1. bookVolume 59 (2001): Issue 5-6 (September 2001)
Journal Details
License
Format
Journal
eISSN
1869-4179
First Published
30 Jan 1936
Publication timeframe
6 times per year
Languages
German, English
Open Access

BAW Institut für Wirtschaftsforschung GmbH

Published Online: 30 Sep 2001
Volume & Issue: Volume 59 (2001) - Issue 5-6 (September 2001)
Page range: 468 - 469
Journal Details
License
Format
Journal
eISSN
1869-4179
First Published
30 Jan 1936
Publication timeframe
6 times per year
Languages
German, English

Seit dem 1.1.2000 hat sich mit dem BAW Institut für Wirtschaftsforschung GmbH in Bremen ein neues regionalwirtschaftliches Forschungsinstitut etabliert. Hinter dieser Neugründung steht eine langjährige Institutsgeschichte. Bereits seit Jahrzehnten war der Bremer Ausschuss für Wirtschaftforschung als regionalwirtschaftliches Forschungsinstitut für Bremen tätig. Mit den 1999/2000 durchgeführten organisatorischen Änderungen wird an diese Tradition angeknüpft, zugleich werden die Forschungsschwerpunkte aber auch akzentuiert und um neue Felder ergänzt.

Entwicklung des BAW Instituts für Wirtschaftsforschung GmbH

Die Geschichte des BAW Instituts für Wirtschaftsforschung GmbH beginnt mit der Gründung des Bremer Ausschuß für Wirtschaftsforschung (BAW) 1947. Diese ursprünglich als Senatsausschuss zur Bewertung von Reparationszahlungen gegründete Einrichtung war der Kern eines der ersten Wirtschaftsforschungsinstitute in der neuen Bundesrepublik. In den folgenden Jahrzehnten hat der BAW in enger Anbindung an das Wirtschaftsressort die Wirtschaftsstrukturpolitik des Landes Bremen maßgeblich programmatisch mitgestaltet. Grundlegende regionalwirtschaftliche Forschungsergebnisse des BAW fanden angesichts elementarer strukturpolitischer Herausforderungen wie der Werftenkrise im Land Bremen unmittelbar Eingang in entsprechende strategische Programme.

1998 siedelte der BAW in das ökonomische Kompetenz- und Beratungszentrum Bremer Forum der Wirtschaft und Wissenschaft an der Universität Bremen um. Hier sind neben dem BAW der Fachbereich Wirtschaftswissenschaft der Universität Bremen sowie private Wirtschaftsdienstleister integriert. Ziel der räumlichen Bündelung fachlicher Kompetenzen in Wirtschaft und Wissenschaft ist ein innovatives und anwendungsorientiertes Beratungsangebot, das einen wesentlichen Beitrag für die Bewältigung der regionalen Strukturprobleme insbesondere der kleinen und mittleren Unternehmen des Landes Bremen leisten soll.

Nach der mit dem Umzug verbundenen räumlichen Trennung erfolgte mit der GmbH-Gründung Anfang 2000 auch die organisatorische Trennung vom Wirtschaftsressort. Gesellschafter der BAW GmbH ist der Verein zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung in der Freien Hansestadt Bremen e.V. Gegenwärtig sind neben der Geschäftsführung dreizehn wissenschaftliche Mitarbeiter und Sachbearbeiter im Institut tätig.

Das BAW veröffentlicht seine Forschungsergebnisse in Kurzform im BAW-Monatsbericht, der zehn bis zwölf Mal im Jahr erscheint. Umfangreichere Gutachten und Studien werden in unregelmäßigem Turnus in „Diskussionsbeiträgen“ und „Regionalwirtschaftlichen Studien” veröffentlicht. BAW-Monatsberichte, Diskussionsbeiträge, das Veröffentlichungsverzeichnis sowie ausgewählte Wirtschaftsdaten sind im Internetangebot des BAW unter http: //www.baw.uni-bremen.de abrufbar.

Geschäftsfelder
Regionales Benchmarking

Kernelemente der Neuausrichtung des BAW sind die Analyse und Prognose der regionalen Wirtschaftsentwicklung im Regionenvergleich und die darauf aufbauende forschungsgestützte Politikberatung unter dem Stichwort „Benchmarking“.

Bei der Übertragung dieser betriebswirtschaftlichen Methodik auf den Vergleich von Städten und Regionen geht es nicht vorrangig um ein Ranking im Sinne von „Bester“ oder „Schlechtester“, sondern um die Nutzung einer Vielzahl von Indikatoren zur Ursache-Wirkungs-Analyse, zur Typisierung von Städten und Regionen und zum Aufzeigen von Handlungsnotwendigkeiten und -chancen.

Diese Ausrichtung stellt das verbindende Element zwischen den weiteren Geschäftsfeldern dar. Ausgangspunkt sind die langjährigen Erfahrungen der Mitarbeiter, deren Tätigkeit infolge der Verwaltungsanbindung durch eine Kombination aus wissenschaftlicher Analyse, programmatischer Planung und praktischer Umsetzung geprägt ist. Diese Erfahrungen stellen insbesondere aus der Sicht öffentlicher Auftraggeber eine besondere Kompetenz dar.

Weitere Arbeitsschwerpunkte

Analysen/Prognosen

Im Rahmen eines Jahreswirtschaftsberichtes erstellt das Institut regelmäßig eine Wirtschaftsanalyse für das Land Bremen, ergänzt um Aussagen zu den beiden Städten Bremen und Bremerhaven. Zukünftig wird sich das BAW verstärkt mit der Arbeitsmarktsituation unter besonderer Berücksichtigung quantitativer Aussagen z.B. zu Qualifizierungs- und Arbeitskräfte-Beschaffungsproblemen beschäftigen.

Projekt- und Programmbewertung

Die Bewertung einzelner Wirtschaftsstrukturprojekte und komplexer Programme ist ein Kerngeschäft des BAW. Beispiele der Bewertung von Einzelprojekten unter regionalwirtschaftlichen Gesichtspunkten beziehen sich auf den Messe- und Tourismusstandort Bremen, den Technologiepark Universität Bremen und die Modernisierung des Weserstadions, dessen Aussagen auf einem Benchmark der Fußballstadien in Deutschland aufbauen.

Darüber hinaus hat das Institut Erfahrungen in der Evaluierung der europäischen Regionalprogramme für das Land Bremen ebenso wie in der Evaluierung des Investitionssonderprogramms für Bremen.

Maritime Wirtschaft

Das Thema Maritime Wirtschaft beinhaltet die Frage der Hafenabhängigkeit der bremischen Wirtschaft und daraus abgeleitet die Auseinandersetzung mit dem erforderlichen Ausbau der Hafen- und hafenbezogenen Infrastruktur sowie die Bewertung des regionalwirtschaftlichen Nutzens von Hafeninvestitionen. Es handelt sich um eine Querschnittsaufgabe, die sektoral nicht nur auf den Hafen und regional nicht nur auf Bremen beschränkt bleiben soll und auch den Strukturwandel von Hafenarealen einbezieht.

Wirtschaftsnahe Infrastruktur

Hier geht es u.a. um die Bedeutung der Gewerbeflächenerschließung für die regionale Entwicklung sowie um die Ausstattung der Region mit überregional bedeutsamer Infrastruktur, wobei eine wesentliche Fragestellung den Zusammenhang von Verkehrs- und Wirtschaftsentwicklung betrifft. Aktuell wird z.B. die regionalwirtschaftliche Bewertung des Autobahnrings um Bremen unter besonderer Berücksichtigung eines mautfinanzierten Wesertunnels bearbeitet.

Forschung und Entwicklung

Untersuchungen zum Technologiepark, seiner Konzeptionierung, Realisierung und Akzeptanz durch die Unternehmen wurden mit einer bundesweit beachteten Umfrage unterlegt.

Auch in Zukunft wird diesem Aufgabengebiet besondere Aufmerksamkeit zukommen, da Technologietransfer zwischen Wissenschaft und regionaler Wirtschaft einer der wesentlichen Faktoren für eine erfolgreiche Regionalpolitik ist.

Mittelstand / Dienstleistungen

Mittelstand und Dienstleistungen sind zwei miteinander verbundene Wirtschaftsbereiche mit positiven Wachstumsaussichten. Beispiele für aktuelle BAW-Untersuchungen zu diesem Themenfeld sind die Arbeiten zur Medienwirtschaft und zu den neuen Märkten.

Mittelfristig vorgesehen ist ein Benchmarking unternehmensbezogener Dienstleistungen in Verdichtungsräumen zur Identifikation strategisch bedeutsamer Dienstleistungen sowie ein Benchmarking zum regionalpolitischen Handlungspotenzial bei der Entwicklung von überregionalen Dienstleistungen.

Finanzen und Wirtschaft

Die aktuelle Entscheidung über den Länderfinanzausgleich hat zwar den Status quo der Finanzausstattung für Bremen in etwa erhalten. Damit sind die strukturellen Probleme, bei denen es für Bremen um das Überleben als Bundesland geht, aber nicht beseitigt. Das Institut wird sich weiterhin mit Themen wie einer stärkeren Finanzverteilung nach wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit, der Gleichbehandlung des Stadtstaates Bremen mit einer Großstadt in einem Flächenstaat sowie Erfahrungen aus anderen europäischen Ländern befassen.

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