erfolgt nur, wenn ein Studiengang einem dieser beiden Typen zugeordnet werden kann. Von den insgesamt neun untersuchten konsekutiven Masterstudiengängen weisen vier Studienangebote eine stärkere Anwendungsorientierung auf, was eine deutliche Ausrichtung auf arbeitsmarkt- bzw. berufsfeldspezifische Anforderungen impliziert.

Auch in Masterstudiengängen werden eigenständige berufsqualifizierende Abschlüsse erworben. Im Fall der analysierten Studiengänge der Raumplanung überwiegen Abschlüsse des Master of Science. Wie beim Bachelorstudienangebot wird an der Fachhochschule Nürtingen-Geislingen hingegen ein „Master of Engineering“ verliehen.

Zugangsvoraussetzung für einen Masterstudiengang ist immer ein berufsqualifizierender Hochschulabschluss. In den untersuchten Masterstudiengängen der Raumplanung wird für den Zugang überwiegend ein Bachelorstudium im Bereich „Raumplanung“ benötigt. Die Kultusministerkonferenz empfiehlt darüber hinaus den Einstieg in ein entsprechendes Masterstudium mit weiteren Auflagen zu verbinden, so z. B. eine zusätzliche Eignungsprüfung oder ein bestimmter Notendurchschnitt des vorangegangenen Studienabschnittes (vgl. KMK 2005: 5). Bewerber anderer Studienrichtungen bzw. aus dem Ausland müssen daher ihre Befähigung in besonderen Leistungstests nachweisen. Nahezu alle untersuchten Masterstudienangebote schränken die Anzahl der Studienteilnehmer zusätzlich durch einen ortsgebundenen Numerus Clausus ein (vgl. Tab. 4).

Konsekutives Masterstudienangebot der Raumplanung

StudienortBeginn der UmstellungAkkreditierungOrientierungAbschluss
BerlinWS 2009/2010Sommer 2007k.A.Master of Science
CottbusWS 2005/2006März 2007eher forschungsorientiertMaster of Science
DortmundWS 2007/2008März 2007eher forschungsorientiertMaster of Science
Hamburg-HarburgWS 2006/2007in Bearbeitungk.A.Master of Science
KaiserslauternWS 2010/2011 WS 2010/2011Mai 2007 Mai 2007eher anwendungsorientiert eher anwendungsorientiertMaster of Science Master of Science
KasselWS 2007/2008Mai 2007eher forschungsorientiertMaster of Science
Nürtingen-GeislingenWS 2009/2010 SS 2010WS 2008/2009 WS 2008/2009eher anwendungsorientiert eher anwendungsorientiertMaster of Engineering Master of Engineering

StudienortZulassungsbeschränkungStudien-beginnDauer in SemesternECTS-PunkteUnterrichts-Sprache
BerlinNoteWS4120deutsch
CottbusNoteWS4120deutsch
DortmundNoteWS260deutsch
Hamburg-HarburgneinWS4120deutsch
KaiserslauternNoteWS4120deutsch
NoteWS4120deutsch
KasselNoteWS, SS4120deutsch
Nürtingen-GeislingenNoteWS, SS3 oder 490 oder 120deutsch
NoteSS4120deutsch

StudienortVorpraktikum mindestensPraktikum mindestensExkursion mindestensBachelor- Arbeit
Berlin10 Wochennein10 Tage16 Wochen
Cottbus13 Wochenneinja16 Wochen
Dortmundneinneinnein16 Wochen
Hamburg-Harburgneinin Änderung5 Tage16 Wochen
Kaiserslauternneinneinnein12 Wochen
neinneinnein12 Wochen
Kasselneinneinnein16 Wochen
Nürtingen-Geislingenneinnein3 Tage16 Wochen
neinnein3 Tage16 Wochen

Quelle: eigene Erhebungen. Hannover 2008

In der Regel ist der Einstieg in das Studienangebot auf das Wintersemester beschränkt. Eine Ausnahme stellen hier die Studienangebote der Universität Kassel sowie der HfWU Nürtingen-Kassel dar. Hier ist ein Einstieg in das Masterstudium sowohl im Winter- als auch im Sommersemester möglich. Auch bei der Dauer des Studiums und den damit verbundenen ECTS-Punkten sind keine auffälligen Besonderheiten zu erkennen, da die Regelstudienzeit eines konsekutiven Studienangebotes einen Gesamtrahmen von fünf Jahren nicht überschreiten darf und somit die Studiendauer des Masterstudiengangs sich an der Dauer des vorangegangen Bachelorstudiengangs orientieren muss.

Die Studiendauer des Masterstudiengangs „räumliche Entwicklung“ an der HfWU in Nürtingen-Geislingen hängt von der Qualifikation des Studienbewerbers ab.

Die Hauptunterrichtssprache bei allen untersuchten konsekutiven Masterstudiengängen ist deutsch, was wiederum auf eine Ausrichtung des Bildungsangebotes auf den nationalen Arbeitsmarkt schließen lässt.

Da sich Englisch als globale Wissenschafts- und Wirtschaftssprache durchgesetzt hat, werden sich wohl überwiegend englischsprachige Bildungsangebote im internationalen Wettbewerb um Studenten durchsetzen. Inwieweit derartige Studienangebote (z.B. nicht konsekutive Masterstudienangebote) an den untersuchten Hochschulen im Bereich „Raumplanung“ angeboten werden, wurde im Rahmen dieses Aufsatzes nicht untersucht.

Verpflichtende praktische Tätigkeiten spielen bei den untersuchten Masterstudienangeboten kaum eine nennenswerte Rolle.

Lediglich an der TU Berlin sowie der BTU Cottbus ist jeweils ein Vorpraktikum abzuleisten.

Dies überrascht insofern, da einer Vielzahl der Masterangebote ausdrücklich eine Anwendungsorientierung attestiert wird. Wie bei den im vorherigen Kapitel untersuchten Bachelorstudienangeboten, ist auch in den Masterstudiengängen oftmals eine bestimmte Anzahl an Exkursionstagen abzuleisten. Die Bearbeitungszeit für die Masterabschlussarbeit beträgt, bis auf das Studienangebot in Kaiserslautern, bei allen Studienangeboten vier Monate.

Fazit

Im Vergleich zu einer früheren Untersuchung (Gnest/Schöfer 2005: 21) hat die Umstellung auf die gestufte Studienstruktur bei Vollstudiengängen der Raumplanung bereits stattgefunden. Mit ersten Bachelorabsolventen ist bereits im Sommersemester 2008 zu rechnen. Strukturell betrachtet können keine nennenswerten Unterschiede sowohl bei den Bachelor- als auch bei den Masterstudienangeboten festgestellt werden, was wiederum nicht bedeutet, dass es sich bei den untersuchten Studienangeboten um austauschbare Studiengänge handelt. Bei einer ersten inhaltlichen Begutachtung konnten unterschiedliche inhaltliche Gewichtungen der Studieninhalte festgestellt werden. Differenzierte Studienwünsche sowie Arbeitsmarktanforderungen werden hierbei ihre Berücksichtigung finden.

j.BF03183153.tab.005.w2aab3b8b6b1b7b1ab1b1b6b6aAa

StudienortVorpraktikum mindestensPraktikum mindestensExkursion mindestensBachelor-Arbeit
Berlin4 Wochen6 Wochen10 Tage12 Wochen
Cottbusneinneinja16 Wochen
DortmundNote4 Wochen10 Tage12 Wochen
Hamburg-HarburgNote6 Wochen5 Tage16 Wochen
Kaiserslauternneinneinnein12 Wochen
Kasselnein16 Wochennein9 Wochen
Nürtingen-Geislingennein19 Wochen3 Tage16 Wochen

j.BF03183153.tab.007.w2aab3b8b6b1b7b1ab1b1b6c11aAa

StudienortZulassungsbeschränkungStudien-beginnDauer in SemesternECTS-PunkteUnterrichts-Sprache
BerlinNoteWS4120deutsch
CottbusNoteWS4120deutsch
DortmundNoteWS260deutsch
Hamburg-HarburgneinWS4120deutsch
KaiserslauternNoteWS4120deutsch
NoteWS4120deutsch
KasselNoteWS, SS4120deutsch
Nürtingen-GeislingenNoteWS, SS3 oder 490 oder 120deutsch
NoteSS4120deutsch

Konsekutives Studienangebot der Raumplanung

StudienortBachelorstudienangebotMasterstudienangebot
BerlinStadt- und RegionalplanungStadt- und Regionalplanung
CottbusStadt- und RegionalplanungStadt- und Regionalplanung
DortmundRaumplanungRaumplanung
Hamburg-HarburgStadtplanungStadtplanung und Regionalentwicklung
KaiserslauternRaumplanungStadt- und Regionalplanung, Umweltplanung und Recht
KasselStadt- und RegionalplanungStadt- und Regionalplanung
Nürtingen-GeislingenStadtplanungRäumliche Entwicklung, Stadt- und Regionalplanung

Konsekutives Masterstudienangebot der Raumplanung

StudienortBeginn der UmstellungAkkreditierungOrientierungAbschluss
BerlinWS 2009/2010Sommer 2007k.A.Master of Science
CottbusWS 2005/2006März 2007eher forschungsorientiertMaster of Science
DortmundWS 2007/2008März 2007eher forschungsorientiertMaster of Science
Hamburg-HarburgWS 2006/2007in Bearbeitungk.A.Master of Science
KaiserslauternWS 2010/2011 WS 2010/2011Mai 2007 Mai 2007eher anwendungsorientiert eher anwendungsorientiertMaster of Science Master of Science
KasselWS 2007/2008Mai 2007eher forschungsorientiertMaster of Science
Nürtingen-GeislingenWS 2009/2010 SS 2010WS 2008/2009 WS 2008/2009eher anwendungsorientiert eher anwendungsorientiertMaster of Engineering Master of Engineering

Bachelorstudienangebot der Raumplanung

StudienortBeginn der UmstellungZeitpunkt der AkkreditierungAbschluss
BerlinWS 2006/2007Sommer 2007Bachelor of Science
CottbusWS 2005/2006März 2007Bachelor of Science
DortmundWS 2007/2008März 2007Bachelor of Science
Hamburg-HarburgWS 2006/2007Dezember 2003Bachelor of Science
KaiserslauternWS 2007/2008Mai 2007Bachelor of Science
KasselWS 2007/2008Mai 2007Bachelor of Science
Nürtingen-GeislingenWS 2006/2007WS 2008/2009Bachelor of Engineering

Anbieter von Vollstudiengängen aus dem Bereich „Raumplanung“

Name der HochschuleFachbereich/Institut
Technische Universität BerlinInstitut für Stadt- und Regionalplanung (ISR)
Brandenburgische Technische Universität (BTU) CottbusInstitut für Städtebau und Landschaftsplanung (INSL)
Universität DortmundFakultät Raumplanung
Technische Universität Hamburg-Harburg (TUHH)Fachbereich Stadtplanung
Technische Universität KaiserslauternFachbereich Architektur, Raum- und Umweltplanung, Bauingenieurwesen
Universität KasselFachbereich Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung
Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU)Institut für Stadt- und Regionalentwicklung (IFSR)

j.BF03183153.tab.004.w2aab3b8b6b1b7b1ab1b1b6b5aAa

StudienortBesondere ZulassungsbeschränkungStudien-beginnDauer in SemesternECTS-PunkteUnterrichts-Sprache
BerlinneinWS6180deutsch
CottbusneinWS6180deutsch
DortmundNoteWS8240deutsch
Hamburg-HarburgNoteWS6180deutsch
KaiserslauternneinWS6180deutsch
KasselneinWS6180deutsch
Nürtingen-GeislingenNote, praktische ErfahrungWS7210deutsch

j.BF03183153.tab.008.w2aab3b8b6b1b7b1ab1b1b6c12aAa

StudienortVorpraktikum mindestensPraktikum mindestensExkursion mindestensBachelor- Arbeit
Berlin10 Wochennein10 Tage16 Wochen
Cottbus13 Wochenneinja16 Wochen
Dortmundneinneinnein16 Wochen
Hamburg-Harburgneinin Änderung5 Tage16 Wochen
Kaiserslauternneinneinnein12 Wochen
neinneinnein12 Wochen
Kasselneinneinnein16 Wochen
Nürtingen-Geislingenneinnein3 Tage16 Wochen
neinnein3 Tage16 Wochen

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